Rahelh87's Webseite

5.01 Der lange Tag

"Professor Challenger! Professor Challenger!" Madame Roxton steht ungeduldig vor dem Haus des Professors.

"Ja, wer ist da?"

"Ich bin’s Silvia Roxton!" Challenger öffnet die Türe.

"Was ist denn los?" fragt er erstaunt.

"Marguerite wurde entführt!"

"WAS!!! Wo?? Ich dachte sie seien schon längst in der verlorenen Welt!"

"Das sind sie ja auch, aber Mailyn kann mit ihrer Mutter reden, sie weiss wie die Teleportation funktioniert!" bringt es Silvia auf den Punkt.

"Aber das kann doch nicht wahr sein! Andererseits beherrschen beide die Linguistik!" erinnert sich Challenger wieder "Ich werde sofort die Koffer packen!"

 

"Du willst mich hier alleine lassen!? Aber wir hatten einen Deal!" protestiert Jesse.

"Es ist zu gefährlich!"

"Das ist mir egal. Ich möchte dich nicht schon wieder verlieren! Ich komme mit keine Widerrede!" mit diesen Worten geht sie packen.

Kurz darauf sind sie Abmarsch bereit. Jesse, Challenger, Silvia, Mailyn und der Butler machen sich auf den Weg in die verlorene Welt.

 

"Marguerite wurde entführt! Klar helfe ich euch suchen!" antwortet Finn. "Kalle kommst du mit?" "Natürlich mein Schatz!" Noch zwei weitere Zanga-Jäger begleiten sie ebenfalls.

"Wo wart ihr etwa?" erkundigt sich Veronica.

"Von hier aus etwa drei Stunden Fussmarsch. Wir haben uns auf einer Waldlichtung ausgeruht, als uns die Sklavenhändler gefangen und Marguerite verschleppt haben!"

"Du sagtest sie hatten Waffen dabei?"

"Ja, Pistolen! Veronica, kennst du einen Stamm der im Besitz von Pistolen ist?" fragt der Lord die Blondine.

"Nein, leider nicht! Wahrscheinlich waren es moderne Sklavenhändler, die sich hier versteckt haben. Kann ja sein!"

 

"Mailyn was sagt dir deine Mum?" will die Madame wissen.

"Dass sie mich liebt und dass sie jetzt bei einem Camp angelangt ist, nördlich vom Wasserfall. Es hat viele Frauen in diesem Camp, alle tragen schöne Kleider. Manchmal kommt ein Mann und kauft sich eine dieser Frauen. Der Anführer heisst Ravell, er ist ein attraktiver, aber auch gefährlicher Mann. Sie vermisst mich und Daddy. Sie wird jetzt in ein Zelt geführt, dort muss sie ein rotes Kleid anziehen!"

"Sind Sie nun überzeugt, Challenger!?"

"Ja, denn solch eine Geschichte kann sich kein Kind ausdenken!"

 

Marguerite ist in der Zwischenzeit im Camp der Sklavenhändlern eingetroffen und trägt nun ein rotes Kleid. Ravell erwartet sie schon in seinem Zelt. "Und wie gefällt es dir so in meinem Reich?"

"Ich finde es grässlich. Lassen Sie mich gehen! Ich bin keine Sklavin! Ich habe eine Tochter und bin verheiratet."

"Das interessiert mich nicht im geringsten! Du wirst meine Frau werden!"

"Nein, denn ICH gehöre Ihnen nicht!" Ravell steht auf und geht zu der Brünette hinüber. "Bleiben Sie fern von mir! Ich warne Sie!" Bei dieser Drohung fängt sich Marguerite eine deftige Ohrfeige ein, die sie zu Boden sinken lässt. Unglücklicherweise prallt ihr Kopf gegen den Esstisch. Sie bleibt regungslos am Boden liegen.

 

"MAMI!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!"

"Was ist los, Mailyn!?" fragt Silvia erschrocken.

"Ich habe sie verloren!" schluchzend umarmt das Mädchen mit seinen kleinen Ärmchen ihre Grossmama.

"Heisst das, dass sie tot ist?" erkundigt sich Silvia bei dem Professor.

"Ich kenne mich in Teleportation leider nicht aus!"

"Aber ich!" schaltet sich nun endlich Jesse in das Gespräch ein "Damals als du solange nicht nach Hause gekommen bist, habe ich dich versucht zu kontaktieren. Das ist mir dann auch gelungen!"

"Wann denn, ich kann mich nicht daran erinnern!"

"Oh doch, das kannst du! Als du dieses Elixier getrunken hast, ist es mir endlich gelungen."

"Was ist nun, ist meine Schwiegertochter tot?"

"Sie muss nicht unbedingt tot sein, sie kann auch hingefallen sein und damit ihr Gedächtnis verloren haben."

"Hoffentlich ist letzteres passiert!" fügt nun auch der besorgte Butler seine Meinung hinzu.

 

"Hier ist es!" Roxton deutet auf die Lichtung. Sofort rennen alle dorthin um nach Spuren zu suchen. "Sie sind in nördliche Richtung gegangen" stellt Veronica fest "die Frage ist jetzt nur, wie weit liegt deren Dorf oder Camp, was auch immer es ist, von hier entfernt?"

"Kalle, weißt du etwas über die Sklavenhändler?"

"Nein, leider kann ich euch auch nicht weiter helfen!"

"Ich wäre dafür dass wir morgen nach ihr suchen gehen! Schliesslich haben wir kein Essen und so dabei!"

"NEIN, ich gehe weiter!"

"Roxton, Finn hat recht, es hat keinen Sinn. Oder willst du etwa dass wir verdursten!?"

"Natürlich nicht!" Also machen sich die Freunde wieder auf den Rückweg.

 

"Mailyn, ganz ruhig! Deine Mummy ist nicht tot, nur gerade nicht bei vollem Bewusstsein!" Madame Roxton versucht vergeblich Mailyn zu beruhigen, denn das Mädchen weint nur noch.

"Ich kann nicht länger zu sehen, wie sie leidet!" meint Jesse und rückt zu Silvia hinüber. "Na, meine Kleine! Du musst nicht weinen, dein Mami lebt noch, da bin ich mir ganz sicher. Wir werden sie finden, das verspreche ich dir!" Jetzt schaut das Mädchen die Frau mit grossen Augen an und es fliessen auch keine Tränchen mehr.

"Wie haben Sie das nur gemacht?" will Roxtons Mutter wissen.

"Ich weiss nicht! Ich liebe Kinder über alles. Früher war ich Hebamme!"

"Und warum haben Sie jetzt keine Kinder?"

"Nun, ich kann keine Kinder bekommen! Anscheinend ist mir dieses Glück einfach nicht vergönnt!" "Oh das tut mir schrecklich leid, wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich mich aus Ihrem Privatleben rausgehalten!"

"Schon in Ordnung. Ich bin froh, wenn ich mit jemanden darüber sprechen kann. Ich heisse Jesse!" sie streckt der Madame die Hand hin.

"Ich bin Silvia!"

 

"Es ist schon spät! Ich glaube es hat keinen Sinn mehr, wenn wir noch Nacht nach ihr suchen. Ich bin dafür, dass wir die Suche morgen weiterführen!" sagt Kalle vorsichtig.

"Nein!! Das dauert mir zu lange!!" schreit Roxton ihn an. Der Lord ist mit seinen Nerven am Ende. "Roxton beruhige dich wieder. Wir werden Marguerite schon noch finden. Aber Kalle hat recht, es liegt zu weit entfernt. Es ist besser wenn wir morgen früh aufbrechen! Dann sehen wir auch die Fussspuren besser" sagt Veronica. Widerwillig gibt Roxton nach und lässt sich vom Richtigen überzeugen.

Die Zangas gehen zurück in ihr Dorf und die anderen vier machen sich auf den Weg zum Baumhaus. Niemand ist mehr in Flitterwochen-Stimmung.

"Professor Challenger, wie lange wird die Fahrt denn noch dauern?" will Madame Roxton wissen. "Wir brauchen sicher noch 3Tage und..."

"Aber das dauert zu lange!" unterbricht Silvia ihn "Mailyn will ihre Mutter sehen und ich will auch endlich wissen, ob sie entführt worden ist oder nicht!!!"

"Ich kann nichts zu tun, es tut mir leid!" behauptet Challenger.

"Ihr nicht, aber ich!" hört man eine Stimme aus der Ferne sagen.

"Wer ist da!?" ruft Challenger in die Nacht hinaus, er hält seine Pistole schussbereit. Plötzlich taucht eine Fee wie aus dem Nichts auf.

"Ich bin Emilie, die Beschützerin von Mailyn" sagt die Fee.

"Aber sie sind ja eine Fee!?" bemerkt Silvia.

"Ja, damit liegen Sie, gnädige Frau, vollkommen recht!"

"Ich will nicht unhöflich sein, aber warum sind Sie hierher gekommen oder besser gesagt, warum haben Sie sich gezeigt, Miss Emilie?" fragt der Butler.

"Ich hörte, dass ihr so schnell wie möglich in die verlorene Welt gelangen möchtet?"

"Ja, das stimmt!" bestätigt Challenger.

"Nun, ich kann euch dorthin beamen, natürlich nur wenn Sie es wollen!?!"

"Ja, das möchten wir!" sagt Jesse sofort.

"Gut! Es gibt da jedoch einen Haken, jemand von Ihnen muss hier bleiben und..."

"Demjenigen wird doch aber nichts passieren, hoffe ich!" unterbricht Challenger die Fee.

"Nein, ich werde dafür sorgen, dass diese Person wieder heil nach Hause kommt!"

"Gut dann bleibe ich hier!"

"Aber Elliot das kannst du nicht machen!" protestiert Madame Roxton.

"Doch Silvia, denn ich bin die einzige Person, die in der verlorenen Welt überflüssig ist!" versucht der Butler die Frau zu beruhigen.

"Nein!!!!"

"Madame Roxton, bitte, seien Sie jetzt nicht zimperlich. Schliesslich war es ihre Idee, so schnell wie möglich dorthin zu gelangen!" wendet sich der Professor an sie. Widerwillig gibt die Madame nach.

"Gut dann kann es ja endlich losgehen!" sagt die Fee erleichtert "Sie müssen fest daran glauben, sonst funktioniert das Beamen nicht!" Sie schliessen ihre Augen.

 

"So wir haben es geschafft, ihr könnte eure Augen jetzt öffnen!" sagt die Fee. Die drei älteren Leute staunen nicht schlecht, denn sie stehen im Wohnzimmer des Baumhauses.

"Wow!" kann Madame Roxton dazu nur sagen.

"Einfach unglaublich!" Challenger ist wie immer fasziniert von dieser Gabe.

"Nicht schlecht dieses Baumhaus. Ich kann mir ein Leben hier sehr gut vorstellen!" meint Jesse. "Vielen herzlichen Danke, Emilie, wir sind ihnen sehr verbunden!" dankt Jesse der Fee.

"Keine Ursache für mein Schützling tu ich alles!" Die Fee möchte gerade wieder verschwinden, als Silvia sie zurückhält. "Können Sie uns denn nicht zu Marguerite bringen?" bittet sie ganz höflich. "Nein, das ist leider ausgeschlossen!"

