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5.19 Die Erfindung des Jahrhunderts

"Und bist du mit deiner Erfindung schon weiter gekommen?" fragt Jesse ihren Mann nun schon zum 8.Mal an diesem Tag.

"Jesse, würdest du bitte aufhören, mich ständig diese dumme Frage zu stellen, oder ist das zu viel verlangt!?"

"Wieso, darf man das denn nicht?" fragt sie unsicher.

"Schon, aber es ist noch nicht einmal Mittag und du hast mich schon zum 7. oder 8.Mal danach gefragt!" gibt der Professor wütend zu. Da kommt ihm einen Gedanken.

"Ich werde wieder in die verlorene Welt gehen, ich brauche absolute Ruhe um diese Erfindung zu Ende bringen zu können! Du lenkst mich ab, ich kann mich so nicht konzentrieren."

"Na schön, wenn du das Gefühl hast, dass ich dich nerve, dann geh doch in dein neues Zuhause!" meint Jesse beleidigt und geht ins Zimmer um ihren Mann die Sachen zu packen.

 

"Marguerite! Was machst du denn hier draussen?" fragt Roxton seine Frau, die auf der Schaukelbank sitzt.

"Ich geniesse nur die Aussicht! Wo ist Mailyn?"

"Sie schläft noch!" Er setzt sich zu ihr, sie legt ihren Kopf in seine starken Arme.

"John, ich hoffe, dass du jetzt nicht gelangweilt von mir bist!" meint die Brünette, mehr zu sich selber als zu Roxton.

"Warum sollte ich dich langweilig finden?"

"Nun ja, jetzt kennst du meine ganze Vergangenheit, meine Geheimnisse! Wenn du nicht mehr an mir interessierst wärst, dann würde ich das verstehen und..."

"Hör sofort damit auf" unterbricht er sie ein bisschen barsch, fügt dann aber sofort hinzu: "Ich liebe dich so wie du bist. Und ob ich jetzt deine Geheimnisse weiss oder nicht, das spielt für mich keine Rolle!"

"Ist das dein Ernst?" fragt sie sicherheitshalber nach.

"Ja, das ist mein voller Ernst! Du bist die einzige Frau, die mir etwas bedeutet. Die ich je geliebt habe!"

"Danke!" Marguerite fühlt sich offensichtlich geschmeichelt. (wer wäre das nicht auch? bei diesen Worten von diesem gutaussehenden Mann!) "Kommst du hinein, es ist ziemlich frisch hier draussen!" behauptet Roxton.

"Ich weiss nicht, irgendwie finde ich es schön angenehm. Ich bin froh, dass wir wieder hier sind in der zivilisierten Welt!"

"Darüber wollte ich mit dir sprechen!"

"Ja!? Wie meinst du das?"

"Nun, George möchte wieder zurück in die verlorene Welt gehen, Veronica ebenfalls, Finn hat nichts dagegen und mir wäre es eigentlich auch egal!"

"Ihr wollt wieder dorthin zurück!?" fragt Marguerite überrascht.

"Ja, was spricht dagegen?" will Roxton wissen.

"Ich weiss nicht. Ich würde gerne hier bleiben bei Mum und Dad, ausserdem...."

"Das kommt mir nicht in die Tüte!" schneidet der Lord ihr schon wieder das Wort ab.

"Wieso nicht!? Du kannst nicht über mich regieren, ich bestimme immer noch selber, was mit mir geschieht und was nicht!" schreit sie ihn wütend an.

"Du hast ja recht!" Roxton nimmt sie wieder zu sich und sagt mit sanfter Stimme: "Wenn du hier bleiben möchtest, dann will ich dich nicht aufhalten, es wäre einfach nur schön, wenn ich wüsste dass es dir gut geht, das ist alles! Mir würde es sehr viel bedeuten, wenn du mitkommen würdest!"

"Ich bin zwar strickt dagegen, aber wenn es dir so viel bedeutet, dann werde ich euch in Gottes Namen begleiten!"

"Danke, du bist ein Schatz!" Er berührt sanft ihre Lippen mit den seinen und dann fallen die beiden in einen leidenschaftlichen, endlos langen Kuss!

 

"Mum! Dad! Es tut mir leid euch schon wieder verlassen zu müssen, aber wir, das heisst John, Professor Challenger, Veronica Layton und Finn würden uns gerne wieder zurück in die verlorene Welt begeben. Wir haben vor dort 3Monate zu bleiben, falls ihr nachkommen wollt, könnt ihr euch an Madame Roxton wenden!"

"Es ist zwar schade, dass du uns verlässt, aber wir werden dir nicht im Wege stehen, schliesslich bist du ein grosses Mädchen! Werdet ihr Mailyn dorthin mitnehmen?"

"Ja, Mama, sie wird uns begleiten!"

"Na dann, wünschen wir euch viel Spass!" meint Papa Montegomery und umarmt seine einzige Tochter. Bevor er sie laufen lässt, flüstert er ihr noch zu: "Pass auf dich auf!"

"Das werde ich, keine Sorge Papa!" Sie gibt beiden einen Kuss und dann begeben sich die fünf Freunde auf die Rückreise.

 

"Ach wie schön es doch ist wieder Zuhause zu sein!" meint Veronica überglücklich.

"Ja, ich habe das warme Klima und die Umgebung auch schrecklich vermisst!" fügt Finn hinzu.

"Ich kann endlich meine Waffen wieder benützen und auf Jagd gehen!" sagt Roxton mit einem Lächeln.

"Und ich habe meine Ruhe wieder! Ich werde ins Labor gehen und wäre sehr froh, wenn ihr mich nicht stören würdet!" mahnt Professor Challenger die anderen.

"Keine Sorge, George, dass wird sicher nicht passieren!" meint Marguerite ein bisschen ironisch und kann sich ein Lachen nicht verkneifen. Marguerite hält Mailyn in ihren Armen, das Mädchen reibt sich die Äuglein und muss herzhaft gähnen.

"Ich werde Mailyn ins Bett bringen, sie ist müde von der Reise! Habt ihr vielleicht Lust nachher schwimmen zu gehen?" fragt Marguerite ihre zwei Freundinnen "Schliesslich ist es erst zwei Uhr."

"Immer dafür zu haben!" meint Finn nur dazu.

"Oh ja, das ist eine super Idee, dann kann ich endlich meinen neuen Bikini, den mir Finn geschenkt hat, anziehen!" sagt Veronica freudig und eilt in ihr Zimmer.

"George, könntest du, falls Mailyn erwachen sollte auf sie aufpassen?" muss die Brünette wissen. "Kann Roxton das nicht übernehmen?" fragt Challenger hoffnungsvoll.

"Nein, er wird auf die Jagd gehen!" sagt sie bestimmt.

"Ach ja? Habe ich gar nicht gewusst!"

"Tja, wir brauchen eben etwas für das Abendessen, einen Raptor wäre nicht schlecht, oder einen Fasan!"

"Darf ich euch denn nicht begleiten?" fragt Roxton seine Frau.

"Vergiss es! Sorry, aber das sollte eigentlich ein Frauentag werden." Bevor Roxton etwas sagen kann, mischt sich Challenger wieder ein "Na gut, von mir aus, ich werde auf Mailyn aufpassen!"

"Danke!" Dann begibt sich der Professor ins Labor.

"Und ich werde auf die Jagd gehen!" gibt der Lord nach, holt seine Waffe und verschwindet im Urwald.

 

"Das ist aber eine schöne Düne!" Finn betrachtet denn neuen Ort, welchen Veronica ihr und Marguerite zeigt. Es hat einen Felsen in mitten eines Teiches(der Teich hat keine Frösche und Schilf) von dem eine Quelle entspringt und die dadurch eine Art Dusche ist.

"Ja, hier gefällt es mir wirklich sehr!" fügt Marguerite erstaunt zu.

"Das hoffe ich auch, dass es euch gefällt!" Veronica zieht den Mantel ihres Vaters aus, welchen sie über das Bikini angezogen hat, und springt ins kühle Nass. Marguerite und Finn machen es ihr gleich. Sofort beginnt eine Wasserschlacht zwischen den drei Frauen "Alle auf alle!" schreit Finn, während sie versucht Marguerite und Veronica von sich fernzuhalten. "Mit vergnügen!" meint Marguerite und spritzt Veronica eine Ladung Wasser ins Gesicht.

"Hey, das ist nicht fair!" kreischt sie und gibt der Brünette eine Retourkutsche. Kaum konnte Marguerite wieder Luft holen, erwischt sie wieder Wasser ins Gesicht, diesmal von Finn. "Ihr seit gemeint!" schreit sie und greift beide gleichzeitig an. Es geht noch lange so hin und her bis die drei völlig erschöpft sind und es sich auf der Wiese bequem gemacht haben. Sie lassen sich von der Sonne trocknen.

"Das hat Spass gemacht, wir sollten das öfters tun!" meint Marguerite.

"Ja, das sollten wir" stimmt Finn ihr zu.

"Ich bin der gleichen Meinung!" sagt nun auch Veronica.

