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4.01 Geschafft!

Es ist ganz dunkel, doch dann geht ein Lichtstrahl auf, langsam kann man ein Baumhaus erkennen aus dem viele Blitze, wie eine Pyramide, zum Himmel hinaufklettern, man nennt diese "die Pyramide des Lichts". Jetzt erst hört man eine Stimme verzweifelt um Hilfe rufen: "Mutter ich dachte du hilfst mir!" Im Haus steht eine junge, blond haarige Frau, gekleidet wie Jane. Sie hält eine Kette mit einem glühenden Anhänger in der Hand. "Was muss ich tun? Bin ich wirklich die Beschützerin des Plateaus? Ich weiss nicht mehr weiter!" Nichts geschieht. "Ich dachte, du liebst mich!" Da plötzlich wie aus dem Nichts taucht eine in Gold gekleidete Frau auf und antwortet mit einer zarten ruhigen Stimme: "Mein Schatz, du weisst doch dass ich dich liebe und dich nie im Stich lassen würde!"

"Mutter? Bist du es?"

"Ja, Veronica, ich bin es. Ich möchte dir helfen." Die Frau, die zuvor noch wie ein Engel schwebte, geht nun auf Veronica zu. "Ich kann nicht lange bleiben, mir ist es eigentlich nicht erlaubt dich zusehen, aber du brauchst mich jetzt und ich werde dir helfen, schliesslich bin ich deine Mutter."

"Wovon sprichst du!? Was heisst hier du darfst mich nicht besuchen kommen!?" Jetzt ist Veronica erst recht wütend. Nicht auf ihre Mutter, sondern auf die blöden Geheimnisse, die ständig zwischen zwei Personen sind.

"Bitte stell jetzt keine Fragen, du wirst alles noch früh genug erfahren!" Veronica gehorcht ihrer Mutter widerwillig. "Nimm die Kette an dein Herz und lass dich von deinen Gefühlen leitet." Veronica folgt den Anweisungen ihrer Mutter. "Nun schliesse deine Augen, atme tief ein..." Die Frau verschwindet wieder

 

In der Zwischenzeit kämpft Roxton um sein Leben. Spanier aus dem 16.Jahrhundert haben es auf ihn abgesehen, sie wollen sich an Lord John Roxton rächen, jedoch an einem Vorfahren von ihm, der im Auftrag der Königin spanische Gallonen ausraubte.

"Kommt und holt mich, aber ich werde es euch nicht leicht machen!" verzweifelt versucht Roxton sich mit einem Ast zu verteidigen. Gedankenverloren findet er Schutz hinter einem Felsbrocken. "Verdammt! Marguerite, ich liebe dich doch, hoffentlich bist du etwas besser dran als ich."

 

"Jetzt ist deine Zeit abgelaufen, Morgan!" Ein Druide steht mit einem Dolch in der Hand vor Marguerite, die in eine Höhle verschleppt und auf einem Altar gefesselt wurde. Genau wie bei Roxton liegt eine Verwechslung vor. "Hören Sie, ich sage es Ihnen zum Letzten mal. Mein Name ist Marguerite Krux und ich bin hier auf diesem Plateau gelandet, weil ich eine Expedition finanziert habe um an den Oroborus zu gelangen, damit ich mir meine Geburtsurkunde frei kaufen kann, leider habe ich es nicht geschafft. Sie müssen mir glauben!"

"Hübsche Geschichte; Morgan, aber dass wird dir nichts nützen, du sollst sterben!" Er lässt das Messer bedrohlich über ihren Körper gleiten. "Lässt mich jetzt mit dieser Lügnerin allein!" Die anderen Druiden gehorchen ihm und verlassen die Höhle.

Marguerite schliesst ihre Augen, sie wollte schon immer etwas Besonderes sein, aber dafür doch nicht gleich umgebracht zu werden, vor allem jetzt wo sie Roxton ihre Liebe gestanden hat. Es schmerzt sie an ihn zu denken. Leise flüstert sie "Ich vermisse dich Roxton. Ich würde alles dafür tun um dich noch einmal sehen zu können!"

