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6.01 Retter in der Not

Malone hat den Amazonas heil überstanden und ist nun am Bergtunnel angelangt. Alles scheint wie immer zu sein, doch was Malone am anderen Ende erwartet, hätte auch er sich nie erträumen lassen.

"Wow, hier hat es sich aber enorm verändert" meint er, während er die Sträucher und Bäume betrachtet, die nun einiges an Blättern und Blumen zugenommen haben.

"Ich war doch gerade mal ein halbes Jahr fort" behauptet der Journalist und versucht sich einen Weg durch das Gestrüpp zu bahnen. Doch es versperren ihm zu viele Äste den Weg.

"Mist, ich werde das so nie schaffen!" Da hat Ned eine Idee. "Ich könnte versuchen mir einen Ast zu nehmen und so mir den Weg frei schlagen."

Er bricht einen Ast vom nächstliegenden Baum ab, doch er hat Mühe das Ding zu halten, weil der Ast so viele Blätter und kleinere Äste trägt. "Da muss wohl oder übel mein Sackmesser seine Dienste erledigen, schliesslich habe ich es ja für solche Fälle!" Er kramt in seinem Rucksack nach dem Messer, er hat es bereits erfühlt.

Jetzt zieht er das rote Ding heraus und ehe er sich versieht, ist das kleine Messer zu einem prächtigen Schwert geworden.

"Wow... aber das ist doch unmöglich!" Er blickt an sich hinunter, er ist jetzt wie ein Prinz gekleidet. Er trägt weisse Hosen, ein blaues Hemd, das mit Pailletten bestickt ist und darüber einen silbernen Umhang. Auf seinem Kopf trägt er einen Hut und als er den Hut abnimmt, entdeckt er, dass eine Krone daran genäht ist.

"Was geht hier nur vor sich?"

 

In London

"Und Ravell, wie kommen Sie mit den Pferden zu recht?" erkundigt sich der Butler bei ihm.

"Es geht."

"Und was ist mit Frederica, wie macht sie sich?" will Louis weiter wissen.

"Gut, ich kann sie füttern und auch beim Reiten macht sie mir keine Mühen! Sie folgt mir und bockt auch nur selten. Wieso fragen Sie?" Ravell ist überrascht.

"Nun, Frederica ist kein einfaches Pferd. Sie braucht viel Zuneigung, was Sie ihr offensichtlich auch geben."

"Ja!? Ich wusste gar nicht, dass Rica ein kompliziertes Pferd ist. Ich hatte nie diesen Eindruck! Vielleicht liegt es daran, dass ich sie einfach sehr gerne habe!" gesteht der ehemalige Sklavenanführer.

"Und ich denke, das Frederica genau das spürt! Wir hatten viele Stallburschen, jeder versuchte sie zu reiten, doch niemand hat es geschafft! Wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich behaupten, dass das Pferd in Sie verliebt ist."

"Denken Sie das wirklich?" fragt Ravell erstaunt.

"Ja! Ausserdem glaube ich, dass Sie durch die Arbeit und das Kümmern um Frederica ein besserer Mensch geworden sind. Was sagen Sie zu ihrer Verteidigung?" scherzt der Butler.

"Nun, Louis, ich muss sagen, dass ich mich wirklich gebessert habe. Ich bin jetzt der Meinung, dass ich damals in der verlorenen Welt übergeschnappt war..." gibt Ravell kleinlaut zu.

"Und wie steht es mit Marguerite? Sind Sie immer noch in sie verliebt?"

"Ich kann es nicht sagen.... ich weiss nur, wenn Rica ein Mensch wäre, würde ich sie ohne zu Zögern heiraten!"

"Interessant! Nun, ich halte Sie von der Arbeit ab. Machen Sie weiter so! Bis zum Mittagessen." Mit diesen Worten lässt der Butler ihn alleine zurück.

 

In der verlorenen Welt

Malone hat nicht lange überlegt und bahnt sich nun einen Weg durch den Urwald. Er kommt am See, wo Roxton und Marguerite drin gebadet haben vorbei.

"Das ist ein schöner Ort" meint der Journalist. "Vielleicht kann ich mal Veronica hierhin einladen, wenn wir über alles gesprochen haben." Er geht näher ans Wasser rann und als er an einem grossen Felsen vorbeiläuft, entdeckt er seinen Freund, Roxton, auf einer Wolldecke liegen. Den Rücken zu ihm gewendet.

"Roxton! Roxton!" ruft der Reporter ihm zu, doch er bekommt keine Antwort nicht einmal ein Kopfnicken oder eine Bewegung. denkt Malone und geht einige Schritte näher.

Erst jetzt bemerkt er, dass es zwei Personen sind, die auf der Wolldecke liegen. Als er noch näher rann geht, bleibt er plötzlich stehen und meint zu den beiden:

"Ihr hättet euch auch ein Zimmer nehmen können!" Doch wieder geschieht nichts. "Hallo, ich spreche mit euch! Falls ihr mich jetzt versucht zu ignorieren, es funktioniert nicht!" Langsam kommt sich Ned ein bisschen lächerlich vor. Er tippt Roxton an die Schulter.

Als wieder nichts geschieht, geht er um ihn herum und sieht, dass beide, der Lord und Marguerite, schlafen.

"Naja, dann wünsche ich euch gute Nacht und bis später im Baumhaus!" Mit diesen Worten lässt er das Paar in Frieden schlafen und begibt sich zum Baumhaus.

 

In London

"Jesse, was machst du denn hier?" fragt Madame Roxton überrascht, als die Ehefrau von Challenger vor ihrer Tür steht.

"Hallo Silvia, lange nicht mehr gesehen!"

"Das kann man wohl sagen. Wie ist dein Wohlbefinden?" erkundigt sich die Mutter von Roxton.

"Gut, ich kann mich nicht beklagen. Und wie geht es dir?"

"Danke, es könnte nicht besser gehen. Hast du einen bestimmten Grund, dass du mich besuchen kommst?" will Silvia wissen, weil sich das Ganze ein bisschen schroff angehört hat, fügt sich noch hinzu: "Ich meine, nicht dass du unerwünscht wärst, im Gegenteil es freut mich dich wieder mal zu sehen und mit dir tratschen zu können..."

"Ja, ich habe einen Grund, warum ich hier bin! Ich wollte dich bitten mit mir in die verlorene Welt zu gehen um die anderen zu überraschen. Sie würden sich sicher sehr darüber freuen... was hältst du davon?"

"Ich weiss nicht so recht. Sicher würde ich John gerne wieder mal zu Gesicht bekommen, aber stören wir da denn nicht? Ich meine, wir sind auch nicht mehr die Jüngsten!"

"Das ist mir alles bewusst. Trotzdem würde ich gerne dorthin gehen zusammen mit dir. Silvia, bitte, gib dir einen Ruck!" fleht Jesse sie an.

"Na schön, ich komme mit, ich könnte eine Auszeit gut gebrauchen..."

"Sag ich doch!" unterbricht Jesse sie.

"Ich muss nur noch Louis und Ravell Bescheid geben und die Koffer packen, dann kann es losgehen!" "Okay, wir treffen uns in einer Stunde wieder hier!" schlägt Jesse vor.

"Gut. Dann bis später!"

"Bis bald!" Jesse verlässt das Avberry Gelände und geht nach Hause ihre Sachen packen, obwohl sie den Grossteil bereits vorgepackt hat, kontrolliert sich nochmals alles nach. Schliesslich darf sie nichts vergessen.

 

In der verlorenen Welt

"Oh Mann! Wie können meine Freunde sich nur bewegen, der ganze Weg ist ja versperrt mit Ästen!" behauptet Malone, als er es endlich bis zum Baumhaus geschafft hat. Er betrachtet es und bemerkt, dass es überall Rosen hat, auf dem Dach, am Baumstamm, sogar der Balkon ist mit Rosensträuchern versehen.

"Hoffentlich funktioniert der Lift noch bei diesem Dickicht!" meint der Reporter mit ein sarkastischen Unterton in der Stimme.

Er drückt den nach unten Knopf, man hört ein Rattern und Knarren, doch der Lift bleibt oben.

"Hier stimmt doch was nicht!" Schliesslich ist er ein Prinz, alles schläft und ist überwachsen.

"Oh nein, sag mir jetzt bitte nicht, dass dies das Märchen des Dornröschen sein soll... ich befürchte fast, es ist so! Und wenn es so ist, dann liegt Veronica dort oben in ihrem Bett. Sowie das Dornröschen im Turm gefangen war. Die Frage ist jetzt: Wie komme ich ins Baumhaus?" Der Journalist schaut sich um. Da sticht ihm eine Liane ins Auge. "Na, dann wollen wir mal!"

 

In London

"Klingeling" Jesse steht wieder an der Türe, diesmal ist sie vollbepackt mit Koffern und Taschen. "Hast du etwa vor dort für den Rest deines Lebens zu wohnen, oder warum nimmst du so viel Gepäck mit?" will Silvia, Roxtons Mutter, wissen.

"Genau das habe ich vor, denn ich will George ein für allemal bei mir haben! Uns soll ab jetzt nichts mehr voneinander trennen" sagt Jesse entschlossen.

"Dann habt ihr nachher zwei Häuser, eines in London und eines in der verlorenen Welt?"

"Das ist mein Plan! Wollen wir?" Jesse will gerade gehen, als sie bemerkt, dass Silvia immer noch nicht umgezogen ist.

"Wo sind deine Koffern, so können wir unmöglich gehen und..."

"Ich weiss nicht so recht ob wir wirklich gehen sollten. Wir haben niemanden der uns dorthin fährt, wir sind nicht mehr die Jüngsten, darum werden wir es nicht schaffen das Kanu zu paddeln."

"Na, dann nehmen wir eben Louis mit!"

"Das geht nicht, Jesse. Er muss Ravell unter Kontrolle halten und auf das Haus auf passen!"

"Na, dann werde ich es eben allein versuchen!" beleidigt wendet sich Challengers Frau von ihrer Freundin ab. "Jesse, jetzt mach keinen Fehler!" ruft Roxtons Mama ihr verzweifelt hinter her, doch Jesse geht einfach davon.

 

In der verlorenen Welt

Malone hat es endlich geschafft an der Liane hinauf zu klettern und den Balkon erreicht. Völlig aus der Puste setzt er sich erstmals auf die Bank und ruht sich aus.

versucht er sich wach zu halten. Ihm fallen beinahe die Augen zu, zum Glück kann er sich gerade nochmals wach rütteln.

"So, jetzt ist aber Schluss damit, ich bin gar nicht müde, das bilde ich mir doch nur ein." Er steht entschlossen auf und schlendert durchs Wohnzimmer. Ned erblickt Finn und Mailyn am Tisch sitzen, die beiden schlafen ebenfalls.

Malone geht zu ihnen hin. "Also heute wundere ich mich über gar nichts mehr!" Er entdeckt das Bild von Mailyn. "Meine Heldin... Finn ist also ihre Heldin! Das wundert mich nicht, denn die Blondine ist jung, sportlich und voller Lebensfreude. Sie hat eine sympathische Ausstrahlung, damit zieht sie alle Blicke auf sich."

Der Reporter geht weiter bis zu Veronicas Zimmer hin. Er öffnet die Türe einen Spaltbreit und blickt hinein. "Da liegt sie ja... wow sie sieht einfach grandios aus!" meint Malone, als er seine Frau in einem weissen Kleid auf dem Bett liegen sieht.

Er geht zu ihr hin, lange Zeit betrachtet er seine Frau. Er setzt sich auf ihre Bettkante und streicht Veronica eine Locke aus dem Gesicht. Dann beugt er sich zu ihr hinunter und küsst die Blondine sanft auf den Mund.

Jetzt streckt und reckt sie sich und öffnet noch ganz schlaftrunken die Augen "Ned... Ned bist du es wirklich?" fragt sie überrascht und freudig zu gleich. "Aber wie bist du nur gekleidet?" meint sie, als sie seine Kleidung sieht.

"An was magst du dich noch erinnern?" fragt er seine Frau.

"Ich habe eine Rose berührt und mich an einer Dorne gestochen, dann bin ich eingeschla.... Oh mein Gott, ich bin tatsächlich das Dornröschen und du bist mein Prinz!" erst jetzt fällt ihr wieder ein was für eine Frage sie gestellt hat: "Du bist der RICHTIGE für mich! Ned, ich liebe dich!" Sie nimmt seinen Kopf in ihre Hände und küsst ihn zurück.

Malone ist von dieser Geste ganz überrascht, doch er geniesst es sehr. Als sie sich voneinander wieder getrennt haben, umarmt er seine Frau und flüstert ihr ins Ohr: "Ich liebe dich auch!"

Roxton erwacht. "Oh ich muss wohl eingeschlafen sein! Es tut mir leid, Ma..." Er blickt neben sich. Seine Frau schläft ebenfalls.

Er zieht sie näher zu sich heran. meint der Lord, als er sieht, dass sie immer noch im Badeanzug ist.