"Oh... es ist schon spät, wir sollten uns auf die Rückkehr machen" bemerkt Marguerite.

"Von mir aus!" meint Finn und dann gehen die drei Frauen wieder zurück ins Baumhaus.

 

"Wie kann ich dieses Ding nur in die Luft bringen?" Challenger ist am Verzweifeln, er hat Ruhe und genügend Platz, doch auch das hilft ihm nichts. Er hat keine Ahnung, wie er die Maschine in die Luft bekommt. Finn kommt ins Labor gelaufen. "Und bist du schon weiter gekommen?" fragt sie ihn erwartungsvoll.

"Leider noch nicht! Ich habe einen fürchterlichen Blackout!"

"Ja, das ging mir nach dem Wein genauso.... OH NEIN!!!!!!!"

"Was ist los? Was ist passiert?" fragt Challenger besorgt.

"Ich habe einen jungen Herrn in London kennengelernt, er gab mir seine Telefonnummer und ich Vollidiot habe vergessen ihn anzurufen! Ich könnt mich auf den Mond schiessen!"

"Und, wie würdest du das anstellen?" fragt Challenger hoffnungsvoll.

"Was?" fragt Finn verwirrt.

"Wie würdest du dich auf den Mond schiessen!"

"Mit einer Rakete!"

"Und wie funktioniert so eine Rakete?" hakt der Professor wissen.

"Keine Ahnung, ich weiss nur dass sie sich von den eigenen Abgasen sich von der Erde abstossen."

"Das ist es!!!!" ruft Challenger freudig.

"Wie das ist es, sprich mit mir bitte Klartext, ja!?" sagt Finn genervt.

"Du hast mich auf die Idee gebracht wie ich dieses Modell, eine sogenannte Rakete, ins Weltall schiessen kann."

"Ach so!? Tja, ich bin eben auch ein Genie!"

"Nein, du bist aus der Zukunft und weißt darum so viel über diese Dinge!"

 

"Hey Roxton was hast du uns feines zu bereitet?" fragt Marguerite ihren Mann, als sie den Geruch, der aus der Küche kommt, riecht.

"Einen Fasan mit Gemüse und Trauben!"

"Mhm, das hört sich lecker an!" meint die Brünette und reibt ihren Bauch.

"Kannst du denn anderen rufen, dass es Abendessen gibt?"

"Sicher, mein Schatz!" Marguerite stellt sich in die Mitte des Wohnzimmers und ruft mit voller Lautstärke "Essen!!!!!!!!!"

Kurze Zeit später sitzen alle am Tisch, geniessen das Essen und sprechen über dies und jenes, Hauptthema ist die neue Erfindung von Challenger, die Mondrakete!

"Und ich habe ihm dabei geholfen!" sagt Finn übermütig.

"Ich bin so stolz auf dich!" Marguerite zwinkert Finn zu.

"Danke!"

"Hey, und wer ist stolz auf mich, schliesslich war das ganze meine Idee!" protestiert der Professor. "Oh, Entschuldigung George, ich wollte dich nicht verletzen, du bist selbstverständlich der Beste!" versucht Marguerite ihn zu beruhigen und klopft ihm anerkennend auf die Schultern.

"Ich weiss!" sagt Challenger mit hocherhobenem Kopf.

"Erzähl uns doch mehr darüber!" meint Roxton, er will sich hauptsächlich an seiner Frau rächen, weil er sie nicht zum Baden mitgenommen hat. Und es funktioniert, sie wirft ihm einen vernichtenden Blick zu.

"Also, die Raketen stossen sich von dem aus ihnen austretenden Abgasen ab und unter Ausstoß ihres Treibstoffes beschleunigen. Ich nehme dabei an, dass die Rakete im gravitationsfreien Vakuum beschleunigt, um bei dieser Betrachtung jegliches Abbremsen (Gravitationsanziehung, Reibung) vernachlässigen zu können. Die Rakete hat beim Start die Geschwindigkeit v0 (meist 0) und die Masse m0.

Bei der Beschleunigung strömt Treibstoff mit einer Geschwindigkeit vg nach hinten aus und beschleunigt so die Rakete, die eine Masse m(t) zum Zeitpunkt t hat, nach vorne." beendet Challenger den ersten Teil seines Vortrages.

"Das hört sich wirklich interessant an. Hast du das Modell der Rakete von jemandem abgeguckt oder bist du selber darauf gekommen?" will Veronica wissen.

"Ich habe es von dem Amerikaner Robert Goddard, der damit 1910 begonnen hat, abgeguckt. Er hat die ersten Überlegungen zum Bau von Raketenmotoren und über Raumflüge zum Mond und zum Mars gemacht. Er wird jetzt wegen seinen Visionen als Phantast abgetan. Was ich nicht richtig finde, denn ich glaube ihm jedes einzelne Wort."

"Muss hart sein, wenn man bedenkt, dass die Menschheit schlussendlich doch auf dem Mond war!" meint Finn.

"Kennst du irgend jemanden mit dem du dich über die Rakete unterhalten könntest?" erkundigt sich der Lord.

"Ich ein alter Studienkolleg von mir sein Name ist Sergej Koroljow, er kommt aus der Sowjetunion! Er hat viel Interesse an jeglichen Bauten! Ich werde mich mit ihm mal in Verbindung setzen!"

"Tu das!" sagt Marguerite schnell. "Wer übernimmt den Abwasch?" fragt sie in die Runde. Da sich niemand meldet, übernimmt sie erleichtert diese Arbeit.

5.20 Der Besuch

Marguerite hat es sich auf dem Balkon des Baumhauses gemütlich gemacht. Sie hat sich in eine Wolldecke eingewickelt und geniesst den Sonnenaufgang. Sie schwebt gerade in ihren Gedanken, als Roxton zu ihr stosst.

"Hier ist dein Kaffee!" sagt er, Marguerite schaut ihn erstaunt an. "Oh... ich hoffe, dass ich dich nicht erschreckt habe!" fügt er hinzu, als er ihren Blick sieht.

"Nein, nein, das hast du nicht! Auch schon wach?"

"Ja, ich habe gehört wie du aufgestanden bist! Was machst du hier draussen?" fragt der Lord seine Frau.

"Ich geniesse den Sonnenaufgang!"

"Darf ich dein Gast sein?"

"Klar doch!" Sie hält die Decke hoch, er schlüpft zu ihr unter und überreicht ihr die Kaffeetasse. Sie kostet daran.

"Und schmeckt er dir?" erkundigt sich Roxton.

"Ja, danke!"

"Keine Ursache!" Lange Zeit sitzt das Paar schweigend da bis für Roxton die Stille unerträglich wird. "Kann ich dich was fragen?"

"Sicher!" sagt Marguerite nur.

"Wieso warst du drei Mal verheiratet?" will der Lord wissen.

"Wie bitte!?"

"Ich meine nicht das mich das etwas angehen würde, aber hast du die Männer geliebt, mit denen du zusammen warst?"

"Naja, den Millionär habe ich nur wegen der Kohle geheiratet!"

"Und die anderen beiden, Dietrich und James? Haben sie dir was bedeutet?" hakt der Lord nach. "Ich mochte beide sehr! Doch wie du weißt, erlebte ich nach der Hochzeit den wahren Dietrich."

"Du meinst den Deutschen Alkoholiker, nicht!?"

"Ja genau, das war Dietrich ein Alkoholiker! Ihn heiratete ich auch eher, weil ich eine Deckung brauchte, damit ich nicht als Spionin aufflog!"

"Und was war mit James? Hast du ihn geliebt?"

"Na, warum würde ich sonst einem Mann von Montecarlo bis nach Schanghai folgen!?" meint sie das mit einem lächerlich Unterton.

"Warum hast du dich von ihm getrennt?" will Roxton wissen.

"John, bitte, das ist meine Privatsfähre, die du da gerade erfragst!"

"Hallo, ich bin dein Ehemann, schon vergessen!?"

"Nein, natürlich nicht." sie senkt ihren Kopf.

"Wieso hast du dich von ihm getrennt?" fragt noch einmal. Marguerite lässt einen tiefen Seufzer von sich hören "Naja, mir ist James einfach aus dem Blickfeld verschwunden, als ich Geschäfte mit Meister Xhan machte" erzählt die Brünette ihrem Mann.

"Du bist mit ihm aber doch geschieden!?" fragt Roxton erschrocken...

"Hey, ihr zwei, habt ihr Lust heute mit mir Assai besuchen zu gehen?" fragt Veronica das Paar. "Gerne!" sagt Marguerite sofort, damit sie Roxtons Frage nicht beantworten muss "Ich geh mich dann mal anziehen!" behauptet sie, rückt die Wolldecke von sich und läuft nur mit ihrem Nachthemd bekleidet zurück ins Schlafzimmer. Roxton schaut ihr nach, doch er folgt ihr nicht.

 

"Hey, wohin geht ihr?" fragt Finn erstaunt, als sie das Grüppchen mit Rucksäcken beim Lift stehen sieht.