"Warum?"

"Weil ich kann Personen nur an bestimmte Orte beamen. Ich muss die genaue Lage etc. wissen! Es tut mir leid!"

"Lebt meine Schwiegertochter wenigstens noch?" will die Madame weiter wissen.

"Ja!" Mit dieser kurzen Antwort verschwindet die Fee.

 

"Habt ihr das Licht wieder einmal brennen lassen!?" spöttelt Finn.

"Nein, denn wir haben das Baumhaus bei Tageslicht verlassen!" gibt Veronica schnippisch zurück. "Dann muss jemand da oben sein?" meint Malone.

"Ja, aber wer?" fragt Roxton.

"Vielleicht Assai!" behauptet Veronica.

"Lasst uns doch nachschauen gehen!" Finn kann die Spannung nicht länger ertragen. Sie steigen in den Lift. Die Freunde sind oben angekommen und betreten das Wohnzimmer.

"Daddy!!!" Mailyn rennt ihrem Vater entgegen.

"Mailyn? Aber was machst du denn hier?" meint dieser verblüfft.

"Endlich seit ihr nach Hause gekommen!" Challenger, seine Frau und Madame Roxton sitzen am Küchentisch und essen gerade.

"Mum!? Was soll dieser ganze Aufstand hier?" Roxton kann es immer noch nicht fassen.

"Nun, Mailyn hat behauptet dass Marguerite entführt worden ist und da wollten wir sehen ob es war ist! Wo steckt meine Schwiegertochter überhaupt!"

"Madame Roxton, Marguerite wurde entführt!" schaltet sich Malone ins Gespräch ein.

"Aber wie konnte das Mailyn wissen!?" Finn schaut ungläubig das kleine Mädchen an "sie ist gerade mal 6Monate alt!"

"Sie besitzt, sowie Lady Marguerite Roxton auch, die Teleportation!" antwortet Jesse.

"Was!?" rufen die vier Freunde wie aus einem Mund.

5.02 Babytime

"Aber ich habe von Anfang an vermutet, dass Marguerite die Teleportation oder ähnliches beherrscht" behauptet Ned.

"Ich bestreite das ja nicht, aber ich denke nicht, dass Marguerite weiss welche Gabe sie besitzt!" meint Veronica.

"Tja, das Leben bringt einige Überraschung mit sich!"

"Aja, Stichwort Überraschungen, Assai wird bald ihren Sohn gebären! Sie hat mich gefragt, ob ich sie unterstützen würde und...."

"Du hast doch nicht etwa zugesagt!" unterbricht Malone seine Frau.

"Doch! Warum auch nicht sie ist meine älteste Freundin!"

"Ich weiss nicht!"

"Was ist los mit dir Malone? Gibt es einen deftigen Grund warum ich nicht hätte zusagen sollen?" will die Blondine wissen.

"Nun, ich dachte, da es unsere Flitterwochen sind, könnten wir diese ein bisschen ausnutzen und es uns... naja ein bisschen gemütlich machen!"

"Spinnst du!? Wie kannst du nur in solch einer traurigen Situation an Sex denken!!" wütend wendet sie sich ab. Sie möchte das Zimmer verlassen, doch Malone hält sie zurück und stellt sie zur Rede: "Wie kannst DU nur in dieser Atmosphäre einfach zu Assai flüchten und dort freudig jubeln wenn das Kind auf die Welt kommt!?"

"Ich weiss nicht, da gibt es mehrere Gründe. Einer zum Beispiel wäre, dass ich mit der Vorbereitungen für die Geburt vom Alltag abgelenkt werden würde!" Mit diesen Worten verlässt Veronica endgültig das Zimmer.

 

"Es muss für ihn sicher sehr schrecklich sein?" meint Jesse.

"Ja, ich habe mit Roxton fünf Jahre zusammen unter einem Dach gelebt und er hat als erster sein Leben für das seiner Freunde aufs Spiel gesetzt und jetzt konnte er seine Frau nicht vor den Sklavenfänger retten, dass muss ihn sehr getroffen haben!"

"Ja, das denke ich auch! Aber das schlimme finde ich, dass wir die Fussspuren von den Sklavenfänger verloren haben! Wieso legen die so einen weiten Weg hinter sich nur um an eine neue Frau zukommen!" meint Finn kopfschüttelnd. Manchmal kann sie die Männer echt nicht verstehen.

"Ich werde mal nach ihm schauen gehen!" sagt Madame Roxton "Komm Mailyn, wir werden Daddy besuchen gehen!" freudig springt das kleine Mädchen auf und rennt zu ihrer Grossmama.

 

"John, bist du da?" Madame Roxton klopft an die Schlafzimmertüre ihres Sohnes.

"Ja, Mama, ich bin hier drinnen!"

"Dürfen Mailyn und ich hereinkommen?" fragt sie ihren Sohn.

"Klar doch!" Silvia tretet mit dem Mädchen ein. Sofort rennt Mailyn zu ihrem Vater hin.

"Daddy!"

"Na, meine Süsse, wie geht es uns heute?"

"Gut!"

"Ich werde euch jetzt alleine lassen!" sagt Madame Roxton und verschwindet wieder.

"Und hat sich Mami schon wieder bei dir gemeldet?" erkundigt sich der Lord bei seiner Tochter.

"Nein, leider noch nicht! Ich vermisse sie ganz ganz doll!"

"Ja, ich weiss, ich vermisse sie auch!" Er hat Tränen in den Augen.

"Daddy, ist schon gut, wenn du weinst! Tante Jesse hat gesagt, dass man sich danach ein bisschen besser fühlt!" Roxton drückt seine Tochter liebevoll an sich "Ich hab dich!" flüstert er ihr ins Ohr. "Ich und Mama haben dich auch lieb!"

 

Alle sitzen am Küchentisch und dinieren. Niemand sagt etwas es ist ganz still im Raum fast unheimlich. "Ich werde morgen für ein paar Tage ins Zanga-Dorf gehen, hat jemand Lust mitzukommen?" bricht Veronica das Schweigen.

"Wenn du so fragst komme ich gerne mit!" meint der Reporter.

"Ich komme auch mit! Hoffentlich hat Kalle diesmal ein bisschen mehr Zeit für mich!" hofft Finn. "Was meinst du, George?"

"Nur wenn du unbedingt dahin gehen möchtest, mein Schatz!"

"Das will ich. Silvia möchten Sie uns Gesellschaft leisten?"

"Ja, sehr gerne sogar! Was ist mit dir, John, begleitest auch du uns?"

"Nein, ich werde mit Mailyn hierbleiben."

"Warum?" will Ned wissen, der es offensichtlich nicht ganz so toll findet, dass Roxton im Baumhaus bleiben möchte.

"Wenn ich nur schon an das Wort Geburt denke, flattern mir Bilder von Marguerite in meinem Kopf herum! Darum könnte ich es dort nicht aushalten!"

"Das ist verständlich!" sagt Challenger.

 

"John sei vorsichtig!" ruft seine Mutter vom Vorhof zum Baumhaus hinauf.

"Keine Sorge, Mum, ich werde schon klar kommen!" behauptet er. Dann verlassen die Freunde ihn und machen sich auf den Weg zum Zanga-Dorf.

"Ich bin sehr gespannt wie diese Zangas so leben!" meint Jesse.

"Sie leben primitiv, also ganz einfach eingerichtet!" antwortet Finn.

"Das habe ich mir schon gedacht!"

 

Roxton stellt den elektrischen Zaun auf Hochspannung. "So jetzt sind wir sicher!" sagt er zu seiner Tochter "Was sollen wir heute machen? Willst du ein bisschen spielen oder malen?"

"Ja, malen wäre super!"

"Gut, dann gehe ich dir Farbstifte und Blätter holen. Du kannst dich in der Zwischenzeit an den Tisch setzen!"

"Okay!" Das Mädchen gehorcht ihm und hockt sich an den Küchentisch.

 

Im Camp der Sklaventreiber liegt Marguerite auf einem Bett in einem Zelt. Sie erwacht und spürt wie sie schrecklich Kopfschmerzen hat. "Wo bin ich hier?"

"Im Reich von Ravell!" sagt eine Mädchenstimme aus einer anderen Ecke des Zeltes. Marguerite wendet sich in die Richtung, aus der die Stimme gesprochen hat. Sie sieht ein blondhaariges Fräulein an einem Tisch stehen.

"Ich bin Jenny, Ihre Dienerin!" sagt sie bestimmt.

"Ich heisse... ich bin... Verdammt ich kann mich an meinen Namen nicht erinnern!" wütend schlägt Marguerite eine Vase, welche neben ihr auf dem Nachtisch gestanden hat auf den Boden. Sofort begibt sich das Fräulein zu den Scherben hin und will sie aufnehmen, als Marguerite sie zurückhält: "Was tun Sie denn da?"

"Ich bin doch Ihre Dienerin, es ist meine Aufgabe, dass Sie sich hier wohl fühlen" sagt Jenny verstört. "Lassen Sie das liegen, schliesslich habe ich es auf den Boden geschmissen!" Gerade als Marguerite das gesagt hat, kommt Ravell ins Zelt hinein.

"Haben Sie nie etwas von anklopfen gehört?" fragt die Brünette ihn schnippisch. Doch der missachtet ihre Bemerkung und geht statt dessen zur kaputten Vase hinüber. "Jenny, was hast du jetzt schon wieder angestellt!" Er verpasst ihr eine Ohrfeige.

"Hey, was fällt Ihnen denn eigentlich ein dieses nette Fräulein zu schlagen!" meint Marguerite wütend "Ich habe die Vase auf den Boden geschmissen! Ausserdem wollte Jenny es aufnehmen, doch ich habe es ihr verboten!"

"Trotzdem, sie hätte besser aufpassen müssen!" Wütend verlässt Ravell das Zelt wieder.

"Danke!" sagt das blondhaarige Mädchen schüchtern.

"Kein Problem!"

 

"Assai, hallo wie geht es dir?" Die Freunde sind im Zanga-Dorf angekommen. Veronica begrüsst ihr schwangere Freundin glücklich.

"Nun, die Wehen haben schon eingesetzt und..."

"Was machst du denn noch hier!" unterbricht Veronica sie "Leg dich sofort aufs Bett!" Die beiden verlassen die anderen.

"Ich werde Kalle suchen gehen. Ned kommst du mit?" fragt Finn den Reporter.

"Ja!"

"Und du George, wirst mir und Silvia doch sicher das Dorf zeigen, nicht wahr mein Schatz?"

"Natürlich, Jesse!"

 

"Daddy, schau was ich gemalt habe!" Mailyn streckt ihrem Vater eine Zeichnung hin.

"Schön!" meint er nur. Auf dem Bild sieht man die ungefähre Beschreibung des Camps, welche Marguerite, bevor sie ihr Bewusstsein verloren hat, ihrer Tochter angeben konnte. Roxton legt das Bild auf die Seite "Geh noch mehr solcher Bilder malen, ja!?"

Das Mädchen möchte noch etwas sagen, geht dann aber widerwillig zurück an ihren Maltisch.