Er geht langsam zu den Kleidern hinüber zieht sich an und geht dann wieder zu Marguerite zurück. Er nimmt sein Hemd, welches er noch nicht angezogen hat, wickelt Marguerite darin ein, legt seinen Arm um sie und macht es sich wieder bequem.

 

In der Zwischenzeit ist alles wieder normal in der verlorenen Welt geworden. Es sind keine Rosen mehr zu sehen, der Urwald ist wieder begehbar und die Kleidung von Malone und Veronica ist verschwunden.

"Und du warst tatsächlich das Dornröschen?" Finn kann die Geschichte immer noch nicht glauben. "Ja, ich meine, warum hast du sonst geschlafen!"

"Keine Ahnung, vielleicht hat Challenger was in das Essen gemischt!" behauptet das Finny.

"Nein, das habe ich nicht!" Der Professor ist im Wohnzimmer erschienen.

"Sorry, George, aber es hätte doch sein können!" versucht sich die Blondine herauszureden.

"Das würde ich euch nie antun. Schön dich wieder bei uns zu haben, Malone. Wir haben dich vermisst!"

"Ich habe euch auch vermisst!" gesteht der Reporter.

 

Endlich erwacht Marguerite. Sie schaut sich verschlafen in der Gegend um. "Wo bin ich hier?"

"Am See. Und hast du gut geschlafen?" erkundigt sich Roxton.

"Ja, als ob ich tot oder versteinert gewesen wäre!"

"Eigenartig, mir ist dasselbe ergangen!"

"Vielleicht hat Challenger was in unser Essen gemixt" behauptet die Brünette.

"Unwahrscheinlich, denn wir sind ganz früh am Morgen aus dem Haus gegangen!" Roxtons Bauch fängt an zu knurren.

"Hast du etwa Hunger?"

"Ja, riesigen! Lass uns zurück ins Baumhaus gehen!"

"Gute Idee!" Marguerite steht auf und betrachtet sich. "Wie bin ich denn nur angezogen!?" fragt sie erstaunt.

"Ich wollte nicht, dass du einen Schnupfen kriegst!"

"Danke!" Sie gibt ihm einen Kuss, dann packen sie die Wolldecke zusammen und machen sich auf den Weg zurück ins Baumhaus.

6.02 Ein altes Gesicht

Alle sitzen am Tisch und geniessen das Abendessen, vor allem aber schmeckt es Marguerite sehr gut. "Ich habe dein Essen vermisst!" gesteht sie Malone.

"Sie hat es nur vermisst, weil sie jetzt nicht mehr kochen muss!" flüstert Roxton Ned zu.

"Das habe ich gehört!" behauptet die Brünette gespielt beleidigt.

"Ich hoffe, dass ihr nicht nur mein Essen vermisst habt!" meint Ned.

"Ich habe deine Kameradschaft vermisst, wenn ich jagen gehen musste!" meint der Lord bestimmt.

"Ich habe deine Storys vermisst, die du geschrieben hast und die ich dann immer lesen durfte!" gibt Challenger seinen Senf dazu.

"Ja, genau, die habe ich auch vermisst und natürlich deine Küsse... ähm.... ich meine... ähm... ich..." stottert Veronica, ihr ist das Gesagte offensichtlich peinlich, denn ihre Wangen bekommen einen leichten rosa Touch.

"Veronica, das muss dir doch nicht peinlich sein, schliesslich seid ihr doch verheiratet" versucht Finn ihre Freundin aufzumuntern.

"Okay" meint Veronica unsicher. Plötzlich hört man ein lautes Knacken. Roxton lauscht gespannt und fragt dann: "Habt ihr das auch gehört?" Die Freunde bejahen es mit nicken.

"Was denkt ihr, wer ist da draussen?" will Marguerite wissen.

"Affenmenschen!" sagt das Finny sofort.

"Nein, dafür wären es zu wenige. Affenmenschen jagen in einem Rudel. Ich höre aber nur jemanden oder was auch immer dort unten ist, sich bewegen!"

"Könnte es ein T-Rex sein?" fragt Ned ein bisschen ängstlich. Ihm hat der lange Aufenthalt in London nicht gut getan, was seine Schüchternheit und Ängstlichkeit betrifft.

"Nein, Saurier schleichen nicht, die trampeln herum!"

"Aber, wer oder was ist dann da unten, Veronica?" fragt Marguerite verzweifelt.

"Keine Ahnung! Jemand sollte nach....." Doch Veronica wird durch einen lauten Knall und einem Aufschrei unterbrochen.

"Da ist jemand auf unsere Mienen getreten" meint Challenger schadenfroh.

"Lasst uns nachschauen gehen!" übernimmt Roxton die Führung. Alle stehen auf und begeben sich auf den Balkon, beugen sich über das Geländer und blicken nach unten.

"Könnt ihr etwas erkennen?" fragt das Finny. Wegen der Dunkelheit, ist es schwer jemanden ausfindig zu machen.

"Aber das ist doch...." sagt Veronica geschockt.

"...unmöglich!" beendet Marguerite den Satz.

"Wer oder besser gesagt was ist das?" fragt Finn in die Runde.

"Tribune! Was macht der denn schon wieder hier." Der Brünette passt es gar nicht, dass die Echse schon wieder bei ihnen aufkreuzt.

"Hey! Er hat sich gebessert!" verteidigt Malone ihn.

"Nur weil du und er Partner waren, ändert das nichts an meiner Meinung zu diesem Schleimbeutel!" "Das ist also Tribune, der Echsenmann?" erkundigt sich das Finny.

"Ja, Finn, das ist unser lieber alter Freund Tribune" sagt Roxton extra um Marguerite aus der Fassung zu bringen, was ihm auch gelingt.

"Nur weil er dir das Leben gerettet hat, heisst das nicht, dass er unser Freund ist! Schliesslich ist wegen ihm Summerlee gestorben!" behauptet die Brünette rasend vor Wut. Marguerite ist nie bewusst gewesen wie viel ihr Summerlee bedeutet hat, bis der alte Mann nicht mehr da war. Er ist für sie wie ein Grossvater gewesen, den sie nie hatte.

"Man weiss nicht, ob er tot ist!" sagt Challenger sofort. "Vielleicht hat er den Sturz überlebt..."

"Ja, ja und die weiteren fünf Jahren ebenfalls!" unterbricht Marguerite ihn "Das glaube ich nicht! Jedem würde ich es zu trauen, alleine im Dschungel zurecht zu kommen, aber nicht Summerlee. Er war einfach zu alt für dieses Abenteuer in die verlorene Welt!" Sie wendet sich schnell von den anderen ab, damit sie ihre wässerigen Augen nicht sehen können.

"Es geschehen aber ab und zu Wunder!" meint der Reporter.

"Ähm, ich will euch bei eurer Diskussion wirklich nicht stören" sagt Finn "aber was soll jetzt aus dieser Echse dort unten werden?"

"Lasst uns ihn holen gehen, er könnte sich ernsthaft verletzt haben!" meint Veronica besorgt.

"Das wäre mir so was von egal" behauptet Marguerite sauer. "Ihr könnt ihn von mir aus wieder zusammen flicken und pflegen, ich werde aber keinen Finger für ihn krumm machen!"

"Bitte, dann bleibst du eben hier oben, und zwar alleine!" sagt Roxton ein bisschen genervt.

Während die anderen Tribune holen gehen, bleibt Marguerite im Baumhaus und bringt Mailyn ins Bett.

 

Am nächsten Morgen will Marguerite gerade die Milch für Mailyn in die Küche machen gehen, als sie an dem Sofa im Wohnzimmer vorbei geht und eine altbekannte Stimme zu ihr sprechen hört: "Marguerite, wie schön dich wieder zusehen!"

"Das liegt nicht auf Gegenseitigkeit!" meint die Brünette schnippisch, während sie sich der Echse zu wendet. In den Armen hält sie Mailyn.

"Ich dachte immer, dass ihr einen Elektrischenzaun habt und nicht ein Mienenfeld, das Untieren vom Baumhaus fernhält" meint Tribune.

"Du meinst solche Untieren, wie du es bist!" sagt die Marguerite mit genervter Stimme.

"Hahaha, du hast deinen Humor nicht verloren, wie schön!"

"Ja, und meine Kaltblütigkeit dir gegenüber auch nicht."

"Na, na, na jetzt sei doch nicht so unfreundlich zu einem alten Freund!"

"Du bist nicht mein Freund!"

"Seit wann bist du so sauer auf mich, zwischen uns hat die Chemie doch bestens gestimmt!?"

"Ich würde deine Zunge hüten, ansonsten schlägt dich Mami gleich windelweich!" warnt die kleine Mailyn den Echsenmann. Sie hat wie sooft mit ihrer Mutter in Gedanken kommuniziert.

"Ist das etwa deine Tochter?" fragt Tribune erstaunt.

"Ja und, stört dich was daran!?"

"Nein im Gegenteil, ich bin überrascht, dass ausgerechnet du ein Kind hast. Wer ist der Vater?"

"Das bin ich!" Roxton stosst zu den beiden. Marguerite überreicht ihrem Mann dankbar die Kleine, da Mailyn auch zugenommen hat.

"Aha, du hast sie dir also doch noch angeln können, Applaus!" meint Tribune fröhlich und klatscht in seine Hände. Nun erscheinen auch Veronica und Ned im Wohnzimmer.

"Hallo Partner!" wendet sich Tribune sofort an den Reporter.

"Hallo! Und wie geht es dir?" erkundigt sich Malone.

"Besser..."

"Gut, dann kannst du ja jetzt wieder gehen!" fällt Marguerite ihm ins Wort.

"Warum bist du hier, Tribune?" will Veronica wissen.

"Ich habe etwas gefunden am Ende des Wasserfalls, das euch wahrscheinlich sehr interessieren wird!" "Und was ist es?" fragt Roxton gespannt, wie ein kleines Kind.

"Das verrate ich nicht!" sagt der Echsenmann mit seinem wohlbekannten Grinsen auf dem Gesicht. Marguerite zögert keine Sekunde, sie packt sich ein Messer aus Veronicas Gürtel und hält es an Tribunes Kehle.

"Raus damit, oder dir wird das Lachen schlagartig vergehen"

"Marguerite, was machst du da?" fragt Challenger, der zusammen mit Finn nun auch ins Wohnzimmer gefunden hat, ein bisschen geschockt.

"Das geht nur ihn und mich was an!" sagt die Brünette, während sie das Messer fester an die Kehle der Echse drückt.

"Süsse, lass ihn doch!" sagt das Finny sanft und zieht ihre Freundin von dem Echsenmann weg.

"Danke, und wer bist du?" erkundigt sich Tribune.

"Ich bin Finn, ich komme aus der Zukunft!" Sie streckt ihm höflich die Hand hin. Die Echse erwidert diese noble Geste. "Wenn doch nur alle hier so offenherzig wie dieses Mädchen wären!" murmelt Tribune vor sich hin. Marguerite will sich wieder auf ihn stürzen, doch Roxton hält sie zurück.

"Lass dich von ihm doch nicht schikanieren! Liebling, geh wieder ins Schlafzimmer, ja!?" schlägt Roxton seiner Frau vor und überreicht ihr Mailyn. Beleidigt verlässt sie die Gruppe.

 

Die Freunde haben sich genügend Zeit gelassen um sich die Geschichte von Tribune anzuhören. Marguerite blieb artig in ihrem Zimmer. Endlich klopft es an der Türe und Roxton betritt das Zimmer.

"Wir werden gleich losgehen, Veronica und Malone bleiben hier!" gibt Roxton Auskunft.

"Wie schön für euch! Und was hat er so besonderes am Ende des Wasserfalls gefunden, etwa eine Höhle voller Diamanten?" fragt Marguerite beleidigt.

"Er hat es uns nicht verraten!"

"Und wenn es wieder einen Hinterhalt ist?" sagt die Brünette bestürzt.

"Dann musst du eben alleine für Mailyn sorgen!"

"Das ist nicht witzig, John!" Erst jetzt sieht Roxton die roten Augen von Marguerite, sie muss wohl die ganze Zeit geweint haben.

"Hey, Liebling, es tut mir leid, wenn ich dich verärgert habe!" Roxton geht zu seiner Frau hinüber und schliesst sie in seine Armen.

"Ich will nicht, dass du mit ihm gehst, wenn er euch umbringt, dann....." ihr bleiben die Worte im Hals stecken. Sie schluchzt auf.

"Mir wird schon nichts passieren, und ehrlich gesagt, denke ich nicht, dass er uns jetzt noch umbringen will." Er gibt Marguerite einen Kuss auf die Stirne. "Wir sind zum Abendessen wieder zurück, okay?" Marguerite nickt nur. Der Lord drückt sie zum Schluss noch einmal ganz fest zu sich und flüstert ihr ins Ohr: "Ich liebe dich!" Dann verlässt er das Zimmer.

 

Finn, Challenger, Roxton und Tribune sind nun schon seit Stunden unterwegs. Challenger beginnt langsam die Nerven zu verlieren: "Tribune, wie lange dauert das noch?"