 

Währenddessen liegt Challenger in einem weissem Raum auf einem Operationstisch im Jahre 4066 und eine Computerstimme spricht zu ihm. "Nun, wollen wir doch mit der Operation beginnen, Professor George Edward Challenger. Es tut uns schrecklich leid Ihnen so etwas antun zu müssen, aber wir haben keine andere Wahl. Ihnen ist es nicht erlaubt Gefühle zu haben. Niemand besitzt mehr Gefühle, das ist ein Fremdwort für uns. Ausserdem wollen wir verhindern, dass sie der grösste Wissenschaftler der Zeit werden."

"Wie können sie nur so unmenschlich sein!" Challenger ist nun ausser sich, er kann seine Wut nicht mehr bremsen. "Sie wollen die Menschheit ersetzen, da kann ich doch nur lachen. Ich hoffe, dass ich diese schrecklich Zukunft verhindern kann!"

"Dazu werden sie leider nicht mehr kommen." Ein Mann erscheint, auf einem Tablett serviert er medizinische Instrumente. Es sieht so aus, als ob dieser Mann keine Gefühle besitzt!"

"Was haben sie ihm angetan!" ruft Challenger erschrocken. "Sehen Sie den Schnitt auf seiner Stirn, das Gleiche wird er nun auch bei Ihnen machen. Schneiden sie ihm die Stirn bis zum Hinterkopf auf. Entfernen sie anschliessend die eine Hälfte des Gehirns und legen sie es in eine Schale." denkt Challenger voller Angst.

 

"Da ist sie ja, unsere kleine Finn! Wir haben schon lange auf dich gewartet!" Finn liegt am Boden, sie kann sich nicht bewegen, weil sie es immer noch nicht glauben kann, dass sie wieder an diesem schrecklichen Ort ist. war ihr erster Gedanke.

"Wir waren sehr überrascht, als wir dich nicht mehr finden konnten, unsere Jägerin des Guten!" Das Automobil kommt immer näher, jetzt ist es etwa nur noch 20Meter von Finn entfernt. "So leicht gebe ich nicht auf!" Finn gelingt es sich aufzurichten und in den Wald zu flüchten. "Veronica hilf mir! Du bist doch die Beschützerin des Plateaus also rette mich!" Sie kann sich mit letzter Kraft in eine Höhle schleppen bevor sie dort zusammen bricht und in Ohnmacht fällt.

 

Veronica konzentriert sich und beschwört die Mächte der Kette "Ich wünsche mir, dass all meine Freunde hier und jetzt bei mir auftauchen!" Keine Veränderung ist zu sehen. "Ich wünsche mir augenblicklich , dass ich all meine Freunde retten kann!" Wieder bewegt sich nichts. "So funktioniert das nicht. Überlege Veronica, wie würde deine Mutter vorgehen. Ich hab’s: Sie würde jeden einzeln retten! Okay, wer kann sich am schlechtesten allein zurecht finden? ... MARGUERITE!"

Kaum hat Veronica den Namen ausgesprochen, wird sie auch schon in einen Sprudel gesogen und landet vor einer Höhle. "Nein!!!!!!!!!!!!!!!!" Veronica wird jäh aus ihren Gedanken gerissen, als sie Marguerite schreien hört. "Ich komme schon, Marguerite"

Veronica stürzt in die Höhle, es dauert nicht lange die Höhle zu durchqueren, als sie einen Druiden entdeckt, der drauf und dran ist, ihre dunkel haarige Freundin zu töten. Er holt mit dem Messer aus...

Doch anstatt den Dolch in ihrem Herz zu spüren, hört sie nur einen dumpfen Aufprall. Vorsichtig öffnet Marguerite ihre Augen. Der Druid liegt auf dem Boden mit einem Messer in der Brust. und als Marguerite dies feststellt, steht auch schon eine überglücklich Veronica neben ihr. "Na wie geht es dir?"

"Ich bin etwas durcheinander, wie hast du das nur gemacht!? Veronica, vielen lieben Dank, ich dachte ich müsste sterben!" Marguerite bricht in Tränen aus und umarmt überglücklich ihre Freundin. "Ich werde dir das alles gleich erzählen, aber zuerst müssen wir die anderen retten!"

 

"Nimm meine Hand und denke ganz fest an Challenger!"

"Ich hoffe, dass es klappt!"

"Das wird es, Marguerite. Schliesslich hat es bei dir auch funktioniert!" Beide Frauen schliessen ihre Augen und wieder erscheint der Sprudel. Veronica macht einen schritt auf den Sprudel zu, als sie Marguerite hört sagen "Oh nein, ich möchte nicht noch mal in so ein Ding gesogen werden." "Sei jetzt still und folge mir! Oder möchtest du etwa unsere Freunde nie wiedersehen?"

