Rahelh87's Webseite

5.07 Auf der Flucht

"Ich habe Angst, John! Ich will nicht, dass Ravell uns folgt und uns dann wieder voneinander trennt!" Sie schmiegt sich an Roxton.

"Keine Sorge, ich werde das nicht zu lassen!"

"Danke! Ich habe dich vermisst!"

"Ich dich auch!" Er legt seinen Arm um sie.

"Hey, ihr beiden Turteltauben! Ihr könnt nachher noch lange genug zusammen sein, aber jetzt müssen wir erst einmal den Sklavenfängern entkommen" ruft Ned dem Paar zu "Wahrscheinlich hat Ravell bereits gemerkt, dass du fehlst!"

 

Malone hat recht, Ravell hat das Zelt bereits leer aufgefunden und macht sich nun auf den Weg um seine Angebetete wieder zu sich zurückzuholen. "Sie können nicht weit gekommen sein! Wir werden sie einholen! Da bin ich mir ganz sicher!" Die sieben Männer machen sich auf die Suche nach Marguerite und ihren Helfern. "Ich will sie zurück haben! Los geht es!"

 

"Wir können uns sicher bei Meister Hotz verstecken" meint Roxton.

"Nein, das können wir dem alten Herrn nicht antun! Wenn sie uns dort finden, dann werden sie sein Haus sofort niederbrennen, das geht nicht! Ich lasse das nicht zu!" ruft Jenny aus.

"Schon gut, schon gut! Wir werden nicht dorthin gehen, wir werden einen Umweg machen!" beruhigt Ned das Mädchen.

"Kann ich diese doofen Kleider jetzt endlich ablegen? Ich habe meine schliesslich schon drunter an und es ist ziemlich heiss in diesem Kostüm!" fragt Finn ungeduldig "Ich werde auch nicht lange machen!"

"Also gut, du kannst die Kleidung jetzt ablegen!"

"Danke, Roxton!" Während sie weiterlaufen, zieht Finn die grässliche Kleidung aus, endlich hat sie es geschafft und folgt den anderen "Ich bin so froh wieder in meinen bequemen Kleider zu sein!"

"Ich kann das nicht nachvollziehen" sagt Jenny.

"Du bist dich auch daran gewöhnt, aber ich bin nun halt mal anders!"

 

Im Baumhaus haben es sich Challenger und Veronica auf dem Balkon gemütlich gemacht. Die Blondine geniesst die Sonne und der Wissenschaftler schreibt Notizen in sein Buch "Lebewesen der verlorenen Welt".

"Was notierst du dir da?"

"Ach nur über eine Pflanze, welche ich beim Rückweg entdeckt habe: Sie heisst Agrafe Liletta und galt als schon lange ausgestorben!"

"Wenn du gerade dabei bist, kannst du auch noch eintragen, dass nicht nur T-Rex Männchen sondern auch Weibchen grundlos Jagd auf Menschen machen!"

"Wieso meinst du das?" erkundigt sich Challenger.

"Na, hast du unser Zusammentreffen mit Miss T-Rex schon vergessen?" weist Veronica den Wissenschaftler daraufhin.

"Nein, natürlich nicht!"

"Eben! Dort hat sie uns grundlos gejagt, ich meine wir haben doch nichts verbotenes gemacht oder sind wir in ihr Nest getreten?"

"Du nicht, aber ich"

"George, was meinst du damit?"

"Nun! Weil ich so Hunger hatte, klaute ich mir ein Ei aus dem T-Rex Nest und ass es"

"DAS IST NICHT DEIN ERNST!?!?"

"Doch, leider schon!" gibt er unterwürfig bei.

"Wir hätten umgebracht werden können, ist dir das überhaupt klar!?!" Veronica kann die Handlung von dem Professor nicht verstehen.

"Ich hatte Hunger, hättest du mich frühstücken lassen, wäre das alles nicht passiert!" behauptet er.

"Trotzdem, das hätte schief gehen können!!!" Veronica schaut ihn vernichtend an.

"Es tut mir ja leid! Wirklich!"

"Na schön, ich verzeihe dir, aber wehe du machst das noch einmal!!!!" droht die Blondine dem alten Mann. Dann wendet sich Veronica auf ihrem Liegestuhl um, damit ihr Rücken auch noch etwas Sonne abbekommt. Challenger schweigt und geniesst ebenfalls die warme Sommerluft.

 

"Jenny, hast du eine Ahnung wie lange wir mit diesem Umweg bis zum Labyrinth haben?" will Malone wissen.

"Ich würde einen halben Tag schon etwa dazu rechnen!"

"Hoffentlich holen sie uns nicht ein, ich meine sie kennen das Gebiet ein bisschen länger als du, oder?" fragt Marguerite besorgt.

"Keine Angst, ich bin hier zwar nicht aufgewachsen, aber wir sind hier schon öfters durchgelaufen! Ich kann mir Landschaften und Himmelsrichtungen sehr gut merken!"

"Das will ich auch hoffen" meint Roxton nur dazu. Jenny zieht ihn auf die Seite. "Ich will auch nur das beste für Marguerite, also vertraue mir einfach!"

"Habt ihr grad von mir gesprochen?" Die Brünette hat sich umgewendet, als sie ihren Namen gehört hat.

"Nein, nein! Das haben wir nicht" Jenny trennt sich von Roxton und läuft wieder neben Malone.

"Alles ist in bester Ordnung! Du brauchst keine Angst zu haben! Ich werde dich beschützen!"

"Danke, John!" Dann nimmt sie seine Hand und lässt diese nicht mehr los.

 

"Schneller, schneller!!!!" Ravell treibt seine Sklavenfänger voran. Er möchte seine Traumfrau um jeden Preis wiederhaben.

 

"So ich werde jetzt hineingehen, sonst bekomme ich noch einen Sonnenstich!" meint Challenger zu seiner Gesellschafterin. "Ich glaube, ich komme auch mit rein! Meine Haut soll schliesslich keinen Sonnenbrand erhalten!" Die beiden gehen ins Baumhaus hinein. Drinnen sitzt Madame Roxton mit Mailyn am Tisch und füttert sie, doch das Mädchen will einfach nichts essen.

"Was ist nur los mit ihr, früher hat sie doch auch immer gegessen, wenn ich sie gefüttert habe!" Silvia schaut das Mädchen hoffnungslos an.

"Ist zwischen Ihnen beiden denn etwas vorgefallen?" will Challenger wissen.

"Nun, ich habe ihr eine Ohrfeige gegeben, weil sie nicht still sein wollte" gibt die Frau zu.

"Soll ich mein Glück mal versuchen?" bietet Veronica an.

"Ja gerne!" Madame Roxton erhebt sich von dem Stuhl um Veronica platzt zu machen. Die Blondine hält Mailyn den Löffel voll Brei hin und sofort stürzt sich das Mädchen darauf.

"Sieht ganz so aus, als hat sie Ihnen, Silvia, noch nicht verzeiht!" sagt der Wissenschaftler. Enttäuscht verlässt Silvia das Wohnzimmer, Challenger begibt sich ins Labor.

 

"Hey, da sind sie doch!"

"Wo?" Ein Sklavenfänger zeigt auf fünf Gestalten, die noch ca. zwei Kilometer vor ihnen laufen.

"Ja, du hast recht!" bestätigt Ravell "Da läuft mein Schatz im Arm eines anderem!" Ravells Augen funkeln gefährlich

"Ich will sie lebendig und was die anderen angeht erschiesst sie!"

"Jawohl, Meister!" Dann pirschen sich die Sklavenfänger leise von hinten an die 5-er Gruppe heran.

 

"Was machst du denn hier unten?" Challenger schaut seine Frau verblüfft an, normalerweise hält sie nicht viel von seiner Arbeit und geht der Wissenschaft aus dem Weg. "Sag jetzt aber bloss nicht, dass ich dir etwas vorzeigen soll!" meint Challenger sarkastisch.

"Nein, ich möchte nichts mit der Wissenschaft zu tun haben, das weißt du doch!"

"Klar weiss ich das, aber warum bist du denn hier unten?"

"George, ich muss dir was gestehen, vielleicht hast du es noch nicht bemerkt, aber deine Taube ist davongeflogen!"

"Ja?" Er geht zum Käfig hin und schaut unter das Tuch "Tatsächlich, aber woher hast du das gewusst?"

"

"Nun, ich wollte sie hinaus nehmen und da ist sie mir davon geflogen!"

"NEIN!!!!! Meine arme Jesse!!!"

"Wie hast du die Taube genannt?" fragt sie seinen Mann.

"Jesse, sowie meine geliebte Frau!"

"Wow, ich bin eine Taube geworden!"

"Bist du etwa eifersüchtig?" fragt der Visionär hoffnungsvoll.

"Natürlich nicht!" behauptet Jesse "Kannst du mir verzeihen? Vielleicht kommt die Taube Jesse wieder zurück?"

"Ja, ich verzeihe dir, schliesslich habe ich auch erst gerade einen Mist gebaut!" gibt er zu.

"Danke! Ich liebe dich!"

"Ich dich auch!" Dann umarmen sich die beiden. Plötzlich hören sie ein Zwitschern. Sie drehen sich zum Fenster und dort sitzt die Taube putzmunter.

 

"Habt ihr das gehört!?"

"Was denn, Finn?" will Marguerite wissen.

"Ich habe einen Ast knacken gehört!! Jemand ist hier!"

"Macht euch auf einen Angriff gefasst" kaum hat Jenny den Satz beendet springen sieben Männer aus den Gebüschen hervor.

Finn kann mit ihrer Armbrust sofort einen erledigen und kämpft nun mit einem weiteren. Roxton hat ebenfalls einen Sklavenfänger erschossen. Malone ist auch mit Zweien am Kämpfen.

"Roxton, nimm mir einen ab!" ruft der Reporter seinem Freund zu. Der Lord stürzt sich auf den, der näher bei ihm steht. Malone kann seinen Gegner erstechen, doch er hat nur eine kurze Pause, denn wieder greift einer an.

"Verdammt!" Finn hat keine Pfeile in der Armbrust mehr. Also muss sie nun auch mit den Fäusten kämpfen. Marguerite und Jenny haben sich in der Zwischenzeit ins Gebüsch verzogen. Roxton hat ihnen das befohlen, von dort aus schauen sie sich jetzt den Kampf an.

"Hoffentlich schaffen sie es!" flüstert Marguerite der Blondine zu.

"Wo ist Ravell?" bemerkt Jenny "Er müsst doch auch hier irgendwo sein!"

"Richtig, mein Schätzchen!" Sie drehen sich erschrocken um, Ravell ist hinter ihnen aufgetaucht. Er hat seine Waffe gezückt. "Eine falsche Bewegung und ihr seit tot! Marguerite komm hierher!" Er deutet neben sich.

"Keine Chance! Ausserdem bin ich kein Hund!" widerspricht sie ihm.

"Ich meine es ernst, entweder bewegst du jetzt deinen süssen Hinter zu mir, oder ich erschiesse deine Freundin!" Widerwillig steht Marguerite auf und begibt sich zu dem Anführer hin.

"Wie ich sehe, hast du Marguerites Freunde geholt!"

"Wow, wie schlau von dir! Sie hat mir ein super Alibi verpasst, nicht wahr!?" gibt Jenny schnippisch zurück. "Wenn du noch ein Wort sagst, dann werde ich dich erschiessen!" Jenny schweigt. "Gut so, trotzdem möchte ich eine Verräterin, wie du es bist, nicht länger unter den Lebenden sehen!"