"Nicht mehr lange" behauptet die Echse.

"Das hast du schon vor einer Stunde gesagt!" meint Roxton ungeduldig. Jetzt kommen das Quartett am Abgrund des ausgetrockneten Wasserfalls an. Challenger überreicht Tribune das mitgebrachte Seil. "Okay, jemand sollte hier oben bleiben! Die restlichen werden mit mir da hinunter steigen" sagt Tribune in die Runde.

"Gut, dann bleibe ich hier oben. Schliesslich bin ich auch nicht mehr der Jüngste!"

"Danke, Challenger! Okay, ich werde zuerst hinunter steigen, dann Finn und dann, du Roxton!"

"Geht klar!" sagt der Lord gehorsam. Sie binden das Seil am nächstliegenden Baum fest und dann klettert einer nach dem anderen hinunter in die Tiefe.

"Nicht nach unten schauen, meine Freunde!" mahnt die Echse Finn und Roxton.

"Keine Sorge, wir sind beide schwindelfrei" behauptet das Finny.

"Gut!" Endlich sind sie unten völlig aus der Puste angekommen. Sie folgen Tribune dem leeren Flussbett entlang, bis sie vor einer mickrigen Pfütze stehenbleiben, die einst ein tiefer See war.

"Und, wo bleibt die Überraschung?" erkundigt sich Roxton ungeduldig.

"Da vorne!" Tribune deutet auf einen grossen Baum, an dem ein Skelett gestützt ist. Die Freunde gehen näher hin, so Nahe bis sie die Person, oder besser gesagt das Skelett identifizieren können.

"Das ist doch..."

 

Marguerite konnte Mailyn nun endlich die Milch geben und nun liegt das Mädchen wieder in ihrem Bettchen. Marguerite singt ihr ein Schlaflied vor, es dauert nicht lange und das Mädchen reibt sich die müden Äuglein und gähnt herzhaft drauf los. Mailyn schläft friedlich ein. Marguerite deckt ihr Tochter liebevoll zu und beschliesst dann zu ihrer Freundin hinüber zu gehen.

Marguerite hat sie in Veronicas Zimmer, im Wohnzimmer und sogar auf dem Hof gesucht, doch das Paar bleibt verschwunden.

Marguerite spürt das dringend mal muss und betretet das Badezimmer, als....

"Oh mein Gott, nicht schon wieder!" ruft die Brünette aus "Wieso muss dass immer mir passieren, es tut mir unheimlich leid!" Marguerite ist genau in dem Moment reingeplatzt, als grad der Höhepunkt des Paares stattgefunden hat. Veronica und Malone liegen in der Badewanne und wie es nicht anders seine könnte... natürlich unbekleidet.

"Ähm, Süsse, könntest du uns wieder alleine lassen?" fragt Veronica ihre Freundin mit ganz sanfter Stimme.

"Aber sicher! Dann wünsche ich euch noch viel.... ähm... ja, ich wünsche euch noch viel Spass! Bis später!" Marguerite verlässt sofort das Badezimmer und begibt sich wieder zu ihrer schlafenden Tochter Mailyn.

"Das ist doch SUMMERLEE!" sagt Roxton geschockt.

"Was, das ist Professor Summerlee? Oder sollte ich besser sagen, das Skelett von Summerlee!" fragt Finn erstaunt.

"Ja, das ist er!"

"Wieso bist du dir das so sicher!?" will die Blondine wissen.

"Erstens, der Pfeil in dem Bauch, zweitens die braune Hose und das weisse Hemd und drittens seine Brille!"

"Naja, das sind wohl eindeutig Zeichen, dass er es ist!"

"Und habe ich euch zu viel versprochen?" fragt Tribune stolz.

"Nein! Danke, dass du uns hierher geführt hast! Ich denke wir sollten ihn mitnehmen." Roxton nimmt den mitgebrachten Sack und legt das Skelett dort hinein. Dann machen sich die Freunde wieder auf den Weg zurück zum Baumhaus. Challenger hat nicht schlecht gestaunt, als der Lord und Finn ihm das Skelett von Summerlee präsentierten.

 

"Hallo alle zusammen wir sind wieder zurück!" ruft Finn ins Baumhaus. Sofort stehen Marguerite, Veronica und Malone vor den Freunden.

"Und was war jetzt das grosse Geheimnis?" will Marguerite wissen. Roxton geht zu seiner Frau hinüber und umarmt sie, während Finn das Skelett aus dem Sack zieht.

"NEIN!!!! Arthur!" Marguerite, die sonst nie eine Träne zeigte und immer die starke spielte, kullern dicke Krokodilstränen übers Gesicht. Roxton zieht sie zu sich heran. Marguerite weint sich an Roxtons Brust aus.

"Ich hätte nie gedacht, dass er wirklich von uns gegangen ist! Er war doch so ein lieber Mensch!" schluchzt die Brünette.

"Oh, Summerlee!" Veronica beugt sich über das Skelett. "Danke, Tribune!"

"Keine Ursache!" gibt er kleinlaut zu.

"Und, was ist die Gegenleistung, was willst du von uns!" faucht Marguerite die Echse an.

"Nichts, denn ich habe mich geändert, so wie du!" Mit diesen Worten steigt Tribune in den Lift und verlässt entschlossen das Baumhaus.

6.03 Zuwachs

Es ist 6Uhr morgens. Finn kommt im Morgenmantel bekleidet ins Wohnzimmer getrottet, sie hat schlecht geschlafen. Zu ihrer Überraschung sieht sie, dass Veronica bereits in der Küche steht und gerade damit beschäftigt ist, ein Stück Brot genüsslich zu verzerren.

"Morgen Finn!" sagt sie mit vollem Mund.

"Hi! Warum bist du schon so früh auf? Und hast deine Kleidung schon an?" will das Finny wissen. "Ich hatte Hunger, ausserdem konnte ich nicht mehr schlafen!" behauptet die Blondine.

"Genau wie ich" meint Finn noch ganz verschlafen "Was isst du da eigentlich?"

"Brot mit Käse, Essiggurken, Erdbeeren und ganz viel Zucker.. Willst du auch kosten?" fragt Veronica und streckt ihrer Freundin das Brot hin.

"Nein, danke!" Finn verzieht angewidert das Gesicht. "Ich wusste gar nicht, dass du so etwas isst, zumindest habe ich noch nie gesehen, wie du das gesessen hast!"

"Tja, musst eben besser hingucken" meint Veronica nur zu dieser Behauptung.

"Ich geh dann mal wieder ins Bett, wollte eigentlich eine Milch schlürfen, aber mir ist leider der Appetit vergangen!" Bevor Veronica etwas dazu hätte sagen können, ist Finn auch schon wieder verschwunden.

Veronicas Magen beginnt zu rumoren... Die Blondine kann sich gerade noch ins Badezimmer schleppen, bevor sie sich übergeben muss.

 

"Sie hat heute morgen um sechs Uhr schon eine Scheibe Brot mit Käse, Essiggurken, Erdbeeren und ganz viel Zucker gegessen, das ist doch nicht normal!?" erzählt das Finny ihren Freunden, Roxton und Marguerite.

"Na, wenn es ihr schmeckt wieso nicht!" meint Roxton lachend dazu.

"Aber das ist doch merkwürdig. Habt ihr sie schon jemals solch komisches durcheinander gemischtes Zeug essen sehen?"

"Also ich nicht... Jedoch war ich auch noch nie morgens um halb sechs Uhr auf den Beinen."

"Ja, denn du schläfst meistens bis zehn Uhr, wenn nicht länger" zieht Roxton sie auf.

"Na und, ich habe eben einen guten Schlaf im Gegensatz zu dir!" gibt Marguerite ein bisschen sauer zurück.

"Hey ihr beiden, hört auf damit ja!? Wir haben weiss Gott andere Probleme!"

"Seit wann ist Essen denn ein Problem, Finn?" will Roxton wissen.

"Seit heute" sagt Finn gespielt beleidigt.

"Vielleicht sollten wir Challenger mal um Rat fragen?" schlägt Marguerite vor.

"Meint ihr wirklich, dass er uns dabei helfen kann?"

"Finn, ER ist der Wissenschaftler hier im Hause!" erinnert der Lord die Blondine.

"Okay, von mir aus. Jedoch bezweifle ich sehr, dass ausgerechnet Challenger uns eine Hilfe dabei sein soll. Ich meine, er hat es nicht einmal geschafft einen Nahrungsmittelersatz zu erfinden...."

"Aber du hast doch selbst gesagt, dass nicht einmal im 21.Jahrhundert das gelungen ist, wieso sollte er es dann schaffen!" unterbricht Marguerite ihre Freundin.

"Eben, er kennt sich zu wenig mit Nahrungsmitteln aus und deshalb...."

"Wer kennt sich zu wenig mit Nahrungsmitteln aus?" Challenger ist zu ihnen gestossen.

"Ähm... niemand!" behauptet das Finny.

"Aber du hast doch gerade eben noch davon gesprochen, oder irre ich mich da!?" wundert sich der Professor.

"Malone kennt sich zu wenig mit Nahrungsmitteln aus" behauptet Marguerite.

"Ja, genau... Wir haben gerade ausgelöst, wer mit Finn zusammen doch Kräuter suchen gehen soll, schliesslich müssen wir unseren Vorrat wieder ein bisschen auf bessern, nicht?" lügt Roxton ohne rot zu werden.

"Ja, und deshalb kommt Malone dabei nicht in Frage! Er ist ja nur ein Reporter und erst gerade wieder neu hier! Hast du einen Vorschlag, wer mich auf dieses Abenteuer begleiten könnte?" fragt Finn den Professor.

"Vielleicht" Challenger schaut Marguerite an "vielleicht sollte dich..." Bevor Challenger einen Namen sagen kann, fällt die Brünette ihm ins Wort.

"Also ich kann leider nicht mitkommen, ich muss auf Mailyn aufpassen" redet sich die Brünette raus. "Das letzte Mal als ich auf Kräutersuche zusammen mit Roxton war, mussten wir ein Schlammbad nehmen, weil der Ausschlag, welcher durch den Giftzumach verursacht wurde, nicht mehr mit beissen und kneifen aufhören wollte."

"Tja, wer ist schon so blöd und pflückt einen Giftzumach!?"

"John, ich bin nicht blöd!" Bevor die beiden Streithähnen sich wieder zanken können, schaltet sich Challenger wieder ins Gespräch ein: "Dann kannst du doch Finn begleiten!" meint der Professor zu Roxton.

"Das geht leider nicht, weil ich wieder einmal auf die Jagd gehen muss, ansonsten gibt es heute nur Brot mit Käse, Essiggurken, Erdbeeren und Zucker!" behauptet Roxton.

"Ja, allerdings passt dies nicht so ganz zusammen!" sagt Challenger bedenklich.

"Veronica könnte dir doch Gesellschaft leisten, schliesslich seit ihr beide für den Garten zuständig, In dem es Tausende von Unkrautsorten und sonstigen Kräuter gibt, nicht!?" argumentiert Marguerite.

"Ja, das ist eine gute Idee... Ich werde sie gleich fragen gehen!" Mit diesen Worten eilt Finn davon.

 

Es klopft an Veronicas Türe und Finn tritt ein. "Hast du Lust mit mir auf Kräutersuche zu gehen?" fragt sie ihre Freundin.

"Oh ja, sehr gerne sogar! Wann kann es losgehen?" erkundigt sich die Blondine. Das Finny ist ziemlich überrascht über diese positive Reaktion von Veronica.

"Ich muss nur noch die Bücher und Kräuterliste bei Challenger in Empfang nehmen und dann können wir auch schon los marschieren! Bin gleich zurück." Finn eilt aus dem Zimmer, Veronica ruft ihr noch hinterher: "Okay, bis dann!"

Als Finn jedoch nach einigen Minuten wiederkommt, sitzt Veronica immer noch auf dem Bett und starrt gedankenverloren aus dem Fenster.

"Süsse, können wir?"

"Was... wohin?" fragt das Dschungelfräulein verwirrt.

"Auf die Suche nach Kräutern, kommst du jetzt!?"

"Nö, hab kein Bock!"

"Ähm... WAS?" fragt diesmal Finn ganz verwirrt.

"Das ist langweilig, hab keine Lust dazu" behauptet Veronica.

"Aber vor zwei Minuten konntest du es kaum erwarten nach draussen zu gehen!" meint das Finny traurig.

"Tja, jetzt aber nicht mehr!" Veronica dreht das Mädchen aus der Zukunft zum Ausgang und schiebt sie einfach aus ihrem Zimmer. Dann knallt die Blondine die Türe zu und zurück bleibt nur eine verdutze und enttäuschte Finn.

 

Finn berichtet das Ganze wieder Roxton und Marguerite, diesmal ist Malone auch dabei.

"... und dann sperrte sie mich einfach aus ihrem Zimmer! Das hat sie vorher noch nie gemacht!"

"Vielleicht ist das eine neue Macke von ihr" behauptet Marguerite.