 

"Und pressen, Assai!" befiehlt Veronica ihrer Freundin.

"Ich kann nicht mehr!"

"Doch du schaffst das! Komm noch ein letztes Mal pressen!" Assai nimmt ihre letzte Kraft zusammen und presst... "Er ist da!" ruft Jakarta und hält das Baby in die Luft.

"Ach ich bin so froh!" sagt Jar, der Mann von Assai. Jakarta gibt Assai den Sohn.

"Wie werdet ihr ihn nennen?" erkundigt sich Veronica.

"Illario! Das bedeutet Sonnenschein!" meint Assai stolz.

"Das ist ein schöner Name! Illario!" Veronica streichelt dem Knaben sorgfältig über sein Köpfchen. Dann taucht sie in ihren Gedanken unter <Ich möchte auch ein Baby haben! Eine Abby oder einen Tom!>

 

Im Zanga-Dorf wird gefeiert, die Geburt von Illario. Alle sitzen um eine Art niedrigen Tisch und schwatzen miteinander.

"Was bedeutet Illario?" fragt Finn.

"Sonnenschein!" antwortet Veronica ihr.

"Cool, wenn ich ein Baby hätte, dann würde ich ihm auch einen Namen mit Bedeutung geben. Vielleicht Shiri, das heisst mein Lied!"

"Ja, ja Finn. Bis dahin kannst du noch lange warten!" meint Kalle.

"Das ist mir klar! Weil ich sehe dich ja auch nur selten!" spöttelt Finn zurück.

"Nicht streiten, meine Kinder!" sagt Challenger.

"Und, Jesse, wie gefällt es Ihnen hier?" will Silvia wissen.

"Ich finde es hier einfach bezaubernd!"

Assai und Jar stehen auf und erheben ihre Gläser "Auf Illario, unserem Sonnenschein!" Die anderen wiederholen es.

 

"Daddy, schau!" Mailyn kommt schon wieder mit einer Zeichnung in der Hand. Darauf ist Marguerite in einem roten Kleid zu sehen.

"Wow, das hast du aber schön gemacht!" sagt Roxton mit Tränen in den Augen.

"So sieht sie jetzt aus!" behauptet das Mädchen.

"Kann schon sein!" meint Roxton nur. Dann wendet er sich wieder an seine Waffen, die er wie immer säubert und schussbereit macht.

Das Mädchen wendet sich von ihm ab. Es hat keinen Sinn, Roxton ist zu beschäftigt um auf die Hinweise seiner Tochter zu achten.

"Jenny, können Sie mir nicht sagen, wie ich heisse, bitte?"

"Ihr Name ist Marguerite! Das ist leider das einzige, was ich von Ihnen weiss!" Marguerite steht vom Bett auf und geht zum Spiegel hinüber. Sie betrachtet ihre Kleidung: "Warum trage ich das? Ich meine, wo sind meine normalen Kleider, denn das sind definitiv nicht meine, so etwas würde ich nie freiwillig anziehen, das ist sicher!"

"Ihre Kleidung liegt in der Kommode dort. Sie werden sie in der obersten Schublade finden!" gibt Jenny Auskunft.

"Danke!" Marguerite begibt sich zur Kommode. Als sie ihre Kleider hinaus nimmt, flattert ein Foto auf den Boden. Sie hebt es vorsichtig auf "Da bin ja ich drauf! Kommen Sie mal her!" bittet die Brünette Jenny "Was würden Sie sagen, wer das sind?"

"Sieht so aus, als ob das ihre Hochzeit wäre. Rechts neben Ihnen steht Ihr Mann und in Ihren Armen halten Sie Ihre Tochter, würde ich sagen!"

"Das ist Mailyn, meine Tochter!" Marguerite hat Tränen in den Augen.

 

"Daddy! Daddy!" Mailyn springt zu ihrem Vater.

"Was ist denn los, mein Schatz?"

"Mami hat sich an mich erinnert!"

5.03 Jäger und Gejagte

"Jenny, wärst du für einen Gefallen bereit?" fragt Marguerite ihre Dienerin.

"Alles was Sie wünschen!"

"Gut. Ich möchte, dass du herausfindest von wo ich hergeschleppt worden bin!"

"Aber, Miss, das ist sehr gefährlich!"

"Ich weiss, meine Liebe, aber für mich würde es alles bedeuten. Und ich werde dich wieder beschützen falls es dazu kommen sollte" verspricht die Brünette ihr.

"Na schön! Dann werde ich mich jetzt mal umhören gehen!"

"Danke und viel Glück!" Das Mädchen verschwindet aus dem Zelt. <Ach, warum kann ich mich nur an Mailyn erinnern und sonst an nichts! Ich will endlich mein Gedächtnis wieder zurück haben!>

 

"Nein, du wirst mich doch jetzt nicht schon wieder verlassen?" Finn schaut ihren Freund hoffnungsvoll an.

"Doch, es tut mir leid! Aber das ist nun einmal meine Pflicht!"

"Ich hasse alle Pflichten!"

"Ich werde heute Abend wieder zurück sein!" Er gibt ihr einen flüchtigen Kuss. Dann geht er. "Pass auf dich auf!" ruft Finn ihm hinterher.

"Geht klar!" Mit diesen Worten verschwindet er hinter einem Hügel.

 

"John wir sind wieder Zuhause!" ruft Madame Roxton zum Baumhaus hinauf. Ihr Sohn erscheint am Fenster: "Ist gut Mum, ich werde euch den Lift hinunter schicken!"

Als sie oben angekommen sind, fragt Roxton sie: "Wo habt ihr Challenger, Veronica und Finn gelassen?"

"Ach die wollten noch ein bisschen dort bleiben!" meint Ned.

"Ja, denn Veronica leistet Assai Gesellschaft und George ist bei Jakarta geblieben, keine Ahnung warum, wahrscheinlich wieder einmal wegen einem Wissenschaftlichen Projekt?" behauptet Jesse.

"Und Finn ist bei Kalle geblieben!" ergänzt Ned.

"Mailyn, deine Grossmama ist wieder zurück!"

"Grandma!" Das Kind kommt auf seine Grossmutter zu gelaufen.

"Was hast du den das Schönes gezeichnet?" fragt Silvia. Mailyn zeigt ihr die Bilder.

"Das ist ja Marguerite?"

"Ja, so sieht sie jetzt aus und da ist sie gefangen!" Das Mädchen zeigt auf das 2.Bild.

"Ja, stimmt! Damals im Boot hast du mir davon erzählt!" jetzt kann sich Madame Roxton wieder daran erinnern.

"WAS, dort ist Marguerite!?" schaltet sich nun auch Roxton in das Gespräch ein.

"Zumindest scheint es so!" meint Malone.

"Ausserdem hat sich Mami wieder an mich erinnert!" sagt die Kleine stolz.

"Dann lebt sie also noch!" sagt Malone freudig.

"Abwarten, hoffen wir, dass sie ihr ganzes Gedächtnis bald wieder zurück bekommt!" weißt Jesse die anderen darauf hin.

"Hoffentlich!" meint Roxton "Es wäre so schön, wenn sie Mailyn mehr über den Ort, wo sie gefangen ist, sagen könnte!"

"Ja, das wäre toll! Hoffen wir einfach, dass sie es schaffen wird. Vielleicht kann sie ja auch von dort fliehen!" behauptet Madame Roxton.

"Unwahrscheinlich, aber die Hoffnung besteht!" sagt Jesse.

 

"Marguerite! Marguerite!" Das Fräulein kommt ausser Atem ins Zelt gerannt "Ich habe Ravell und einer seiner Sklavenfänger belauscht. Sie sagten, wo sie dich gefunden haben und..."

"Wo?" Marguerite ist von ihrem Bett aufgesprungen.

"5Tage Fussmarsch von hier aus! Wenn sie wollen, werde ich Hilfe holen gehen. Ich könnte es schaffen, wenn sie mir genügend Zeit zum Verschwinden geben würden!"

"Wie meinst du das?"

"Lenken Sie die Sklavenfänger irgendwie ab. Am Besten wäre sie so abzulenken, dass sie nicht merken würden, wie ich das Lager verlasse!"

"Das wäre super Jenny, aber würdest du das wirklich für mich tun?" fragt Marguerite ungläubig.

"Sie haben mein Versprechen, dass ich alles für Sie tue!"

"Vielen herzlichen Dank, Jenny! Und du darfst mich Marguerite nennen und in "per du" mit mir sprechen!"

 

"So, dass sollte für einen Monat reichen!" meint Kalle und wendet sich an die anderen "Tragen wir den Raptor nach Hause!" Die Zanga-Jäger schleppen gemeinsam das Tier, doch es ist ein sehr schwerer Raptor, darum kommen sie nicht gerade schnell voran. Plötzlich hören sie ein Rascheln im Gebüsch und dann einen ohrenbetäubenden Schrei, alle wenden sich danach um. Vor ihnen steht ein T-Rex.

"Das Aas muss ihn angelockt haben!" ruft Kalle den anderen zu "Ich werde ihn ablenken, dann könnt ihr den Raptor ungestört ins Dorf schleppen! Bewegt euch nicht!" Kalle wedelt mit seinen Händen hin und her. "Hey, was ist los mit dir. Lust auf ein Katz&Maus Spiel?" Kalle rennt los und der Saurier ihm hinterher.

"Ihr habt Kalle gehört, also beeilt euch!" ruft ein anderer Zanga den Jägern zu.

 

"Gut! Ich werde jetzt in Ravells Zelt gehen und ihn ein bisschen ablenken. Du läufst in der Zwischenzeit los. Okay?"

"Ja, ist gut. Zum Glück sind die anderen Sklavenfänger gerade beschäftigt mit dem heiligen Sultan, der gekommen ist und sein Geldbeutel mitgebracht hat!" spöttelt Jenny. Die zwei Frauen gehen zum Zeltausgang. "Ich werde dich vermissen!" sagt Marguerite zu der Blondine und gibt ihr einen Abschiedskuss auf die Wange.

"Ich dich auch!"

"Viel Glück und gib acht auf dich!" Dann trennen sich die Wege der zwei Frauen. Marguerite stolziert in Richtung von Ravells Zelt, während Jenny sich durch die Gebüsche und Bäume schlängelt.

 

Kalle ist immer noch damit beschäftigt dem T-Rex zu entwischen, doch das Tier ist schneller als er gedacht hat.

Die anderen Zanga-Jäger ist in der Zwischenzeit im Dorf angelangt und präsentieren den Raptor. "Wo habt ihr denn Kalle gelassen?" erkundigt sich Finn bei den Männer.

"Er flüchtet vor einem T-Rex!"

"WAS!!!!!!" Finn rennt sofort aus dem Dorf Kalle hinterher. <Er unterschätzt sein Können und dieses gefährlich Tier!>

 

"Ich werde jetzt auf die Jagd gehen, hat jemand Lust mich zu begleiten?" Roxton schaut Malone hoffnungsvoll an.

"Von mir aus, aber nur 2 Stunden, dann gehen wir wieder nach Hause!"