Roxton, Finn und Malone haben die anderen besiegt und wollen gerade zu Marguerite und Jenny rennen, als sie einen Schuss hören und dann folgt ein verzweifelnder Aufschrei.

"JENNY!!!!!!!!!! NEIN!!!!!!!!!!!" Marguerite will ihr zur Hilfe eilen, doch Ravell hält sie zurück. "Lass mich los!" Marguerite beisst ihm in die Hände und kann sich schliesslich von ihm losreissen. Nun ist auch Roxton erschienen. "Keine falsche Bewegung oder du wanderst direkt in die Hölle!" Marguerite kniet über der Blondine. "Wie geht es dir?" fragt die Brünette verzweifelt.

"Ich habe kalt! Und ich spüre meine Füsse nicht mehr!"

"Du musst weiter kämpfen, meine Süsse!" Jenny antwortet nicht "Jenny, was ist los?"

"Es ist soweit!"

"Was meinst du damit?" Marguerite rüttelt Jenny, damit diese nicht einschläft.

"Ich habe mein grösstes Ziel erreicht: Ich konnte dich retten! Ich liebe dich!" Dann fällt das Mädchen in den ewigen Schlaf.

Nachdem sie durch den Irrgarten gegangen sind, kommen sie endlich beim Baumhaus an. Ravell ist immer noch in ihrer Gefangenschaft. Malone, Marguerite und Finn gehen in den Lift und fahren nach oben, Roxton folgt ihnen mit Ravell. Als alle oben angekommen sind, ruft Malone ins Baumhaus hinein: "Wir sind wieder da!!!" Sofort kommen alle angesprungen und umarmen Marguerite glücklich. "Ich bin so froh, dass dir nichts passiert ist" sagt Veronica.

"Mann, du hast uns einen Schrecken eingejagt" Challenger drückt Marguerite an sich.

"Mein Kind, jetzt bleibst du aber für immer bei uns!" meint Madame Roxton dazu.

"Willkommen zu Hause, ich bin Jesse, Challengers Frau!"

"Mami!!" Die kleine Mailyn rennt auf ihre Mutter zu. "Ich habe dich ganz doll vermisst!"

"Ich habe dich auch vermisst, mein Schatz!"

"Übrigens du besitzt die Teleportation, genau wie ich!" sagt das Mädchen stolz. "Darum habe ich deine Stimme gehört!" äussert Marguerite. "Und wer ist das?" Veronica deutet auf den Mann an Roxtons Seite. "Das ist Ravell, mein Kidnapper!"

5.08 Das Geständnis

"Und was sollen wir mit ihm anfangen!?" Veronica ist gar nicht begeistert darüber, dass sie Ravell mit ins Baumhaus genommen haben.

"Wir dachten, er könnte uns beim Mienenaufbau behilflich sein. Dann erlebt auch er einmal wie es ist ein Sklave zu sein!" versucht Finn Veronica ihren Entschluss zu erklären.

"Das ist eine gute Idee, dann müssen wir diese Schwerstarbeit nicht machen!" Challenger ist mit dem Entschluss zufrieden.

"Ich bin damit zwar nicht zufrieden und hoffe, dass ihr mich daraus halten werdet, trotzdem werde ich ihm Unterschlupf im Baumhaus gewähren" sagt Veronica entschlossen.

"So, mein Freundchen, jetzt wirst du uns aber erst einmal Gesellschaft leisten! Wir wollen ja nicht, dass du uns schon wieder verlässt!" meint Roxton spöttisch. Der Lord führt Ravell ins Wohnzimmer und fesselt ihn dort an einen Stuhl. Marguerite ist den beiden gefolgt.

"Und gefällt es dir so angekettet zu sein!?"

"Lasst mich gehen!" protestiert er.

"Vergiss es! Schliesslich hast du mich auch nicht freigelassen. Tja, so schnell kann sich alles ändern!" Die anderen sind in der Zwischenzeit auch ins Wohnzimmer gekommen. "Wer wird die erste Nachtwache schieben?" fragt Roxton in die Runde.

"Ich werde das übernehmen!"

"Danke, Malone!" Dann verlassen die Freunde das Wohnzimmer, der Reporter bleibt mit Ravell allein zurück.

"Wenn du mich freilässt, werde ich dir alles geben was dein Herz begehrt!" versucht der Anführer Malone zu verführen.

"Danke für das Angebot, aber ich habe schon alles was ich will!"

 

Marguerite und Roxton liegen im Bett, Mailyn schläft bereits. Der Mond scheint ins Zimmer hinein. "John, schläfst du schon?"

"Nein, ich bin noch wach!"

"Gut!" sagt Marguerite.

"Wieso fragst du?" erkundigt sich der Lord.

"Finn will mit mir morgen über etwas sprechen! Sie hat mir auch verraten, dass es mich nicht gerade erfreuen wird und dass es mit dir zu tun hat! Was meint sie damit?"

"Nun... ich denke, dass sollte sie dir erklären! Ihr werdet morgen viel zu besprechen haben! Schlaf jetzt!" Dann gibt er der Brünette einen flüchtigen Kuss und wendet sich dann von ihr weg.

 

Am nächsten Morgen sitzen Challenger, Jesse und Silvia am Tisch und frühstücken.

"Schatz, ich will dir etwas sagen, aber es wird dir nicht gefallen!"

"Na, dann schiess mal los!"

"Also... ähm... Silvia kannst du es ihm bitte sagen oder zumindest versuchen zu erklären!?" Jesse blickt ihre Freundin hoffnungsvoll an.

"Klar! Okay... Jesse und ich haben gedacht, da wir hier eh nur im Wege stehen, dass wir wieder nach London zurückgehen werden und..."

"Aber du hast doch gesagt, dass du für immer bei mir bleiben wirst!!!" unterbricht Challenger Silvia und schaut Jesse verwirrt an.

"Ja, ich weiss, dass habe ich gesagt, aber ich fühle mich hier so in Gefahr und der Sturz in die Grube hat meine Entscheidung, nach London zurückzugehen, bestätigt."

"Und was wirst du in London so ganz allein machen?" fragt der Professor.

"Silvia hat mir angeboten, dass ich bei ihr wohnen kann!"

"Ich muss sowieso noch einiges dort erledigen und könnte nebst meinem Butler Gesellschaft gut gebrauchen!" sagt Silvia.

"Und was sagt Roxton dazu?" will Challenger wissen.

"Um ehrlich zu sein, weiss er es noch gar nicht, aber ich werde es ihm heute noch sagen!"

"Na dann!" sagt der Visionär nur dazu.

"Marguerite, bist du soweit?" Finn wartet ungeduldig beim Aufzug.

"Ja, ich bin gleich fertig!" Marguerite steht vor Ravell. Sie beugt sich zu ihm hinunter: "Ich muss dich jetzt leider verlassen, aber ich wünsche dir ganz viel Spass beim Mienenaufbau!"

"Ha, ha, ha, sehr witzig!" antwortet Ravell gehässig. Die Brünette wendet sich von ihm ab und geht zu Finn hinüber. Die zwei Frauen steigen in den Lift und verlassend das Baumhaus.

"Wohin gehen wir eigentlich?" erkundigt sich Marguerite.

"Das wirst du noch früh genug erfahren!" sagt Finn nur.

 

"John aufwachen!" Madame Roxton steht am Bette ihres Sohnes und versucht ihn zu wecken.

"Warum?" fragt dieser verschlafen.

"Ich muss mit dir reden! Könntest du bitte aufstehen und mich anschauen?" Der Lord gehorcht seiner Mutter und setzt sich gerade auf.

"Und, was ist jetzt so wichtig, dass du mich morgens" er blickt auf seine Uhr "um halb neun weckst?"

"Schatz, die Entscheidung war nicht leicht für mich, aber Jesse und ich haben beschlossen wieder nach London zurückzukehren."

"Wow, und weshalb wollt ihr uns verlassen?" fragt Roxton.

"Nun, die Gefahren hier und das alles ist einfach zu viel für uns alte Frauen. Ausserdem muss ich noch so einiges zu Hause erledigen, die Buchhaltung führen zum Beispiel. Ich hoffe, dass du meinen Entscheid nachvollziehen kannst!"

"Ja, das kann ich! Wann werdet ihr euch auf den Weg zurück in die Zivilisation machen?"

"Wir haben an morgen gedacht!"

"Schon!!"

"Ja, das Wetter ist gut und es ist ja nicht ein Abschied für immer!" sagt Madame Roxton.

"Und geht ihr alleine oder begleitet euch jemand?"

"Malone wird uns begleiten!"

"Ja!? Was will denn er in London?"

"Keine Ahnung! Ich werde jetzt packen gehen!" Mit diesen Worten verlässt Silvia ihren Sohn.

 

"So hier wären wir!" Finn bleibt vor einem Felsen stehen. Marguerite schaut sich den Ort ganz genau an: "Aber das ist doch die Höhle oder zumindest das was von der Höhle übrig geblieben ist, wo du uns gefolgt bist und wir dich dann mit nach Hause genommen haben!"

"Ja, das stimmt!"

"Und was machen wir hier?" fragt Marguerite ihre Freundin.

"Nun, es ist etwas passiert, als du weg warst!"

"Du meinst als ich entführt worden bin?"

"Ja... ähm... wie soll ich beginnen... nun Kalle ist tot!"

"Kalle, aber das war doch dein Zangafreund!" Finn nickt nur "Oh das tut mir so leid! Ich weiss doch wie viel er dir bedeutet hat!" Marguerite nimmt die Blondine in ihre Armen. Finn kann nicht anders und fängt an zu weinen. "Scht! Ist schon gut! Ganz ruhig, ich bin doch bei dir! Ich werde immer für dich da sein!"

"Aber nicht mehr lange!" schluchzt das Finny.

"Was meinst du damit, wieso nicht mehr lange? Wirst du uns etwa verlassen?" fragt die Brünette überrascht.

"Nur, wenn du es willst!"

"Ach das ist doch Schwachsinn, wieso sollte ich das wollen?"

"Weil.... weil ich... ich mit Roxton geschlafen habe! Er hat mich an dem Abend getröstet als Kalle umgebracht wurde und am nächsten Morgen bin ich dann neben ihm aufgewacht!" Marguerite schaut ihre Freundin an, ihr Blick ist ganz starr, man kann nicht erkennen ob sie traurig oder wütend ist. "Marguerite, sag doch was!" Doch der Brünette fehlen die Worte. Ihre beste Freundin hat mit ihrem Mann geschlafen, schlimmeres kann es auf dieser Welt nicht geben!

"Marguerite, bitte!" Doch sie schweigt immer noch "Soll ich euch verlassen!? Ich kann morgen ganz früh gehen! Ich... ich... sag was!!!!!" Finn ist am verzweifeln.

"Es ist okay, mein Schatz! Du musst uns nicht verlassen!"

"WAS!!!! Aber... aber... ich habe mit deinem Mann geschlafen, ich hatte mit Roxton SE...."

"Nein, sag es nicht!" unterbricht Marguerite die Blondine "Tu mir nur den einen Gefallen und sprich dieses Wort nicht aus, okay?"

"Wenn du willst?" Das Finny ist verwirrt, hat Marguerite ihr jetzt verziehen, oder nicht?

"Heisst das, dass du mir verzeiht hast?" fragt sie schüchtern.

"Nein, dafür bin ich noch nicht bereit! Ich will einfach nur, dass du mir aus dem Weg gehst! Zumindest so lange bis ich dir verzeihen kann!"

"Okay, danke!" Finn ist unsicher, soll sie Marguerite umarmen oder nicht? Sie lässt es bleiben. Dann gehen die beiden schweigend zum Baumhaus zurück.