"Okay, okay ich komm ja schon!" Vorsichtig macht sie einen Schritt auf den Sprudel zu. "Ich habe Angst, Veronica!" "Das musst du nicht, ich bin doch bei dir." Marguerite drückt dankbar Veronicas Hand und lässt sie nicht mehr los. Sie werden hineingezogen.

Plötzlich stehen die zwei Frauen in einem ganz weissen Raum, geblendet von dem grellen Licht, können sie anfangs nichts erkennen. Sie hören eine Stimme etwas von Gehirn und aufschneiden reden. "Mir gefällt es hier überhaupt nicht!"

"Geht mir genauso. Sieht so aus als wären wir in der Zukunft gelandet!" gibt Veronica zur Antwort. "Wir müssen Challenger finden, lass uns zu dem Raum gegen, aus dem diese unmenschliche Stimme kommt."

"Oh mein Gott, Challenger!" beide Frauen sind abrupt stehen geblieben. Ein Mann ist gerade daran einen Schnitt in Challengers Kopf zu machen. "Er muss in Ohnmacht gefallen sein!" stellt Veronica fest. "Kein Wunder bei diesen Schmerzen. Wie kann ein Mensch nur so gefühllos sein!" gibt ihr Marguerite zur Antwort.

"Was machen diese Frauen hier!" ertönt wieder die Computerstimme. "Der Professor darf uns nicht entwischen. Töte die Eindringlinge!"

"Was!?!" schreien beide wie aus einem Mund. "Okay, er kann nicht auf beide gleichzeitig losgehen." flüstert Veronica ihrer Freundin zu. "Du holst Challenger und ich werde in der Zwischenzeit dieses Monster ablenken!"

"In Ordnung." Während Veronica mit dem Mann kämpft, gelingt es Marguerite Challenger aufzuwecken und auf die Beine zustellen. Sie nimmt ihr Taschentuch und versucht damit das Blut zu stoppen. "Challenger jetzt wird alles wieder gut. Du kannst dich an meiner Schulter abstützen. Ich bin soweit , Veronica."

"Das wurde aber auch langsam Zeit." Veronica holt noch ein letztes Mal aus und verpasst dem Mann einen Kinnhaken, den ihn zum Boden fallen lässt. Regungslos bleibt er da liegen. "Komm Challenger! Jetzt gehen wir nach Hause!" kaum hat Veronica diese Worte gesagt, finden sich die drei Freunde auch schon im Baumhaus wieder.

Die Frauen legen Challenger auf sein Bett. "Du bleibst hier Marguerite, ich werde die anderen suchen gehen." "Das kannst du nicht machen, Veronica. Du brauchst meine Hilfe. Challenger ist sowieso eingeschlafen. Ich komme mit, keine Widerrede."

 

"Wo ist er? Ich will ihn tot oder lebendig!" ruft der spanische Anführer. Leise flüstert Roxton, damit ihn niemand hören kann: "Marguerite, wo steckst du nur? Du kannst mich doch jetzt nicht im Stich lassen!?"

"Das würde ich doch niemals tun. Kennst du mich wirklich so schlecht!?" Roxton dreht sich verwirrt um. "Ich muss wohl träumen" fragt er ungläubig. "Marguerite du bist es tatsächlich!"

"Ja, ich bin es! Ich freue mich so dich zu sehen!" gibt sie ihm lächelnd zur Antwort. Dann umarmen sich die zwei und küssen sich leidenschaftlich.

"Ich freue mich auch dich wiederzuhaben!" "Veronica, ich bin so stolz auf dich. Du hast es tatsächlich geschafft!" "So nun müssen wir aber verschwinden bevor diese Halunken wiederkommen!" gibt Marguerite besorgt von sich. Und im nächsten Augenblick sind sie wieder im Baumhaus. "Ich hätte nie gedacht, dass ich dieses Haus noch einmal betreten würde." gibt Roxton sichtlich erleichtert und freudig zu gleich von sich.

"Nun vermissen wir nur noch Finn?" sagt Veronica traurig.

"Wir werden sie schon finden, da bin ich mir ganz sicher" versucht Roxton sie aufzuheitern. "Wenn es euch nichts ausmacht, werde ich hier bei Challenger bleiben. Er braucht sicher einen neuen und stabileren Verband."