"Okay! Bis nachher Mum! Machs gut mein Schatz, Daddy kommt bald nach Hause" Roxton gibt Mailyn einen Kuss und dann gehen die beiden auf die Jagd.

 

"Ravell, bist du da?" fragt Marguerite und schaut ins Zelt hinein. Niemand ist drinnen. "Mal schauen was wir hier schönes aufbewahren!" Sie tritt ein und geht auf eine Truhe zu, auf der steht Öffnen Verboten. Marguerite öffnet sie, trotz der Warnung und was sie dort drinnen sieht, lässt ihr die Kehle zuschnüren...

 

"Kalle, wo steckst du?" Finn sucht verzweifelt nach ihrem Freund. <Er muss doch hier irgendwo sein oder zumindest müsste ich doch den T-Rex hören!> Sie sucht weiter. <Aber vielleicht höre ich den Saurier nicht, weil er am Fressen ist.... Nein Finn, daran darfst gar nicht denke!> Finn schaut sich weiter im Dschungel herum. <Jetzt wäre ich gerne in London zusammen mit Kalle. Mit ihm am Tanzen zur schöner stilvollen Musik > Als sie so gedankenverloren durch die Bäume läuft, sieht sie plötzlich den T-Rex, <aber was macht der Saurier da?>...

 

Marguerite hat Fotografien in der Truhe gefunden. Sie schaut sich die Bilder an, auf denen SIE immer drauf ist <Ravell hat mich die ganze Zeit über beobachtet und fotografiert, aber das kann doch gar nicht wahr sein! Ich meine ich hätte das doch irgendwie merken müssen! Vielleicht helfen die mir mein Gedächtnis wieder zurück zu erlangen!> Sie nimmt einen Haufen der Bilder und steckt diese in einen Sack, den sie neben der Truhe gefunden hat. Dann geht sie zu ihrem Zelt zurück und versteckt die Bilder in ihrer Kommode. Sie geht wieder in Ravells Zelt zurück. Marguerite schliesst die Truhe. Gerade als das Schloss eingeschnappt hat, kommt Ravell ins Zimmer hinein.

"Was machst du denn hier!" fragt er seine Angebetete.

"Ich wollte mit dir nur ein bisschen Quatschen. Ich habe sogar eine Flasche Wein mitgebracht!" Sie wedelt mit der Flasche vor seinem Gesicht herum. Er holt Gläser und dann trinken sie zusammen die ganze Flasche leer. Was er aber nicht merkt ist, dass Marguerite den Wein gar nicht trinkt, sondern auf den Boden schüttet, wenn Ravell gerade nicht zu schaut.

 

"Und Roxton, wie geht es dir so?" fragt der Reporter seinen Freund.

"Nicht so gut. Ich kann an nichts mehr ausser meiner Frau denken! Sie fehlt mir so sehr! Ich möchte sie wiedersehen, sie wieder umarmen und einfach nur mit ihr die Zeit verbringen. Wie so tut er mir das an, jetzt wo wir beiden so glücklich waren!"

"Manchmal verstehe ich es auch nicht! Aber ich bin mir sicher, dass sie es schaffen wird. Marguerite ist eine starke Frau, die nicht so schnell aufgibt. Wahrscheinlich hat sie schon einen Plan ausgeheckt, sowie ich sie kenne" Malone versucht alles um Roxton ein bisschen aufzumuntern. Es scheint ihm zu gelingen.

"Ja, du hast recht! Sie wird es schaffen!"

"Und jetzt sind zwei Stunden vorbei, also gehen wir wieder nach Hause. Schliesslich haben wir einen kleinen Raptor erlegt!"

 

Der T-Rex hat Kalle erwischt. Finn kann es immer noch nicht glauben. Ihr Freund ist tot.

"Kalle, NEIN!!! Ich wusste doch, dass er kein guter Jäger ist! Wieso hat er nur nicht auf mich gehört!!!" Finn lässt sich auf den Boden sinken. Ihr ganzes Herz schnürt sich in ihrem Leibe zusammen. Sie blickt in den Himmel: "Wieso tust du mir das nur an! Habe ich es etwa verdient? Zuerst nimmst du mir meine Familie und all meine Freunde durch Chemikalien weg und nun lässt du auch noch ihn sterben!"

Finn kann von Glück reden, dass der T-Rex jetzt satt ist, sonst hätte er sie wahrscheinlich auch noch gefressen.

 

"So und nun lass uns ein bisschen die Zeit verbringen!" Ravell ist stockbesoffen. Er möchte Marguerite aufs Bett ziehen doch sie wehrt sich dagegen.

"Ein anderes Mal vielleicht!" Marguerite verpasst ihm einen Kinnhaken. Er bleibt bewusstlos liegen. "Ich hasse besoffene Männer!" Sie verlässt das Zelt und begibt sich in ihres. Dort holt sie sofort die Fotografien aus der Kommode hervor und betrachtet sie. Sie schaut sie einmal, zweimal, dreimal durch, doch nichts geschieht.

"Verdammt! Ich hasse Gedächtnisverluste!"

 

Roxton und Malone sind in der Zwischenzeit wieder im Baumhaus angelangt. Es ist schon gegen Mitternacht und nur noch Roxton ist wach. Als plötzlich der Lift angeht. Vorsichtig nimmt er seine Waffe in die Hand und...

"Finn? Was tust du hier und wie siehst du nur aus?" Finn stürzt in Roxtons Armen. Er lässt es zu. "Erzähle mir, was ist passiert?"

"Kalle... er hat nicht auf mich gehört... ich habe ihm noch gesagt sei vorsichtig... doch er ... er hat einfach nicht auf mich gehört! Wieso denn auch... ich bin... ich war doch nur seine Freundin! Das dumme naive Mädchen von neben an!" Finn heult sich bei Roxton aus.

"Ist ihm denn etwas zugestossen?" will der Lord wissen.

"Er wurde von einem T-Rex gefressen!!!!!"

"Und du bist dir ganz sicher, dass er es war?"

"Ja, denn hatte ein gelbes Shirt an! Oh Gott!"

"Aber..."

"ER IST TOT, verdammt noch mal!!!" unterbricht Finn ihn.

5.04 Der ungewollte Ausrutscher

Es ist morgen, draussen zwitschern die Vögel und die ersten Sonnenstrahlen fallen in Roxtons Zimmer. Der Lord liegt in seinem Bett, doch nicht alleine, neben sich spürt er etwas Warmes. <Marguerite? Aber sie ist doch gestern abend gar nicht nach Hause gekommen!> Er blinzelt und schaut neben sich... "FINN!!!! Was tust du denn hier?" Die Blondine schreckt aus ihrem Schlaf auf. "Hey Kalle, hat man dir nicht gesagt, dass es sehr gefährlich ist schlafende Menschen anzuschreien!?" Sie dreht sich auf die andere Seite um weiter zu schlafen.

"Zufälligerweise bin ich aber nicht Kalle!" behauptet die Männerstimme. Sie dreht sich genervt wieder in ihre alte Position zurück, während sie spricht: "Red nicht solch einen Schwachsinn, Ka... Roxton!!!! OH MEIN GOTT, sag dass das nicht wahr ist!"

"Doch es ist wahr!"

"Dann war das kein böser Traum?"

"Nein, definitiv nicht. Kalle ist tot, Marguerite immer noch verschwunden und wir haben miteinander geschlafen!" bestätigt Roxton.

"Verdammt, so ein Mist!"

"Das kannst du laut sagen!"

"Marguerite wird mich umbringen!"

"Mich auch! Ich habe ihr versprochen nicht mehr Fremdzugehen und jetzt... ich habe mit dir, einer ihrer besten Freundinnen, geschlafen!"

"Ich glaube beste Freundin kannst du ersetzen durch grösste Feindin!"

"Trotzdem wir müssen es ihr sagen!"

"Ja, schliesslich hat sie das Recht es zu erfahren! Dann werde ich mich jetzt mal verduften!" Finn nimmt ihre Kleidung, zieht sich an, verlässt das Zimmer und hofft, dass sie niemand sieht.

 

"Challenger, aufwachen! Wir wollten doch heute wieder zurück ins Baumhaus gehen!" Veronica steht vor dem Professor und versucht ihn aus dem Bett zu kriegen.

"Lass mich doch noch ein bisschen schlafen, ja?"

"Vergiss es! Jesse wartet sicher schon sehnsüchtig auf dich!"

"Na dann! Lass uns nach Hause gehen!" Challenger ist gerade aufgestanden, als ihm etwas in den Sinn kommt: "Essen wir denn kein Frühstück?"

"Später vielleicht! Erst müssen wir herausfinden, wo Finn sich versteckt hat!"

"Wieso? Ist sie nicht hier im Zanga-Dorf?"

"Nein, ich hatte sie gestern gesehen, als sie wütend das Dorf verliess!"

"Ja!? Warum?"

"Ein Zanga-Jäger meinte, sie sei Kalle hinterher gesprungen. Keine Ahnung wieso, weshalb, warum!" "Vielleicht weiss Jakarta oder Assai wo sie ist!?" meint Challenger.

"Assai weiss es auch nicht, aber vielleicht hat Jakarta eine Vermutung. Lass uns ihn fragen gehen!" Veronica und George machen sich auf die Suche nach dem Medizinmann.

 

"Finn Schätzchen, wieso kommst du aus dem Zimmer meines Sohnes?" will die neugierige Madame Roxton wissen, die Finn genau in dem Moment über den Weg gelaufen ist, als die Blondine aus dem Zimmer kam.

Finn hört Mailyn im Zimmer nebenan weinen und schreien "Ich wollte nur mal nach Mailyn schauen, sie weint so fürchterlich!" leugnet Finn.

"Aber mein Kind, Mailyn war doch die ganze Zeit in meinem Zimmer!"

"DARUM konnte ich sie nicht finden!"

"Wenn du willst, kannst du mir sie jetzt aber abnehmen! Vielleicht bringen Sie die Kleine wieder zum Lachen! Folgen Sie mir!" Ohne dass Finn etwas dazu hätte sagen können, wird sie von Madame Roxton ins Zimmer geführt. Silvia überreicht Finn das weinende Kind.

"Toll, danke! Ich werde mein Glück versuchen!"

"Gut! Wollen Sie auch etwas frühstücken?"

"Gerne!" Madame Roxton verlässt das Zimmer. Mailyn weint herzzerreissend.

"Süsse, was ist denn nur los mit dir? Vermisst du deine Mami? Das kann ich verstehen!"

 

"Assai, weißt du wo Jakarta ist?" fragt Veronica ihre Freundin.

"Er hat das Dorf heute morgen ganz früh verlassen!"

"Wieso, wenn man fragen darf?" will Challenger wissen.

"Wisst ihr es denn noch nicht?"

"Nein, was sollten wir wissen?" Veronica hat keine Ahnung was Assai damit meint.

"Ich habe heute erfahren, dass Kalle gestern von einem T-Rex angefallen und gefressen worden ist, als er versucht hat das Tier von seinem Fang für das Zanga-Dorf weg zu locken!"

"So ein Idiot!" kann Veronica dazu nur sagen "Darum ist Finn so wütend aus dem Dorf gerannt..."