"Wir gehen zu Assai! Ich will Illario wieder mal sehen, ob er gewachsen ist und wie er sich so gemacht hat!" meint Veronica.

"Wer passt auf Mailyn auf?" erkundigt sich das Finny.

"Eigentlich sollte das Challenger tun, aber wenn du diesen Job übernehmen willst, wäre mir das auch Recht."

"Oh ja, das wäre cool!" Marguerite erklärt ihr noch rasch alles und dann verabschieden sich die drei

Freunde von der Blondine.

"Challenger? Challenger, wo steckst du nur?" ruft Finn im ganzen Baumhaus umher.

"Ich bin hier oben!" hört sie eine Stimme von ganz weit weg rufen. Sie geht hinauf.

"Was machst du hier?" fragt Finn erschrocken, als sie Challenger auf dem Dach sitzen sieht. Sie geht die Leiter hinauf, welche auf das Strohdach führt.

"Was soll das bitte werden?"

"Ich wollte nur mal checken wie hoch dieses Raketenmodell mit Sprengstoff kommt!"

"Du bist verrückt! Du hättest dir was brechen können! Oder noch schlimmer, du hättest das ganz Baumhaus abbrennen und in der Glut verschmoren können" meint sie besorgt.

"Es tut mir leid!"

"Schon gut. Ähm... ich wollte dich fragen, ob du Lust hättest mit mir und Mailyn zu den Amazonen zu gehen!"

"Heute?" fragt der Professor erstaunt.

"Ja, heute. Ich meine das Wetter ist super für einen Spaziergang!"

"Kommen die anderen auch mit?"

"Die haben uns bereits verlassen, sie sind zu Assai gegangen!"

"Ach so! Na von mir aus können wir schon zu Selina und Phoebe gehen!"

"Cool! Ich werde Mailyn für den Ausflug startklar machen!"

"Ich komme gleich nach!" sagt der Professor. Das Finny verlässt überglücklich das Dach und begibt sich in die Stube um dort Mailyn für den Spaziergang herzurichten.

 

Marguerite, Roxton und Veronica laufen durch den Wald, sie haben es bald geschafft, als plötzlich eine Stimme hinter ihnen sagt: "Hallo, hallo! Wen haben wir den da?"

Alle wenden sich überrascht um. Ein Herr steht vor ihnen. "Wie können wir Ihnen behilflich sein?" fragt Roxton höflich.

"Ich bin Dietrich Biesoldt." Er wendet sich an Marguerite: "Na, Sophie erkennst du mich wieder oder sollte ich besser sagen Miss Krux? Ach nein, du bist ja jetzt mit Lord John Roxton verheiratet!" Er geht auf Roxton zu "Das müssen dann wohl Sie sein!" Er mustert den Lord von oben nach unten.

"Wie hast du mich gefunden, Dietrich?" will die Brünette wissen.

"Nun, das war gar nicht mal so schwer. Die Nachricht, das ein britisches Forscherteam eine vorzeitliche Welt gefunden hat, ist bis zu uns nach Deutschland vorgedrungen. Du hast dich wirklich kein bisschen verändert, obwohl das Foto nicht die beste Qualität hatte, erkannte ich dich sofort." Marguerite blickt ihn fragend an. Er geht langsam auf sie zu "Nun, so ein hübsches Gesicht vergisst man nicht so schnell!" Dietrich fährt ihr übers Gesicht.

"Fass mich nicht an!" droht sie ihm und schlägt seine Hand fort.

"Na, na, na, was soll denn das? Wie kannst du mich nur so gemein behandeln nach all den schönen Jahren, die wir zusammen verbracht haben."

"Die fandest du schön, es waren die schrecklichsten Jahren meines Lebens! Bist du immer noch so Alkohol süchtig?" funkelt sie ihn zornig an. Er schenkt ihr einen bösen Blick.

"OH MEIN GOTT, das ist DER Dietrich Biesoldt" mischt sich nun auch Veronica in das heikle Gespräch ein "Jener, der dich ständig benutzte und eines Tages vergewaltigt hat...."

"...und am nächsten Morgen lag das Geld und die Scheidungspapiere auf dem Nachtisch!" beendet Roxton geschockt den Satz.

"Wow, Sophie, wem hast du unser Geheimnis noch erzählt?" meint Dietrich überrascht und ein bisschen sauer zugleich.

"Meine Name ist Marguerite und jetzt verschwinde von hier, oder muss ich dir erst Beine machen!?" "Wie sind Sie überhaupt hierher gekommen?" fragt Veronica den Mann.

"Ich bin euch gefolgt! Das war ganz einfach, ich habe euch aus dem Haus der Lordfamilie gehen sehen und bin ich euch bis hierher gefolgt, bis in die verlorene Welt" posaunt er mit einem siegessicheren Lächeln in der Gegend herum.

 

"Finn, Professor Challenger was macht ihr denn hier?"

"Hallo Phoebe! Ich wollte dich nur mal wieder besuchen kommen!" behauptet die Blondine. Auf den Armen trägt sie Mailyn.

"Du hast eine Tochter?" fragt Phoebe überrascht.

"Ist das dein Kind!?" fragt Phoebe ganz überrascht.

"Nein, nein, das ist Roxton und Marguerites Kind!"

"Hallo ihr beiden!" Selina ist zu dem Grüppchen gestossen.

"Hallo Selina!" sagt Challenger ganz schüchtern.

"Und gibt es was Neues?" fragt die Anführerin den Professor. Diesem fehlen die Worte, also spricht Finn für ihn.

"Ja! Eine Menge, da wäre zum das Kind von Roxton und Marguerite. Ausserdem haben wir einen Weg vom Plateau gefunden, und Malone ist wieder zu uns gestossen!" gibt Finn Auskunft.

"Was, der süsse Reporter ist zurück?" fragt Phoebe hoffnungsvoll und erstaunt zugleich.

"Jeep, aber ich würde mir an deiner Stelle keine allzu grossen Hoffnungen machen, er ist jetzt mit Veronica verheiratet!"

"Oh... das ist aber schade, er war voll mein Typ: blonde Haare, blaue Augen! Er ist so süss und misstrauisch zugleich! Ich liebe solche Männer!" schwärmt Phoebe von Malone "Genug von mir, lass uns doch in mein Zimmer gehen!" Die Zwillinge trennen sich von der anderen beiden.

"Ihr habt also tatsächlich einen Weg vom Plateau gefunden!?" versucht Selina den Professor aus seiner Schale herauszulocken.

"Genau!"

"Dann hast du sicher deine Frau wiedergesehen?"

"Ja, das stimmt auch!"

"Und hast du ihr von uns erzählt?" will die Anführerin wissen.

Er nickt "Mhm, sie war nicht einmal so sauer, als ich es ihr erzählte, zumindest war sie bereit mir zu verzeihen!" erinnert sich Challenger zurück.

"Bist du durstig?"

"Oh ja sehr!" Er folgt Selina in ihren Raum.

 

"Ich war fest davon überzeugt, dass ihr euch das mit dieser vorzeitlichen Welt nur ausgedacht habt, schliesslich kannst du so gut lügen, nicht wahr Sophie, ach nein, Marguerite!"

"Wie darf ich das bitte verstehen, Dietrich!?"

"Nun, ich hätte nie gedacht, dass du eine Spionin wärst und dann noch für England!"

"Tja, so kann man sich in Menschen täuschen!" gibt sie schnippisch zurück.

"Dieses Mal hast du nicht gelogen, es gibt die verlorene Welt tatsächlich und..."

"du solltest sie besser wieder verlassen!" beendet Marguerite seinen Satz.

"Nun, tu doch nicht so. Freust du dich denn überhaupt nicht mich wiederzusehen?" will Dietrich wissen.

"Kein bisschen!" behauptet sie. "Und wieso bist du mir jetzt gefolgt?" fragt die Brünette gelangweilt.

"Ich will, dass du wieder mit mir zurück nach Deutschland kommst!"

"Spinnst du!? Mir gefällt es hier, ausserdem bin ich verheiratet, wie du ja schon weißt, und habe ich eine Tochter. Also, lass mich einfach in Ruhe!" Marguerite will sich an ihm vorbei drängeln, doch er hält sie zurück. "Lass ich mich sofort los!" droht sie ihm nun schon zum zweiten Mal. Ihr Blick ist jetzt eiskalt.

"Du kommst mit mir oder..."

"Oder was!?" schneidet sie ihm das Wort ab. Er nimmt seine Pistole, die er unter seinem Hemd versteckt hat, hervor.

"Oder ich werde dich abknallen!" beendet er den Satz.

"Das werden Sie nicht tun!" droht Roxton ihm.

"Was wollen Sie dagegen tun, mich erschiessen, sowie sie ihren Bruder erschossen haben um an den Titel zu kommen?" Der Lord will sich auf ihn stürzen, doch dieser hält jetzt die Pistole an Marguerites Kopf. "Eine falsche Bewegung und sie ist tot!"

 

"Und wie heisst die Kleine?" fragt Phoebe Finn.