 

Malone liegt auf dem Bett und starrt gedankenverloren die Decke an, er sieht Veronica nicht, die im Türrahmen stehengeblieben ist: "Ich habe gehört, dass du mich... ich meine uns verlassen wirst?"

"Veronica!" Malone ist aus seinen Gedanken aufgeschreckt.

"Warum willst du wieder nach London zurückgehen?" bohrt die Blondine weiter.

"Nun, es ist so, dass ich ein weiteres Buch geschrieben habe, das ich veröffentlichen möchte. Ausserdem stehen viele Interviews auf meinem Terminkalender, dann muss ich noch Autogrammstunden geben etc. ect."

"Ach so, wenn das so ist, dann wünsche ich dir viel Spass in London!" sagt Veronica beleidigt.

"Hey!" Malone steht auf und geht zu seiner Frau hinüber. "Ich werde nicht lange fortbleiben, einen Monat oder zwei!"

"Zwei Monate nennst du wenig!!!! Für mich ist das eine Ewigkeit! Du hast vielleicht schon vergessen, dass du ein Jahr lang nicht bei mir warst, aber ich mag mich daran noch gut erinnern!"

"Komm schon, beruhige dich wieder!"

"Ich soll mich beruhigen, du warst weg und jetzt willst du mich schon wieder verlassen, dass ist so unfair!"

"Ich weiss, aber sonst verliere ich meinen Job und das willst du doch nicht!?"

"Nein natürlich nicht!" gibt sie trotzig zu.

"Wir brauchen das Geld, wenn wir in London wohnen wollen!"

"Wer sagt denn, dass wir nach London ziehen werden!? Meine Zuhause ist hier!"

"Das weiss ich doch! Ich werde dich vermissen!" Als Veronica nichts sagt fügt er noch hinzu: "Und ich liebe dich über alles!" Malone zieht seine Frau zu sich und gibt ihr einen Kuss. Wieder schweigt sie.

 

"Und Ravell, wie gefällt dir diese Schufterei? Gartenarbeit tut gut, nicht wahr!?" Challenger sitzt unten im Vorhof auf einem Stuhl mit der Pistole in der Hand und geniesst das Faulenzen.

"Ich spüre kaum noch meine Arme!" Ravell ist sich an so viel Arbeit nicht gewöhnt "Morgen werde ich sterben vor Muskelkater!" protestiert er weiter.

"Oh, das tut uns aber leid!" spöttelt der Professor.

"Wissen Sie, Herr Professor, dass ich Ihnen jeden Wunsch erfüllen kann!?"

"Und was muss ich dafür tun, dich etwa freilassen?" Der Anführer nickt hoffnungsvoll "Vergiss es, Ravell! Du bleibst uns noch ein Weilchen erhalten! Ich will doch, dass aus dir ein lieber Mensch wird!"

"Ha, aus mir kann man keinen lieben Menschen machen! Dafür bin ich zu verdorben! Ich bin keine Sportskanone, kann ich jetzt eine Pause einlegen?"

"Sei kein Frosch! Ach übrigens, wie alt bist du?" will Challenger wissen.

"32 um genau zu sein!"

"Gut, dann verhalte dich auch so und leg dein kindisches Getue ab! So nun arbeite weiter, ich will heute noch damit fertig werden!" Dann lehnt sich Challenger wieder in seinen Stuhl zurück und geniesst das Nichtstun!

Finn und Marguerite stossen zu Challenger und Ravell hinzu.

"Hey, ihr zwei! Schaut wie weit unser Freund schon gekommen ist!" sagt Challenger stolz. Doch Marguerite läuft einfach weiter und sagt nichts. "Marguerite, was ist los?" will der Professor wissen. Sie schweigt.

"Challenger, es ist besser, wenn du sie heute in Ruhe lässt, ich habe grossen Mist gebaut, den sie jetzt erst einmal verarbeiten muss!"

Marguerite steigt in den Aufzug. Als sie oben ankommt sieht sie Roxton und Veronica im Wohnzimmer sitzen und miteinander plaudern. Die Blondine bemerkt Marguerite zuerst: "Schon zurück? Wo hast du Finn gelassen?" erkundigt sie sich.

"Unten bei Challenger!" sagt sie kurz und knapp. Und dann platzt sie vor Wut "Hatte er auch mit dir geschlafen, während Malone weg war?" fragt Marguerite ihre Freundin.

"Wer Roxton? Nein, wieso?"

"Weil er mit Finn hat!"

"WAS!!!! Du hast mit Finn geschlafen?" Veronica schaut Roxton fassungslos an.

"Es tut mir leid! Sie war so verzweifelt genau wie ich und..."

"Und dann haben sie gedacht, sie leisten sich gemeinsam ein bisschen Gesellschaft, bla bla bla!!!" beendet Marguerite den Satz.

"Schatz, es tut mir echt leid!"

"Ja, ich weiss!" sagt sie jetzt wieder in einem milderen Ton "Aber ich bin noch nicht so weit euch zu verzeihen!"

"Cool, dann sind wir ja schon zu zweit! Mein Freund geht wieder nach London zurück!"

"Malone lässt uns alleine?"

"Ja, toll nicht wahr?"

"Grandios, willst du heute bei mir schlafen, ich glaube wir brauchen beide Abstand von unseren Männern!" biete Marguerite ihrer Freundin an.

"Sehr gerne, danke!" Dann gehen die beiden Frauen ins Schlafzimmer.

 

Am nächsten Morgen stehen Jesse, Malone und Silvia startklar beim Lift.

"Und das ihr mir vorsichtig seid!" Challenger hält ihnen noch eine letzte Predigt.

"Roxton, weißt du wo Veronica ist?" erkundigt sich Malone bei dem Lord.

"Ich vermute in Marguerites Zimmer! Sie sind beide ziemlich sauer auf uns!"

"Naja, aber mit einem deftigen Grund, oder?" schaltet sich Finn ins Gespräch ein.

"Ja, das schon, aber sie könnte mir wenigstens auf Wiedersehen sagen!" meint Ned beleidigt.

"Wir müssen jetzt echt los? Schade, dass ich Mailyn und Marguerite nicht Ciao sagen kann! Was hast du nur gemacht, dass sie so sauer auf dich ist?"

"Glaub mir, Mum, das willst du nicht wissen!" sagt Roxton. Gerade als er das gesagt hat, kommen Marguerite zusammen mit Mailyn und Veronica aus dem Zimmer.

"Tschau, Mama! Viel Glück und ich werde dich vermissen!" sagt die Brünette und umarmt ihre Schwiegermutter.

"Ich werde euch auch vermissen, aber leider ruft die Pflicht!"

"Auf Wiedersehen, Jesse!" Veronica streckt Challengers Frau die Hand hin. Dann gehen die beiden Frauen wieder.

"Tja, das ist wohl unsere Strafe!" meint Malone nur dazu.

"Halt die Ohren steif, Neddyboy!" meint Roxton. Dann verschwinden Jesse, Malone und Silvia im Lift und weg sind sie.

5.09 Zeitvertreib!

Das Finny schlendert durch den Dschungel, sie wollte mal wieder rausgehen, weg von Roxton und Marguerite. Es ist morgen und der Tau reflektiert die Sonnenstrahlen, ein süsser Morgenluft weht zu der Zeit. Gedankenverloren trottet sie weiter. Plötzlich zieht eine lilafarbene Blume ihre Aufmerksamkeit auf sich.

"Wow du bist aber eine schöne Blume!" Finn ist wie verzaubert. Sie pflückt die Blume ab und eilt zu Veronicas Garten, den sie nun auch pflegen darf, zurück. Dort pflanzt sie die Blume ein, doch sie strahlt nicht mehr. Sie hat ihr Köpfchen wieder zugemacht.

"Schade, du bist so schön! Das kannst du ruhig auch zeigen!"

 

"Hey, habt ihr Finn gesehen?" Marguerite steht im Türrahmen. Challenger, Roxton und Ravell sitzen am Küchentisch und frühstücken.

"Sie ist schon ganz früh aus dem Haus gegangen!" gibt Challenger Auskunft.

"Und wohin?"

"Ich glaube in den Garten!"

"Gut, dann werde ich sie mal dort suchen gehen!" Marguerite geht zum Lift und möchte gerade einsteigen, als Roxton aufspringt und zu ihr hinüberkommt.

"Ich werde dich begleiten!"

"John, ich kann auf mich aufpassen!"

"Ja, das hat man das letzte Mal gesehen, da wurdest du ja auch nur gekidnappt!" antwortet Roxton unüberlegt. Marguerite schenkt ihm einen wütenden Blick, sagt aber nichts und verlässt das Baumhaus.

"Mist, ich versaue es einfach immer!" Roxton setzt sich wieder an den Tisch zurück.

"John, könntest du mir einen Gefallen tun?" fragt der Professor.

"Ja, welchen?"

"Kannst du mit Ravell heute das Mienenfeld aufbauen gehen? Ich muss noch einen Eintrag über eine Blume machen! Ausserdem war ich schon gestern dran mit hüten und...."

"Schon okay, George, ich werde es übernehmen" unterbricht ihn der Lord.

"Danke!" sagt Challenger erleichtert.

 

"Na, Mailyn, hat uns Mami alleine gelassen!" Veronica ist gerade daran Mailyn die Windeln zu wechseln.

"Heute bin ich deine Mami, ist das okay für dich? Weißt du Marguerite muss noch etwas erledigen, darum werde ich dich heute hüten!" redet die Blondine auf das Mädchen ein.

 

"So Ravell, dann mach mal schön die Arbeit!" Roxton überreicht dem jungen Mann die Schaufel. "Hey, Roxton, hast du gewusst, dass ich dir jeden Wunsch erfüllen kann!"

"Ja, wirklich? Nein, das habe ich nicht gewusst! Das einzige was ich weiss, ist dass du diese Masche schon bei Malone und Challenger versucht hast!"

"Verdammt!" ruft Ravell aus.

"Tja, so kann’s halt gehen und jetzt fang schon an oder willst bis morgen früh noch so hier stehen!" Roxton schubst Ravell an den Ort, an dem er schon gestern gearbeitet hat. Er gräbt weiter Der Anführer schmeisst wütend die Erde auf die Seite.

 

"Komm mach schon, vorher hast du auch schön geblüht wieso jetzt nicht mehr?" Finn ist der Verzweiflung nahe. "Brauchst du noch mehr Wasser?" Die Blondine nimmt die Giesskanne in die Hand und wässert die Blume nochmals. "Jetzt wachse schon!!!"

"Ich glaube nicht, dass die Blume von einer Sekunde auf die andere wächst!" Marguerite hat das Finny eine Weile beobachtet und geht nun zu ihr hinüber.

"Was machst du denn hier?" fragt die Blondine überrascht.

"Ich wollte nur mal sehen wie es dir so geht!"

"Das ist alles, keine Standpauke nichts?" Finn kann nicht glauben, dass sie nur wegen ihrem Wohlergehen gekommen ist.

"Da wäre noch was, ich...." Marguerite kann den Satz nicht beenden, denn ein Raptor ist aufgetaucht, er versperrt ihnen den Weg zurück zum Baumhaus.

"So ein Mist, der soll hier verschwinden!" schreit Finn "Geh weg!!!" Doch der Raptor ist zu hungrig. Er kommt auf sie zu gestürmt. "LAUF!!!!!!" Marguerite und Finn rennen dem Tier davon. Es folgt ihnen. Die beiden Frauen entfernen sich immer weiter vom Baumhaus und dem Garten.