"Nein, denn das ist definitiv nicht Veronicas Art und Weise mit anderen Personen umzugehen!" widerspricht Malone der Brünette. "Mich hat sie heute auch einfach rausgeschmissen, obwohl ich gar nichts gemacht habe!"

"Tja, wahrscheinlich will sie einfach alleine sein!" versucht Roxton die anderen zu beruhigen. "Wo ist eigentlich Challenger?" wechselt der Lord das Thema.

"Im Labor" gibt Finn Auskunft.

"Und was macht er dort?" will Roxton weiter wissen.

"Keine Ahnung. Ich glaube er bastelt immer noch an seiner Rakete herum!" meint die Blondine gelangweilt.

"Was ist das... eine Rakete?" fragt Malone in die Runde.

"Ein Flugzeug, dass eines Tages auf dem Mond landen soll!" sagt Marguerite.

"Oh, wie interessant. Und das soll dann wirklich funktionieren?" fragt der Reporter kopfschüttelnd.

"Jeep!" kommt die kurze Antwort von Finn. Das Finny ist beleidigt und enttäuscht darüber, dass sie ausgerechnet von ihrer besten Freundin abgewiesen wurde.

"Soll ich mal nach Veronica schauen gehen?" bietet Marguerite der jungen Dame ihre Hilfe an.

"Ja, gerne!" Finns Laune bessert sich schlagartig. Die Brünette verlässt die Diskussionsrunde.

 

"Veronica, Schatz, darf ich hereinkommen?" erkundigt sich Marguerite, die vor der geschlossenen Tür zu Veronicas Zimmer steht. Lange ist nichts zu hören bis dann endlich die Zimmertür vorsichtig geöffnet wird. Die Brünette betritt den Raum ihrer Freundin. "Na, wie geht es dir so?" will sie von Veronica wissen.

"Unterschiedlich, manchmal gut und im nächsten Moment wieder schlecht!"

"Und was heisst das konkret?" Veronica setzt sich aufs Bett, die Brünette macht es sich daneben auf einem Stuhl bequem.

"Heute morgen beispielsweise hatte ich das dringende Verlangen nach Zucker und etwas Saurem! Doch als ich das dann verschlungen hatte, musste ich mich übergeben. Obwohl mir nicht wirklich schlecht war!"

"Oh, oh!"

"Was? Was meinst du mit ‚oh, oh‘? Bin ich krank?" fragt Veronica ganz geschockt und ängstlich zugleich. Marguerite steht vom Stuhl auf und kniet sich nun vor ihrer Freundin hin. Veronica blickt mit grossen erwartungsvollen Augen auf die Brünette hinunter.

"Nein, du bist nicht krank. Du bist... also ich denke, dass du... naja... ich hoffe es ist kein Schock für dich, aber aus eigener Erfahrung... ähm.... würde ich sagen, dass du.... naja.... dass du.... schwanger bist!?"

"Nein, im Ernst!?"

"Vielleicht... Ich kann mich, aber auch irren!"

"Ich bin SCHWANGER! Juhui!!!" Veronica ist vom Bett aufgestanden, hat Marguerites Hände genommen und tanzt nun so mit ihrer Freundin im Zimmer herum.

"Was ist hier los?" fragen Challenger, Roxton, Finn und Malone wie aus einem Mund. Sie haben den Jubelschrei von Veronica gehört und sind sofort hergekommen.

"Ich bin schwanger!!!!" sagt die Blondine freudig.

"Und das ist... ganz sicher?" fragt Malone unsicher.

"Nein, nur eine Vermutung. Wir sollten zu Jakarta gehen, er kann dir alles bestätigen!" schlägt Marguerite vor.

"Okay, lasst uns dorthin gehen!" meint Veronica und rennt zum Lift. Ungeduldig ruft sie ihren Freunden zu, sie sollen sich doch bitte beeilen!

 

Die Freunde haben schon nach kurzer Zeit das Zanga-Dorf erreicht und das auch nur, weil Veronica fast den ganzen Weg gerannt ist.

Jakarta war da und hat Veronica untersucht.

Sie kommt aus dem Zelt von dem Medizinmann mit einem traurigen Gesichtsausdruck.

Marguerite entdeckt sie als erste, und geht sofort zu ihr hinüber. "Oh nein, das tut mir so leid für dich!" sagt die Brünette mitfühlend. Und versucht Roxton Mailyn zu überreichen, damit der Anblick des hübschen Mädchens Veronica nicht noch mehr Schmerzen bereitet.

"Dir muss gar nichts leid tun" sagt die Blondine bestimmt "Denn... ich bin SCHWANGER!!!!!!" "Herzliche Gratulation!" sagt Marguerite und schliesst ihre Freundin überglücklich in die Armen, nachdem alle Veronica und Malone gratuliert haben, auch Assai gehört zu den Gratulanten, fragt Finn noch eine sehr entscheidende Frage: "Und was wird es, ein Mädchen oder Junge?"

"Beides, denn wir bekommen ZWILLINGE!!!!!!!!" Wieder umarmen sich alle freudig.

"Ich hoffe, dass das kein Schock für dich ist Neddyboy!" scherzt Roxton und klopft dem Reporter auf die Schulter. Dieser ist ganz bleich im Gesicht.

"Malone? Malone geht es dir nicht gut?" fragt Challenger besorgt, doch ehe der Journalist noch etwas sagen kann, fällt er in Ohnmacht.

"Ich schätze mal, das war zu viel des Guten für ihn!" meint der Lord, stützt den Reporter auf die Schultern und schleppt ihn so nach Hause.

"Und mein Schatz, hast du dich vom Schock wieder erholt?" fragt Veronica liebevoll ihren Mann, der im Bett liegt und gerade seine Augen geöffnet hat.

"Ja, ich war nur so glücklich und überrascht! Wir bekommen endlich ein Baby! Eine schönere Versöhnung hätte ich mir nie erträumen können! Ich kann es noch gar nicht richtig fassen" gesteht Malone seiner Frau.

"Tja, wir sind eben ein starkes Team und zu viert sind wir dann noch stärker, unschlagbar und eine richtige Familie dazu!"

"Genau! Ein Mädchen und ein Junge!" Malone seufzt gedankenverloren "Wie willst du sie eigentlich nennen?" fragt der Reporter gespannt.

"Mhm... das Mädchen würde ich gerne Jessica Abby nennen und der Knabe... unsere Sohn soll Joshua Tom heissen!"

"Die Namen sind wunderschön!" sagt eine Stimme aus der Richtung der Türe. Marguerite zusammen mit Mailyn und Roxton steht dort.

"Danke!" meint Veronica gerührt.

"Abby und Tom, das sind doch die Abkürzungen deiner Eltern!" erinnert sich Roxton.

"Ja, das stimmt! Abigail und Thomas Layton!" gibt Veronica fröhlich zu.

"Jessica Abby und Joshua Tom Malone-Layton!" wiederholt der Reporter in Gedanken schwelgend. "Klingt schön... klingt schön lang!" gibt Finn ihren Senf dazu. Die Blondine hat ebenfalls zum Zimmer des Ehepaares gefunden.

"Wo bleibt Challenger?" erkundigt sich Veronica.

"Er kommt gleich, er kocht gerade einen Beruhigungstee.

Challenger steht in der Küche und bereitet den Tee für Malone vor. Challenger möchte gerade das Wohnzimmer verlassen als er ein wohlbekanntes Knarren und Rattern hört. Challenger bleibt stehen und dreht sich zum Lift um Jetzt kommt der Lift oben an und eine Frau steigt aus.

"Jesse? Aber was machst du denn hier?" fragt der Professor ganz erstaunt. "Und was sollen die vielen Koffer bedeuten?"

"Hallo Liebling! Ich werde hier einziehen, falls du und die anderen nichts dagegen habt! Die habe ich alle ganz alleine getragen, und bist du jetzt stolz auf mich?" fragt Jesse hoffnungsvoll.

"Ja, sehr! Wir haben gute Neuigkeiten: Veronica und Malone werden Eltern von Zwillingen!"

"Oh toll, darf ich zu ihnen gehen?"

"Sicher" meint Challenger nur.

"George, wer ist denn da?" Marguerite erscheint im Wohnzimmer. "Frau Challenger, was machen Sie denn hier?"

"Hallo Marguerite, ich werde nun auch wieder hier wohnen!" behauptet die alte Dame.

"Toll! Und sind sie ganz alleine gekommen?"

"Ja, war nicht einmal so streng, wie ich anfangs dachte!"

"Und den Weg hierher, haben Sie den gut gefunden?" erkundigt sich die Brünette.

"Mhm... war nicht schwer. Ich habe ein gutes Gedächtnis, musst du wissen!"

"Genau wie ich! Ähm.... Challenger, Veronica sucht dich, wegen dem Tee... und so" gibt Marguerite dem Professor Bescheid.

"Okay, gehen wir?" Challenger hält seiner Frau den Arm hin und so gehen die beiden Hand in Hand, gefolgt von Marguerite, ins Zimmer des frisch gebackenen Elternpaars.

6.04 Pläne

Veronica und Ned liegen im Bett und beantworten gegenseitig ihre Fragen. Naja, zumindest beantwortet Ned fleissig die Fragen, welche Veronica ihm stellt.

"Leben deine Eltern eigentlich noch?" erkundigt sie sich bei ihrem Mann, weil an seiner Hochzeit niemand von beiden da war. "Und hast du Geschwistern?"

"Also, meine Mum starb an Leukämie und meinen Vater habe ich schon seit über 10Jahren nicht mehr gesehen. Ich denke, aber dass er noch lebt."

"Du weißt nicht wo dein Vater ist?" fragt die Blondine erstaunt.

"Nein. Als ich ihn zu letzt sah, das war an der Beerdigung meiner Mutter, war er ziemlich ungepflegt, unrasiert und man konnte seine Bierfahne schon von weitem riechen" erzählt der Reporter. Veronica hört ihm geduldig zu. "Er könnte momentan überall sein, vielleicht lebt er irgendwo in London unter einer Brücke, vielleicht aber auch in Paris in einem schäbigen verfallenen Haus oder so. Ich habe keine Ahnung, wie es ihm zur Zeit körperlich oder gesundheitlich geht."

"Vermisst du ihn denn nicht?" hakt die Blondine nach.

"Ab und zu, gibt es solche Momente, aber dann erinnere ich mich immer wieder daran, was er meiner Mutter angetan hat. Ja, ich habe einer Schwester! Ihr hat mein Vater auch schreckliches angetan!" erzählt Malone geduldig weiter.

"Was hat er ihnen damals schlimmes gemacht?"

"Nun, er schlug meine Mutter regelmässig, wenn er betrunken war. Dann eines Tages brach Hannah, meine Schwester, einen neuen Freund mit nach Hause. Der Freund erlebte gerade mit, wie sich meine Eltern stritten und sah, dass Dad Mum schlug. Er droht meinem Vater, dass er ihn anzeigen würde. Da nahm Vater seine Pistole, die er stets für die Sicherheit bei sich trug und drohte Hannahs Freund. Hannah wurde stinksauer auf Dad und wollte ihm die Pistole wegreissen, als ein Schuss fiel und sie auf dem Boden sank: Diagnose Mord."

"Wurde er deswegen verhaftet?" will Veronica wissen.

"Nein, er konnte sich herausreden, dass es ein Unfall war und meine Mum half ihm sogar noch dabei. Sie hatte ihn so sehr geliebt. Doch schon wenige Wochen später, reichte Dad die Scheidung ein und verschwand aus unserem Blickfeld!" Malone starrt die Decke an.

"Und du hast das alles miterlebt?"

"Nein, ich war in Vietnam!"

"Oh!" ist das einzige was Veronica dazu einfällt. Da Malone immer noch schweigt, kuschelt sie sich zu ihm hin und lauscht ebenfalls in die Stille.

 

Währenddessen sind Roxton und Marguerite damit beschäftigt über ihre Zukunft zu diskutieren. Sie haben sich es ebenfalls in ihrem Zimmer bequem gemacht.

"Allmählich wird das Baumhaus zu eng für uns alle! Ich meine, da wären dann George und Jesse, Finn, Ned und Veronica mit den Zwillingen, und dann wären da noch wir drei! Insgesamt bräuchten wir sieben Zimmer und wir haben doch nur fünf" meint Marguerite.

"Ja, du hast recht. Wir würden uns gegenseitig zertrampeln!" bestätigt Roxton.

"Sag ich doch!"

"Und was schlägst du vor?" will Roxton wissen.

"Entweder wir ziehen zurück nach London, was mir ehrlich gesagt leid tun würde, denn mittlerweile habe ich die verlorene Welt wirklich in mein Herz geschlossen oder..." Marguerite hält einige Sekunden inne, man spürt die Spannung im Raum. "Oder... wir lassen uns ein zweites Baumhaus bauen. Ich meine, Holz hätte wir zu genüge, Geld haben wir ebenfalls zuhauf und wir könnten doch die Zangas und Amazonen um Hilfe bitten, nicht!?"