"Ich heisse Mailyn!" sagt das Mädchen.

"Wow, sie kann ja schon sprechen, das ist einfach unglaublich! Habt ihr das mit ihr geübt?"

"Nein, nein, sie beherrscht nur wie Marguerite die Linguistik!"

"Cool! Ich würde die Linguistik auch sehr gerne können!" meint Phoebe.

"Oh, ich würde so gerne gut der Linguistik sein!"

"Da bist du nicht die einzige" gibt Finn zu.

"Wie kommst du mit dem Lesen voran?" erkundigt sich Phoebe bei ihrer Zukunft.

"Gut, ich kann jetzt die Sätze schon fliessend lesen, aber an ein Buch habe ich mich wegen dem noch nicht herangewagt."

"Ja, ich kann Bücher auch nicht ausstehen. Früher mussten wir immer ein Kapitel in der Bibel lesen, aber ich habe das nie gemacht. Ich habe Tale für mich lesen lassen!"

"Also nein, Phoebe, das macht man doch nicht!" meint Finn ironisch.

 

"Du bist heute so still" bemerkt Selina, weil Challenger immer noch schweigt und nur so kurz wie möglich antwortet. "Ist irgend etwas nicht in Ordnung?" will die Anführerin wissen.

"Ich fühle mich so mies! Ich bin von Zuhause wieder hierher gekommen um an meiner Erfindung zu arbeiten und nicht um mit anderen Frauen zu flirten. Nicht dass ich das nicht wollen würde, es gibt mir einfach nur so ein komisches Gefühl, als würde ich Jesse betrügen, oder so!"

"Aber du flirtest doch gar nicht mit mir! Wir unterhalten uns doch nur, so wie sich alte Freunde unterhalten! Entspann dich also wieder, ja!?"

"Ich werd’s versuchen!" behauptet George, doch das komische Gefühl nagt an ihm weiter.

 

"Roxton, mach jetzt keinen Fehler!" flüstert Veronica ihm zu und hält seinen Arm, um ihn daran zu hindern den Deutschen anzuspringen.

"Dietrich, lass mich gehen! Ich will nicht mehr zu dir zurückkehren, ich bin glücklich..."

"Das kommt mir nicht in die Tüte!" unterbricht er sie barsch. Und will sie mit sich zerren, doch sie weigert sich und wehrt sich mit aller Kraft.

"Veronica! Roxton! So helft mir doch!?" ruft die Brünette den beiden verzweifelt zu.

"Wir können nicht!" behauptet Veronica.

"Wenn du mich nicht sofort los lässt, dann ramm ich dir mein Messer in den Bauch.

"Du hast gar keines!" behauptet er. "Du hast mir mal erzählt, dass du Messer nicht ausstehen kannst!" "Das war gelogen, sowie alles andere auch!" Als er sie nicht los lässt, spuckt sie ihm ins Gesicht. Weil er darauf nicht vorbereitet war, lockert er unbewusst seinen Griff. Marguerite kann sich von ihm los reissen und rennt ihren Freunden entgegen, als.... ein Schuss ertönt.

"MARGUERITE!!!!! NEIN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!" Roxton rennt sofort zu seiner Frau. Sie bricht auf der Stelle zusammen.

 

"MAMA!!!!!" schreit die kleine Mailyn plötzlich ganz verzweifelt auf. Finn springt auf und geht zu ihr hinüber: "Süsse, was ist los?"

"Mama, sie... sie wurde angeschossen!!!!"

"Verdammt! Challenger!!!!!!!!" Finn schnappt sich das Mädchen und rennt zum Professor. Phoebe folgt ihr.

 

Veronica hat keine Sekunde gezögert, sie hat sich ihre beiden Messer, welche sie normalerweise in ihrem Gürtel trägt, geschnappt und in Dietrichs Richtung geworfen. Sie hat ihn getroffen.

"Was hast du ihr nur angetan, was hast du ihr nur angetan! Du Monster!" schreit Roxton den Mann verzweifelt und wütend an. In seinen Armen hält er Marguerite.

"Das... das wollte ich nicht!" röchelt der am Boden liegende Dietrich, bis er schlussendlich stirbt. "Dieses Schwein!" Roxton ist völlig ausser sich.

"Er ist TOT!" behauptet Veronica.

"Schön für ihn!" meint Roxton nur dazu.

"John? Veronica?" fragt Marguerite mit halb geschlossenen Augen.

"Wir sind ja da!" sagt die Blondine und setzt sich ebenfalls zu ihrer Freundin hin. Sie hält Marguerites Hand, während Roxton versucht mit seiner freien Hand die Blutung von der Wunde ihres Bauches zu stoppen.

"Es tut mir so leid!"

"Dir muss nichts leid tun! Er ganz alleine ist daran schuld!" sagt Roxton in einem sanften Ton, doch man kann seine Verzweiflung deutlich raushören.

"Doch muss es, denn habe mich von... James nicht scheiden lassen. Weil ich dachte, dass sich alles wieder einrenken würde, doch das ist nie passiert und dann...." sie schnappt nach Luft, das Sprechen bereitet ihr grosse Mühe "...dann habe ich einfach den Millionär geheiratet und als dieser gestorben ist..." wieder ringt sie nach Luft "... da bin ich in das Gebäude der Zoologischen Gesellschaft stolziert und habe gesagt, dass... dass ich die Expedition finanzieren würde!" jetzt bricht Marguerite in Tränen und Gleichzeitig in Lachen aus.

"Das ist mir alles völlig egal!"

"Und jetzt bin ich immer noch... mit ihm verheiratet und werde sterben!" sagt sie dieses Mal wieder in einem ernsten Tonfall.

"Nein, das wirst du nicht, das lasse ich nicht zu!" schreit Roxton förmlich.

"Das lassen WIR nicht zu!" verbessert Veronica ihn.

"Danke! Ach, ich hab so kalt, dass ich kaum noch meinen Körper spüre!" meint die Brünette schluchzend.

"Du musst weiterkämpfen!" versucht Veronica ihr Mut zu machen.

"Ich kann... nicht mehr!" Jetzt wendet sie sich an ihren Mann und schaut ihm tief in die Augen: "Pass auf die Kleine auf, ja!? Versprich mir, dass du sie liebevoll erziehen wirst! Traue mir nicht nach, heirate eine Frau mit der du glücklich werden kannst..."

"Ich will aber mit dir glücklich werden!" protestiert er.

"Bitte John, hör mir zu. Du wirst eine Frau heiraten und mit ihr Kinder haben. Aber vergiss mich deswegen nicht ganz und erzähle Mailyn ab und zu von mir!"

"Das werde ich, keine Sorge!"

"Und du, Veronica! Geh zu Malone und rede mit ihm, so kann es nicht weitergehen! Sprich ihn darauf an und lass ihn ausreden, wenn er es dir versucht zu erklären. Ich bin mir sicher, dass es einen triftigen Grund gibt, warum er eine Auszeit gebraucht hat!"

"Okay, das werde ich tun!" versichert die Blondine ihr.

"Grüsst Challenger und Finn von mir! Und sagt ihnen, dass ich die letzten Jahren mit ihnen sehr genossen habe, so wie mit euch! Bestellt auch meinen Eltern und Mama Roxton einen lieben Gruss von mir und sagt ihnen, dass ich sie über alles liebe!"

"Geht klar!"

"Ich danke euch!" Sie geht in ihre Gedanken "Ich hab euch lieb!" Bei diesen Worten sinkt sie ihn Roxtons Armen zusammen. Der Lord erweist ihr die letzte Würde, indem er ihr über das Gesicht fährt und dadurch ihre Augen schliesst. Er blickt seine leblose Frau an und dann schaut er in Veronicas verheulte Augen. Er wendet sich wieder zu Marguerite, streicht ihr sanft eine Locke aus dem Gesicht, küsst sie auf die Stirn und nun beginnt auch er viele Tränen zu vergiessen...

5.21 Die letzte Chance

Challenger und Selina unterhalten sich gerade über die Tatsache dass ausgerechnet Malone den Ausweg gefunden hat..

"Naja, ein Echsenmann, Tribune heisst er, hat eigentlich den Weg vom Plateau gefunden. Weil er in London mit seinem Aussehen keine Geschäfte machen konnte, bat er Malone seinen Partner zu werden. Und so hat der Reporter vom Ausweg aus dieser vorzeitlichen Welt gewusst" erzählt der Professor Selina.

"Das ist unglaublich, einfach faszinierend!" meint die Anfüherin der Amazonen dazu.

"Dieser Meinung bin ich auch und nicht nur..."

"Challenger! Challenger!" Finn kommt ganz aufgeregt auf ihn zu gestürmt. In den Armen hält sie Mailyn. Völlig ausser Atem bleibt sie vor ihm stehen.

"Was ist los, Finn?" erkundigt er sich.

"Mailyn behauptet, dass Marguerite angeschossen worden ist!" bringt es die Blondine auf den Punkt. "WAS!?!?" Sofort machen sich die Freunde auf den Weg. Mailyn lassen sie bei Selina und Phoebe.