"...und jetzt ist Jakarta dorthin gegangen um Kalle zu beerdigen!" beendet Challenger den Satz.

"Ja! Er wird den ganzen Tag dort sein!" bestätigt Assai.

"Danke, Assai!"

"Keine Ursache!" Man hört ein Baby weinen "Oh, dass muss Illario sein, er ist sicher aufgewacht und will jetzt seinen Hunger stillen. Werdet ihr heute noch hierbleiben?"

"Nein, wir machen uns jetzt auf den Heimweg" sagt Veronica.

"Okay! Wir sehen uns sicher bald wieder!" Assai gibt Veronica einen Kuss und dann verschwindet sie im Zelt.

 

"Frühstück ist fertig!" ruft Madame Roxton aus der Küche des Baumhauses. Finn kommt ins Wohnzimmer, sie hat Mailyn auf den Armen. Das Mädchen weint immer noch. "Ich habe es nicht geschafft!" sagt die Blondine enttäuscht.

"Mailyn, jetzt sei still!" Silvia hält das Weinen der Kleinen nicht mehr länger aus "Ich will keinen Mucks mehr von dir hören!" Doch Mailyn weint und schreit weiter.

"ZACK!" Madame Roxton hat der Kleinen eine Ohrfeige verpasst, gerade in dem Moment als Roxton ins Zimmer gekommen ist. "Mum! Was machst du denn da!?" Er traut seinen Augen kaum.

"Es tut mir leid, John, aber sie wollte einfach nicht aufhören zu weinen und..."

"Das ist kein Grund jemanden zu schlagen!" unterbricht er seine Mutter. Wütend verlässt Roxton das Zimmer wieder.

 

Nach dem Frühstück hat sich Jesse ins Labor ihres Mannes begeben und dort ein bisschen herumgestöbert. Sie schaut sich die verschiedenen Tinkturen an. Doch schon nach kurzer Zeit langweilt sie das. "Also ich könnte nie Wissenschaftlerin werden!"

Sie schaut sich weiter im Labor um, ihr Blick bleibt am Aquarium des Käfers hängen. "Was haben wir denn hier hübsches drinnen?" Sie öffnet den Deckel und schaut hinein. "IGITT!!!!!!!!!!!" Sie hat den kleinen niedlichen Arthur entdeckt, doch ihr gefällt dieser schwarze Käfer überhaupt nicht. Sofort schliesst sie den Deckel des Aquariums wieder.

Dann sieht sie den Käfig der Taube. Sie geht dorthin. "Na meine Süsse, wie heisst du denn?" fragt sie die Taube "Bist du zutraulich zu fremden Menschen?" Jesse nimmt die Taube aus dem Käfig und ehe sie etwas hätte dagegen tun können, fliegt der Vogel davon. "Mist! Bleib doch hier! George wird mich umbringen!" Doch die Taube kümmert sich nicht im geringsten und fliegt in die Freiheit davon. Sofort verlässt Jesse das Labor wieder. <Hoffentlich merkt mein Mann dieses Desaster nicht!>

 

"Mann, hab ich einen Hunger!" Challenger hört nun schon zu drittenmal seinen Magen knurren.

"Nun, sei kein Weichei! Wir sind in ca. zwei Stunden zu Hause, dann kannst du dich endlich mit Essen vollstopfen!"

"Aber ich habe jetzt Hunger!" meint er beleidigt.

"George, du bist doch kein kleines Kind mehr, also hör auf zu stürmen, ja!?" Veronica geht weiter, doch Challenger bleibt stehen, er hat ein Nest entdeckt.

Ohne auf die Konsequenzen zu achten, klaut er sich ein Ei und schlägt es auf, so dass er an das Innerer herankommt. Veronica ist so auf den Weg konzentriert, dass sie nicht merkt, wie der Professor hinter ihr genüsslich das Ei isst.

 

"John, es tut mir wirklich schrecklich leid!" Madame Roxton steht vor dem Zimmer ihres Sohnes, doch er kümmert sich nicht um sie. "Bitte, mein Schatz, öffne die Türe!"

"Vergiss es! Lass mich in Ruhe!"

"Aber du kannst doch nicht so herzlos sein!"

"Ha! Und das sagst ausgerechnet du, wer hat denn Mailyn grundlos eine Ohrfeige verpasst!?"

"Grundlos, war es nicht. Ich konnte ihr Weinen einfach nicht mehr ertragen und..."

"Und darum schlägt man ein wehrloses Kind einfach!" unterbricht er Silvia.

"Ich sehe es hat keinen Sinn mit dir darüber zu sprechen!" Madame Roxton begibt sich wieder ins Wohnzimmer, wo Mailyn und Finn sind.

"Er verzeiht mir nicht!" sagt Silvia entrüstet. "Und Mailyn weint immer noch!"

"Seit wann hat sie denn damit angefangen?" will Finn wissen.

"Etwa um Mitternacht fing es damit los!"

<Oh nein, genau dann hatten Roxton und ich unser Zusammentreffen!> kommt es Finn jetzt wieder in den Sinn. "Soll ich mal mit ihm reden?" fragt Finn die ältere Frau.

"Ja, das wäre sehr lieb von dir!"

 

"MARGUERITE!!!!!" Ravell stürzt wütend in das Zimmer seiner Angebeteten.

"Ja?" die Brünette ahnt schon, weshalb er so sauer ist.

"Zuerst hast du mich voll laufen lassen und dann hast du mir einen Kinnhaken verpasst!"

"Es tut mir leid Ravell für mein Verhalten dir gegenüber. Ich verspreche dir, das wird nie wieder vorkommen!" Doch Ravell traut ihr nicht.

"Tja meine Liebe, mein Vertrauen in dich habe ich längst über Bohrt geworfen!" Er holt eine Handschelle mit einer langen Kette aus einem Sack hervor, den er mit sich ins Zelt geschleppt hat.

"Was hast du vor damit?" fragt Marguerite ängstlich.

"Du lässt mir keine andere Wahl!" Er packt ihre Handgelenke und streift ihr die Handschelle über. Dann zerrt er sie zu ihrem Bett und macht die Stahlkette daran fest.

"Ravell, ist das wirklich nötig!?"

"Ja, denn deine Dienerin, ist abgehauen und ich möchte nicht, dass du das auch versuchst!" Er gibt ihr nicht gerade zärtlichen Kuss auf die Lippen und verschwindet wieder.

<Verdammt! Wieso tut er das?> Marguerite steht vom Bett auf, zum Glück reicht die Kette bis zur Kommode hin, sie holt sich die Fotos daraus hervor und schaut sie sich wieder an.

 

"Roxton, ich bin’s Finn!" Die Blondine steht vor Roxtons Tür, widerwillig öffnet er sie.

"Was ist los?"

"Rate mal, seit wann weint deine Tochter so herzzerreissend!?"

"Keine Ahnung!"

"Seit Mitternacht, als wir unser Zusammentreffen hatten!"

"WAS?"

"Sie muss es gespürt haben! Anders lässt sich das gar nicht erklären!"

"Aber meinst du wirklich, dass sie das kann?"

"Roxton, sie kann so viel, da wundert mich gar nichts mehr!"

"Tja, damit könntest du recht haben! Und was machen wir jetzt?"

"Geh zu Mailyn und rede mit ihr! Erkläre ihr die Situation! Sie wird es verstehen! Und sag ihr, dass du sie und Marguerite wirklich über alles liebst, das tust du doch!?"

"Was glaubst du denn, natürlich tu ich das!"

"Eben, dann sage deiner Tochter das! Ich werde dir Mailyn bringen!"

 

"Ich hasse die Amnesie!" wütend wirft Marguerite die Bilder wieder in die Kommode. Schon wieder konnte sie sich an keine weitere Person erinnern.

<Wenigstens weiss ich wie meine Tochter heisst!> Marguerite legt sich aufs Bett und schliesst ihre Augen, sofort schläft sie ein.

 

"Roxton, ich bin es nochmals, Finn!" Er öffnet ihr die Tür, sie überreicht ihm Mailyn und verschwindet wieder. Das Mädchen weint immer noch.

"Mailyn, es tut mir wirklich schrecklich leid wegen dem Ausrutscher! Ich liebe doch nur dich und Mami, ihr seit die einzigen für mich, das musst du mir glauben! Es war nur gerade so ein dummer Augenblick, aber ich hab nur euch lieb! Bitte verzeih mir und sei nicht sauer auf Finn, sie kann nichts dafür, weißt du für sie war es auch nicht leicht. Sie hat nämlich ihren Freund für immer verloren!" Das Mädchen hat aufgehört zu weinen und schmiegt sich an ihren Vater.

 

Unterdessen hat Challenger das Ei gegessen, er redet mit Veronica gerade über seine Erfindungen, als hinter ihnen plötzlich ein T-Rex Weibchen auftaucht. Veronica und Challenger drehen sich erschrocken um "Wo kommt sie denn auf einmal her? Und was will sie von uns?" will Veronica wissen "Lauf!" ruft Veronica und dann rennen die beiden so schnell sie nur können "Bis zum Baumhaus sind es noch etwa drei Kilometer, das können wir schaffen!"

Sie rennen und rennen, endlich können sie das Baumhaus in der Ferne erkennen. "Schneller!" ruft der Professor der Blondine zu.

Kurze Zeit später erreichen sie den Vorhof des Baumhauses. Sie öffnen das Gartentor und treten ein, das Weibchen rennt auf den elektrischen Zaun zu und explodiert. "Die Mienen waren schon eine gute Idee von Finn!" muss Challenger zu geben, denn das T-Rex Weibchen bleibt regungslos am Boden liegen.

"Wir haben es geschafft!" freudig umarmt Veronica den Professor "Die Frage ist jetzt nur, wieso hat uns das Weibchen verfolgt!?"

"Ich habe keine Ahnung!" leugnet Challenger.

5.05 Das Labyrinth

Die kleine "Familie" sitzt am Tisch und frühstückt gerade. Challenger und Finn sind eine heisse Diskussion verwickelt, Jesse und Silvia führen ein Frauengespräch, Veronica füttert Mailyn mit einem selbstgemachten Brei, Ned schaut ihr dabei zu und Roxton ist in seine Gedanken verloren.

"Challenger ich sage dir, wir müssen das zerstörte Mienenfeld ganz schnell wieder aufbauen, jederzeit kann ein Fremder vorbeikommen!"

"Nein, Finn, das kann warten. Ausserdem ist nur ein kleiner Teil zerstört worden!"

"Sieben Meter, nennst du einen KLEINEN Teil!?" Finn traut ihren Ohren kaum.

"Ja, denn der Umfang des Hofes beträgt 45Meter!"

"Woher willst du das so genau wissen?"

"Ich habe es gemessen!"

"Ja, das kann ich auch behaupten!" Die beiden streiten sich weiter.

"Silvia, finden Sie nicht auch, dass ich mir die Haare wieder einmal ein bisschen schneiden sollte?"

"Also, mir gefällt ihr Haar sehr gut im Gegensatz zu meinem!"

"Ach das ist doch nicht Ihr ernst?"