"Hier, klettern wir auf diesen Felsen!" ruft Finn der Brünette zu. Und dann beginnen beide hinaufzuklettern. Finn kommt als erste oben an und hilft Marguerite "Danke!" Der Raptor wartet unten auf seine Beute.

"Sieht nicht so aus, als ob er aufgeben würde!" meint Finn zur Situation.

"Offensichtlich nicht! Wenigstens sind wir in Sicherheit!"

"Ja, damit hast du recht!"

 

"Hey, Challenger, schon wieder an einem Eintrag dran?" Veronica zusammen mit Mailyn ist ins Wohnzimmer gekommen und setzt sich nun zum Professor hin.

"Ja, genau! Und du bist Mutter geworden?"

"Jeep! Ich hüte Mailyn so lange Marguerite auf der Suche nach Finn ist! Ich hoffe, dass es nicht Stunden dauern wird!" meint die Blondine "Was trägst du da eigentlich schon wieder ein, immer noch über diese Blume?"

"Ja, über die Agrafe Lilletta! Sie ist wie der Name schon sagt lila! Ihre Schönheit bezaubert einen! Wenn man sie pflückt und neu einpflanzt, hält sie ihr Köpfchen zuerst geschlossen, sie braucht immer eine Weile Zeit bis sie wieder neu blühen kann!"

"Ich wollte zwar nichts darüber hören, aber klingt recht spannend! Ist sie giftig?"

"Manche sagen Ja, andere sagen Nein! Das will ich eben herausfinden!" Mailyn fängt an zu weinen. "Was hat sie?" fragt Challenger, der sich mit Kinder nicht auskennt.

"Ich glaube sie hat Hunger! Mailyn hast du Hunger?"

"Nein, durstig!" sagt das Mädchen.

"Warte ich hol dir den Schoppen!" Veronica überreicht Challenger das Mädchen und geht in die Küche um die Milch zu wärmen und den Schoppen damit aufzufüllen. Mailyn betrachtet die Zeichnung der Blume, dann deutet sie darauf und sagt: "Giftig, macht anders!"

"Was meinst du damit ‚macht anders‘?" fragt der Professor. Doch Mailyn ist von einem Moment auf den anderen eingeschlafen.

 

"Du Roxton, was hat Marguerite eigentlich, wieso ist sie so sauer auf dich?" will der neugierige Herr wissen.

"Dass mein lieber Freund verrate ich dir nicht!"

"Na, komm schon sei nicht so ein Spielverderber! Hattest du etwa ein Verhältnis mit einer anderen?" rät der Anführer.

"Kann schon sein! Wieso hat sie dir was davon erzählt!?"

"Nein, nicht direkt! Ich sehe es ihr an! Sie ist sehr sauer auf dich und verletzt!" behauptet Ravell weiter. "Mit wem hast du, Veronica, Finn oder einer anderen? Mit Jenny vielleicht?"

"Vergiss es! Das werde ich dir nicht verraten! Ausserdem habe ich Jenny nur kurz getroffen, da lief gar nichts!"

"Also fällt eine schon weg!" meint Ravell freudig, dem das offensichtlich gefällt "War es mit Veronica, ich meine der Reporter war ja lange genug weg!!!! Ach Quatsch, das hätte Marguerite sicher früher herausgefunden, schliesslich ist sie kein dummes naives Mädchen, so wie Finn!"

"Finn ist nicht dumm!" verteidigt Roxton instinktiv die Blondine.

"Also, doch mit der kleinen Unschuldigen!"

"Sei still und arbeite weiter! Oder eine Kugel wird dich durchlöchern!" droht Roxton dem jungen Herrn, also schweigt er. Doch im Innern hat er diesen Kampf gewonnen, jetzt weiss er wie man Roxton aus der Fassung bringen kann.

"Mann, ist dieser Raptor, aber geduldig!" meint Finn kopfschüttelnd "Ich hätte schon längst aufgegeben!"

"Ja, ich auch!" sagt Marguerite. Dann schweigen die beiden wieder.

Seit Marguerite von dem Seitensprung erfahren hat, haben die beiden kein Wort mehr miteinander gewechselt und jetzt sind sie auf diesem Felsen gefangen. Die Zeit scheint still zu stehen.

"Hör mal, Marguerite!" bricht Finn das Schweigen "Ich weiss, dass du immer noch sauer auf mich bist, was ich auch sehr gut verstehen kann, trotzdem wäre es für uns alle leichter, wenn du mir endlich verzeihen würdest! Es tut mir leid, wenn das jetzt egoistisch getönt hat, aber es stimmt doch, oder etwa nicht!?"

"Ja, das schon, aber versetze dich mal in meine Lage! Ich war gekidnappt, eingesperrt und ihr habt das schamlos ausgenützt!"

"Ich weiss, doch dass es für dich hart gewesen sein muss, aber du hast wenigstens noch deinen Freund! Wie du weißt ist meiner tot! Bitte verzeihe mir!" fleht Finn ihre Freundin an. Marguerite schaut die Blondine an. Soll sie ihr verzeihen?

"Ich... ich... kann noch nicht!!!!" Dann wendet sie sich vom Finny ab, damit diese nicht sieht wie ihr Tränen über die Wangen rollen.

 

"Du, Ravell, warum hast du dich eigentlich in Marguerite verliebt und nicht in Veronica oder Finn?" will der Lord wissen.

"Na, ich denke mal aus den gleichen Gründen wie du!"

"Und die wären!?"

"Sie ist wunderschön, hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen! Sie strahlt eine Unerreichbarkeit aus, der kein Mann wieder stehen kann und jeder will versuchen an sie rann zu kommen! Ausserdem ist sie nicht nur das brave Ding von neben an, sondern kann eine richtige Zicke sein, was überhaupt kein Nachteil sein muss. Wer steht schon auf einen Engel?"

"Malone!" platzt es aus Roxtons Mund.

"Tja, ein Mann mit schlechtem Geschmack, aber sag ihm das nicht! Ausserdem sprechen ihre Augen Bänder!! Sie hat viel erlebt und eine Menge Erfahrungen, gute sowie schlechte, gesammelt..."

"Aber das hat Veronica auch!" unterbricht Roxton ihn.

"Ich weiss, trotzdem finde ich Marguerite interessanter um sie muss man kämpfen!!!"

"Und warum hast du dich nicht in Finn verliebt, ich meine sie hat viel erlebt und ist auch nicht gerade immer ein Engel!"

"Nun, Finn habe ich erst später kennengelernt, als ich schon zu verschossen in Marguerite war!(Speaking from myself!) Ich weiss nicht, wären Finn und Marguerite zur gleichen Zeit im Plateau angekommen, wüsste ich jetzt nicht, welche ich besser finden würde! Aber ich denke schon das Marguerite gewonnen hätte!"

"Okay, danke für deine Rede und nun mach dich wieder an die Arbeit!" beendet Roxton das Männergespräch.

 

Marguerite schluchzt immer noch vor sich hin und hat Finn den Rücken zugewandt. Die Blondine schaut ihre Freundin an. "Marguerite?" Finn rückt vorsichtig zur Brünette hinüber "Es ist okay, wenn du mir noch nicht verzeihen kannst! Ich habe dich trotzdem ganz doll lieb! Ich werde immer für dich da sein!" Marguerite dreht sich zu ihrer Freundin um und umarmt sie. Das Finny ist dermassen erschrocken, dass sie zuerst gar nichts realisiert.

"Ich verzeihe dir!" schluchzt die Brünette immer noch. Finn drückt ihre Freundin an sich. "Das war eine gute Entscheidung und ich verspreche dir, dass das nie wieder vorkommen wird!!"

In der Zwischenzeit hat der Raptor aufgeben.

5.10 Der Gnom

"Warum weint Mailyn nur so fürchterlich? Gestern war sie noch ganz happy und heute kann ich tun und machen was ich will, nichts funktioniert" beklagt sich Marguerite bei Roxton.

"Ich habe keine Ahnung, vielleicht hat Challenger eine Erklärung für uns parat" meint der Lord.

"Du weißt doch, dass George nicht viel mit Kindern zu tun hatte!"

"Ja, das stimmt hingegen auch wieder!" Roxton geht zu seiner Frau, die Mailyn in den Armen hält, hinüber und spricht mit dem kleinen Ding "Na du, meine Süsse, willst du uns nicht verraten wieso du so traurig bist?" Doch das Mädchen antwortet nicht und weint statt dessen einfach weiter.

"Ich glaube es hat keinen Sinn, vielleicht spricht sie morgen wieder mit uns!" hofft Marguerite.

"Bestimmt! Lass uns jetzt schlafen gehen!" sagt Roxton erschöpft. Das Paar richtet sich fürs Bett, sie legen sich hin und nehmen Mailyn in ihre Mitte.

"Vielleicht will sie ja auch nur ein Schwesterchen oder ein Brüderchen!" behauptet Roxton.

"Das kannst du dir sofort wieder abschminken und du, Mailyn, auch! Ich will nicht schon wieder schwanger sein! Gute Nacht!" genervt dreht sie sich von ihrem Mann und ihrer Tochter weg.

 

Am nächsten Morgen weint Mailyn immer noch. Alle sitzen am Tisch und besprechen die Situation. "Was habt ihr nur mit Mailyn gemacht, dass sie solche Krokodilstränen vergisst?" fragt Finn die Eltern.

"Nichts, das ist ja das Unerklärliche!"

"Aber, Marguerite, ein Kind weint nicht einfach so ohne Grund. Hat sie vielleicht Hunger?" fragt Veronica ihre Freundin.

"Nein, das kann es nicht sein, weil sie hat heute schon ihren Bauch gefüllt!"

"Na, dann muss es einen anderen Grund gegeben, warum sie unglücklich ist!"

"Ja, aber was für einen, Veronica!"

"Das weiss ich doch auch nicht!" Plötzlich fällt die Vase auf dem Tisch um, obwohl niemand daran gestossen ist.

"Habt ihr das auch gesehen?" fragt Roxton.

"Wahrscheinlich war es der Wind!" meint Challenger.

"Aber draussen scheint die Sonne und keine Wolke ist in Sichtweite" bemerkt Finn. Jetzt fällt ein Buch aus dem Regal, bevor jemand etwas sagen kann fallen drei weitere Bücher, ein Stuhl und eine Tasse um.

"Okay, langsam wird es unheimlich!" Marguerite drückt Mailyn ganz fest an sich, das Mädchen hat grosse Angst. "Schon gut Mailyn, es wird dir nichts passieren!"

"Meine Fee!!!" sagt das Mädchen nur.

"Was meint sie damit!" fragt Marguerite in die Runde.

"Vielleicht spielt ihre Einbildung wieder mal verrückt!"

"Roxton, sie hat noch nie das Falsche vorausgesagt!"

"Es gibt für alles ein erstes Mal, Veronica" gibt der Lord beleidigt zurück.

"Wartet mal!" Challenger mischt sich nun auch ins Gespräch ein "Als wir erfahren haben das Marguerite entführt wurde, reisten Silvia, Mailyn, Jesse und ich zum Plateau! Silvia hat reklamiert weil wir so langsam vorankamen und plötzlich erschien eine kleine Fee. Sie sagte, dass sie Mailyns Schutzengel sei! Vielleicht ist ihr, ich glaube sie hiess Emilie, ja etwas passiert!"

"Opa hat recht!" bestätigt Mailyn.

"Nur was ist mit ihr passiert?" fragt Marguerite, die die Geschichte nicht so ganz glauben kann.

"Also ich habe mal gehört das Gnome hinter Feen her sind, sie fangen die kleine Geschöpf ein und essen sie danach!"