 

"Ich denke nicht, dass sie es bis ins Lager der Zangas geschafft haben!" meint Finn, während sie in die Richtung des Zanga-Dorfes rennen.

"Selber Meinung! Hat Mailyn sonst noch was gesagt?" will Challenger wissen.

"Nein, leider nicht. Anfangs hat sie noch geschrien, aber plötzlich wurde sie ganz ruhig, so als ob jemand aufmunternde Worte zu ihr gesagt hätte... oder so. Ist das nicht merkwürdig?"

"Doch sehr. Vielleicht hat Marguerite ihr ein paar beruhigende Worte zu geflüstert!"

"Wahrscheinlich!" Plötzlich bleibt Finn stehen.

"Was ist los?" fragt der Professor überrascht und bleibt neben ihr stehen.

"Sie nur, da sind sie ja!" Finn deutet auf ein Grüppchen, das am Boden sitzt.

"Roxton! Veronica!" ruft Challenger den beiden zu. Roxton und Veronica blicken zu ihren Freunden auf, dann jedoch wieder zu der Person, die ihn Roxtons Armen liegt.

"Das muss Marguerite sein!" meint Finn mehr zu sich selber als zum Professor.

"Komm, lass uns zu ihnen gehen!" sagt Challenger. Als die beiden fast bei dem Grüppchen angekommen ist, entdeckt Finn den toten Dietrich am Boden liegen.

"Was ist passiert? Und wer ist das?" erkundigt sie sich. Da sie jetzt näher sind können sie die verheulten Augen ihrer Freunde sehen.

"Das ist Dietrich, Marguerites Ex- Ehemann, ein Deutscher! Er ist uns bis hierher gefolgt um Marguerite zurückzuholen, doch sie weigerte sich mitzugehen, und als sie dann..." Veronica kann das Schluchzen nicht verbergen "...dann hat er einfach auf sie geschossen!"

"Ja, das wissen wir schon... von Mailyn! Und weiter?" fragt Finn ganz sanft.

"Verdammt, sie ist TOT!!!!!!!!!" schreit Roxton die Blondine an. Er konnte diese Fragerei einfach nicht mehr länger aushalten.

"NEIN!!!!" Dieses Mal ist es Finn, die schreit. Sie lässt sich neben Veronica und Roxton auf den Boden sinken. "Marguerite, wach auf! Komm zurück! Du kannst mich nicht einfach so verlassen, das darfst du nicht!" Finn schüttelt den leblosen Körper so lange bis Roxton ihr die Hand weg schlägt.

"Wir können nichts mehr für sie tun! Lass sie in Ruhe!" Beleidigt geht Finn einige Schritte zurück. "Wir müssen euch einen Gruss von ihr ausrichten!" erinnert Veronica sich "Sie grüsst euch und will euch für die letzten Jahre danken, die sie mit euch verbringen durfte!"

"Danke" fällt Challenger nur dazu ein. "Wir sollten jetzt zu den Zangas gehen, findet ihr nicht auch!" "Nein!" protestiert Roxton.

"John, denk mal nach. Sie will doch sicher nicht, dass du den ganzen Tag hier sitzen bleibst, stimmt‘s!?"

"Du hast ja recht!" gibt der Lord kleinlaut zu.

"Also gut, dann lass uns jetzt zu den Zangas gehen!" meint Challenger und steht auf und macht somit den Anfang. Finn und Veronica geben sich die Hände und laufen hinter dem Professor her. Roxton nimmt Marguerite in seine Armen und trägt sie so zum Zanga-Dorf.

 

"Veronica! Professor Challenger!" freudig kommt Assai auf die Freunde zu gerannt.

"Hallo Assai!" meint Veronica nur.

"Aber Veronica, was ist nur los mit dir?" fragt diese, als sie das schlaffe Gesicht ihrer Freundin sieht. "Marguerite, sie... sie ist TOT!!!" sagt die Blondine.

"Was!? Es tut mir so leid für dich!" Erst jetzt erblickt Assai die anderen, das heisst Finn, Roxton und den leblosen Körper in Roxtons Arme.

"Können wir sie in ein Zelt oder so legen?" fragt der Professor ganz lieb.

"Sicher, folgt mir!"

"Danke, Assai, du bist ein Schatz!" sagt Veronica sichtlich erleichtert.

 

Während Roxton und Finn bei Marguerite im Zelt bleiben. Begeben sich Assai, Challenger und Veronica zu Jakarta, dem Medizinmann.

"Vielleicht kann er euch helfen! Oder er hat eine Idee!" versucht Assai die Freunde aufzumuntern. "Hoffen wir!" sagt Challenger. Sie kommen bei dem Zelt des Medizinmannes an.

"Jakarta! Bist du anwesend?" ruft Assai in das Zelt hinein.

"Ja, was gibt es denn?" fragt eine Männerstimme zurück.

"Professor Challenger und Veronica sind auf Besuch." Man hört Rascheln und Gläser klirren und dann steht der Medizinmann auch schon vor ihnen.

"Hallo Jakarta!" sagt Challenger freundlich und reicht ihm die Hand.

"Professor Challenger. Wie ich mich freue euch wiederzusehen!" Er erwidert seine Geste und reicht ihm die Hand. "Kommt doch herein! Warum habe ich die Ehre, dass ihr ausgerechnet zu mir kommt?" In seinem Zelt herrscht Unordnung, überall liegen Gläser und Kräuter verstreut herum.

"Jakarta, du erinnerst dich sicher noch an Marguerite, nicht!?" fragt Challenger den Mann.

"Sicher, sie hat Mailyn geboren, die Auserwählte! Die Nachfolgerin der Druidenpriesterin, Morgan!"

"Was auch immer sie geboren hat ist unwichtig, denn wir haben ein ganz anderes Problem: Leider ist es eine schlechte Neuigkeit. Nämlich wurde sie.... sie ist....ähm...." Challenger kann nicht weiter sprechen. Assai übernimmt für ihn: "Marguerite wurde angeschossen und dabei getötet!"

"WAS!!!"

"Jakarta, wir wollten dich fragen, ob du ein Heilmittel hättest oder sonst eine Idee um sie ins Leben zurückzuholen. Falls das überhaupt noch geht!" gibt Veronica ihm Bescheid.

"Bringt mich zu ihr!" bittet der Medizinmann.

 

Nach einer gründlichen Untersuchung der Wunde nimmt Jakarta all seinen Mut zusammen um den anderen folgendes zu berichten: "Bei dieser Wunde helfen keine Kräuter, nicht einmal das Morenaklee wird diese Schusswunde heilen können. Nicht weil es eine Schusswunde ist, nein vielmehr die Tatsache, dass der Klee, der normalerweise jeden Toten heilen kann, an diese tiefe Wunde nicht herankommt. Da die Kugel durch ihren ganzen Körper ging und innerliche Gewebe verletzt hat."

"Und sonst? Gibt es sonst keine andere Lösung?" fragt Finn ungeduldig.

"Doch da gäbe es noch eine Möglichkeit..."

"Und die wäre?" unterbricht Veronica ihn, sie hält die Spannung so wie das Finny nicht länger aus. "Jemand von euch muss zu der heiligen Elodie gehen! Aber nicht irgend jemand, es muss eine Person sein, die sein Leben für das ihre opfern würde!"

"Wo kann ich diese heilige Frau finden?" schaltet sich sofort Roxton ein.

"Nicht weit von hier befindet sich eine Höhle, wo Elodie haust. Doch diese Höhle liegt ganz weit oben am Kautschukberg!"

"Und wie lange dauert die Reise dorthin?" erkundigt sich der Lord.

"Einen halben Tag, aber es wird alles bergauf gehen!"

"Das schafft Roxton mit Links, nicht wahr!?" muntert Challenger ihn auf.

"Sicher! Schliesslich bin ich doch dein Trophäensammler. So wie anfangs unseres Abenteuers, als ich ein Flugsaurier Ei stehlen sollte, was ich auch geschafft habe! Damals musste ich viel mehr Trophäen für dich sammeln als heute!"

"Genau! Schliesslich wollten wir das Plateau allen zeigen, was wir zum guten Glück nicht getan haben!"

"Entschuldigung, dass ich euch unterbreche" meint Veronica scheu "Aber ich bin sehr dafür, dass dich jemand begleiten sollte wegen den Gefahren und dem!" schlägt sie vor.

"Ich würde dich gerne begleiten!" sagt das Finny sofort.

"Super, danke! Dann lass uns mal gehen, wir dürfen keine Sekunde verlieren!"

"Nicht so voreilig mein Junge!" sagt Jakarta gemütlich und wendet sich an Finn "Du darfst keinesfalls mit in die Höhle gehen! Auch lauschen ist verboten" mahnt Jakarta sie.

"Geht klar!"

"Dann wünsche ich euch viel Glück!" Jakarta gibt beiden einen Kuss auf die Wange und dann machen sich das Finny und Roxton auf den Weg zur heiligen Elodie.