"Ja, das wäre eine tolle Idee!" gesteht der Lord.

"Es müsst ja auch nicht so gross sein, wie dieses Baumhaus hier! Zwei Zimmer würden genügen, dann bräuchten wir natürlich ein Badezimmer, ein Wohnzimmer mit Küche und eventuell einen Arbeitsraum oder einen Raum, wo man sich ausruhen kann!"

"Dafür hast du doch das Badezimmer!" behauptet der Lord "Dort ruhst du dich doch immer aus!"

"Ja, das stimmt!"

"Und hast du dir das schon lange überlegt, oder ist dir die ganze Idee mit dem neuen Baumhaus erst gerade in den Sinn gekommen?" fragt Roxton misstrauisch nach.

"Ich mache mir darüber schon seit der Geburt von Mailyn Gedanken!" gesteht sie ihrem Mann. "Komm lass uns zu den anderen gehen und ihnen von unserer Idee berichten!" schlägt Roxton vor und zieht seine Frau vom Bett auf, schnappt sich Mailyn und eilt so ins Wohnzimmer.

Challenger und Jesse geniessen gerade das Frühstück, als Roxton mit seiner Frau und Tochter hereingestürzt kommt.

"Roxton, warum hast du es so eilig?" fragt Challenger erstaunt.

"Wo sind Finn, Veronica und Malone?" erkundigt sich der Lord, anscheinend hat er Challengers Frage nicht gehört.

"In ihren Zimmern, wieso?" will der Professor wissen, langsam wird er ungeduldig.

"Malone!!! Veronica!!! Finn!!" ruft Roxton ganz laut und beachtet die Frage des Professors schon wieder nicht.

Kurze Zeit später sitzen alle am Küchentisch und warten gespannt darauf, was als nächstes passieren wird.

"Wir, das heisst Marguerite, hatten eine Idee!" sagt der Lord und zwinkert seiner Frau zu. "Da es mit acht Personen hier schon ziemlich voll ist" fährt Roxton weiter "Und es bald zehn sein werden, haben wir uns überlegt, dass wir für uns doch ein zweites Baumhaus bauen könnten."

"Und dieses Baumhaus wäre dann nur für die Familie Roxton, oder dürfte ich dann auch dort wohnen?" erkundigt sich Finn und fügt noch schnell hinzu um niemanden zu beleidigen oder zu verletzen: "Nicht, dass es mir hier nicht gefällt nur ich hätte gerne wieder mehr Freiheit. Mit zwei Familien unter einem Dach, das würde ich, denke ich zumindest, nicht aushalten!"

"Also mir wäre das egal, wenn du auch bei uns dann wohnen würdest" sagt Marguerite grosszügig. "Und woher wollt ihr die Bauarbeiter nehmen?" will Veronica wissen.

"Wir dachten an die Zangas und Amazonen" antworte Roxton ehrlich.

"Gut, dann kann das Ganze von mir aus beginnen" gibt Veronica ihre Einwilligung, schliesslich gehört das Gelände ihr "aber eine Frage hätte ich da noch. Wie wollt ihr ins Baumhaus kommen, ein Lift ist nämlich ziemlich aufwendig!" behauptet die Blondine.

"Nun, wir könnten einen gedeckten Durchgang von unserem zu eurem Baumhaus bauen lassen und dann euren Lift nach unten benutzen, nicht!?"

"Okay, von mir aus!"

"Danke, Veronica, du bist ein Schatz!" fügt Marguerite gerührt hinzu.

"Und wer informiert die Zangas und Amazonen?" schaltet sich Challenger ins Gespräch ein.

"Ich würde liebend gerne zu den Amazonen gehen" sagt Finn sofort. "Roxton kann mich doch begleiten:"

"Ich bin dabei! Und wer geht zu den Zangas?"

"Das werden George und ich übernehmen" meint Jesse "Ich könnte einen Spaziergang gut gebrauchen!"

"Toll, dann werdet ihr beide" Marguerite schaut Finn und den Lord an "zu den Amazonen gehen und die anderen beiden zu den Zangas! Es kann losgehen!"

Schon nach wenigen Minuten verlassen die zwei Paare das Baumhaus und machen sich auf den Weg zu ihren möglichen Gehilfen. Bald schon muss sich die 4erGruppe an einer Kreuzung trennen.

 

"Veronica, was gibt es heute zu essen?" erkundigt sich Marguerite bei ihrer Freundin.

"Keine Ahnung, Roxton war gestern nicht zufälligerweise jagen, oder?"

"Nein, er hat es wegen dir und den Zwillingen doch glatt verschlampt!" behauptet die Brünette.

"Tja, das ist Pech! Ned, du könntest doch jagen gehen!?" wendet sich die Blondine an ihren Mann. "Und wer wird mich begleiten?" will er wissen.

"Da Roxton, Finn und Challenger nicht da sind, bleibt wohl oder übel nur eine von uns beiden übrig!" sagt Veronica gedehnt.

"Also, ich muss auf Mailyn aufpassen!" redet sich Marguerite heraus.

"Na, dann werde ich mit dir jagen kommen!" sagt das Dschungelfräulein zu ihrem Mann. Die beiden verlassen das Baumhaus, zurück bleiben nur Marguerite und Mailyn.

"Und was wollen wir zwei Hübschen heute unternehmen?" fragt Marguerite ihre Tochter.

"Ich möchte dir gerne eine Zeichnung zeigen!" sagt das Mädchen sofort und geht zu ihrem Malkasten und ihrer Mappe hinüber. Dann zieht sie ein Blatt daraus hervor und bringt es stolz ihrer Mutter.

Marguerite betrachtet das Bild auf dem Finn abgebildet ist. Es ist das "Meine Heldin" Bild, an dem Mailyn sehr hängt.

"Das aber ein ganz schönes Bild, du bist ja eine richtige Künstlerin!" gesteht die Brünette der Kleinen. "Danke. Opa- Challenger hat gesagt, dass ich der Picasso im Haus wäre. Was ist ein Picasso?" fragt das Mädchen ihre Mutter.

"Nun, das ist eine männliche Person mit dem Namen Picasso. Picasso ist ein weltberühmter Maler. Er wurde durch seine Meisterwerke, seiner Zeichnung, so bekannt."

"Dann werde ich später auch einmal berühmt sein?" fragt die Kleine hoffnungsvoll.

"Wer weiss, vielleicht. Wenn du ganz fest daran glaubst und hart dafür arbeitest, dann wirst du eines Tages auch berühmt sein" macht Marguerite ihrer Tochter Hoffnungen.

"Toll. Dann werde ich gleich noch ein Bild malen!" sagt Mailyn, holt ihre Malsachen an den Tisch und beginnt wieder ein Bild zu zeichnen.

 

"Siehst du diese Truthähne dort?" will Veronica von ihrem Mann wissen. Die beiden lauern hinter einem Busch und warten gespannt auf den richtigen Augenblick.

"Ja, ich sehe unser Abendessen!"

"Gut, dann werde ich jetzt versuchen ohne grosse Aufregung zu veranstalten auf die andere Seite rüber zu schleichen und von dort aus dann angreifen!"

"Okay, mach du das. Ich werde hier und gebe keinen Mucks von mir" behauptet der Reporter.

"Das will ich dir auch raten" droht Veronica ihm gespielt. Dann schleicht sie vorsichtig zur anderen Seite und gibt Malone dann das Zeichen zum Angriff. Mit viel Ach und Krach haben sie es schlussendlich geschafft, zwei von den besonderen Hähne zu erlegen. Stolz präsentiert Malone die Beute.

"Na, sind wir nicht gut" behauptet er.

"Ja, das sind WIR!" meint die Blondine und betrachtet die Truthähne und sieht, dass beide von ihr durch ihre Messern erlegt wurden.

 

"Klopf, klopf" Roxton hat an das Tor der Amazonen gepoltert. Eine Wächterin der Amazonen öffnet das Tor.

"Was wollt ihr hier, Fremdlinge?" fragt diese forsch.

"Du musst neu hier sein! Wir wollten mit Selina und Phoebe sprechen, sie sind gute Freunde von uns. Ich bin Finn und das ist Lord John Roxton" versucht Finn die Neue zu überzeugen.

"Wartet hier!" sagt die Wächterin schliesst das Tor wieder ab.

Nach einer ganzen Weile erscheint endlich Phoebe am Tor. "Finn, was machst du denn hier?" fragt der Zwillinge erstaunt.

"Können wir herein kommen, es ist wichtig. Wir würden gerne mit dir und Selina etwas besprechen!" "Aber selbstverständlich, folgt mir!" Sie werden von Phoebe in Selinas Raum geführt. Kurze Zeit später erscheint die braunhaarige Schönheit vor ihnen.

"Hallo ihr beiden, wo habt ihr Challenger den gelassen?" fragt diese sofort.

"Er und..." beginnt Finn, doch sie wird von Roxton unterbrochen.

"Er ist zu Hause. Wir wollten mit dir über etwas geschäftliches Sprechen."

"Na dann schiess mal los!" Der Lord erklärt der Amazonen Anführerin alles genau von A bis Z.

"Und würdest du uns nun einige deiner Anhängerinnen zu verfügen stellen. Wir und Challenger wären dir sehr dankbar und wir würden dich selbstverständlich auch bezahlen. Pro Stunde 12Dollar!" Roxton weiss, dass in der verlorene Welt 12Dollar schon ein Vermögen sind.

"Ja, wir sind dabei!" sagt Selina sofort.

"Könnten wir das noch schriftlich bestätigen nur zur Sicherheit!" verlangt Roxton.

"Sicher!" Nachdem Selina unterschrieben hatte, begeben sich die beiden wieder auf den Weg zurück. "Wieso hast du mir einfach das Wort abgeschnitten? Und Selina nicht gesagt, dass Jesse mit Challenger unterwegs zu den Zangas ist?" will Finn wissen. Die Blondine ist sauer darüber, dass sie einfach unterbrochen wurde.

"Dafür gibt es eine ganz einfach Erklärung. Selina ist ziemlich in George verschossen und wenn wir ihr jetzt erzählt hätten, dass seine Frau hier ist, dann hätte sie sicher nicht zugesagt."

"Ach so, das leuchtet natürlich ein!"

"Klar tut es das!"

 

Challenger und Jesse haben es ebenfalls geschafft die Zangas zu überreden. Ihnen haben sie kein Geld versprochen, statt dessen kaufen sie ihnen neue Waffen und Kleidung.

"Das habt ihr wirklich toll gemacht!" meint Marguerite zu den Erfolgen des heutigen Tages. "Und diese Truthähne sind wirklich ausgesprochen gut!"

"Danke" nimmt Malone das Lob entgegen. Veronica zwinkert Marguerite nur zu und die Freundin weiss sofort, was die Blondine damit gemeint hat. Sie kann sich ein Kichern nicht unterdrücken.

"Was ist daran so lustig?" erkundigt sich Malone.

"Ach nichts, ich habe mir nur gerade vorgestellt, wie es herausgekommen wäre, wenn ich deine Begleitung gewesen wäre!"

"Ja, allerdings hättet ihr dann nichts gefangen" föbbelt Roxton die beiden.

"Hahaha, ich habe auch einen erlegt, gäll Veronica!?"

"Ja, du mein Schatz, warst der beste!" sagt sie und nun beginnen alle zu lachen.

"Hey, das finde ich gar nicht lustig" meint Ned beleidigt.

"Oh, Entschuldigung, haben wir gerade deinen Ego gekränkt" scherzt Finn. Malone will eigentlich aufstehen und ins Zimmer gehen, doch er zwingt sich dann doch am Tisch zu bleiben und sich die Witze und Gemeinheiten, die über ihn gemacht werden, anzuhören.

6.05 Träume

"Gute Nacht und träum was schönes, mein Schatz!" meint Roxton zu seiner Frau und gibt ihr einen Gutenachtkuss.

"Danke gleichfalls, und bitte halte dich heute ausnahmsweise einmal mit dem Schnarchen zurück. Ansonsten weiss ich nicht wozu ich fähig bin, wenn ich wieder aus meinem Schönheitsschlaf auf diese grässliche Art und Weise geweckt werde!" mahnt Marguerite den Lord.

"Ja, ja, ich werd’s versuchen, aber ich kann für nichts Garantieren!" Er wendet sich von ihr ab und schon nach kurzer Zeit fallen ihm die Augen zu.

+ "Komm lass uns zusammen mit Mailyn zum See gehen" sagt Roxton zu Marguerite.

"Und was machen wir dort?" erkundigt sie sich.

"Schwimmen und den Nachtisch verspeisen, ich habe uns einen Kuchen gebacken."

"Und was für einen?" will die Brünette wissen.

"Zitronencake!"