"Gib acht auf dich, Marguerite!" "Das werd ich. Ich verspreche es dir." Roxton umarmt sie. "Nun geht schon" sagt Marguerite verlegen, "Ich bin mir sicher, dass Finn eure Hilfe braucht."

"Bis bald!" Er gibt ihr zum Schluss noch einen Kuss auf die Wange, bevor er zusammen mit Veronica in den Sprudel steigt. Verliebt schaut Marguerite ihm nach "Egal was passiert, ich werde dich immer lieben Lord John Roxton!"

 

"Finn! Finn! Wo steckst du nur!?" "Ich glaube das hat keinen Sinn, Veronica, sie kann dich nicht hören." "Dann müssen wir sie eben suchen gehen!" antwortet Veronica ihm.

Roxton und Veronica suchen nun schon seit drei viertel Stunden verzweifelt nach Finn. "Sie kann doch nicht vom Erdboden verschluckt worden sein!" "Vielleicht schläft sie oder sie wurde gekidnappt." "Du bist mir keine grosse Hilfe, Roxton!" Jetzt schreit Veronica förmlich.

Plötzlich hören sie ein Geräusch, das wie ein Automobil tönt. "Was ist das? Bitte nicht schon wieder dieses dumme Automobil!" "Du wirst nicht erfreut sein über meine Erkenntnisse, aber es ist das Automobil und drinnen sitzen zwei Jungs, die Gewehre in den Händen halten" "Nichts wie weg hier!" "Geh in den Wald, Veronica, dahin können sie uns mit der Maschine nicht folgen."

Nach einer halben Stunde fragt Veronica erschöpft " Haben wir sie abgehängt?" "Sieht so aus, aber lass uns zur Sicherheit in diese Höhle dort gehen." "Okay!"

Als sie oben angekommen sind, gehen sie in die Höhle hinein, immer tiefer und tiefer. Plötzlich stolpert Roxton über etwas, das am Boden liegt. "Finn!"

"Was? Wo?" fragt Veronica verwirrt, die wenige Schritte vor Roxton läuft. "Hier, ich bin über sie gestolpert. Sieht so aus als wäre sie in Ohnmacht gefallen." "Dann lass uns so schnell wie möglich nach Hause gehen."

 

In Challengers Zimmer pflegt Marguerite ihn. "Bitte du musst es überstehen. Wir wissen doch nicht, was wir ohne dich anfangen würden!" Marguerite ist den Tränen nahe.

"So schnell werdet ihr mich nicht los." Marguerite blickt bei diesen Worten auf.

"Challenger, hast du uns einen Schrecken eingejagt." "Ich weiss, ich weiss."

"Ruh dich jetzt aus, du hast es nötig." Challenger tut wie ihm geheissen und schon schläft er tief und fest wie ein Murmeltier.

Als Marguerite gerade in die Küche gehen möchte erscheint vor ihr der Sprudel und aus dem steigen ihre drei Freunde.

"Wie geht es ihr, was hat sie?" fragt Marguerite erschrocken, als sie Finn auf Roxtons Armen regungslos liegen sieht. "Ihr geht es gut, sie ist wahrscheinlich in Ohnmacht gefallen." beruhigt er sie. "Und warum glaubst du das?" fragt sie ihn zurück "Nun, würdest du nicht auch in Ohnmacht fallen, wenn du an den schlimmsten Ort deines Lebens geschickt würdest?" "Okay, du hast mich überzeugt."

Nachdem sie Finn in ihr Bett gelegt haben, gehen auch sie schlafen.

 

Über Nacht konnten sich alle wieder gut erholen und am Morgen darauf machten sie sich an die Arbeit, das Baumhaus wiederherzurichten.

"Hat jemand Arthur gesehen?" fragt Challenger suchend nach seinem Lieblingskäfer.

"Ja, er ist hier!" "Danke Veronica, ich wüsste nicht, was ich ohne ihn machen sollte." Er setzt den Käfer auf die Wage.

"Das wissen wir doch, George" mischt sich nun auch Marguerite in das Gespräch ein.

"Hey Challenger, hat der arme Kerl schon wieder zugenommen?" Challenger blickt auf die Waage, kann jedoch nichts ungewöhnliches feststellen. "So wie es aussieht nicht."