"Woher weißt du das Finn?" Marguerite hat sich an die Blondine gewendet.

"Nun, wir hatten uns ja Unterschlupf in den Schächten gesucht, damit die Zeit etwas schneller vorbeiging erzählten wir uns Geschichten! Tja und eine Geschichte handelte eben von Gnomen und Feen! Man kann die Gnome bekämpfen."

"Unglaublich dass es diese Geschöpf tatsächlich gibt!" meint Roxton.

"Eine kleine Frage Finn: Wie sollen wir den Gnom bekämpfen, wenn wir ihn nicht sehen können?" "Gute Frage Veronica!" meint Challenger.

"Nun, Kinder können diese Geschöpfe sehen!"

"Wieso nur Kinder?" fragt Marguerite.

"Weil, sie noch eine aktive Phantasie besitzen" behauptet Challenger.

"Cool, und wie werden wir zu Kinder?" bringt es Finn auf den Punkt.

"Also, ich weiss von meinen Eltern her, dass es eine Pflanze gibt, die unsere Gedanken in die eines Kindes verwandelt!"

"Das heisst?"

"Das heisst, dass wir wie Kinder denken werden, aber das jetzige Aussehen beibehalten werden!"

"Wo finden wir diese Pflanze, Veronica?" will Challenger wissen.

"Nicht weit von hier steht der Busch. Ich werde es kurz holen gehen!" Ohne auf eine Antwort zu warten, eilt sie zum Aufzug und verlässt das Baumhaus.

 

Veronica ist wieder im Baumhaus erschienen mit einem Ast eines Goldregenbusch in der Hand. Nun müssen sie die Blüten abpflücken und mit Wasser mischen und danach das Getränk zu sich nehmen. Veronica schreibt noch eine Nachricht auf ihren Malblock, damit die Freunde die Aufgabe auch nicht vergessen.

"So wir wären soweit!" ruft Challenger den anderen zu. Finn, Marguerite und Roxton gesellen sich zu Veronica und Challenger. Mailyn ist in ihrem Bettchen und schläft.

"So, wir müssen einen Kreis bilden und danach muss jeder einen Schluck daraus trinken!" Der Professor präsentiert ihnen den Trank.

"Ich hoffe, dass es funktioniert!" meint Marguerite skeptisch. Dann bilden die fünf Freunde einen Kreis. Challenger ist der erste der das Getränk kostet, dann kommt Finn an die Reihe, ihr folgt Marguerite, Roxton und zum Schluss trinkt Veronica auch noch daraus.

"Und jetzt?"

"Jetzt müssen wir warten, Marguerite!" Plötzlich werden sie alle in ein helles Licht eingeschlossen. Das Licht hält sie etwa zwei Minuten lang gefangen, bis es dann wieder weg ist.

"Was mache ich nur hier?" Challenger schaut sich im Raum um.

"Ah, wer seit ihr denn?" fragt Veronica erschrocken.

"Hi, wie heisst du denn?" flirtet Roxton Marguerite an.

"Ich bin Marguerite, und wer bist du?" fragt die Brünette zurück.

"Ich heisse George Edward Challenger!" mischt sich der kleine George in das Gespräch ein.

"Hab ich dich gefragt, nein!!!" faucht sie ihn genervt an und wendet sich wieder an Roxton

"Ich heisse John Roxton! Komm lass uns nach draussen gehen!" Roxton nimmt Marguerites Hand und zieht sie zum Aufzug und schon sind die beiden verschwunden.

"Ich werde jetzt Malen gehen, hast du Lust mitzukommen?" fragt Veronica Finn.

"Danke, aber ich bleibe lieber hier und schiesse mit meiner Armbrust auf die Vögeln draussen!" "Nein, das darfst du nicht machen!" setzt sich Veronica sofort für die Tiere ein.

"Ich kann tun und lassen was ich will! Wie alt bist du eigentlich?"

"Zwölf!"

"Ha, ich bin halt schon Dreizehn!" gibt der arrogante George von sich.

"Habe ich dich gefragt, Grosshirn?"

"Nenn mich nicht Grosshirn!" Er stürmt auf Finn zu. Diese wirft ihn auf den Boden und nagelt ihn dort fest.

"Hey Leute, lasst das, ja!? Wir wollen doch niemanden verletzen!" schlichtet Veronica den Streit, dann geht sie zum Küchentisch hinüber und beginnt in ihren Malblock zu zeichnen. Sie bemerkt die Notiz nicht, welche auf der ersten Seite geschrieben steht.

 

"Lass uns dorthin setzen!" Marguerite deutet auf einen Felsen. Sie klettert hinauf und macht es sich oben bequem, Roxton folgt ihr "Und was machst du hier?" will sie von ihm wissen.

"Ich bin hier in den Ferien. Aber nur für kurz, weil ich wieder nach Hause zu meinem Pony gehen muss!"

"Du hast ein Pony? Wie heisst es?"

"Mr. Robinson!"

"Was ist denn das für ein doofer Name!"

"Der ist nicht doof!"

"Doch ist er! Wenn ich ein Pony hätte, dann würde ich es Rica taufen! Leider sind wir nicht so reich wie ihr!"

"Wer sagt denn, dass wir reich sind?"

"Na hör mal, nicht jeder besitzt ein Pony, vor allem nicht Leute wie wir es sind!"

"Wieso was seit ihr denn für Leute?"

"Das geht dich überhaupt nichts an, ausserdem...." Marguerite kann nicht weiter sprechen, weil Roxton sie jetzt küsst. Sie reisst sich von ihm los.

"Was soll das? Bist du übergeschnappt!?"

"Von mir aus darfst du gerne mein Pony reiten kommen, weil ich dich mag!"

"Danke" ist das einzige was ihr dazu einfällt. "Ich glaube wir sollten wieder nach Hause gehen, es gibt sicher bald Mittagessen!" Dann laufen die beiden Hand in Hand zum Baumhaus zurück.

 

"Hey, Grosshirn, was machst du da?" fragt Finn den Professor, der gerade daran ist mehrere Eisenschnüre zu verbinden.

"Ich hab dir schon einmal gesagt, dass du mich nicht Grosshirn nennen sollst, ausserdem verstehen Mädchen nichts von der Wissenschaft!" behauptet er.

"Ha, das glaubst auch nur du. Soll ich raten was du da machst!?!"

"Ja, versuch es doch, aber fang nachher ja nicht an zu weinen, wenn es falsch ist!" meint Challenger. "Okay! Ich denke, dass du einen elektrischen Zaun entwirfst! Leider gibt es draussen schon einen!" "Das glaubst auch nur du!"

"Dann geh doch zum Fenster und überzeuge dich selber!" Mit erhobenem Kopf wandert George zum Fenster hin und bleibt wie erstarrt stehen "So ein Mist!"

"Tja, was hab ich dir gesagt. Aber bitte, fang jetzt nicht an zu weinen!" Mit diesen Worten lässt Finn den entrüsten George alleine.

 

In der Zwischenzeit sind Roxton und Marguerite wieder im Baumhaus angelangt. Veronica ist immer noch am Malen.

"Und was malst du schönes?" fragt Marguerite die Blondine.

"Willst du mal reinschauen?"

"Gerne!" Veronica überreicht der Brünette den Malblock. Marguerite blättert von hinten nach vorne. "Wow, du hast aber Talent!" Marguerite betrachtet einen alten Baum, der auf einer Lichtung steht. Sie blättert weiter und ihr Blick fällt auf die Notiz.

"Was ist das?" will sie wissen und liest es laut vor "NICHT VERGESSEN: DER GNOM HAT EMILIE GEFANGEN GENOMMEN, WIR MÜSSEN SIE RETTEN!!!!"

"Keine Ahnung, wer das hier reingeschrieben hat!" Plötzlich fällt wieder ein Buch, ohne das jemand daran gestossen ist, hinter den beiden Mädchen um. Sie wenden sich um und entdecken eine kleine hässliche Kreatur auf dem Tisch stehen.

"Das muss der Gnom sein!" meint Marguerite.

"Ja, das denke ich auch! So hässlich giftgrün kann nur ein Monster sein! Was hast du mit Emilie gemacht!!!!!" schreit Veronica das Geschöpf an.

"Was ist passiert?" Als Roxton Veronicas Aufschrei gehört hat, ist er sofort zu ihnen gerannt. Jetzt betreten auch Finn und Challenger den Raum.

"Was ist los?" fragt Challenger in die Runde.

"Wir müssen diese kleine abscheuliche Kreatur dort vernichten!" Veronica deutet mit ihrem Finger auf den Gnom.

"Kein Problem, den habe ich im Handumdrehen erledigt!" sagt Finn und zückt schon ihre Waffe. "Nein, das darfst du nicht!" warnt Marguerite.

"Warum nicht?" fragt Finn ungläubig.

"Weil er hat Emilie, das ist eine Fee, gefangen genommen, wir müssen zuerst wissen wo er sie versteckt hält!"

"Und wie sollen wir das anstellen, ich meine er wird ziemlich flink sein!" Kaum hat Roxton den Satz ausgesprochen, ist der kleine Kerl auch schon verschwunden.

"Mist, jetzt haben wir ihn entwischen lassen!" meint Challenger.

"Grosshirn, hast nicht du eine Idee wie wir ihn fangen könnten?"

"Hm... momentan nicht, aber mir fällt todsicher noch etwas ein. Dafür brauche ich aber absolute Ruhe!"

"Na schön, wir werden dich alleine lassen!!! Bis nachher und ich will ein Ergebnis sehen, Grosshirn!" Die vier Freunde lassen den George alleine im Wohnzimmer zurück.

 

"Und was sollen wir in der Zwischenzeit machen?" fragt Marguerite die anderen drei.

"Ich weiss nicht, ein bisschen spielen, Pokern vielleicht!"

"Au ja, Roxton, das ist eine super Idee!!!!! Kommt lasst uns in mein Zimmer gehen!" Alle folgen Finn in ihr Zimmer. Sie holt aus der Kommodenschublade Spielkarten hervor.

"Wo hast du die denn her?" fragt Veronica überrascht.

"Die habe ich aus einem Kasino, das ich letztes Jahr besucht habe, mitgehen lassen!!!"

"Finn, das macht man doch nicht!" meint das Dschungelmädchen kopfschüttelnd.

"Egal, lasst uns spielen!" sagt Roxton freudig.

"Okay, unser Einsatz ist immer zwei Dollars!" Marguerite will gerade ihr Geld hervor holen, als Roxton den Einsatz erhöht: "Ich bin dafür, dass der Verlierer immer ein Kleidungsstück ausziehen muss!"

"Na, dann kannst du dich gleich jetzt schon entkleiden!" meint Marguerite ironisch.

"Ha ha ha. Wer zu letzt lacht, lacht am besten!! Es kann los gehen!"

Finn fängt an die Karten auszuteilen.

 

"Wie können wir einen Gnom fangen? Mit einem Netz, nein das könnte er mit seiner Geschwindigkeit durchtrennen! Mit einem Becher, aber der muss wieder von uns gehandhabt werden, das ist auch schlecht!" Challenger kommt auf keinen Grünen Zweig.

"Vielleicht hat ein Gnom Käse oder sonst was gerne! Mal schauen was wir im Kühlschrank haben!" Der kleine Professor geht zum Kühlschrank hinüber und blickt hinein.