"Mhm, mein Lieblingskuchen, danke! Ich werde Mailyn holen gehen"

"Okay" meint Roxton und packt den Cake, das Geschirr, Servietten, eine Decke zum darauf Sitzen und eine Wasserflasche in den Picknickskorb. Kurze Zeit später macht sich die Familie auf den Weg zu dem besagten Ort. +

 

"Du bist noch wach?" fragt Malone die Blondine überrascht, weil es schon nach 11Uhr ist. "Du hast aber nicht auf mich gewartet? Ich meine, ich sagte dir doch, dass ich noch an meinen neusten Erkenntnisse weiter schreiben wollte."

"Nein, ich habe nicht auf dich gewartet, ich konnte einfach noch nicht einschlafen, das ist alles" meint Veronica. Der Reporter zieht sich sein Hemd und seine Schuhe aus, dann legt er sich neben Veronica ins Bett. Schon nach einigen toten Minuten muss er herzhaft Gähnen.

"Schlaf schön und träum süss!" sagt Veronica.

"Hoffentlich" mit diesen Worten schläft der Journalist ein.

+ "Malone kannst du mal nach den beiden schauen gehen und wenn du schon dabei bist, wechsle Joshua doch bitte noch die Windeln! Und Jessica wird sicher hungrig sein, wenn das der Fall ist: Bring sie mir, ja!?" befiehlt Veronica ihrem Mann. Widerwillig geht der Reporter ins Schlafzimmer zu den Zwillingen. Ein grässlicher Geruch hat sich dort abgelagert.

"Joshua, bist du das gewesen?" fragt Malone ungläubig. "Hier stinkt es abscheulich!" Ned öffnet dem Kleinen die Windel und sieht die Schweinerei. Die ganze Windel ist verklebt und verdreckt. "Das darf doch nicht wahr sein" murmelt der Reporter vor sich hin, putzt dem kleinen Kerlchen das Popo und streift ihm anschliessend eine neue Windel über. +

 

+ "Wo bin ich hier?" fragt Finn verblüfft und schaut sich um. Sie befindet sich in einer grossen Halle, die wie es scheint ganz leer ist. In den Ecken hat es jeweils Kerzenständer, auf denen grosse weisse Kerzen befestigt sind.

"Hallo? Hallo, ist hier jemand?" fragt sie in den Raum hinein, doch anstatt einer Antwort zu erhalten, hört sie nur ihr Echo widerhallen.

Plötzlich umgibt ein weisses Licht die Blondine und als sie an sich hinunter schaut, sieht sie, dass sie nun ein goldenes Ballkleid trägt, das mit Pailletten bestickt und von einem Tüll eingewickelt ist. Der Tüll ist mit grünen und blauen Blumen verziert.

Jetzt erscheint am anderen Ende des Saales eine männliche Gestalt. Das erkennt Finn daran, weil die Person einen schwarzen Anzug trägt.

"Hallo, wer sind Sie? Und was mache ich hier?" fragt Finn schüchtern. +

 

+ "George! George, wo steckst du nur wieder?" Jesse sucht ihren Mann. Sie hat nun schon das ganze Baumhaus abgeklappert, doch den Professor nirgends gefunden.

erinnert sich Jesse jetzt wieder daran.

Die Frau geht die Treppe ins Labor hinunter und was sie dort sieht, schnürt ihr die Kehle zu.

"George, aber was machst du nur da?" fragt sie geschockt, sie schnappt nach Luft, jetzt hat sie endlich wieder ihre Stimme erringen können. +

 

+ "In fünf Minuten landen wir auf dem Mond, halten sie ihre Sitzgurte zum Anschnallen bereit" hört man eine Stimme aus dem Lautsprecher sagen. Challenger und die Crew befolgen die Anweisungen dieser Stimme und schnallen sich an. Sofort werden sie ihn ihre Sitze gedrückt. "Fertig machen zur Landung!" Challenger schliesst seine Augen, dann gleitet er bewusstlos auf seine Pritsche. Den anderen Crew- Mitgliedern ergeht es nicht anders. +

 

+ Veronica reckt und streckt sich, sie reibt sich ihre müden Augen. Vorsichtig öffnet sie diese, doch schliesst sie sofort wieder, denn die Sonne hat sie geblendet.

"Veronica, meine Liebste, wie geht es dir?" fragt eine altbekannte Stimme. Blitzartig sind die Augen des Dschungelfräuleins offen und starren eine ältere Frau an.

"Mum!? Bist du es wirklich?" fragt die Blondine ungläubig.

"Ja, mein Schatz. Sonniges Wetter heute, nicht?" fragt die Frau und blickt aus dem Fenster. Veronica folgt ihrem Blick und sieht den Tau auf den Blättern die Sonnenstrahlen reflektieren.

"Ja, es ist wunderschön draussen. Was machst du hier?"

"Ich bin gekommen um mit dir über die Aufgaben der Beschützerin des Plateaus zu sprechen."

"Was, hier und heute?" Veronica traut ihren Ohren kaum.

"Ja, Süsse, heute ist der Tag gekommen, an dem ich dir alles erzählen möchte! Oder zumindest versuche soweit wie nur möglich zu kommen." +

 

+ Endlich ist die Familie Roxton am Seeufer angelangt, während der Lord die Decke ausbreitet, zieht Marguerite der kleinen Mailyn ihren Badeanzug an. Mittlerweile reichen die Haaren des Mädchens schon bis unter die Schulterblättern. "Soll ich dir die Haare nicht zusammen binden?" fragt die Mutter ihre Tochter und fährt ihr zärtlich durch die braunen Locken.

"Nein, Mum, es geht schon. Darf ich jetzt schwimmen gehen? Bitte!" bettelt die Kleine.

"Nein, du könntest ertrinken. Ausserdem brauchen wir doch jemanden, der auf dich aufpasst, wenn du im Wasser bist!" meint Marguerite ganz besorgt und wirft Roxton einen bittenden Blick zu.

"Ich werde gleich mit dir baden gehen, aber vorher essen wir noch den Dessert, einverstanden?" sagt der Lord zu Mailyn. Diese nickt freudig, setzt sich übermütig auf die Decke, greift nach einem abgeschnitten Stück des Kuchens und beisst herzhaft hinein.

"Und schmeckt es dir?" fragt Roxton hoffnungsvoll.

"Aber klar doch, Daddy. Du kochst und backst am besten von allen!" sagt die Kleine und drückt ihren Vater liebevoll.

"Und was ist mit mir?" fragt Marguerite ein bisschen beleidigt.

"Du bist die beste Mummy der Welt" gesteht das Mädchen, geht zu ihrer Mutter hin und drückt ihr ein Küsschen auf die Wange. Die Wangen der Brünette erhalten einen leichten rosa Touch. +

 

+ "George, das hätte ich nie von dir gedacht" schnaubt Jesse und blickt ihren Mann enttäuscht und wütend zu gleich an.

"Es tut mir wirklich schrecklich leid, Liebling" entschuldigt sich Challenger, während er versucht seinen Hosenschlitz zu schliessen. "Darf ich vorstellen das ist Selina, Selina das ist Jesse, meine Frau!"

"Ich habe schon viel von Ihnen gehört. Challenger spricht fast die ganze Zeit nur über Sie, ausser..." "...wenn er mit Ihnen, Sie Flittchen, beschäftigt ist" beendet Jesse traurig den Satz und funkelt die Frau böse an.

Jesse verlässt das Labor, Tränen kullern ihr über die Wangen. kopfschüttelnd geht sie weiter <...er hat es vor meinen Augen mit einer anderen getan! Ihm hat es nicht einmal richtig leid getan und seine Entschuldigung lässt auch zu wünschen übrig!> Madame Challenger schluchzt hörbar auf, dann wischt sie sich die restlichen Tränen von den Backen, läuft zum Lift und begibt sich nach draussen. +

 

+ "Wir sind gelandet, ziehen Sie Ihre Stiefeln und den Mantel an. Es könnte kalt draussen werden und selbstverständlich auch wegen den Kratern, Sie könnten sich daran verletzen. Sie müssen sich von denen in Acht nehmen, haben Sie verstanden!?" fragt wieder diese grässliche Lautsprecherstimme.

"Jawohl Sir, wir haben verstanden" antwortet Challenger dem Apparat. "Dann lasst uns nach draussen gehen, Männer, und den ersten Schritt auf dem Mond wagen" befiehlt er seiner Crew. Einer nach dem anderen geht zum Ausgang und klettert die Leiter hinunter. Challenger verlässt als letzter das Raumschiff... +

...doch bevor er noch die Oberfläche des Mondes mit seiner Fussspitze berühren kann, erwacht er aus seinem immer wiederkehrenden Traum. Challenger blickt seine schlafende Frau an. spekuliert der Professor. Er hat natürlich keinen blassen Schimmer, dass sie von ihm und seinen Seitensprüngen träumt.

 

+ "Richard, was machst du denn hier?" fragt Finn den Mann, der immer näher auf sie zukommt. Jetzt geht der Kronleuchter oberhalb ihrer Köpfe an und die Musik beginnt zu spielen.

"Du siehst wunderschön aus. Ich habe dich vermisst" gesteht Richard seiner Traumfrau.

"So, du hast mich tatsächlich vermisst!?" fragt Finn ein bisschen misstrauisch, aber doch fühlt sie sich von seinen Worten geschmeichelt und geehrt. "Es tut mir leid, dass ich dir nicht zurückgerufen habe, aber ich habe es doch glatt vergessen."

"Ich verzeihe dir und jetzt tanze mit mir!" Er streckt der Blondine seine Hand hin. Das Finny legt zögernd die ihre hinein. "Und nun lass dich von mir führen" sagt Richard mit sanfter Stimme.

"Aber ich bin keine gute Tänzerin!"

"Das glaube ich dir nicht, denn in meiner Welt(damit meint der den Traum) kann jeder tanzen, wenn man es nur will! Willst du denn Tanzen können?"

"Ja klar." Und schon gleiten die beiden über den weissen Parkett. +

 

+ Malone hat es endlich geschafft die Windeln des kleinen Joshuas zu wechseln und zu entsorgen. Dieser schläft nun friedlich in seinem Bettchen.

Um seinen Sohn nicht zu wecken, hat er Jessica zu Veronica gebracht. Diese ist nun immer noch daran beschäftigt die Kleine zu stillen. Malone gönnt sich gerade eine Auszeit, als wieder dieser lästige Ton in Veronicas Stimme zu hören ist: "Ned, ich habe dir ganz vergessen zu sagen, dass du noch das Spielzimmer aufräumen musst"

Er blickt seine Frau an, diese lächelt ihm freundlich zurück. Er steht auf und will gerade das Wohnzimmer verlassen, als Veronica ihm noch ein spärliches "Danke" nach ruft und sich dann wieder ihre Tochter zu wendet.

Malone öffnet die Türe des Spielzimmers und was er dort sieht, versetzt ihm beinahe einen Herzinfakt. "Das darf doch nicht wahr sein!" Es herrscht ein riesiges Chaos im Zimmer: eine Unmenge an Büchern, Stofftieren und sonstigen Spielsachen liegen auf dem Boden zerstreut. Die Malfarben sind ausgeleert, die Blätter sind zerrissen und zerfetzt, die schöne Lokomotive, Neds Lieblingsspielzeug, ist kaputt und Veronicas Make-up hat grosse Flecken auf dem schönen Kaschmirteppich hinterlassen. +

"Aaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhh!!!!!!!!!!!!!!" schreit Malone und schreckt aus seinem Traum auf. Erst jetzt merkt er, dass alles nur ein Traum war. Immer noch japst er vor sich hin, dann erblickt der Reporter die schlafenden Schönheit neben sich.

Er betrachtet Veronica weiterhin, schliesslich legt er seinen Kopf auf ihren Bauch und lauscht. Nach einer Minute des Schweigens beginnt er zu sprechen: " Ich hoffe ja nur, dass das was ich da gerade eben erlebt habe nur ein Traum war, ansonsten weiss ich nicht, wie ich damit später umgehen soll!" Malone lässt seinen Kopf auf dem Bauch, der noch keine Anzeichen von einer Schwangerschaft zeigt, liegen und geniesst den Rhythmus von Veronicas Ein- und Ausatmung.

+ "Und wann erwartest du die Kleinen?" fragt Veronicas Mutter und hält die Hand auf den Bauch ihrer Tochter.

"Nach meiner Berechnung geht es jetzt noch ca. 8Monate bis die beiden kommen!"

"Mhm, schön! So, nun will ich dir aber von den Aufgaben erzählen" sagt Abigail und unterbricht somit das Tochter/Mutter Gespräch. "Diese Kette wird dich, wie du vielleicht schon gemerkt hast, von Ort zu Ort schicken." Sie zeigt auf die Kette mit dem Pyramidenanhänger. "Avallon ist der Ort an dem eine Beschützerin eigentlich leben sollte, aber das ist nicht so dringend zu beachten" meint die Frau. Ein Lächeln huscht über ihre Lippen. "Des weiteren musst du alle Pflanzen und Tiersorten kennen, die sich auf dem Plateau befinden. Du solltest wissen welche Pflanze für welche Krankheit eingesetzt werden muss. Ich habe dir hier schon einmal eine Liste gemacht, die du aber noch unbedingt vervollständigen musst." Abigail reicht ihrer Tochter die 56seitige Liste.