"Frühstück ist fertig!" ruft Roxton aus der Küche.

"Mm, es riecht köstlich. Was gibt es denn?" erkundigt sich Marguerite.

"Gebratenes Raptorenfleisch, Echseneier und exotische Früchte!" schikaniert er sie.

"Klingt ja widerlich!" Alle setzen sich glücklich an den Tisch und beginnen zu essen. Was sie jedoch nicht bemerken ist, dass die Waage 2kg mehr anzeigt als zuvor...

 

4.02 Der Riesenkäfer

Challenger ist wie immer in seinem Labor und forscht an einem seiner Experimente herum.

"Quiek, quiek"

"Ja, Arthur du bekommst gleich etwas zu fressen, ich muss nur noch ein bisschen Eisen hinein mischen." Nachdem Challenger das Eisen hineingemischt hat, gibt er den Brei seinem Käfer, der verschlingt ihn genüsslich. "So jetzt wollen wir doch mal sehen wie schwer du bist." Challenger legt Arthur auf die Waage und möchte gerade das Gewicht des Kleinen abmessen, als Finn ins Labor kommt und ihn dabei unterbricht. "Hey Challenger. Ich möchte mich entschuldigen, dass ich gesagt habe, dass der elektrische Zaun schlecht sei."

"Ach schon in Ordnung, Finn." Er möchte sich gerade wieder der Arbeit zu wenden, als er Finns erstauntes Gesicht sieht. "Challenger, also ich weiss ja nicht was du dem Kleinen zu fressen gibst, aber ich habe das Gefühl, dass er ein bisschen grösser geworden ist, als ich ihn das letzte Mal sah."

"Nein das kann nicht sein. Er ist immer noch gleich gross und gleich schwer, hoffe ich."

"Aber Challenger glaub mir, er ist grösser geworden. Du merkst das vielleicht nicht, weil du ihn jeden Tag siehst."

"Ach das ist doch Unsinn!"

"Nein das ist es nicht. Marguerite könnte es bestätigen, sie ist die einzige, die sich hier unten selten blicken lässt."

"Nein Finn. Ich möchte jetzt das du gehst, du lenkst mich von meiner Arbeit ab."

"Bitte! Aber ich habe dich gewarnt." Sie schlendert die Treppen zum Wohnzimmer hinauf, als sie bei der obersten Stufe angelangt ist, wendet sie sich noch einmal um sagt in das Labor hinab. "Vielleicht hast du ja auch nur angst, dass ich recht haben könnte!?" Mit diesen Worten lässt sie den Professor allein.

"Ha, was denkt sich die Kleine. Ich kenne meine Experimente und weiss dass Arthur nicht zu genommen hat." Er nimmt die Gewichtstabelle von Arthur und überprüft sie. "Na ja, recht haben könnte sie schon, er hat wirklich immer 200-300Gramm zu genommen, aber... ach ich lass mich von ihr nicht beeinflussen." Er schaut ihr misstrauisch nach oder zumindest an die Stelle an der sie zuvor noch gestanden hat.

"Okay das letzte Mal hatte Arthur 3kg gewogen, jetzt wiegt er" Challenger blickt auf die Waage, ihm bleibt fast der Atem weg, "7kg, dass kann doch gar nicht sein! Eigenartig. Vielleicht sollte ich Marguerite doch mal um Rat fragen."

 

"Essen kommen, ich habe euch Frühstück gemacht." Veronica steht an dem gedeckten Tisch und ruft nach ihren Freunden. Marguerite schleppt sich aus ihrem Zimmer, bei ihrem Anblick könnte man meinen, dass sie die ganze Nacht mit jemandem gekämpft hätte. "Morgen, Marguerite. Gut geschlafen?" neckt Veronica sie. Marguerite schaut sie böse an, gibt ihr dann doch eine Antwort: "Nein, ich habe Alpträume gehabt und danach konnte ich nicht mehr einschlafen." Sie lässt sich in ihren Stuhl fallen. Währenddessen sind auch die anderen zwei an den Tisch gekommen.

"Jetzt fehlt nur noch Challenger. Wo ist er denn?" erkundigt sich Roxton.

"Er arbeitet wieder einmal an einem Experiment für Arthur." antwortet ihm Finn.

"Nicht schon wieder dieser Käfer. Ich kann es einfach nicht fassen, dass er seine Zeit an einem solch dummen Insekt vergeudet."