"Also wir haben: Milch, kaltes rohes Raptorenfleisch und einen halben Fasan, Käse haben wir und Eier! Und was haben wir in der Obstschale: Äpfel, Birnen, Bananen, Kirschen, Feigen und verschiedene Waldbeeren. Und sonst haben wir noch: Nüsse und Brot! Die Frage ist jetzt, was hat der Gnom gern? Vielleicht steht etwas in diesen Büchern dort!" Challenger geht zum Regal hinüber. Jede Etage ist mit einem Thema beschriftet. Er betrachtet die Themen ganz genau. Unter Geschichte, Geographie, Romane und Kultur findet er nichts. Er geht weiter und plötzlich bleibt sein Blick beim Wort Märchen hängen. Er fährt den Buchtitel entlang: Alice im Wunderland, der Hase und der Igel, Schneewittchen und die sieben Zwerge, Dornröschen, Von Feen und deren Feinde... "Das ist es! Er holt das Buch aus dem Regal und setzt sich wieder an den Tisch. Er geht kurz die Zusammenfassung der Kapiteln durch: Was sind Feen? Wie leben sie? Was können sie bewirken?

Welches sind deren Feinde?

Es gibt Trolle, Gnome und Raubkatzen die auf die Feen los gehen. Die heimtückischen Gnome fangen die armen Geschöpfe um an ihren Zauberstaub heranzukommen und um die Feen danach zu verspeisen!

"Igitt, das ist ja ekelhaft! Warte mal, genau das hat Finn auch gesagt!!!" erinnert er sich wieder daran. Er liest weiter: Um Gnome bekämpfen zu können, gibt es nur eine Möglichkeit, man muss eine Omelette backen. Denn der kleine Kerl kann dagegen nicht widerstehen. Sitzt er erst einmal auf dem Omelette, ist es nachher ganz einfach ihn zu fangen.

"Grandios, das ist es. Ich backe einfach eine Omelette!"

5.11 Es ist schön ein Kind zu sein!

Endlich darf Challenger mal seine Kochkünste unter Beweis stellen. Er hat in dem Bücherregal Kochbücher gefunden.

"Nach diesem Rezept soll es ganz einfach gehen!" Während er die Zutanten liest, führt er es auch gerade aus, schliesslich will er nicht alles doppelt machen.

"Okay, für eine Omelette nehme man 50g Mehl, gibt das in eine Schüssel, dann fügt man eine Prise Salz dazu.... Wie viel ist eine Prise? Handvoll? 1Gramm? Ach keine Ahnung!" Challenger entscheidet sich für handvoll. "Gut! Dann nehme man 2frische Eier" George nimmt die Eier und schlägt sie auf dem Rand der Schüssel auf, leider ist er nicht gerade das geschickteste Bürschen und so gehen auch einige Bruchteile der Eierschalen in die Schüssel verloren.

"Okay, jetzt ½ dl Wasser und ½ dl Milch beifügen und im Massbecher gut mischen. Mehl mit der Flüssigkeit von der Mitte aus anrühren... Was soll das nun schon wieder heissen!? Egal!" Challenger schüttet die Flüssigkeit aufs Mehl, dann rührt er das Ganze. "So und nun bei Zimmertemperatur ca.3Min. ruhen lassen! Na dann, geh mal schön auf und werde einen Leckerbissen für unseren Freund! Ich werde in der Zwischenzeit im Labor ein bisschen weiter experimentieren!" Mit diesen Worten verlässt Challenger das Wohnzimmer und begibt sich ins Labor.

 

"Und wieder hat Veronica verloren!" kommentiert Finn das Pokerspiel.

"Ausziehen, ausziehen!" johlt Roxton. Veronica hat bereits ihre beiden Schuhe ausgezogen und auch ihren Minirock, jetzt würde folglich entweder das Top oder die Shorts an die Reihe kommen.

"Jetzt warte mal, Roxton. Eine Frage: Kannst du überhaupt Pokern?" wendet sich Marguerite an ihre Freundin.

"Ich wollte doch keine Spielverderberin sein!" schluchzt Veronica.

"Ich bin der Meinung, dass du zuschauen solltest, okay? Du kannst mir helfen!"

"Ja, ist gut!" Dankbar zieht sie ihre Kleidung wieder an und schaut Marguerite über die Schultern zu. "So, Roxton jetzt hat dein letztes Stündlein geschlagen, jetzt kannst du dich nicht mehr durch mogeln!" meint Marguerite vergnügt.

Schon nach kurzer Zeit hat auch Roxton seine Hosen, das Hemd, die Schuhe und die Hosenträger abgeben müssen.

"Wieder verliert Roxton, jetzt ist dein Hut an der Reihe!!!" Finn gefällt dieses Spiel sehr. Roxton zieht widerwillig seinen Hut ab.

"Wollen wir nicht doch mit Geld spielen?"

"Ach, Roxton jetzt sei kein Feigling, immerhin war es deine Idee!!!" erinnert Marguerite ihn daran. "Na schön, dann geht es eben so weiter!" Doch jetzt rauft er sich zusammen. Endlich kommen auch Finn und Marguerite an die Reihe die Kleider auszuziehen.

 

"Oh, 30Minuten sind um!" Challenger geht wieder in die Küche. "Jetzt kommt der schwierige Teil, das Backen!" George kramt die grösste Bratpfanne hervor und erhitzt wenig Öl darin.

"Jetzt muss ich den Teig mit einer Schöpfkelle hineingeben und gleichmässig verlaufen lassen!" Challenger kocht, als ob er es schon ewig gekonnt hätte. "Nun, die Omelette beidseitig goldbraun backen! Und dann zugedeckt warm stellen. Fertig!!!!"

 

"Marguerite, wenn du jetzt verlierst, bekommen wir alle etwas schönes zu sehen!" meint Roxton überglücklich, weil Marguerite nur noch in Unterwäsche da sitzt.

"Es tut mir leid, mein Freund, aber ich habe noch eine Haarspange, die ich ausziehen kann!"

"Das zählt nicht!"

"Okay, dann zählt dein Hut auch nicht!" gibt sie zurück.

"Okay, wir können ausnahmsweise eine Ausnahme machen!"

"Das finde ich eine gute und weise Entscheidung von dir!" meint sie ironisch.

"Riecht ihr das auch?" fragt Veronica in die Runde. Die anderen haben den Geruch gar nicht bemerkt. "Da kocht jemand, wir bekommen unser Mittagessen!" Finn springt freudig auf, zieht sich ihre Kleidung an und wartet ungeduldig auf die anderen. Sie gehen ins Wohnzimmer, ihnen bleibt fast der Atem stehen. Challenger kocht!

"Was!!! DU kannst kochen, Oldboy???" fragt John überrascht.

"Jeep, hab mein Talent auch erst heute entdeckt!" Stolz präsentiert er den anderen die Omelette. "Wow, Grosshirn, ich wusste gar nicht dass du so gut kochen kannst!"

"Tja, ich bin eben ein Genie!"

"Du meinst ein eingebildetes Genie!" verbessert Marguerite ihn.

"Na und, das gehört zum Erfolg eben dazu. Man muss an sich glauben und denken man sei der Beste!" "Ja, George, damit hast du vollkommen recht, schliesslich wärst du sonst nicht so erfolgreich!"

"Danke, Roxton, für das Kompliment!"

"Dürfen wir diese Omelette jetzt verspeisen?" fragt Finn und hat bereits eine Gabel in der Hand.

"Nein, die ist für den Gnom!"

"Du willst diesen kleinen Schuft auch noch belohnen, dass er Emilie entführt hat!?" Finn rastet nächstens aus.

"Nein, natürlich nicht. Aber in diesem Buch" Er zeigt ihnen, das Buch über Feen und deren Feinde "In diesem Buch steht, dass man einen Gnom nur mit einer Omelette fangen kann! Er ist dann wie gelähmt, wenn er davon isst!" erklärt Challenger.

"Na dann, vorauf warten wir noch! Geben wir dem Gnom die Omelette!" meint Marguerite, nimmt George den Teller aus der Hand und stellt ihn auf den Tisch.

Dann warten sie und warten sie und warten sie...

 

Roxton schreckt aus seinem Schlaf auf, er hat etwas gehört Jetzt entdeckt er den Gnom, der gerade daran ist die Omelette zu verspeisen.

"Marguerite wach auf! Unser kleiner Freund isst gerade!"

"Ach, John, lass mich doch noch ein bisschen schlafen!"

"Dafür haben wir keine Zeit, er stellt sie auf die Beine, dann geht er weiter und weckt auch die anderen drei. Er deutet auf den Tisch.

"Und was jetzt?" will Finn wissen.

"Jetzt müssen wir ihn einkreisen!" flüstert Roxton zurück. Sie bilden einen Kreis, den sie vorsichtig zum Tisch weiter hervor schieben. Jetzt stehen sie um den Tisch herum, Challenger gibt das Zeichen. Mit den Fingern zählt er von drei rückwärts. Drei, zwei, eins und.... "Ich hab ihn!" stolz hält Finn den Gnom in die Luft. Dann sperren sie ihn in einen Behälter.

"Wir müssen ihn irgendwie zum Reden bringen!" meint Challenger "Aber wie?"

"Indem wir ihn foltern!" schlägt Finn vor.

"Ist das nicht ein bisschen zu hart für das kleine Kerlchen?" fragt Veronica.

"Auf welcher Seite stehst du eigentlich! Auf der Schlechten?" Finn kann das Herz der Blondine neben ihr nicht verstehen.

"Veronica, er hat es nicht anders verdient oder willst du etwa, dass Emilie stirbt?" sagt Marguerite zu ihrer Freundin.

"Okay, foltern wir ihn!!!" ruft Veronica und hält theatralisch die Hand in die Luft. Challenger holt die Zangen des elektrischen Zauns, die mit Strom aufgeladen sind. Und beginnt mit dem Ritual.

 

"Und redet er schon?" will Marguerite wissen.

"Nein, er schweigt wie ein Grab!" sagt Challenger enttäuscht und wütend zugleich. Er hat es jetzt schon über eine halbe Stunde versucht, leider ohne Erfolg.

"Überlasse mir das mal!" George überreicht der Brünette die Zangen und geht zu den anderen ins Wohnzimmer.

"Du wirst uns jetzt sofort sagen, wo du Emilie versteckt hältst oder deine Schmerzen werden unerträglich sein!" Doch der Gnom schweigt weiter "Na schön, du hast es nicht anders gewollt!" Marguerite die Zangen an den Behälter und dreht voll auf. Der Gnom wird in einen fürchterlichen Stromschlag eingehüllt. Nach kurzer Zeit hört Marguerite auf ihn zu foltern und fragt ihn: "Was ist? Sagst du uns jetzt, wo die Fee ist?" Der Gnom antwortet wieder nicht. Marguerite führt diese Folter jetzt schon zum 6.Mal durch, doch die Kreatur will seinen Mund nicht öffnen.

"Okay, wenn du nicht reden willst, dann brauchen wir dich ja hier nicht mehr!" Die Brünette zückt ihre Waffe "Ich werde jetzt auf drei zählen und wenn du bis dahin nichts gesagt hast! Werde ich dich leider erschiessen müssen! Eins..." Sie wartet einige Sekunden in der Hoffnung, dass er etwas sagt "Zwei...." Wieder lässt sie ihm Zeit zum Reden, doch er nützt es nicht aus

"D... Warte mal, verstehst du überhaupt unsere Sprache!?" Marguerite konzentriert sich. Die Brünette atmet tief ein und...

"La ure ta fee?"(Wo ist die Fee?)

"Je se fee?"(Welche Fee meinst du?)

"Emilie, la ha se ra?"(Emilie, wo ist sie?)

"Tota rota le gete wogast, la not li hebrases et on go la luchter te gnomses listen! Lasa Emilie esta westo!" sagt er theatralisch.