 

"Mann, das ist ja strenger als ich gedacht habe!" bemerkt Finn ausser Atem, als sie den nächsten Felsvorsprung überwinden müssen.

"Ja, ich habe es mir auch vollkommen anders vorgestellt, aber nach der Uhr zufolge müssten wir eigentlich bald dort sein!" meint Roxton.

"Na schön, dann lass uns beim nächsten Rastplatz doch Ausschau nach der Höhle halten!" schlägt Finn vor.

"Gute Idee, das werden wir machen!" Sie steigen weiter hinauf bis sie es endlich zum besprochenen Rastplatz geschafft haben. Finn kommt zuerst oben an und hilft Roxton beim letzen Meter Aufstieg. "Puh! Endlich geschafft!" Die Blondine lässt sich in das Gras fallen, während Roxton es sich auf einem Felsen bequem macht.

"So, das hätten wir geschafft. Jetzt fehlt nur noch die Höhle!" Sie schauen sich um. Plötzlich bemerkt Finn: "Ich glaube, wir sitzen gerade davor!" Roxton wendet sich ebenfalls um und erblickt eine Höhle. "Dann lass mich mal nach checken gehen. Und nicht vergessen: Egal was passiert, komm nicht hinein!"

"Okay! Viel Glück!" ruft sie dem Lord noch nach, bevor dieser ganz verschwindet. Kurz vor dem Eingang wendet er sich zu ihr um. Sie zeigt ihm, dass sie die Daumen für ihn drücken wird.

"Danke, dass kann ich gut gebrauchen!"

 

In London

"Klingeling!" Richard steht vor Malones Appartement, da Finn ihn nicht zurückgerufen hat, will er jetzt nachschauen gehen, ob der Reporter vergessen hat es ihr auszurichten. Malone öffnet die Türe. "Richard? Was machen Sie denn hier?" fragt er sichtlich überrascht.

"Ich wollte nur fragen, ob Finn zufälligerweise Zuhause ist!"

"Da muss ich Sie leider enttäuschen. Sie ist wieder in die verlorene Welt zurückgegangen!" gibt Malone Auskunft.

"Oh... na dann wünsche ich Ihnen noch einen schönen Tag!" Richard will sich gerade umdrehen und weggehen, als Malone ihn zurückhält. "Wieso fragen Sie?"

"Nur so, sie hat mir nicht zurückgerufen und da dachte ich mir, dass Sie ihr vielleicht... naja.... dass Sie ihr meine Telefonnummer nicht gegeben haben."

"Also, die habe ich Finn gegeben, aber wahrscheinlich hat sie vergessen Sie zurückzurufen" vermutet der Reporter.

"Ja, muss wohl so gewesen sein! Na gut, dann wünsche ich Ihnen noch einen schönen Dienstag! Ach und könnten Sie ihr ausrichten, dass ich da war und sie gesucht habe!"

"Das geht in Ordnung! Schönen Tag!" Malone schliesst die Türe und begibt sich wieder an seinen Schreibtisch.

 

In der verlorenen Welt

"Hallo? Ist jemand Zuhause? Elodie?" Das Echo widerhallt die Worte von Roxton, er kommt in einen hell beleuchtenden Raum. Vor ihm sitzt eine Frau, sie hat ein goldenes Kleid an und eine goldene Krone in ihren braunen hüftlangen Haaren.

"Sind Sie Lady Elodie?" fragt der Lord höflich.

"Ja, das bin ich und wer sind Sie?" sagt die Frau mit einer ganz hohen, sanften Stimme.

"Ich bin Lord John Roxton!"

"Und was wollen Sie hier, Lord Roxton?" will Elodie wissen.

"Nun, meine Frau wurde angeschossen. Da die Wunde zu tief für den Morenaklee ist, hat Jakarta mir mitgeteilt, dass ich doch zu Ihnen gehen soll!"

"Ja? Jakarta hat Sie mir vorgeschlagen? Wie geht es ihm?"

"Ja, das hat er. Ihm geht es soweit gut! Er sagte mir, dass Sie Marguerite, meiner Frau, helfen könnten?"

"Das stimmt! Es gibt dafür aber eine kleine Bedingung!"

"Was immer es ist, ich bin bereit!"

"Gut!" Elodie reicht ihm ein goldenes Messer.

"Und was soll ich damit anfangen?" fragt Roxton.

"Du liebst sie doch und du würdest für sie sterben, nicht wahr!?"

"Ja, genau!"

"Dann zeige mir, dass das war ist!" sagt sie feierlich.

"Wie bitte?" Roxton hat es noch nicht kapiert.

"Töte dich und sie wird wieder leben können!"

"Aber..."

"Kein aber" unterbricht sie ihn barsch "entweder bist du bereit dafür oder nicht! Deine Entscheidung!" Roxton schaut das goldene Messer an. Es wirkt so zierlich und zerbrechlich, doch als er mit dem Finger über die Klinge fährt, bleibt eine tiefe Schnittwunde zurück.

"Klein aber effektiv!" murmelt er vor sich hin.

"Und bist du nun bereit?" fragt die Heilige den Lord.

"Ja, ich bin es!"

"Dann beweise mir, dass ihr Leben wichtiger ist als das deine!"

"Wie Sie wünschen, Miss Elodie!" Er verbeugt sich, dann nimmt er das Messer so in die Hände, das die Spitze in seine Richtung schaut. Mit diesen letzten Gedanken für seine Frau holt er aus und rammt sich das Messer in den Bauch...

 

In London

Malone sitzt immer noch an seinem Pult, doch er kann sich nicht konzentrieren, denn immer wieder flattern Bildern von Veronica vor seinen Augen. Wie sie lacht, wie sie kämpft, wie sie anderen Menschen hilft...!

"Ach Veronica, warum musste es nur so kommen!?!" Er blickt aus dem Fenster seines Zimmers, auf der Strasse läuft gerade ein Paar vorbei Hand in Hand. Ganz gedankenverloren schaut er den Regentropfen zu, wie sie an seine Fensterscheibe prasseln.

"So kann das nicht weitergehen!" sagt er in einem strengen Ton zu sich selbst. "Veronica, ich komme nach Hause! Ganz egal wie du darauf reagierst. Ich ertrage diese Einsamkeit nicht länger! Scheiss auf die Arbeit, du bist mir wichtiger als mein Job. Schliesslich will ich keinen zweiten Challenger werden!" Er fasst sich seinen ganzen Mut zusammen und beginnt seine Koffer und seinen Rucksack zu packen.

 

In der verlorenen Welt

Roxton öffnet seine Augen, doch immer noch steht er in der Höhle in dem heiligen Raum. "Aber, ich habe doch...." Ihm fehlen die Worte.

"Du hast die Prüfung bestanden!" sagt Elodie freudig.

"Was? Prüfung!? Ich verstehe nicht ganz!" meint er ganz verwirrt.

"Ja, du hast mir bewiesen, dass dir das Leben deiner Frau wirklich am Herzen liegt! Und das du für sie alles tun würdest!"

"Lebt sie jetzt wieder?" will der Lord wissen.

"Ja, sie wird dann wieder unter die Lebenden zurückkehren, wenn du sie berührst."

"Aber ich verstehe nicht, wieso lebt sie dank mir wieder? Ich meine, das hätte doch jeder für sie getan!?"

"Nein, mein Lord, da irrst du dich. Viele Menschen schaffen diese Belastung nicht! Ich habe mit Tausenden diese Prüfung schon durchgenommen und die meisten machten einen Rückzieher! Glaube mir, nicht jeder Mensch würde sein Leben für das eines anderen opfern!"

"Sie meinen den Freitod zu wählen?" bringt es der Lord auf den Punkt.

"Genau, ausserdem musstest du dir selbst verzeihen!"

"Wieso? Was musste ich mir verzeihen?"

"In deinem Unterbewusstsein hast DU dir die Schuld gegeben, dass Marguerite gestorben ist. Weil du der Meinung warst, dass du sie hättest retten können! Du hast dir damit verziehen!"

"Sie meinen, wenn Finn oder Veronica sich das Leben genommen hätte, dann hätte es nicht funktioniert?" fragt Roxton geschockt.

"Ja, denn sie empfinden sehr viel für ihre Freundin, aber sie geben sich nicht die Schuld an ihrem Tod, so wie du es getan hast."

"Schön das zu wissen!"

"Und nun muss ich dich bitten, diesen heiligen Ort wieder zu verlassen! Vergiss aber nicht... das wird unser Geheimnis bleiben! Nur Marguerite darfst du es erzählen, schliesslich ist es ja um sie gegangen!"

"Ich danke Ihnen vielmals!"

"Keine Rede wert!" Nach diesen Worten verlässt Roxton die Höhle. Finn wartet schon ganz gespannt auf ihn.

"Und wie war es, was musstest du tun?" fragt Finn hoffnungsvoll.

"Ich habe keine Ahnung mehr was dort drinnen passiert ist! Sie muss mir wohl das Gedächtnis gelöscht haben!" behauptet Roxton.

"Schade, ich hätte es gerne gewusst. Naja, da kann man nichts machen!" Und so machen sie die beiden auf den Weg zurück ins Zanga-Dorf.