"Tja, Marguerite. Im Gegensatz zu dir, kümmert er sich auch noch um andere Lebewesen, als nur um sich."

"Nimm das sofort zurück Roxton. Du weisst, ich habe schlecht geschlafen und meinen Morgenkaffee hatte ich auch noch nicht." Roxton beisst sich auf die Unterlippe so wütend hatte er Marguerite noch nie gesehen. Nach aussen hin gibt sie sich wütend, doch im Inneren schmerzen sie seine Worte. Ihr Kummer wird von Challengers Erscheinen unterbrochen. Auf seiner Stirne kann sie eine tiefe Falte entdecken. "Was ist los, Challenger. Frisst Arthur nicht mehr?"

"Nein, nein. Im Gegenteil er hat schon wieder 4kg zu genommen. Das ist äusserst merkwürdig, findet ihr nicht auch?" Ohne auf eine Antwort zu warten spricht er weiter. "Darum benötige ich deine Hilfe, Marguerite.""Meine Hilfe?" fragt sie ihn ungläubig.

"Ja. Könntest du bitte mal kurz mit ins Labor kommen."

"Und, was sagst du dazu?" Challenger und Marguerite stehen vor Arthur, der in einem Einmachglas eingeschlossenen ist.

"Nun ja, durch dieses Lupenglas wirkt er schon ein bisschen gross." antwortet sie ihm.

"Lupenglas!?! Das ist ein normaler Einmachbehälter."

"Wirklich! Nun dann muss ich dir sagen, der Kleine hat sich ziemlich gut entwickelt, würde ich sagen." Marguerite möchte sich schon wieder umdrehen, als Challenger sie am Arm zurückhält.

"Was soll ich denn jetzt machen. Er ist schon viel zu gross, seine Art wiegt normalerweise nur 2kg."

"Nun, Challenger, da musst du nicht mich fragen. Du bist der Experte hier im Haus. Ich werde jetzt in Ruhe frühstücken gehen, also dann bis nachher."

"Ja, ja." Marguerite verlässt den Raum. "Arthur ab heute gibt es keine Leckerbissen mehr, ab sofort machst du eine Diätkur!"

 

Eine viertel Stunde später, haben alle gefrühstückt, auch Challenger, obwohl ihm der Appetit vergangen ist. Marguerite sitzt gelangweilt in einem Stuhl, als Veronica und Finn vor ihr stehen bleiben.

"Marguerite, Finn und ich wollen schwimmen gehen, kommst du mit?"

"Ich weiss nicht."

"Bitte begleite uns!" sagt Finn mit ihrem süssen Blick..

"Aber ich habe irgendwie keine Lust auf Schwimmen." gibt ihr Marguerite zurück.

"Komm schon, gib dir nen Ruck. Es ist so schönes Wetter" versucht Veronica sie zu überzeugen.

Die drei Frauen haben gar nicht gemerkt, dass Roxton mit seinem Gewehr aufgetaucht ist und sie belauscht hat. "Ich könnte dich doch auch auf die Jagd mitnehmen" schaltet sich nun auch Roxton ein "Na hast du Lust?"

Marguerite will ihm gerade zu sagen, als sie sich an die gemeine Bemerkung vom Morgen erinnert.

"Ich habe ganz vergessen, dass ich ein Bad gut vertragen könnte." sagt sie daher.

"OH...." gibt er sichtlich enttäuscht von sich. "Nun dann bleibe ich wohl doch zu Hause und leiste Challenger Gesellschaft. Ich denke nicht, dass ihr einen Aufpasser gebrauchen könnt, oder?"

"Nein" schiesst es sofort aus allen Munden. Die drei Frauen steigen in den Lift und verlassen das Baumhaus.

 

Beim Baden in einer Düne. "Es ist schön mit euch den Tag zu verbringen. Ihr seit wirklich meine besten Freundinnen."

"Danke Finn, mir geht es genauso!"

"Ich bin auch froh, dass ich endlich wieder eine Familie habe!"

"Du wirst deine Mutter schon finden, Veronica. Da bin ich mir ganz sicher." Veronica lächelt Marguerite dankbar zu.

"So nun will ich ein Spiel mit euch machen. Es heisst NUR DIE WAHRHEIT ZÄHLT."