"La ure cha?"(Wo ist das?) erkundigt sich Marguerite. Doch der Gnom schweigt wieder "Veronica kannst du mal herkommen?" ruft Marguerite ins Wohnzimmer.

"Ja, was ist denn?" Während die Blondine spricht, kommt sie in die Küche.

"Ich stelle dir jetzt ein Rätsel: In der dunkelsten Waldecke, wo es kein Lebewesen gibt und man nur das Gelächter der Gnome hört! Dort ist Emilie versteckt!"

"Ich kenne nur einen Ort, der diese Erwartungen erfüllen könnte, doch der liegt mindestens sieben Stunden Fussmarsch von hier entfernt!"

"Na, dann lass uns auf den Weg machen, damit wir sobald wie möglich dort sind!"

 

"Wie weit müssen wir noch gehen?" Finn trottet hinter Veronica her, ihr Füsse schmerzen und sie hat grossen Hunger, da sie ja noch kein Mittagessen hatten.

"Nicht mehr lange!"

"Wie weit, habe ich gefragt!" wiederholt Finn genervt ihre Frage.

"Ich weiss nicht, noch drei Kilometer vielleicht auch fünf oder acht!"

"Super, du weißt nicht, wo der Ort liegt!"

"Nicht mehr genau, schliesslich war ich dort als ich sieben Jahre war! Assai hat mich dorthin begleitet!" erinnert sich Veronica.

"Und was habt ihr dort gewollt?" hakt Marguerite nach.

"Wir suchten Assais Fee, Kleste, hiess sie!"

"Und habt ihr sie gefunden?" will Roxton wissen.

"Leider nicht, wahrscheinlich wurde sie schon aufgegessen!" Veronica verzieht angewidert ihr Gesicht.

"Aber das war vor fünf Jahren, da müsstest du dich doch eigentlich noch daran erinnern können!" bemerkt Finn.

"Tja, du hast recht!"

"DA!!!" unterbricht Challenger das Gespräch und deutet auf eine grosse Birke, dessen Schatten der Blätter den Boden und die Umgebung ringsum verdunkelt.

"Wow, ganz schön unheimlich hier!" meint Marguerite und schmiegt sich an Roxton. Dieser legt seinen Arm um das Mädchen und drückt sie zu sich. Plötzlich hören sie ein Gelächter.

"Woher kam das?" fragt Finn ängstlich.

"Ich glaube aus der Birke!" meint Challenger.

"Na dann schau doch rein, Grosshirn! Oder hast du Schiss!?" Das lässt er sich nicht gefallen und geht mutig auf die Birke zu, doch die zu seinem Erstaunen stellt er fest, dass der Baum nicht hohl ist. Er blickt über die Wurzel hinweg und sieht die kleinen Kerle um ein Feuer tanzen. Oberhalb sieht er mehrere Feen, die in Käfige gefangen sind. Die Gnome stochern immer wieder mit einem Ast auf die kleinen engelhaften Geschöpf ein und machen ihnen somit nur noch mehr Angst.

"Kommt her, das müsst ihr euch ansehen!" flüstert er den anderen zu. Vorsichtig treten sie näher und betrachten die Szene.

"Unfassbar, wie überaus kaltblütig die doch nur sind!" meint Marguerite mitfühlend.

"Scheussliche kleine Monster sind das!" fügt Veronica hinzu.

"Die sollten wir räuchern in ihrem eigenen Feuer!" schwafelt Finn daher.

"Hey, das ist nicht einmal so eine schlechte Idee! Das werden wir machen" lobt Roxton das Mädchen aus der Zukunft. "Danke, ihr könnt sitzen bleiben!" sagt diese ironisch.

"Dann lasst uns jetzt Party feiern!" ruft Veronica und will gerade auf die Gnom zu stürmen, als George sie zurückhält und meint: "Wir brauche zuerst einen Plan!" Sie stecken ihre Köpfe zusammen "Also zuerst machen wir.... und dann.... danach.... und schlussendlich sind alle glücklich und zufrieden!"

"Okay auf geht’s!" ruft Veronica noch einmal und dann stürmen sie los. Marguerite wird die Feen befreien, Roxton und Challenger bekämpfen der eine Teil der Gruppe mit ihren Waffen und versuchen diese ins Feuer zu locken, sowie Finn und Veronica die andere Gruppe übernehmen werden.

"Habt keine Angst, meine Süssen, ich werde euch jetzt retten!" Marguerite nimmt alle Käfige von den Ästen, die als Haken gedient haben, ab und öffnet die Türchen. Sie erhält ganz viele Dankeschöns. Doch eine Fee bleibt bei ihr.

"Was ist los mit dir? Willst du nicht auch in die Freiheit gehen?"

"Ich bin Emilie, die Beschützerin deiner Tochter! Ich bin so froh, dass ihr gekommen seid und uns gerettet habt! Als Dankeschön werde ich dir einen Wunsch erfüllen!"

"Mir... einen Wunsch?"

"Ja, meine teuerste!"

"Ich wünsche mir, dass ich meine Mutter finden werde!"

"Dann soll es so sein!" Die Fee greift in ihr Täschchen und streut Zauberstaub in Marguerites Augen. Dann verlässt sie den schrecklichen Ort.

In der Zwischenzeit konnte Roxton einen erschiessen und ist gerade zusammen mit Challenger dran, die Kreaturen in das Feuer zu stossen.

Finn hat mehrere Gnome mit ihrer Armbrust erledigen können und Veronica kickt einem nach dem anderen ins Feuer. Endlich sind alle Gnome in die Hölle gekommen. Die fünf Freunde werden wieder in das grelle Licht eingehüllt und bekommen wieder ihre Gedanke zurück.

"Jetzt sind alle Gnome, die auf dem Plateau leben, vernichtet!" behauptet Challenger, doch das stimmt nicht ganz, es gibt noch einen Gnom, der sitzt in seinem Behälter im Baumhaus und leistet Ravell Gesellschaft!

5.12 Besessen

Mailyn schläft in ihrem Bettchen. Marguerite und Finn haben gerade ein Frauengespräch zu Ende geführt. "Hey, hätten du und Mailyn Lust heute mit mir in den Garten zu gehen?" fragt Finn ihre Freundin.

"Danke, aber wir verbringen unseren heutigen Tag im Baumhaus mit spielen und malen, ist das okay für dich?"

"Sicher! Dann bis am Mittag!" Finn möchte gerade gehen, als Marguerite sie zurückhält.

"Ich bin froh, dass zwischen uns jetzt alles wieder geklärt ist!"

"Ja, das bin ich auch!" Dankend gibt die Blondine Marguerite einen Kuss auf die Wange. Dann geht sie zur Tür. "Was machst du eigentlich die ganze Zeit im Garten?" erkundigt sich die Brünette bevor Finn ganz verschwunden ist.

"Ich habe das so eine Blume, die ich pflege! Ich hoffe, dass sie heute endlich ihr Köpfchen öffnet!" "Na dann, wünsche ich dir viel Glück!"

"Danke!" Und dann verlässt Finn endgültig das Zimmer. Marguerite schaut ihr entzückt hinter her <Ich bin so froh, dass wir sie mit aus der Zukunft mitgenommen haben!>

 

Es ist ein wolkenloser Tag, die Sonne scheint. Finn steht im Garten und betrachtet ihre lilafarbene Blume. "Jetzt komm schon, öffne deine Blüte endlich! Wie lange willst du dich noch verstecken und zieren?" Als ob die Blume Finn gehört hätte, öffnet sich ihr Köpfchen und das Lila zaubert Finn wieder in eine Trance.

"So schön bist du, so wunderschön!" Finn lehnt sich nach vorne um an der Blume riechen zu können, doch kaum hat sie den Geruch erfasst, werden ihre Pupillen plötzlich rabenschwarz.

"Jetzt ist es an der Zeit!" kommt es aus Finns Mund, aber in einer grässlich tiefen Männerstimme.

 

Mailyn ist erwacht. "Na, meine Süsse, wie geht es dir heute?" fragt Marguerite ihre Tochter liebevoll. "Schlecht!" sagt das Mädchen barsch und zerstört damit die gute Stimmung der Mutter.

"Was habe ich jetzt schon wieder falsch gemacht!?"

"Nicht du, aber Finn! Ihr ist etwas schreckliches passiert!"

"Finn ist im Garten und schaut ihrer Blume zu, was soll ihr da schon schlimmes passieren! Hör auf mit diesen Spielchen, ja? Benimm dich endlich wie ein normales Kind!" Dann verlässt Marguerite kopfschüttelnd das Zimmer und lässt ihre Tochter alleine darin zurück.

 

Marguerite kommt wütend ins Wohnzimmer und setzt sich an den Küchentisch ohne die anderen zu begrüssen. Ihre Laune ist jetzt hundsmiserabel. Veronica schenkt Roxton einen fragenden Blick.

"Guten Morgen, mein Schatz! Und hast du gut geschlafen?" neckt er sie.

"Mailyn hat heute wieder einmal einen Knall!" bringt sie es auf den Punkt.

"Wieso, was hat unsere Tochter jetzt schon wieder tragisches angestellt?" erkundigt er sich.

"Das ist nicht witzig! Sie behauptet, dass Finn etwas passiert ist, keine Ahnung was sie damit meint! Ich habe ihr gesagt, dass sie mit diesen Spielchen aufhören soll, doch die liebe Prinzessin hört ja nicht auf mich!"

"Und wo ist Mailyn jetzt?"

"Im Zimmer, wo denn sonst!" gibt sie schnippisch zurück. Sie greift nach der Kaffeekanne und möchte sich einschenken, doch der Kaffee ist alle!

"Wer hat ihn leer getrunken und nicht mehr aufgefüllt!?!" fragt sie genervt in die Runde.

"Ich bin der Schuldige!" meldet sich Challenger schüchtern. "Soll ich dir neuen machen?"

"Na, was denkst du denn!!!!!" fährt sie ihn sauer an.

<Wow, sind wir heute wieder mal schlecht gelaunt. Dieser Tag kann ja heiter werden!> Der Professor geht in die Küche und kocht frischen Kaffee.

"Ich werde mit Mailyn sprechen, vielleicht finde ich heraus was mit ihr los ist?" bietet Veronica an.

"Tu das!!!" Veronica verlässt dankend den Raum. <Hoffentlich ist Marguerite nicht den ganzen Tag so schlecht drauf! Was meint Mailyn nur mit Finn ist etwas passiert? Ich hoffe es ist nichts ernstes!>

Finn ist besessen. Sie weiss nicht was sie tut. Sie irrt durch den Dschungel, schlägt Äste von den Bäumen, zertrampelt wunderschöne Blumen, selbst als ein paar Meter neben ihr ein T-Rex, der hinter einem Raptor her ist, an ihr vorbei rennt, zuckt sie nicht mit den Wimpern. Kaltblütig tötet sie Vögel am Himmel.

"Die Welt wird mir gehören!!!" sagt wieder diese grässliche Stimme. Plötzlich bleibt der Finnkörper stehen und sagt wieder in ihrer normalen Stimme "Nein, ich werde gegen dich ankämpfen!"

"Das wirst du nicht schaffen, ich bin zu stark für dich, bald wird dein Körper mir gehören!!!!" Und weiter geht das Mädchen aus der Zukunft unter Kontrolle des Dämons.

 

"Hi Mailyn! Ich bin’s Tante Veronica" sagt die Blondine zu dem Mädchen, als diese sich nicht umgedreht hat, als sie das Zimmer betreten hat.