 

"Roxton, Finn, ihr seid zurück!" sagt Veronica überglücklich und umarmt die beiden, Challenger macht es ihr gleich.

"Herzliche Gratulation!" Jakarta gibt Roxton die Hand und zwinkert ihm zu.

"Und was musstest du nun da oben in dieser Höhle so machen?" fragt Veronica ganz neugierig.

"Ich...."

"Er hat leider keine Ahnung mehr!" schneidet Finn ihm das Wort ab. Man hört Finns Bauch knurren. "Hast du Hunger?" fragt Veronica ihre Freundin.

"Ja, sehr!" meint das Finny. Die beiden Blondinen gehen zu Assai hinüber und begeben sie sich zum Feuer, wo schon das Abendessen auf sie wartet.

"Ich werde dann mal zu Marguerite gehen!" sagt Roxton zu Challenger und Jakarta.

"Geht klar! Und du, Jakarta, musst mir unbedingt noch das mit dem Morenaklee genauer erklären!" "Wird gemacht!" Die beiden Herren lassen den Lord ebenfalls alleine zurück.

Roxton begibt sich ins Zelt. Marguerite hat ein grünes Kleid an, das ist bei den Zangas so üblich, dass tote Menschen schöne Kleidung für ins Grab erhalten.

Er setzt sich zu ihr ans Bett. Mit zittrigen Händen streicht er ihr eine Locke aus dem Gesicht. Vorsichtig öffnet sie die Augen. Sie schaut sich um.

"Wo bin ich hier?" fragt sie noch ganz schlaftrunken.

"Du bist zurückgekehrt!" sagt der Lord mit Tränen in den Augen. "Du bist jetzt in Sicherheit! Und ich muss sagen: Du siehst einfach göttlich aus!"

"Du hast es also tatsächlich geschafft?" meint Marguerite freudig.

"Du hast davon gewusst?"

"Ja, John, ich habe alles gewusst. Denn meine Seele kam zu Elodie... ich habe all deine Worte gehört! Ich danke dir, dass du ein solches Vertrauen in mich hast und denkst dass ich für Mailyn auch alleine sorgen könnte! Ich liebe dich!" Sie nimmt seine Hand und drückt diese liebevoll.

"Ich liebe dich auch!" Dann fallen die beiden in einen leidenschaftlichen Kuss...

5.22 Der Zauber

Vor zwei Tagen

Im Zanga-Dorf sitzen Finn und Veronica am Feuer und geniessen gerade das Abendessen, als Challenger und Jakarta zu ihnen stossen.

"Na, schmeckt es euch?" fragt der Medizinmann.

"Ja, es ist einfach köstlich!"

"Da kann ich Veronica nur zu stimmen!" meint Finn.

"Was gibt es überhaupt?" erkundigt sich Challenger.

"Gemüse und Raptorenschenkel!" gibt Veronica Auskunft.

"Mhm, darf ich mich zu euch setzen?"

"Sicher, George!" meint Veronica.

Die Freunde sind in eine heisse Diskussion verwickelt, als Roxton zusammen mit Marguerite am Feuer erscheint. Marguerite hat immer noch das grüne Kleid an.

Finn entdeckt sie als erste. "Wow, du siehst aber bezaubernd aus!" das Mädchen aus der Zukunft staunt nicht schlecht. "Ich bin so froh, dass du wieder bei uns bist!" sagt sie, steht auf und umarmt ihre Freundin.

"Danke!" ist das einzige, was der Brünette dazu einfällt.

"Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, als Roxton uns erzählte, dass er es geschafft hat dich zu retten!"

"Ja, Veronica hat recht, ich bin auch sehr erleichtert dich wieder bei uns zu haben!" behauptet der Professor und umarmt Marguerite ebenfalls.

"So, nun lasst uns aber essen" unterbricht Roxton die Wiedersehensfreude.

Während des ganzen Abendessens sind Roxton und Marguerite neben einander gesessen.

Und auch jetzt zwei Tage danach halten die beiden immer noch Händchen und sind unzertrennbar. Mailyn stets an ihrer Seite. Sie haben das Mädchen sofort am nächsten Tag bei den Amazonen abgeholt und sind ins Baumhaus zurückgekehrt. Um Dietrich haben sich die Raptoren derweil gekümmert.

"Was willst du heute unternehmen?" fragt der Lord seine Frau.

"Ich weiss nicht, lass uns doch schwimmen oder Picknicken gehen! Dann könnten wir Mailyn mitnehmen!"

"Oder wir verbinden das Baden mit dem Picknicken, und lassen die Kleine bei Veronica und Finn!?" schlägt Roxton vor.

"Aber klar doch, das ist eine tolle Idee!" Die beiden gehen ihre Schwimmsachen holen und richten den Picknickkorb.

Finn kommt ganz verschlafen ins Wohnzimmer getrottet. "Wow, es ist halb neun und ihr seit schon unterwegs!?" wundert sie sich.

"Wir sind eben Frühaufsteher!" behauptet Marguerite.

"Ja, ja und ich komme aus der Zukunft... ich meine vom Mond. Ja genau vom Mond, das wollte ich eigentlich sagen!" verbessert sich Finn.

"Wir hätten da eine kleine Bitte an dich!" sagt Roxton vorsichtig.

"Und das wäre... etwa auf Mailyn aufpassen?" ratet das Finny.

"Würdest du das machen?" bittet die Brünette ihre Freundin.

"Von mir aus!"

"Danke, du bist ein Schatz!" Marguerite gibt ihr einen flüchtigen Kuss auf die Wange und fügt dann noch hinzu "Wir werden zum Abendessen wieder zurück sein, versprochen!"

 

"Hey Finn, weißt du wo Roxton und Marguerite stecken?" erkundigt sich Veronica.

"Die sind schwimmen und anschliessend picknicken gegangen. Kommen erst wieder am Abend zurück!" sagt Finn. Mailyn malt etwas für die Blondine, während diese ihre Metallpfeile reinigt und nach spitzt. "Oh... na dann! Ich bin in meinem Zimmer falls du mich brauchst!" gibt Veronica ihrer Freundin Bescheid.

"Geht klar!" meint Finn nur und macht sich wieder an ihre Pfeile.

"Heute wäre eine gute Gelegenheit um den Zauberspruch auszuprobieren. Nach meinen schlechten Schlaf zu beurteilen müsste es eigentlich bald Vollmond sein! Mal schauen..." Veronica blättert ungeduldig in Challengers Mondkalender, den sie von ihm bekommen hat. "Also, heute haben wir den 25.Mai und der nächste Vollmond findet... HEUTE statt!!!!!!!! Ich kann endlich den Zauberspruch ausprobieren!" über Veronicas Gesicht huscht ein Lächeln.

Sie fährt mit ihrer Hand an ihren Hals und berührt dort den Pyramidenanhänger

Sie geht zu ihrer Kommode hinüber und sucht ihr Kästchen, als sie es gefunden hat, kramt sie darin nach dem Zettel herum. "Ah da bist du ja!" Sie nimmt ein kleines Stück Papier hervor, entfaltet es und liest alles nochmals ganz genau durch um nichts falsch zu machen:

"Also gut! Phoebe hat mir gesagt, dass ich den Spruch an einem Vollmondtag aufsagen muss, ausserdem brauche ich einen Notizzettel auf dem ich meine wichtigste Frage schreibe und dann wird dieser Zettel über einer Schüssel angezündet, während ich den Spruch aufsage... Und voila, die Frage wird beantwortet.... Na dann wollen wir mal." Veronica bereitet alles vor und überprüft noch einmal jedes kleinste Detail. Dann kann es losgehen.

"Welche Frage brennt in mir? Ich glaube.... ähm... wie könnte ich das formulieren. Würde Malone dasselbe für mich tun, was Roxton für Marguerite getan hat? .... Nein, das ist zu kompliziert.... ähm... Liebt er mich noch?... Nein, das ist zu direkt!.... Wow, das ist schwieriger als ich gedacht habe! Es muss eine Frage sein, die einfach ist, doch zugleich alles ausdrückt!.... Wie wäre es mit: Ist Malone der Richtige für mich? Das ist es!!!!" Veronica notiert diese Frage auf den Notizzettel, dann zündet sie eine Kerze an. Nun hält die Blondine das Blatt über die Schüssel führt die Kerze langsam an den Zettel, während dieser anfängt zu brennen sagt sie folgenden Spruch auf:

Meine Liebe ist stark,
Meine Gefühle verwirrt,
Such ich die Antwort die nicht irrt.
Die Frage brennt in diesem Feuer,
Was meinem Herzen wirklich teuer.

Veronica schliesst theatralisch die Augen, nachdem sie den Spruch aufgesagt hat, dann lässt sie den Zettel in die Schüssel fallen.

 

Nachdem sich Roxton und Marguerite im kühlen Wasser ausgetobt haben, indem sie sich gegenseitig nass gespritzt haben, breiten sie die Wolldecke auf einem Felsen aus und machen es sich darauf bequem. Der Lord holt die Trauben aus dem Korb und beginnt seine Frau damit zu füttern.