"Und was ist mit den Affenmenschen, muss ich mich um die auch kümmern?" will die Blondine wissen.

"Nein, das übernehmen deine Gehilfinnen Tara und Anh-Thu(An-toi)!"

"Ich habe Gehilfinnen? Wie alt sind sie denn?" fragt Veronica und hofft insgeheim, dass die beiden jung sind.

"Tara ist erst gerade 16 geworden und Anh-Thu wird nächsten Sommer 24!"

"Und du hattest auch sie als Gehilfinnen?"

"Nein, nein, mit jeder neuen Generation erhält man dementsprechend auch gleichaltrige oder eben jüngere Gehilfinnen. Du kannst dich aber jederzeit bei Sascha informieren, sie war meine treue Gehilfin und gute Freundin."

"Klasse! Da drauf werde ich mich glatt freuen. Was muss ich sonst noch können oder wissen?"

"Fürs erste wird das reichen. Wir bleiben in Kontakt!" Abigail berührt noch ein letztes Mal Veronicas Bauch, dann verschwindet sie. +

Mit dem Verschwinden ihrer Mutter erwacht nun auch die Blondine aus ihrem Schlaf auf und sieht, wie Malone auf ihrem Bauch sein Nickerchen hält. Als Veronica jedoch aus dem Fenster blickt, sieht sie den Tau, der die Sonnenstrahlen reflektiert und jetzt sieht sie auch noch etwas auf dem Boden liegen.

 

+ "Ich halte das hier nicht mehr aus!" weinend setzt sich Madame Challenger auf einen Felsen, als plötzlich eine Hand ihre Schultern berührt. Sie wendet sich um und entdeckt ihren Mann. "Was willst du noch hier, du Schwein!?" fragt sie ihn forsch.

"Ich liebe dich und ich möchte für immer mit dir zusammen sein!"

"Ist das dein Ernst?" hakt sich nach.

"Ja, das ist mein voller Ernst!" behauptet Challenger.

"Ich liebe dich, George!" +

Kaum hat Jesse die Worte ausgesprochen erwacht sie aus ihrem Traum. Challenger schaut überrascht zu ihr hinunter, er ist schon angezogen. "Ich liebe dich auch, Darling!" meint der Professor und lächelt seine Frau an, diese schenkt ihm ebenfalls ein Lächeln.

"Ich bin im Labor falls du mich suchst, ja!?"

"O... okay!" stottert Jesse, der Traum macht ihr immer noch zu schaffen.

"Keine Angst, ich werde dort unten nichts Dummes anstellen" verspricht Challenger. Jesse seufzt beruhigt auf. "Das will ich auch hoffen!" Dann lässt der Professor sie alleine im Zimmer zurück.

+ In der Zwischenzeit hat die Familie den Nachtisch verspeist, während Marguerite dabei ist die Teller im See zu waschen, zieht Roxton seine Badehose hinter einem Baum an. Als er damit fertig ist, kommt er hinter dem Baum hervor und genau in dem Moment, sieht er wie Mailyn ins Wasser fällt. +

"MAILYN!!!!!!!!" schreien Roxton und Marguerite verzweifelt auf. Roxtons Augen sind starr vor Schreck und Marguerite sitzt kerzengerade da. Jetzt hechten beide vom Bett auf und rennen zu ihrer Tochter hin, diese schläft tief und fest mit einem Lächeln auf dem Gesicht!

+ "Und vor und zurück ... und vor und zurück!" Mailyn sitzt auf einer Schaukel und Marguerite hat die Führung des Spielgerätes aufgenommen.

Als nächstes ist die Rutsche an der Reihe. Roxton setzt sich an den Anfang der roten Rutsche, Mailyn hat er auf seinen Knien plaziert und so gleiten sie gemeinsam in die Armen von Marguerite, die unten auf die beiden wartet. +

"Ähm, John, warum bist du vorhin so plötzlich aufgestanden? Hast du was schlechtes geträumt?" erkundigt sich Marguerite.

"Ja, allerdings, ich habe geträumt, dass Mailyn in den See gefallen ist..."

"...und dann hattest du Angst, dass sie ertrinken könnte" beendet die Brünette den Satz.

"Ja, genau, woher weißt du das?"

"Ich denke, dass wir dasselbe geträumt haben!"

"Das kann unmöglich wahr sein!" bestreitet Roxton die Sache.

"Ich denke schon, dass das möglich ist!"

"Wie unheimlich!" meint der Lord dazu.

6.06 Traumdeutung

"WAS!? Und ihr habt beide dasselbe geträumt?" fragt Finn erstaunt. Die Freunde sitzen am Tisch und geniessen das Frühstück.

"Ja. Wir waren Picknicken und wollten anschliessend schwimmen gehen, als Mailyn ins Wasser fiel!" bestätigt Marguerite.

"Ich bin ins Wasser gefallen?" fragt die Kleine ungläubig.

"Du hattest nicht denselben Traum?" erkundigt sich das Finny.

"Nein, ich habe von einer roten Rutsche und einer Schaukel geträumt. Ich war dort mit Mami und Papi!"

"Ja, das stimmt. Als wir nämlich vor ihrem Bettchen standen und sie betrachteten, da hatte sie ein fröhliches Gesicht" erinnert sich Roxton zurück.

"Merkwürdig, was das wohl nur zu bedeuten hat."

"Von was hast du denn geträumt, Finn?" will die Brünette wissen.

"Och, ich tanzte mit Richard."

"Ist das nicht der, den du in London kennengelernt hast?" sagt Marguerite.

"Jeep! Ich habe vergessen ihn zurückzurufen. Hoffentlich sehe ich ihn bald wieder!"

"Ist da etwa jemand verliebt?" hakt Marguerite nach.

"Wer ich, nein, natürlich nicht, nein." behauptet Finn. "Wie bist du nur darauf gekommen!?"

"Nun, das ist doch nicht zu überhören. Du vermisst ihn und fühlst dich schuldig, dass du ihn vergessen hast zurückzurufen" meint Roxton selbstsicher.

"John, ich wusste gar nicht, dass du ein solch guter Beziehungsberater bist" scherzt Marguerite.

"Tja, das bin ich auch nur Dank dir geworden, Mylady!" grinst er zurück. Die Brünette schenkt ihm ebenfalls ein Lächeln.

"Morgen allerseits!" Challenger betritt das Wohnzimmer. Seine Laborschürze trägt er immer noch. "Na, auch schon wach! Hast du gut geschlafen?" fragt Roxton.

"Ja, ich habe wieder von dem ersten Schritt auf dem Mond geträumt. Leider komme ich nie dazu diesen zu tun, immer wenn ich den Boden nächstens berühren könnte, wache ich auf."

"Das muss allerdings ein sehr grosser Stress für dich sein" meint Finn sarkastisch.

"Ähm, George, falls du mit uns frühstücken willst, wären wir dir sehr verbunden, wenn du die Schürze ausziehen und in deinem Labor verstauen würdest" sagt Marguerite bestimmt.

"Oh, die habe ich ganz vergessen! Bin gleich zurück!" Während Challenger zurück in sein Labor eilt, erscheint in der Zwischenzeit Jesse am Küchentisch.

"Madame Challenger, Sie sehen aber gar nicht gut aus!" bemerkt Marguerite. "Haben Sie schlecht geschlafen?"

"Könnte man so sagen! Wie so oft habe ich wieder einmal von diesem Flittchen Selina geträumt und ihren Seitensprung mit meinem Mann."

"Sie meinen die Anführerin der Amazonen?" erkundigt sich das Finny.

"Ja, mit der hatte George doch ein Verhältnis, oder etwa nicht!?" fragt Jesse jetzt schon unsicherer als zuvor.

"Doch, doch, aber darüber redet er nicht gerne. Das war eine einmalig Sache, Sie sollten sich darüber also nicht den Kopf zerbrechen!"

"Ich mache mir doch gar keine Gedanken darüber!" behauptet Jesse strikt.

"Das sieht dein Unterbewusstsein aber anders, sonst würdest du nicht ständig davon träumen!" schaltet sich das Finny wieder ins Gespräch ein.

"Meinst du?" Finn nickt. Challenger erscheint wieder an der Türe. Jesse flüstert den Freunden noch schnell zu: "Bitte, sagt George nichts davon. Er soll nicht denken, dass ich ihm nicht vertraue, ja!?" Die drei Freunde bestätigen dies mit einem "Okay!"

"So.... und was gibt es feines zu essen?" fragt Challenger in die kleine Runde, bevor er sich an den Tisch setzt.

"Toast mit Butter und Marmelade, Rühreier, Kaffee und frisch gepresster Orangensaft!" gibt Roxton Auskunft.

"Ach darum riecht es hier so lecker!" meint der Professor nun gelassen.

"Ja, Daddy kann einfach super kochen!" sagt Mailyn.

"Und was ist mit mir?" fragt Marguerite ein bisschen beleidigt.

"Du bist die beste Mummy der Welt!" behauptet die Kleine, steht von ihrem Stuhl auf, geht zur Brünette hin und gibt ihr ein Küsschen auf die Wange, diese färbt sich leicht rosa.

"Ich glaube, ich hatte gerade ein Déjà-vue!" meint Marguerite ganz verwirrt.

"Das soll’s geben!" Veronica zusammen mit Ned hat es endlich ins Wohnzimmer geschafft. Sie setzen sich an den Tisch.

"Und habt ihr heute auch was geträumt?" erkundigt sich das Finny.

"Ja!" antwortet das Paar wie aus einem Mund.

"Ladys First!" Malone überlässt seiner Frau den Vortritt. Ein richtiger Gentleman ist er.

"Ich habe von Mum geträumt...." beginnt Veronica ihren Traum.

Sie erzählt den anderen alles ganz genau. Als sie am Ende angelangt ist, fragt Finn noch: "Und du glaubst wirklich, dass dieser Traum möglicherweise kein Traum ist? Und dass es diese Tara und Anh-Thu tatsächlich gibt?"

"Ja, ich meine, die Liste hatte ich plötzlich neben mir liegen und es war dasselbe Wetter wie in meinem Traum. Ausserdem berührte Mum meinen Bauch, als ich dann aufgewacht bin, lag Ned darauf und hielt sein Nickerchen. "

"Klingt logisch!" mischt Challenger seinen Senf dazu.

"Sag ich doch! Ausserdem meinte sich noch, dass sie wieder kommen wird."

"Vielleicht kann deine Mutter ja nur so, also durch Träume, mit dir Kontakt aufnehmen und mit dir kommunizieren" behauptet Marguerite.

"Könnte sein!" sagt Veronica.

"Sehr wahrscheinlich hast du mit dieser Behauptung sogar recht" bestätigt Challenger das Gesagte. "Und du Malone, wie war dein Traum so?" will das neugierige Finny wissen.

"Babystress" sagt der Reporter nur.

"Oh... und das beinhaltet welche Punkte?" versucht Roxton mehr aus dem Journalist herauszubringen.

"Nun, ich musste alles alleine machen, das heisst ich kam im Genuss von Windeln wechseln, Popo putzen, Zimmer aufräumen, hin und her rennen und noch vielem mehr... Veronica war so freundlich und hat mich herum kommandiert!"

"Tja sieht ganz so aus, als ob Sie Angst davor hätten, die Kinder eines Tages alleine erziehen zu müssen!" meint Jesse.

"Womöglich!" gibt der Reporter kleinlaut zu.

"Oder du machst dir einfach nur in die Hosen, weil du nie damit gerechnet hast, ausgerechnet mit Veronica Zwillinge zu bekommen oder jemals Kinder zu haben!"

"Ja, Finn, das hört sich realistisch an. Schliesslich konnte Gladys keine bekommen und somit hast du dich viel zu früh damit auseinandergesetzt niemals welche zu haben!" reimt Veronica weiter.

"Das ergibt doch alles keinen Sinn" versucht sich Malone herauszureden.

"Also ich finde, das macht sogar mehr als nur einen Sinn!" mischt sich Marguerite wieder ein.

"Was meint ihr, sollten wir mal die beiden Gehilfinnen in Avallon besuchen gehen?" unterbricht Roxton plötzlich das Gesprächsthema Träume.

"Gerne! Wer kommt mit, wer ist dabei?" fragt Veronica schlagartig bei der Sache. Ihr Bauch kribbelt, die Vorstellung ihrer Mutter noch näher zu sein, lässt sie nicht mehr los.

"Wenn es euch nichts ausmacht, dann bleibe ich hier!" sagt Jesse. "Wer weiss wie viel Sie mit der Kette bis nach Avallon transportieren können!"

"Ein gutes Argument. Ich bleibe wohl auch hier, ich sollte unbedingt die Taube noch heute losschicken um mit meinem Raketenfreund einen Termin zu vereinbaren."

"Okay, dann kommt ihr restlichen mit?" fragt Veronica ihre Freunde hoffnungsvoll.