"Doch, Jesse, das ist mein voller Ernst!" Veronica füttert Mailyn mit einem weiteren Löffel voll Brei. "So meine Süsse, das machst du ganz fein. Ein Löffel für deine Mummy, ein Löffel für deinen Daddy, einer für mich und Malone, deinen Pateneltern, einer für Tante Finn, ein Löffel für deine Grandma Silvia...." Ned schaut seine Frau liebevoll an <Ihr Verhalten zu Kindern ist einfach süss! Ich wünschte nur, dass wir auch mit einem Baby gesegnet werden würden, sie ist die perfekte Mami, einfach bezaubernd, faszinierend!> Auch Roxton schaut gedankenverloren in eine Ecke des Zimmers. <Ach, Marguerite, hoffentlich werde ich dich bald wiedersehen! Vielleicht sollten wir uns heute wieder auf die Suche nach ihr machen, ich meine 7Leute sehen mehr als nur eine Person!> Er wendet sich an die Gruppe. "Hey, was würdet ihr davon halten, wenn wir uns heute wieder auf die Suche nach meiner Frau machen würden?"

"Ich wäre dabei, schliesslich tut mir frische Luft gut!" sagt Madame Roxton.

"Ja, ich bin auch deiner Ansicht!" meint Jesse.

"Ja, wir könnten ein Picknick für das Mittagessen machen!" schaltet sich nun auch Veronica ein.

"Das klingt gut!" Malone schaut seine Frau begeistert an. <Manchmal hat sich echt gut Ideen, okay sie hat meistens gute Ideen, eigentlich immer!> Alle haben zu gestimmt und machen sich nun für den Ausflug parat.

 

"Marguerite?" Ravell steht im Zelteingang, er hält zwei Gläser Wein in seiner Hand. Marguerite ist immer noch mit der 2Meter langen Stahlkette am Bett gefesselt.

"Wofür denn die Gläser, gibt es was zu feiern, meine lang ersehnte Freiheit vielleicht?" voller Hoffnung blickt sie den Mann an. Er lächelt nur und meint: "Dein Humor ist einfach göttlich! Ja, es gibt etwas zu feiern, ich habe heute nämlich Geburtstag!"

"Oh, wie schön" behauptet Marguerite "Herzliche Gratulation!"

"Danke!" er überreicht seiner Angebeteten eines der Gläser und erhebt seines "Auf mich und die wunderschöne Frau an meiner Seite!"

"Auf dich! Danke für das Kompliment!" Sie trinkt einen Schluck aus dem Glas.

"Und wie findest du den Wein?" fragt Ravell hoffnungsvoll.

"Er ist fruchtig und leicht, ich befürchte ein sehr teurer Wein!"

"Damit hast du vollkommen recht, Baby!"

"Nenn‘ mich nicht Baby!!!!" Marguerite hasst diesen Ausdruck.

"Ich darf dich so nennen wie es mir gerade passt und gefällt, also sei still!" droht er ihr, senkt aber sofort wieder seine Stimme in einen sanfteren Ton "Aber wenn dir dieser Ausdruck nicht gefällt, dann werde ich ihn auch nicht mehr gebrauchen!"

"Danke, das ist SEHR lieb von dir!" meint sie ironisch. Er nimmt ihr das Weinglas aus der Hand und stellt die beiden Gläser auf den Nachtisch ab. Dann nimmt er vorsichtig Marguerites Kopf in seine Hände und zieht sie zu sich, es folgt ein langer Kuss. Als er den Kuss beendet hat, schwebt Marguerite wie in einer anderen Dimension, sie öffnet ihre Augen: "Roxton, mein Mann heisst Lord John Roxton!" ihr kullern Freudentränen aus den Augen, endlich kann sie sich wieder an ihren Ehemann erinnern. An seine Gefühle ihr gegenüber, seine Küsse, seinen Körper, seine Stimme.

Doch ihre Freude ist nur von kurzer Dauer, denn Ravell hat ihr eine Ohrfeige verpasst. "Du bist meine Frau!" Wütend verlässt er das Zelt. Marguerite schaut ihm sauer hinterher <Was bildet sich dieser Mann eigentlich ein! Ich bin mit einem Lord verheiratet, habe eine Tochter namens Mailyn und bin überglücklich mit meinem Leben! Er kann meine Liebe nicht kaufen und auch nicht klauen, er kann sie nur erwerben, doch das hat er längst vergeigt!> Marguerite nimmt die beiden Weingläser und knallt sie gegen die Zeltwand, die Gläser fallen auf den Boden und zerbrechen. "Ich hasse dich!"

 

"John, wir mal eine Pause einlegen?" fragt Silvia ihren Sohn "Ich meine, wir sind jetzt schon über drei Stunden gelaufen und ehrlich gesagt tun mir und Jesse langsam die Füsse weh!"

"Ihr hättet ja nicht mitkommen müssen!"

"Roxton, jetzt sei doch nicht so!" schaltet sich Challenger in das Gespräch ein. "Eine kleine Pause hat noch niemandem geschadet!"

"Na schön, aber nur 10Minuten, dann gehen wir weiter!"

 

"Oh, John!" Marguerite hat wieder die Fotografien aus der Kommode hervorgekramt. Und schaut sich gerade ein Bild an auf welchem er sie umarmt.

<Wenn ich mich an John erinnern kann, dann kann ich vielleicht auch die anderen Personen wieder erkennen!> Sie sucht sich Bilder hinaus auf denen sie mit anderen Personen drauf ist, als mit ihrem Mann oder ihrer Tochter.

Sie betrachtet ein Bild mit ihr und Veronica. <Wer könnte diese Person nur sein! Okay, sie sieht aus wie ein Engel, aber ihre Kleidung erinnert mehr an die Geschichte mit diesem Mann, der sich durch den Dschungel schwingt, wie war sein Name doch gleich... etwas mit T, To, Te, Ta... Tarzan!> Sie nimmt ein weiteres Bild mit Veronica hervor. Auf dem Bild umarmen sich die beiden. <Scheint so als würden wir dicke Freundinnen sein! Ihr Name beginnt mit F wie Freundinnen oder mit V wie... Veronica! Ich kann mich an meine beste Freundin erinnern, meine jüngere Schwester, die mich immer beschützt hat! Veronica, du mein Engel!> Wieder hat Marguerite Freudentränen in den Augen.

 

Seit der letzten Pause sind 2Stunden vergangen. Roxton läuft an erster Stelle, er achtet auf die Gefahren des Dschungels, hinter ihm folgen Finn und Challenger, die wieder in die Mienenaufbau- Diskussion vertieft sind. Dann kommt Jesse, sie hört Malone gespannt zu, wie er seinen Gedanken freien Lauf gibt und das Schlusslicht bilden Veronica und Madame Roxton, die beiden plaudern über Mailyn und das Thema Kinder. Plötzlich bleibt Roxton stehen. "Was ist denn los?" will Ned wissen. "Keine Ahnung! Veronica könntest du mal herkommen?"

"Ja, was ist denn?" Sie begibt sich an Roxtons Seite.

"Hast so etwas schon mal hier auf dem Plateau gesehen?"

"Nein, das ist mir neu! Sieht aus wie ein Garten!"

"Ja, aber nicht irgendein Garten, ich vermute es ist ein Irrgarten!"

"Ein Labyrinth mitten im Dschungel?" schaltet sich Malone in das Gespräch ein.

"Wieso denn nicht, ich meine es gibt so vieles hier auf diesem Plateau, wieso nicht auch ein Labyrinth!" meint Finn.

"Ja, das denke ich auch!"

"Wow, Challenger, du kannst also doch mit mir einer Meinung sein, das habe ich ja gar nicht gewusst!" neckt Finn ihn.

"Tja, ich steck halt voller Überraschung!" sagt Challenger beleidigt.

"Nicht streiten, meine Kinder!" will Jesse die beiden beruhigen.

"Lasst uns doch dadurch gehen, ich meine, vielleicht ist meine Tochter hinter diesem Labyrinth versteckt!"

"Das könnte möglich sein! Mama, du bist ein Schatz!" Der Lord gibt seiner Mutter einen Kuss.

"Na dann, lasst uns dadurch kämpfen!" sagt Malone mit einem Hauch Unsicherheit in seiner Stimme. "Auf in den Kampf!" Veronica erhebt eines ihrer Messer feierlich.

"Einer für alle, alle für einen!" scherzt nun auch Finn mit.

"Dann lasst uns jetzt gehen!" meint Challenger und dann begeben sich die Freunde ins Labyrinth.

<Das ist Edward Malone, der Reporter, aber wir nennen ihn anders... Ned, ja genau so nennen wir ihn! Und das ist definitiv ein Wissenschaftler!> Marguerite betrachtet ein Bild auf dem Challenger gerade etwas ausprobiert. <Professor George Edward Challenger, er hat uns auf die Expedition eingeladen, ach nein, er hielt ja nur einen Vortrag und ich bin dann einfach reingegangen und sagte vor all diesen Männern, dass ich die Expedition finanzieren würde! Wow, ich war ziemlich mutig! Und das ist Professor Arthur Summerlee, wieso habe ich ihn so lange nicht mehr gesehen? Ach ja, er ist einen Wasserfall hinunter gestürzt!> Sie legt die Bilder auf die Seite, weil ihr der Kopf dröhnt vom vielen Nachdenken. Sie legt sich hin und schläft sofort ein.

 

"Oh nein, das sieht gar nicht gut aus!" behauptet Jesse. Die Freunde stehen vor einer Kreuzung mit drei Abzweigungen.

"Okay, ich bin dafür, dass wir uns aufteilen!" meint Veronica.

"Ja, aber jemand sollte im Notfall hierbleiben!" ergänzt Malone.

"Ich bin dafür, dass derjenige oder diejenige mit Mailyn hier warten sollte! Vielleicht sind da drinnen Fallen eingebaut!"

"Ja, Finn, das wird es ganz bestimmt haben!" bestätigt Challenger "Schliesslich führt nur ein Weg nach draussen!"

"Okay, und wer bleibt hier?" will Jesse wissen.

"Also ich würde freiwillig hierbleiben!" meldet sich Madame Roxton.

"Gut, dann nehmt ihr beiden, Challenger und Veronica, die rechte Abzweigung! Finn, du gehst mit Jesse geradeaus und Ned, wir beide werden den linken Abzweiger nehmen! Viel Glück!" Dann trennen sich die Freunde.

 

"Marguerite, aufwachen!" Ravell küsst sie sanft auf die Wange.

"Ist es schon morgen?" fragt sie verschlafen.

"Nein, aber ich will den restlichen Tag mit dir verbringen, schliesslich habe ich..."

"Schliesslich hast du Geburtstag, ja ich weiss!" unterbricht sie ihn.

"Du hast es nicht vergessen!"

"Wie könnte ich das nur vergessen!" leugnet sie.

"Ich will dir etwas zeigen!"

"Ja, was denn?" fragt sie gespannt.

"Das ist eine Überraschung!"

"Super!" sagt sie, doch eigentlich denkt sie: "Ich hasse Überraschungen!!!" Er verbindet ihr die Augen und schliesst nachher das Schloss um ihre Handgelenke auf.

"Ich vertraue dir und hoffe, dass du nicht noch einmal abhauen wirst!"