"Mhm... einfach lecker, willst du auch mal probieren?" fragt sie ihn verführerisch.

"Gerne!" Marguerite pflückt eine Traube ab, nimmt diese zwischen ihre Zähne und hält es so Roxton hin. Vorsichtig nimmt Roxton die Traube von Marguerites Lippen weg und noch ehe er sich versieht küssen sich die beiden auch schon.

Roxton löst sich von ihren Lippen und meint ironisch "Wenn nur jede Traube halb so gut schmecken würde, dann gäbe es bald einen Mangel an Trauben!"

"Und du könntest dann keine Trauben mehr sehen, das wollen wir doch nicht, oder!?"

"Also mir werden die Trauben nie verleiden!" Er fährt ihr zärtlich übers Gesicht, dann zieht er der Brünette wieder zu sich und die beiden sinken küssend auf die Wolldecke. Roxton küsst sie erst auf den Mund, dann am Hals entlang, bis hin zu ihrem Badeanzug. Marguerite geniesst diese Liebkosungen sehr... doch plötzlich weicht sie zurück.

"Was ist los?" fragt Roxton erstaunt.

"Ich... ich kann das nicht tun!" meint sie schüchtern.

"Wie bitte?"

"Da du jetzt weißt, dass ich mit James immer noch verheiratet bin, solltest du eigentlich sauer auf mich sein!"

"Mein Schatz, lass uns das ein für alle mal vergessen, ja!?" bittet er seine Frau.

"Das kann ich nicht! Es ist dir gegenüber nicht fair und..."

"Dann lass dich doch von ihm scheiden, wenn wir das nächste Mal wieder in London sind" unterbricht Roxton sie.

"Kann ich nicht!" gibt Marguerite kleinlaut zu.

"WAS!!! Wieso nicht?"

"Weil er.... nun er ist.... Verdammt Roxton, er ist meine grosse Liebe!" schreit sie ihren Mann verzweifelt an.

 

Mailyn zeigt Finn ihr selbst gemaltes Bild. Auf dem Bild ist Finn abgebildet mit der Armbrust in der Hand und oberhalb des Bildes hat Mailyn noch folgendes hingeschrieben:

Meine Heldin

"Oh, das ist aber ein schönes Bild!" Finn ist gerührt. Da kommt Finn eine Frage in den Sinn: "Mailyn, warum bin ausgerechnet ich deine Heldin?"

"Du bist so hübsch und du hütest mich immer auch wenn du dazu keine Lust hast und du bist mit Daddy Mummy holen gegangen!"

"Das ist doch alles selbstverständlich!" meint Finn kopfschüttelnd.

"Nein, ist es nicht! Tante Veronica und Opa Challenger sind nicht mitgegangen und hüten mich auch nur noch selten!" behauptet die Kleine.

"Tja, das stimmt!"

Challenger kommt in die Küche spaziert. "Hey, Challenger, sieh mal was Mailyn für mich gemalt hat!" Die Blondine streckt ihm stolz die Zeichnung hin.

"Wow, wir haben da wohl einen kleinen Picasso im Haus!" meint Challenger munter "Und schreiben kann sie auch schon!" bemerkt er "Meine Heldin... Du bist also ihre Heldin?" will der Professor wissen.

"Ja, ist das nicht toll!?" erkundigt sich das Mädchen aus der Zukunft.

"Sicher! Und wo sind Roxton und Marguerite?" Challenger interessiert sich nicht das geringste für die Zeichnung.

"Die sind picknicken gegangen, kommen erst wieder am Abend zurück!" gibt das Finny beleidigt Auskunft.

"Na dann, werde ich mich mal wieder in mein Labor begeben und ein bisschen an der Rakete herum basteln!"

"Tu das!" sagt Finn nur. Dann lässt der Professor sie wieder alleine mit Mailyn im Wohnzimmer zurück.

Finn mustert das Mädchen. Sie hat Mitleid mit dem Kind.

 

"WAS!? Er ist deine grosse Liebe, du liebst ihn mehr als mich!?!" fragt Roxton geschockt.

"Ich kann es nicht sagen. Ich weiss nur, dass ich mich nicht von ihm trennen will, obwohl ich dich sehr gern habe...."

"Du hast meine Frage nicht beantwortet!" schneidet Roxton ihr das Wort ab.

"John, bitte!" Sie schaut ihn hoffnungsvoll an.

"Liebst du ihn mehr als mich, ja oder nein!?" fragt er forsch. Seine Augen sind jetzt eiskalt geworden. "John, versetzt dich doch mal in meine Situation, das ist nicht einfach ,glaub mir!"

"Würde er für dich sein Leben opfern?"

"Keine Ahnung, ich kann ihn nicht einschätzen!"

"Du liebst ihn doch nur, weil er dich nach der Trennung von Dietrich wieder aufheitern konnte!" behauptet der Lord. Er funkelt sie böse an.

"Mag schon sein! Aber hast du den keine so sehr geliebt, dass du sie nie und nimmer verlieren wolltest?" fragt sie ihn hoffnungsvoll.

"Nein, du warst und bist die einzige Frau, die mir was bedeutet! Aber das spielt jetzt keine Rolle mehr, du liebst ihn. Ich hoffe, dass du mit James glücklich wirst!" Roxton wendet sich traurig von seiner Frau ab, er will nicht, dass sie seine Tränen sieht, schliesslich ist er doch ein starker Mann...

"Verdammt! Wieso wird meine Frage nicht beantwortet!?" Veronica wirft wütend ihren Lieblingshandspiegel zu Boden. Sie will sich gerade nach dem Spiegel bücken, als sie die Stimme ihrer Mutter hört.

"Tu‘s nicht, mein Schatz! Tu’s nicht!"

"Mum? Mum, wo bist du? Ich will dich sofort sehen!"

"Veronica, Liebste, rühr nichts spitziges an, ansonsten...." Die Stimme der Mutter versagt.

"Was passiert sonst, Mum? Mum?" Doch die Blondine bleibt ohne eine Antwort.

 

"John, weinst du?" fragt Marguerite unsicher. Sie erhält als Antwort nur einen leisen kaum hörbaren Schluchzer! Vorsichtig berührt sie seinen Arm. Er wendet sich ihr zu. Jetzt kann sie seinen tränenden Augen sehen.

"Oh, Roxton, es tut mir so furchtbar leid! Ich... ich weiss nicht was ich sagen soll!"

"Jetzt hältst du mich sicher für eine Heulsuse!"

"Nein, ganz im Gegenteil, ich liebe dich so nur noch mehr!" Sie umarmt ihn jetzt. "Wegen James, ich werde mich sobald wir in London sind von ihm trennen, ja!?"

"Und woher kommt plötzlich dieser Sinneswandel?" fragt Roxton.

"Nun, ich denke nicht, dass er mich liebt. Wenn er mich nämlich geliebt hätte, dann wäre er doch nicht einfach abgehauen ohne ein Wort zu sagen, nicht!? Du liebst mich, das hast du mir oft genug gezeigt und bewiesen. Und du hättest dein Leben für mich geopfert nur damit ich hätte leben können. Wahrscheinlich musste ich dich erst leiden sehen, bevor ich dich ganz lieben konnte" gibt die Brünette kleinlaut zu.

"Ich bin froh, dass du dich für mich entschieden hast!" Roxton schaut ihr direkt in die Augen, dann küssen sich die beiden wieder und sinken auf die Wolldecke zurück. Roxton hat seinen Arm um Marguerite gelegt und sie umklammert seinen muskulösen Bauch.

 

Veronica schaut sich immer noch in ihrem Zimmer um.

"Naja, einen Versuch kann ich doch wagen, ich habe mich noch nie an etwas geschnitten!" behauptet Veronica jetzt in einem lauteren Ton.

Sie greift nach dem kaputten Rahmen des Spiegels und legt diesen auf die Kommode, dann macht sie sich an die Scherben. Mit zittrigen Händen will sie danach greifen.

Sie nimmt die Scherben auf, nichts ungewöhnliches passiert. Ihr Blick fällt auf eine rote Rose, die neben ihrer Kommode auf dem Boden liegt.

"Nanu, wo kommt die denn auf einmal her?" Sie nimmt die Rose in die Hand und riecht daran... "Aua!!!" Veronica hat sich an einer Dorne gestochen.

Sie schleppt sich mühselig zum Bett, setzt sich darauf. Erst jetzt bemerkt Veronica, dass sie ein weisses Kleid anhat. Sie fasst sich in die Haaren, die jetzt hochgesteckt sind.

"Was soll das Ganze bedeuten?" fragt sie nach oben schauend. Die Blondine sieht einen Schriftzug, der ihr folgendes berichtet, an der Decke:

Du bist das Dornroeschen!

"Was geht hier vor, ich bin doch nicht das Dorn...." Weiter kommt Veronica nicht, denn sie fällt in einen tiefen Schlaf..

Weiter zur 6.Staffel


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