"Ich weiss nicht so recht, vielleicht wird mir von dieser Fliegerei schlecht. Ich glaube, ich bleibe trotzdem hier! Vielleicht ein anderes Mal, ja?" fragt Malone seine Frau.

"Von mir aus" meint diese beleidigt. Malone geht zu ihr hinüber und flüstert ihr ins Ohr: "Ich liebe dich!"

"Ja, ja, ich dich auch!" Die Blondine wendet sich von ihm ab. "Ich werde die Liste holen gehen" sagt sie und verschwindet.

"Da du dich freiwillig gemeldet hast hier zu bleiben, könntest du doch auf Mailyn aufpassen! Erstens was sollst du den ganzen lieben Tag anstellen und zweitens kannst du dich somit grad schon in deine Vaterrolle einleben. Falls es nicht klappen sollte, kannst du Jesse oder George um Rat fragen, ja!?" beauftragt die Brünette dem Journalist. "Na schön von mir aus, Marguerite!" gibt dieser nach.

"Danke, du bist ein Schatz" sagt die Brünette und gibt dem Reporter einen Kuss auf die Wange, dann überreicht sie ihm das Kind.

Kurze Zeit später stehen Roxton, Marguerite, Veronica und Finn Hand in Hand in Mitten des Wohnzimmers und alle denken angestrengt an Avallon. Dann werden die vier Freunde wie vom Erdboden verschluckt. Zurück bleibt nur der aufgewühlte Staub.

 

"Sind wir da?" fragt das Finny und öffnet ihre Augen. Was sie dann erblickt, lässt sie erstaunen. Vor ihnen liegt eine Stadt mit bunten Häusern und auf einem Hügel liegt ein weisses Schloss, das ein goldenes Dach hat. Zum Schloss führt eine steile Marmortreppe hinauf.

"Wer dort oben wohl zu Hause ist?" denkt Roxton laut vor sich hin.

"Jemand der uns sicher sagen kann, wo Anh-Thu und Tara zu finden sind" vermutet Veronica.

"Wow, das ist also Avallon!?" fragt Marguerite überwältigt.

"Kommt lasst uns nachschauen gehen" drängt Finn. Die Freunde steigen die Marmortreppe hinauf, oben angekommen müssen alle zuerst einige Minuten ausruhen und ordentlich nach Luft schnappen. Schliesslich klopft Veronica an das Tor. Eine junge Dame öffnet die Türe.

"Aber das ist doch nicht möglich!" sagt Veronica.

"Renata?" vervollständigt Roxton die Gedanken der Blondine.

"Lord John Roxton und Veronica, wie schön euch wieder zu sehen" meint die Brünette.

"Du sprichst mir aus der Seele, was machst du hier?" erkundigt sich Veronica weiter.

"Ähm... ich will eure Wiedersehensfreude nicht unterbrechen, aber wer bist du?" will Marguerite wissen.

"Das ist Renata, wir haben sie einst im Dschungel getroffen. Ihr Vater, ein Wissenschaftler, wurde dann von seinem eigenen Experiment umgebracht" erklärt Roxton geduldig. "Renata, das sind Marguerite und Finn."

"Freut mich Sie kennen zu lernen!" sagt das Mädchen schüchtern. "Roxton hat mir das Tanzen beigebracht, müssen Sie wissen, darum weiss ich auch noch wie er heisst. Und Veronica ist hier, seit sie die Beschützerin des Plateaus geworden ist, bei jedem bekannt."

"Ähm Renata, du darfst mir Finn sagen! Ich duze sowieso jeden der mir über den Weg läuft" behauptet das Finny und versucht lustig zu sein, denn sie hat Marguerites Gesichtsausdruck gesehen, der ziemlich furchteinflössend wirkt.

"Renata, ich habe eine Frage, weißt du wo sich Anh-Thu und Tara aufhalten?"

"Ja, klar. Kommt herein!" Sie folgen dem Mädchen ins Schloss hinein.

"Was machst du eigentlich hier?" will Veronica weiter wissen.

"Ich wurde hier aufgenommen, nachdem ihr wieder gegangen wart. Weil ich anscheinend was besonderes bist!"

"Ja, das bist du wirklich!" bestätigt die Blondine. Hätte man jetzt das Gesicht von Marguerite gesehen, wüsste man, dass die Brünette keinesfalls der Meinung von ihrer Freundin ist.

"Hat es hier zufälligerweise eine Toilette, ich muss dringend!" sagt Marguerite plötzlich.

"Sicher! Geh diesen Gang entlang und dann die dritte Türe links."

"Danke, Renata. Und noch was, nur weil sich Finn mit dir geduzt hat, heisst das noch lange nicht, dass ich es dann auch mit dir bin, verstanden!?" Mit diesen schnippischen Worten stolziert Marguerite davon. "Entschuldigt mich bitte" meint Roxton und folgt seiner Frau.

 

Marguerite wollte gerade die Türe zur Toilette öffnen, als Roxton bei ihre angelangt ist und sie am Arm zurück hält.

"Was sollte das vorhin werden? Warum hast du Renata dermassen angegiftelt?" will Roxton wissen. "Sie hat dir doch nichts getan?" fährt er weiter fort. "Echt, manchmal bist du unmöglich!" Er hält Marguerite immer noch am Arm fest.

"John, ich muss wirklich dringend... Würdest du mich bitte los lassen?" fragt sie ihn.

"Nein, nicht bevor du mir meine Fragen beantwortet hast!"

"Lass mich sofort los!" droht sie ihm jetzt.

"Beantwortet zuerst meine Fragen!" schreit er sie an.

"Na schön. Wie du willst!" meint sie schnippisch. "Du hast mit ihr also getanzt?"

"Ja, und. Damals waren wir noch nicht zusammen..."

"Aber du hast mir trotzdem nichts von ihr erzählt!" unterbricht sie ihn.

"Ja, denn ich dachte, dass ich sie nie mehr wiedersehen würde!" versucht Roxton sich zu verteidigen. "Schön, das leuchtet mir ein, was mir jedoch nicht einleuchtet ist, dass du ihr nicht gesagt hast, dass ich deine Frau bin! Bei anderen Personen sagst du immer, das ist Marguerite, meine Frau oder das ist Marguerite Roxton. Aber bei diesem Kind hast du nichts dergleichen erwähnt."

"Eben, weil sie ein Kind ist. Ich hielt es nicht für angebracht es ihr zu erzählen. Sie ist zu jung für mich! Warum machst du dir also Sorgen?"

"Wenn ich sie recht einschätze, dann ist sie jetzt um die achtzehn, neunzehn Jahren, nicht!?"

"Möglich!" bestätigt Roxton.

"In diesem Alter fühlt sie sich nun erwachsen, sie will dich, das konnte ich aus ihrem Blick heraussehen" behauptet Marguerite.

"Ach ja? Vielleicht war es ja auch nur deine Eifersucht, die diesen Blick gesehen hat!"

"Hey ihr beiden, hört sofort auf euch zu streiten!" Veronica ist zurückgekommen, weil das Ehepaar schon längst überfällig ist. "Ihr seit wirklich unglaublich!" fährt die Blondine fort. "Kaum ist Mailyn nicht in Sicht- oder Hörweite, streitet ihr euch! Worum ging es denn nun schon wieder?"

"Marguerite behauptet, dass Renata auf mich steht!" sagt Roxton.

"Das tut sich auch!" behauptet Marguerite immer noch. Wieder beginnt sich das Ehepaar zu streiten. "Ruhe!" schreit Veronica so laut, dass Marguerite zurück stolpert und Roxton zusammen zuckt. "Und weiter?"

"Das wär’s" sagt die Brünette kleinlaut.

"Schön. Dann folgt mir jetzt. Roxton du wirst Renata sagen, dass Marguerite deine Frau ist und dass ihr ein Kind habt und du, Marguerite, wirst dich bei ihr entschuldigen" befiehlt Veronica.

"Niemals!"

"Oh doch, das wirst du!" Die Blondine funkelt sie böse an.

"Bitte!" meint Marguerite in einem schnippischen Tonfall.

 

"Renata, ich habe dir vergessen zu sagen, dass das meine Frau ist." Roxton deutet gelangweilt auf Marguerite. "Und wir haben eine kleine Tochter namens Mailyn!"

"Oh!" sagt Renata sichtlich enttäuscht.

"Und mir tut es leid, dass ich dich so angefahren habe" behauptet Lady Roxton.

"Schon gut, kann ich nachvollziehen. Mir wäre das auch nicht geheuer, wenn der eigene Ehemann mich nicht als seine Frau erwähnen würde!"

"Ha, siehst du!" faucht Marguerite ihren Mann an.

"Das ist Anh-Thu und das ist Tara" stellt Finn den beiden Streithähnen die Gehilfinnen, die sie zuvor kennengelernt hat vor.

"Hallo zusammen!" sagt Marguerite.

"Das sind Lady Marguerite und Lord John Roxton, unsere lieben alten Streithähne!" sagt Finn mit einem Grinsen im Gesicht.

"Hey! Das ist nicht fair" behauptet Marguerite gespielt beleidigt.

"Vielleicht nicht fair, aber 100% wahr!" mischt sich Veronica ins Gespräch ein. Zu den beide Gehilfinnen kann man nur folgendes sagen: Anh-Thu muss asiatischem Ursprung sein, denn ihre Haare haben ein sehr dunkles braun, fast schwarz, ihre Haut ist leicht gebräunt und sie hat braune Augen.

Tara hingegen ist blond, sehr schlank und hat grüne Augen. Also ein Jedermannstyp!

"Anh-Thu kann Träume deuten, meinen hat sie bereits gedeutet" erzählt Finn stolz weiter.

"Und was ist dabei herausgekommen? Bist du in Richard verliebt?" fragt Marguerite und kann sich eine Lächeln nicht verkneifen.

"Ein bisschen" gesteht das Finny. "Ich vermisse ihn einfach und fühle mich, wie ihr beiden schon behauptet habt, schuldig, dass ich ihn nicht zurückgerufen habe."

"Dann musst du das wohl oder übel nachholen gehen, wenn wir wieder in London sind" meint Roxton freudig.

"Von eurem Traum habe ich ihr auch erzählt" sagt Finn und überlässt Anh-Thu die Erklärung.

"Ihr macht euch grosse Sorgen, dass der Kleinen etwas passieren könnte, was verständlich ist, da sie bald die Nachfolgerin der Druidenpriesterin sein wird."

"Druidenpriesterin? Nachfolgerin?" fragt das Finny überrascht, sie hat als einzige von den anwesenden Freunden noch nicht davon gewusst.

"Ja, Finn ihre Tochter und auch Marguerite gehören zu den Nachfolgerin der Druidenpriesterin Morgan!"

"Morgan! Diesen Namen habe im Bezug auf Druiden schon mal irgendwo gelesen oder gehört!" behauptet Finn.

"Ehrlich?" Marguerite und Roxton sind jetzt ganz Ohr.

"Ja, aber ich kann es leider nirgends einordnen, ich werde mir aber darüber noch Gedanken machen, versprochen!"

"Ausserdem" fährt Anh-Thu fort "liebt ihr euch wahnsinnig, das erklärt auch, warum ihr so schnell eifersüchtig werdet, wenn andere Personen in eure Beziehungen funken möchten!"

"Das stimmt!" gesteht Veronica. "So nun ist es aber an der Zeit, wieder nach Hause zu gehen. Malone wartet sicher schon sehnsüchtig auf uns!"

"Na, dann wünsche wir euch eine gute Reise!" sagt Tara. Wieder nehmen sich die vier Freunde an den Händen und verschwinden in Sekundenseile.

 

"Ihr habt schon wieder mit einander gestritten" föbbelt Malone das Ehepaar.

"Und wie ist es bei dir gelaufen, bist du vor Panik fast umgekommen?" gibt Marguerite wütend zurück.

"Nein, sonst wäre ich ja nicht mehr hier!" Die Freunde sitzen am Tisch und erzählen über ihren Besuch in Avallon.

"Das Schloss in dem Veronica später wohnen soll, hat goldene Dächer!" erzählt Marguerite mit funkelnden Augen.

"Ich werde jedoch nie da leben, das ist mir alles zu nobel zu schick. Ich mag das Baumhaus viel lieber, einfach aber wunderschön."

"Das muss ich Veronica Recht geben. Ich wohne auch lieber hier, als in der Villa auf dem Avberry Gelände!" behauptet Roxton.

"Und ihr habt Anh-Thu nicht zufälligerweise auch meinen immer wiederkehrenden Traum deuten lassen?" erkundigt sich Challenger hoffnungsvoll.

"Oops, den habe ich doch glatt vergessen!" gesteht das Finny kleinlaut.

"Naja, man wird sehen, ob ich den Mond dann jemals betreten kann. Die Taube zu meinem Freund habe ich heute morgen los geschickt, mal schauen was er dazu sagt! Und Marguerite danke nochmals für das übersetzen in seine Sprache."

"Ach, keine Ursache, George. Das mache ich doch gerne!"

Und weiter geht's zum 2.Teil(607-612)


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