"Keine Sorge, das wird nicht passieren!" hätte er jetzt ihre Augen gesehen, wüsste er dass sie gelogen hat. Er führt sie aus ihrem Zelt in die Nacht hinaus.

 

"So Mailyn, was denkst du, wie lange brauchen die bis sie den Ausweg finden?" fragt Madame Roxton ihre Enkelin.

"Ich weiss nicht! Hoffentlich bald!"

"Ja, das hoffe ich auch. Mittlerweile sind sie schon über einer halben Stunde weg. Plötzlich hören sie Finn und Jesse rufen. "Oh nein, sie sind sicher in eine Falle getreten!" Silvia schnappt sich das Messer und das Seil. "Mailyn, du wartest hier! Falls jemand kommen sollte, verstecke dich, okay!?"

"In Ordnung, Grandma!" Dann eilt Silvia die mittlere Abzweigung entlang. Die Hilferufe von Finn und Jesse kommen immer näher. Silvia bleibt abrupt stehen. Vor ihr hat es einen grossen Graben und dort unten sind Finn und Jesse, die versuchen daraus zu kommen.

"Wartet ich werde euch das Seil hinunter werfen!" Silvia bindet den einen Teil des Seiles an einem Baum fest, den anderen wirft sie hinunter. Finn und Jesse schaffen es nach drei Anläufen sich aus der Grube herauszuziehen. "Danke!" sagen beide ausser Atem. Dann gehen die drei wieder zur Kreuzung zurück. Kaum sind sie dort angekommen, sehen sie Veronica und Challenger aus der rechten Abzweigung enttäuscht zurückkommen. "Was macht ihr denn schon wieder hier?" fragt Finn verblüfft. "Sackgasse!" sagt Veronica "Und bei euch?"

"Wir sind in eine Grube gefallen!" sagt Jesse.

"Hoffen wir jetzt nur, dass Roxton und Malone mehr Glück haben als wir!" meint Challenger.

 

"So und nun darfst du deine Augen öffnen!" Ravell nimmt ihr das Tuch von den Augen weg. Vorsichtig öffnet sie ihre Augen und ihr bleibt fast die Luft weg. Ravell hat sie auf einen Hügel geführt und nun schaue sie auf eine grosse weite Wiese. Auf dieser Wiese hat Ravell aus Kerzen ein riesiges Herz gemacht und darin geschrieben "Für meine allerliebste Marguerite!"

"Und gefällt es dir?"

"Es ist wunderschön!" doch schweren Herzens denkt sie <Wieso ist er nur so ein Mistkerl, wäre er anfangs netter zu mir gewesen, könnte ich ihn jetzt vielleicht ein bisschen mögen, doch ich verspüre nur noch puren Hass für ihn!>

"Komm lass uns hier auf diese Decke sitzen und die Sternen geniessen!" Marguerite setzt sich auf die Decke und schaut in den Himmel, gerade in dem Moment sieht sie eine Sternschnuppe <Ich wünsche mir, dass ich bald wieder bei Roxton, Mailyn und meinen Freunden sein darf!>

 

"Hey, wir haben den Ausweg gefunden!" hört man Roxton von ganz weit weg rufen.

"Wir kommen sofort zu euch!" Die Freunde beeilen sich. Schon bald können sie die Malones Fackel erkennen. Sie kommen immer näher zu ihren Freunden hin. Endlich haben sie es geschafft. Atemlos stehen sie neben den zwei Männern. "Schaut hier ist der Ausgang!" Malone deutet auf ein Tunnel. "Und ihr seit euch ganz sicher, dass wir damit hinaus kommen?" meint Finn ungläubig.

"Ja, einen Versuch ist es doch wert!" Und dann kriecht einer nach dem anderen dadurch. Schlussendlich sind alle heil am Tunnelende angekommen.

"So und nun lasst uns weitergehen!" meint Roxton. Sie wollen gerade weiterlaufen, als sie ein Rascheln im Gebüsch neben ihnen hören.

"Wer ist da?"

5.06 Die mögliche Rettung?

"Wer ist da? Kommen Sie raus!" Roxton hält sein Gewehr in die Richtung, aus welcher das Rascheln gekommen ist.

"Bitte, nicht schiessen!" sagt eine Mädchenstimme.

"Okay!" Roxton nimmt das Gewehr hinunter, als nichts geschieht ruft er in die Dunkelheit hinaus "Nanu, wenn ich mich recht erinnere, müssten Sie sich uns jetzt eigentlich zeigen, schliesslich hatten wir einen Deal oder irre ich mich da?" Roxton schaut gespannt in das Gebüsch, nun bewegen sich die Äste und aus der Dunkelheit tritt eine junge blonde Frau hervor.

"Wer bist du denn?" fragt Finn erstaunt.

"Ich bin Jenny, die Dienerin von Marguerite!" Alle schauen überrascht drein "Sie müssen ihr Mann sein!" Jenny schaut Roxton an.

"Ja, aber woher wissen Sie das?"

"Marguerite hatte das Hochzeitsfoto dabei! Und du..." Jenny geht einen Schritt auf Mailyn zu "Du wirst dann wohl Mailyn sein, ihre Tochter, nicht wahr?"

"Ja! Wie geht es Mami?" erkundigt sich das Mädchen.

"Ihr geht es soweit gut! Trotzdem sieht es nicht gerade rosig aus, denn Ravell, der Anführer der Sklavenhändler, will Marguerite zu seiner Frau nehmen!"

"Wo überhaupt liegt das Camp, in dem sie Marguerite festhalten?" fragt Veronica.

"Von hier aus sind es rund 2.5Tage Fussmarsch!"

"Das können wir schaffen, wir haben noch genügend Essen und Trinken!"

"Nein, John, das stimmt so nicht ganz" behauptet Challenger "Du musst die Rückkehr auch mit ein berechnen! Es ist besser wenn nur ein oder zwei Jenny und dich dorthin begleiten!"

"Gut, und wer soll das sein?" will Roxton wissen.

"Ich weiss nicht!"

"Aber ich" meldet sich Jenny "Ich habe mitbekommen, dass Ravell die ganze Zeit über Fotos von ihr geschossen hat!"

"Also, Sie meinen von dem letzten Monat bevor er sie gekidnappt hat?"

"Nein, Professor, schon vor fünf Jahren ist er diesem Hobby nachgegangen!"

"Aber, das hätten wir doch merken müssen!" schaltet sich nun auch Veronica ins Gespräch ein. "Ravell ist sehr geschickt! Er hat sich schon nur auf Marguerite konzentriert, doch er wird auch wissen wie einzelne Personen aussehen, z.B. Sie, Herr Professor, rotes Haar, roter Bart, das kann sich jeder leicht merken oder jemanden wie Sie, Veronica, in dieser Kleidung ziehen Sie jeden Blick auf sich, vor allem den der Männer!"

"Okay, dann wäre ich der Meinung, dass solche Leute mitgehen, die sich die letzten fünf Jahren nicht auffällig verhalten haben oder die mit Marguerite selten zusammen waren!" beendet Veronica die Überlegungen und Gedanken von Jenny.

"Ich würde vorschlagen, dass Finn dich begleiten sollte!" wendet sich Challenger an den Lord.

"Bist du Finn?" fragt Jenny Malone.

"Nein, ich bin Ned, das ist Finn!" Der Reporter deutet auf das gleichaltrige Fräulein neben sich.

"Das ist gar nicht gut!"

"Wieso? Was ist daran so schlimm?" will Silvia wissen.

"Ein Mann muss dabei sein, weil Ravell verkauft die Sklaven nur an Männer und..."

"Aber das wäre ja ich, oder?" unterbricht Roxton sie.

"Nun, eigentlich schon, aber du bist derjenige gewesen, der am meisten mit Marguerite zu tun gehabt hat! Ausser..."

"Ausser was?" Finn kann die Spannung nicht ertragen.

"Ihr müsst euch verkleiden!"

"Ja, das ist eine super Idee!" meint Jesse "Aber woher werdet ihr euch andere unauffälligere Kleidung nehmen?"

"Ich habe auf dem Weg hierher in einem kleinen Dörfchen übernachtet! Meister Hotz sollte eigentlich geeignete Kleider für die Reise ins Sklavencamp haben!"

"Okay, dann lasst uns dorthin gehen!" Der Lord schlägt schon die eine Richtung ein, als seine Mutter ihn zurückhält: "Warte mal, Roxton!"

"Was ist noch?"

"Ich denke, dass Professor Challenger, Veronica, Jesse, Mailyn und ich uns jetzt auf den Rückweg machen sollten!"

"Ja, du hast recht, Mama! Wir sehen uns dann im Baumhaus!"

"Ist gut! Viel Glück!" Roxton umarmt seine Mutter kurz, dann trennen sich die Wege der Freunden.

 

"Wir haben es gleich geschafft!" behauptet Jenny.

"Gut, denn ich könnte langsam eine Pause gebrauchen!" meint Finn. Und damit hat sie recht, denn sie haben seit dem Zusammenstoss mit der Dienerin noch keine winzig kleine Pause gemacht und jetzt ist es bald Mittag.

"Mir würde eine Pause auch gut tun!" gesteht Malone. Jenny bleibt stehen und deutet auf etwas, das aussieht wie ein Hausdach: "Da seht ihr, das ist das Dorf, von dem ich euch erzählt habe!"

"Naja, Dorf kann man das nicht gerade nennen!" Malone blickt das Dorf, welches nur drei Häuser hat abschätzig an.

"Also ich finde es ganz gemütlich hier!" behauptet Roxton. Sie begeben sich zu den Häusern. Jenny klopft an einer grossen Eichentüre an. Ein kräftiger Mann öffnet ihnen: "Jenny, ich dachte nicht, dass ich Sie so schnell wiedersehen würde!" sagt der Mann überrascht.

"Ja, ich ehrlich gesagt auch nicht! Meister Hotz, könnten Sie mir und meinen Freunden einen Gefallen machen?"

"Mein Kind, für dich tu ich doch alles!"

"Okay, wir brauchen unbedingt schöne, aber unauffällige Kleidung! Haben Sie so etwas in ihrem Schrank?" "Ich kann ja mal nachschauen gehen, ihr könnt es euch im Wohnzimmer gemütlich machen!"

"Danke!" Dann verschwindet der alte Mann im oberen Stock. Unsere Freunde setzten sich aufs Sofa im Wohnzimmer. Kurze Zeit später erscheint der alte Mann mit einem Berg von Kleidern wieder in der Stube.

"Ich hoffe, dass ihr etwas geeignetes finden werdet!"

 

Die anderen fünf sind in der Zwischenzeit im Baumhaus eingetroffen und trinken zuerst mal etwas. Sie sitzen am Küchentisch. "Was meint ihr, werden sie es schaffen?" fragt Madame Roxton in die Runde.

"Ich hoffe es!" sagt Veronica nur dazu.

"Ich würde es Roxton und Marguerite so gönnen!" behauptet Jesse.

"Ja, ich auch!" gibt Veronica zu.

"Sie werden es schaffen, da bin ich mir sicher! Nun lasst uns die negativen Gedanken über Bohrt werfen, in dem wir ein bisschen Pokern!" versucht Challenger die anderen aufzumuntern.