"Mama hasst mich jetzt!" sagt das Mädchen traurig ohne sich umzudrehen.

"Nein, das tut sie nicht!" versucht Veronica die Kleine zu trösten.

"Doch, das tut sie! Ich höre doch wie sie über mich schimpft!" Jetzt wendet sich das Mädchen zu Veronica um. Aus ihren Augen kullern dicke Krokodilstränen.

"Mailyn, es tut mir so leid! Willst du mir nicht erzählen, was mit Finn passiert ist?"

"Du glaubst mir doch eh nicht!"

"Wenn du mir nicht die Chance gibst dir zu glauben, dann hast du recht damit." Das Mädchen ringt mit sich. Soll sie das Geheimnis Veronica preisgeben oder wird diese sie nur auslachen?

"Finn ist besessen!" sagt Mailyn mit einem Seufzer, jetzt ist es raus.

"WAS????? Wie ist das denn nur passiert?" fragt Veronica geschockt.

"Sie hat an einer Blume gerochen und dann wurde sie...." Der Kleinen ersticken die Worte im Hals. Wieder hat sie Tränen in den Augen.

"Komm, wir werden ins Wohnzimmer gehen und es denn anderen erzählen!"

"Aber Mami....."

"Marguerite soll sich am Riemen reissen!" beendet Veronica den Satz, dann nimmt sie Mailyn auf die Armen und sie gehen zusammen in den Wohnraum.

 

"Lass mich gehen! Ich will meinen Körper nicht mit dir teilen!!!" schreit Finn. Sie kann die schlechte Seele in ihrem Körper nicht länger ertragen. <Wieso musste das ausgerechnet mir passieren?>

"Weil du mich kennst und du mich vernichten könntest! Und das wollte ich verhindern! Ich werde es schaffen, dich aus diesem Körper zu vertreiben und in die Hölle zu schicken!" antwortet wieder diese andere Stimme.

"Nein, das wirst du nicht! Ich werde so lange kämpfen bis du verschwunden bist!"

"Tja, das wird dir leider nicht gelingen, denn ich bin viel stärker als du! Das Schlechte wird siegen, weil es dich innerlich auffrisst!"

"Ha, das glaubst auch nur du! Das Gute wird gewinnen, da bin ich mir sicher!"

"Vielleicht sollte ich mal deinen Freunden einen Besuch abstatten!" kommt es dem Ungeheuer in den Sinn.

"Nein, das wirst du nicht wagen!" droht Finn ihm. Doch dann wird sie wieder von dem Dämon verdrängt und jetzt gehört ihm Finns Körper. Zielstrebig läuft er in Richtung Baumhaus.

 

"Was will sie denn hier?" fragt die Brünette genervt.

"Jetzt tu nicht so, Marguerite, immerhin ist sie deine Tochter!" sagt Veronica kopfschüttelnd. "Sie will euch etwas erzählen und nur so als Hinweis, ich glaube ihr!" Die Blondine nickt dem Mädchen aufmunternd zu. Dann beginnt die Kleine es zu erzählen....

"Sie muss an dieser Blume gerochen haben, die du aufgeschrieben hast!" beendet es Veronica.

"Die Agrafe Lilletta meinst du?" fragt Challenger verblüfft.

"Ja, genau die! Ich meine alles passt zusammen. Sie ist lila, öffnet ihre Blüte erst später wieder und schon damals hat Mailyn gesagt, dass sie anders macht!"

"Ja, das hat sie gesagt und gleichzeitig auf das Bild gedeutet. Damals wusste ich nicht, was sie damit meint!" mag sich Challenger jetzt wieder daran erinnern.

"Ich finde es trotzdem noch sehr unwahrscheinlich und absurd!" gibt Marguerite zu.

"Ich finde, dass alles ganz logisch klingt! Und was sollen wir jetzt machen?" fragt Roxton in die Runde.

"Ich habe keine Ahnung!" meint Veronica entrüstet.

"Wir müssen Finn finden und versuchen, die Person oder was auch immer sie besessen hat, aus ihrem Körper zu vertreiben!" sagt Challenger.

"Und wie sollen wir das anstellen? Wir wissen nicht wo sie sich zurzeit aufhält!"

"Dass weiss ich doch auch, Roxton, aber...." Challenger beendet den Satz nicht, denn man hört den Aufzug nach oben kommen, Finn steigt aus.

"Finn, geht es dir gut?" fragt Marguerite besorgt und geht ein paar Schritte auf ihre Freundin zu. Doch Finn antwortet nicht und schaut nur ganz böse drein. Die Freunde gehen langsam rückwärts hinter den Tisch. Finn lässt sich das nicht gefallen und rührt den Tisch, der zwischen ihr und ihren Freunden gestanden hat, mit links um.

"Oh, oh! Das sieht nicht gut aus!" meint Veronica.

"Warum hat sie nur so schwarze Pupillen?" fragt Roxton. Erst jetzt fallen auch den anderen die Veränderung in Finns Augen auf.

"Du hast recht, diese Augen sprechen definitiv Bänder: Sie ist besessen!" bestätigt Challenger. Finn stürmt auf Marguerite zu, die in letzter Sekunde noch ausweichen kann.

"Ah, lass uns in Ruhe, du Monster!" schreit die Brünette ihre Freundin an.

"Ich bin kein Monster, ich bin ein Dämon!" sagt wieder die abscheuliche Männerstimme.

"Was für ein Unterschied!" spöttelt Marguerite. Finn springt die Brünette an und verpasst ihr eine deftige Ohrfeige, dass sie bewusstlos auf dem Boden liegen bleibt. Roxton springt Finn wütend an. "Was hast du ihr nur angetan!" Doch auch er landet bewusstlos neben seiner Frau.

"Finn oder wer du auch immer bist, sei vernünftig und lass uns in Ruhe!" versucht Veronica die Blondine zu überreden.

"Ich werde die Welt beherrschen und das wird niemand von euch verhindern können!" Sie wirft Veronica über einen Tisch auf den Boden, diese bleibt dort wie die anderen beiden regungslos liegen. Jetzt geht Finn auf Challenger zu, dieser versucht Mailyn zu beschützen "Von mir aus, schlage mich zu Tode, aber tu dem Mädchen nichts!" Finn beachtet das nicht und kommt immer näher auf ihn und das Kind zu.

"Mailyn, geh in den Lift und verstecke dich im Dschungel" flüstert Challenger dem Mädchen zu. In der Zwischenzeit lenkt der Professor Finn ab, indem er in die Küche flüchtet und dort alles auf den Boden schmeisst, was ihm zwischen die Hände gerät. Das gibt einen so grossen Lärmen, dass Finn tatsächlich das Geräusch des Liftes nicht hört. Doch nun muss auch er daran glauben.

Nachdem Finn alle erledigen konnte, geht sie nach draussen. Zurück bleibt ein durchwühltes, chaotisches und verwüstetes Baumhaus.

 

"Wo ist Mailyn? Finn hat meine Tochter gekidnappt!" Marguerite ist ausser sich, sie kann ihre geliebte Tochter nirgends finden. Alle helfen ihr suchen, ausser Challenger, der immer noch bewusstlos auf dem Küchenboden liegt. Doch von Marguerites Geschrei ist er nun auch aufgewacht. "Ich habe sie in den Dschungel geschickt und ihr gesagt, dass sie sich dort irgendwo verstecken soll!" "Im Dschungel!!!!!!!! Bist du verrückt oder was!? Dort hat es Raptoren und gefährliche Saurier, ausserdem leben dort die heisshungrigen Affenmenschen!" schreit Marguerite ihn verzweifelt und wütend zugleich an.

"Wieso? Was hast du nur? Hätte sie lieber vom Dämon gekidnappt oder schwer verletzt werden sollen?"

"Nein, natürlich nicht, George! Tut mir leid für den Ausraster! Ich mache mir halt nur so grosse Sorgen um sie!" gibt Marguerite zu.

"Dann lasst sie uns jetzt suchen gehen!" schlägt Roxton vor.

"Gute Idee, Roxton!" meint Veronica und dann machen sich die vier Freunde auf die Suche nach der kleinen Mailyn.

 

 

Schon nach kürzester Zeit haben sie Mailyn unter einem Busch, nicht weit vom Baumhaus entfernt, gefunden, Marguerite schliesst sie überglücklich in ihre Arme.

"Es tut mir so schrecklich leid, dass ich nicht netter zu dir war! Ich hab dich wirklich ganz doll lieb!"

"Ich hab dich auch lieb und dich, Daddy, hab ich auch gern!"

"Ach, meine süsse Prinzessin!" Er schliesst seine Frau und Tochter in eine grosse Umarmung ein.

"So, jetzt müssen wir nur noch Finn finden!" unterbricht Veronica die Wiedersehensfreude. "Was denkt ihr, wo könnte sie sein?"

"Ich weiss es nicht, Veronica!" meint Roxton.

"Aber ich!" sagt Challenger "Wir wollten doch vor ca. eineinhalb Jahren durch diese Höhle gehen! Plötzlich tauchte dieser Kopf des Weltzerstörers auf. Er hat meinen Körper erfasst. Vielleicht hat der Dämon vor, genau diese Seele wieder freizulassen!"

"Das klingt logisch!" stimmt Roxton zu.

"Na dann, lasst uns zu dieser Höhle gehen!" sagt Veronica. Dann machen sich die Freunde auf den Weg zur besagten Höhle.

 

Als sie bei der Höhle ankommen, sehen sie Finn davor stehen.

"Entweder ist dieser Zerstörer von ihr bereits befreit worden, oder sie ich meine er will den Augenblick geniessen!" flüstert Marguerite den anderen zu.

"Ich hoffe, dass letzteres stimmt!"

"Das hoffe ich auch, Veronica!" meint Roxton.

"Angenommen, wir könnten sie vor dem Eintritt in die Höhle hindern, wie werden wir dann den Dämon in ihr los?" Veronica schaut Challenger gespannt an.

"Ich habe keine Ahnung!"

"Lasst uns sie jetzt fangen und den Rest können wir immer noch zu Hause besprechen!" meint Marguerite ungeduldig.

"Aber wie wollen wir sie einfangen, ich meine sie ist recht stark!" gibt Roxton den anderen zu bedenken.

"Ich habe schon gehofft, dass ich diesen Giftpfeil mal einsetzen könnte!" sagt Veronica und zeigt ihnen einen hölzernen Pfeil.

"Ein Giftpfeil, aber wird sie damit nicht sterben?" fragt Challenger unsicher.

"Nein, nur gelähmt, das ist ja das Gute daran!"

"Und wie lange wird sie gelähmt sein?" erkundigt sich Roxton.

"Ca. 5Stunden, wir können sie zu Ravell und den Gnom dann sperren!"

"Das ist eine gute Idee! Auf geht’s!" Bevor sie angreifen machen sie noch einen Plan. Der Plan ist es sie von allen Seiten, sowie der Gnom, einzukreisen. Das gelingt ihnen auch, jetzt wirft Veronica Finn den Giftpfeil an, diese sinkt sofort auf den Boden. Roxton trägt sie nach Hause, die anderen folgen ihm. Sie fesseln Finn an einen Stuhl und sperren sie in die Kammer, wo auch Ravell und der Gnom sind.

Die vier Freunde beraten die Lage: "Und was jetzt! Ich meine, der Dämon wird ihren Körper wahrscheinlich nicht freiwillig verlassen!"

"Ja, leider, Marguerite!" sagt Challenger.

"Wir könnten Hilfe gut gebrauchen!" sagt Veronica. Alle stimmen ihr zu.

Weiter zum 3.Teil


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