"Danke, Liebling, aber wir sind nicht in Stimmung auf eine Pokerrunde!"

"Na schön, dann werde ich mich eben in mein Labor verziehen!" sagt er beleidigt und verlässt die Frauen.

 

Schon nach kurzer Zeit haben alle etwas passendes gefunden. Finn und Jenny werden so tun als seien sie schon Sklavinnen von den beiden Herren. Sie sind auch dementsprechend gekleidet.

"So jetzt gibt es nur noch ein Problem" meint Jenny.

"Was ist unser Problem?" will Ned wissen.

"Wir müssen den Sklavenhändlern doch Geld bezahlen, woher sollen wir das nehmen?" fragt Jenny verzweifelt. Meister Hotz mischt sich ins Gespräch ein: "Ich hätte da einen kleinen Geldvorrat und das würde ich euch gerne ge..."

"Nein, das können wir nicht annehmen!" unterbricht Roxton den alten Mann "Es muss eine andere Lösung geben!"

"Leider gibt es nichts anderes das wir den Händlern anbieten könnten!" gibt Jenny zu.

"Jetzt hören Sie mir mal gut zu!" Der alte Mann will einfach keine Ruhe geben "Ich habe das Geld angespart für einen Notfall und das ist doch jetzt wohl ein Notfall oder irre ich mich da!?"

"Nein, natürlich irren Sie sich nicht!"

"Eben, ich möchte Ihnen das Geld geben! Ich werde es holen gehen!" Der Mann verlässt das Wohnzimmer, Roxton schaut gar nicht zufrieden drein.

"Komm schon, Roxton, es ist wirklich für einen guten Zweck!" versucht Finn ihn aufzumuntern.

"Du kannst ihm das Geld, dann später wieder zurückzahlen!?" gibt Ned leise von sich.

"Okay, ich gebe zu, ihr habt ja recht!" Ned klopft Roxton stolz auf die Schulter. Meister Hotz kommt mit einem grossen Sack in der Hand zurück, die anderen können nur staunen.

"Wieviel ist denn da drinnen?" will die neugierige Finn wissen.

"Rund 30Tausend Dollar!"

"Das ist einfach unglaublich, vielen herzlichen Dank, Meister Hotz!" Jenny umarmt ihn freudig.

"So, dann kann die Reise also weiter gehen!"

 

Nachdem die vier Freunde bei Meister Hotz übernachten durften, machten sie sich wieder auf den Weg zum Sklavencamp.

"Wann kommen wir dort an?" fragt Finn die Blondine neben sich.

"In etwa zwei Stunden sollten wir dort sein, warum fragst du?"

"Naja, dieses Kleid ist so schwer und ungewohnt für mich, ich fühle mich in diesem Kostüm nicht wohl, das bin nicht ich wo hier drinnen fest steckt!" Sie deutet auf ihre Kleidung und betrachtet sie kopfschüttelnd. Sie trägt einen braunen langen Rock, der schon ein paar Löcher und eingetrocknete Flecken hat. Darüber trägt sie eine verbleichte rote Schürze und einen hellblauen Wollpullover, bei dem die Nähte schon auffallen. Jenny hat nicht gerade die bessere Kleidung bekommen, sie trägt einen grauen Rock, darüber eine grüne Schürze, einen olivgrünen Wollpullover und ein graues Kopf- und Mundtuch, schliesslich darf niemand sie im Camp erkennen.

Roxton und Malone tragen beide Anzüge, die aber nicht zu nobel sind, sondern nur ausdrücken, dass sie viel Geld haben. Ausserdem trägt Roxton einen Hut, damit man seine Augen nicht sehen kann. So gekleidet kommen die Freunde endlich beim Eingang des Camps an. Sofort kommen zwei Männer daher gesprungen, sie haben ihre Waffen gezückt.

"Was wollen Sie hier?" fragt der eine Wächter.

"Wir wollten zu Ravell, wir möchten ihm eine Sklavin abkaufen" sagt Roxton ganz ruhig.

"Na gut, dann folgen Sie uns!" Die Freunde gehorchen den Wächtern. Sie werden in ein Zelt geführt. "Ravell kommt gleich!"

"In Ordnung!" Der eine Wächter bleibt vor dem Zelteingang stehen, während der andere Ravell holen geht. Kurze Zeit später erscheint der Mann, er hat etwa das gleiche Alter wie Roxton.

"Hallo, ich bin Ravell!" Er streckt Roxton die Hand hin.

"Freut mich Sie kennenzulernen!" sagt der Lord professionell.

"Haben wir uns schon einmal getroffen? Sie kommen mir so bekannt vor!"

"Nein, nicht das ich wüsste!" Ravell wendet sich an Malone und gibt auch ihm die Hand.

"Und wie kann ich Ihnen dienen mit einer Blondine vielleicht?"

"Wieso gerade eine Blondine?" fragt Roxton ohne zu überlegen. Ned schenkt ihm einen vernichtenden Blick. "Nun sie haben zwei Blondinen als Sklavinnen, darum!" sagt Ravell gelassen, er hat nichts gemerkt.

"Genau aus diesem Grund wollen wir eine Brünette kaufen! Haben Sie welche im Angebot?" erkundigt sich Malone taktisch.

"Ich kann Ihnen meine Angebote ja mal herbringen lassen!" Malone nickt dankend "Sven, bringe mir alle Brünetten!"

"Jawohl, Sir!" Der Wächter verschwindet. Schon bald kehrt er mit sechs Brünetten zurück, doch Marguerite ist nicht dabei.

"Und wie gefallen Ihnen meine Angebote?" will Ravell wissen.

"Unter uns gesagt, haben wir an etwas besonderes gedacht!" versucht Malone Ravell aus der Reserve zu locken. "Und wie besonders soll diese Person sein?" fragt der Anführer weiter, er lässt sich nicht so leicht in die Ecke treiben.

"Der schönste Stern am Himmel!" gibt der Reporter Auskunft.

"Gut! Wenn Sie mir bitte folgen würden!" Ravell führt die Männer in ein anderes Zelt, bevor sie jedoch eintreten sagt der Sklavenanführer noch "Sie ist die Wertvollste und Schönste auf der Welt!" Ravell öffnet den Reisverschluss des Zeltes. Roxton und Malone betreten es. Auf dem Bett angekettet liegt Marguerite und schläft.

"Wir zahlen Ihnen 30Tausend Dollar in Bar!" versucht Malone mit Ravell zu verhandeln.

"Nein, das geht leider nicht. Sie ist unverkäuflich!"

"WAS!?" ruft Roxton unkontrolliert.

"Es tut mir leid, meine Herren! Aber sie ist so kostbar, dass ich sie schon für mich genommen habe!" "Ja, das verstehen wir natürlich!" sagt Malone ohne mit den Wimpern zu zucken. Roxton kann seine Wut bald nicht mehr unter Kontrolle halten. Also sagt Malone schnell: "Dürfen wir sie wenigstens für diese eine Nacht haben?"

"Selbstverständlich, das macht dann 2Tausend Dollar!"

"Okay, ich werde ihnen das Geld im anderen Zelt überreichen, schliesslich sind da noch unsere Sklavinnen!" Malone verlässt mit Ravell das Zelt. Sofort eilt Roxton zu Marguerite hinüber.

"Marguerite, mein Schatz, wach auf!" Er küsst sie zärtlich auf die Wange.

"Oh bitte lass den Traum nicht enden, ich will bei Roxton bleiben!" meint Marguerite ganz verschlafen.

"Aber ich bin doch jetzt hier! Bei dir!"

"WAS!!!!!!" Sofort ist sie hellwach. "Roxton du bist zurück!" überglücklich küsst sie ihn und dann fallen die beiden in einen langen leidenschaftlichen Kuss. Als sie sich endlich wieder voneinander trennen können, rollen Marguerite Tränen aus den Augen.

"Ich dachte, ich würde dich nie wiedersehen! Dich und Mailyn! Wo ist unsere Tochter überhaupt und wie geht es ihr?" "Ihr geht es gut, sie ist Zuhause bei Challenger, Jesse, Mama und Veronica! Wir werden dich hier heil herausbringen, das verspreche ich dir!" Dann umarmen sich die beiden wieder. Malone erscheint im Zelteingang neben ihm stehen Jenny und Finn.

"Malone, Finn, Jenny? Was macht ihr denn hier?"

"Wir helfen Roxton dich zu retten! Schön dich zu sehen!" Malone geht mit offenen Armen auf Marguerite zu, sie möchte zu ihm laufen, doch sie hat die Kette vergessen. "Diese verdammte Kette, wie bringen wir sie nur auf?"

"Gibt es keinen Schlüssel dafür?" erkundigt sich Finn.

"Der ist im Besitz von Ravell!"

"Das sieht nicht gut aus" äussert sich nun auch Jenny zu dieser Situation.

"Kann jemand von euch Schlösser knacken?" will Finn wissen.

"Eigentlich schon, aber nicht unter Stress und vor allem bräuchte ich etwas spitziges!" gesteht Roxton sein Können.

"Hier, ich kann dir einer meiner Stahlpfeilen leihen!" meint Finn grosszügig.

"Toll, danke!"

"Lass dich nicht stressen, Schatz!" versucht Marguerite ihn aufzuheitern.

"Ja, schliesslich haben wir die ganze Nacht dafür Zeit!" Malone schaut gespannt zu, wie Roxton versucht das Schloss zu knacken.

"Verdammt!!!!!" Roxton verliert nächstens seine Nerven.

"Ganz ruhig, mein Schatz, es ist alles in bester Ordnung!"

"Nein, das ist es nicht! Ich muss es schaffen!"

"Ich könnte sonst auch versuchen, Ravell den Schlüssel während er schläft abzunehmen!"

"Nein, Jenny, das ist viel zu gefährlich!" warnt Marguerite sie.

"Ich möchte es aber versuchen!"

"Nein, Jenny, ich befehle dir es nicht zu tun! Du hast schon so viel für mich gemacht, mehr als ich hätte von dir verlangen dürfen"

"Aber..."

"Kein aber, ich verbiete es dir, schliesslich bist du immer noch meine Dienerin!" sagt Marguerite streng "Und du hast mir gefälligst zu gehorchen!" Die Blondine stellt sich beleidigt in eine Ecke. "Ich meine es doch nur gut mit ihr!" flüstert Marguerite ihrem Mann zu.

"Du musst dich nicht rechtfertigen, du hast das einzig Richtige gemacht!" Der Lord dreht wieder am Schloss umher, bis es plötzlich "KLICK" macht. Das Schloss springt auf.

"John, du hast es tatsächlich geschafft!" freudig umarmt sie Roxton.

"Ich bin ein Genie!" ruft er glücklich.

"Ja, das bist du wirklich!" meint Finn. "So nun lasst uns aber gehen!" Marguerite zieht das rote Kleid aus und steigt ebenfalls in einen Rock mit Schürze, Pullover und Kopftuch. Dann machen sich die fünf Freunde auf den Weg. Sie schleichen sich aus dem Camp und begeben sich in die Nacht hinaus...

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