"Gute Idee, Finn. So können wir mehr übereinander erfahren."

"Ich weiss nicht, Veronica, ob das so toll wäre."

"Ach komm schon Marguerite, sei kein Spielverderber."

"Na gut, wenn ihr unbedingt darauf besteht."

"Ich möchte die erste Frage stellen: Veronica würdest du Ned heiraten?" fragt Finn mit voller Begeisterung. "Ich denke schon. Ja ich glaube auf jeden Fall."

"Aber denkst du wirklich, dass unser lieber, kleiner, süsser Journalist den Mut hat dich zu fragen?" gibt Marguerite genüsslich von sich.

"Ich hoffe es!" sagt Veronica träumerisch.

"Nun zu dir Finn, würdest du wenn wir einen Weg zurück nach London finden würden mitkommen?"

"Ja, Marguerite, ich würde mitkommen. Weil ich möchte nicht nur das zerstörte Bild von der Welt vor mir haben, sondern möchte auch die glücklich und fröhliche Welt sehen, so wie ihr sie mir immer beschrieben habt."

"Marguerite, jetzt stelle ich dir eine Frage und bitte weiche mir nicht aus."

"Ich versuchen die Frage zu beantworten."

"Liebst du Roxton von Herzen oder verbringst du nur mit ihm die Zeit, weil er reich ist?"

"Was fällt dir nur ein so etwas von mir zu behaupten!" Marguerite schwimmt davon, geht aus dem Wasser und rennt davon. Sie möchte nicht, dass Veronica sieht, wie ihr Tränen über die Wangen rollen.

"Veronica das war, aber nicht gerade nett von dir."

"Ich wollte es doch gar nicht so sagen. Du musst mir glauben Finn, ich wollte sie nicht kränken"

"Ich denke wir sollten ihr nach gehen, sie hat keine Waffe bei sich."

"Okay, lass uns gehen."

 

"Roxton, Roxton komm sofort ins Labor!"

"Was ist den los Challenger?"

"Schau dir Arthur an, mittlerweile ist er so gross wie eine Katze. Das ist doch nicht normal!"

"Beruhige dich erstmals." Doch Challenger ist nicht zu beruhigen, völlig verstört darüber was er dem kleinen Arthur angetan hat.

"Wahrscheinlich hat es etwas mit dem Essen zu tun, was du ihm ständig gibst."

"Glaubst du wirklich, das ist der Grund!?"

"Was mischt du denn alles untereinander?"

"Nur Bananen, Wasser und Eisen!" Bei dieser Beschreibung fällt Roxton schier in Ohnmacht. "Eisen! Hast du nicht mehr alle Tassen im Schrank oder was! Eisen und diese tropische Hitze ist pures Gift. Kein Wunder, dass der Käfer so gross geworden ist!" Überrascht darüber was er gerade zu seinem besten Freund gesagt, setzt er ein schüchternes Entschuldigung bei.

"Und hast du eine Ahnung, wie man es rückgängig machen kann!" Zum ersten Mal erlebt Roxton, wie es Challenger nicht mehr gelingt, die Sache unter Kontrolle zu bringen.

"Nun, da gibt es nur eine, aber riskante Möglichkeit." Er macht eine Pause, weil es ihm schwer fällt es zu sagen "wir müssen ihm jegliches überflüssiges Fett absaugen..."

 

"Marguerite, wo steckst du?"

"Marguerite, gib uns eine Antwort, du kannst dich nicht ewig vor uns verstecken!"

"Es tut mir wirklich schrecklich leid! Bitte verzeih mir. Marguerite!"

"Ich glaube es hat keinen Sinn" flüstert Finn Veronica zu. Kaum hat Finn das gesagt, erscheint Marguerite vor ihnen, mit einem tränenüberströmten Gesicht.

"Oh Gott, Marguerite!" Veronica kann es nicht fassen, wie weh sie Marguerite gemacht hat. Sie hat ihre braun haarige Freundin noch nie zuvor weinen gesehen. Sofort schliesst sie Marguerite ihn ihre Arme und versucht sie zu trösten, indem sie ihr nette und entschuldigende Worte zu flüstert.

Nach einer Weile laufen alle drei Hand in Hand zurück zum Baumhaus.

 

Im Labor wurde Arthur an eine Art Pumpe angeschlossen. Roxton fängt an das Fett abzusaugen, er hat die Arbeit übernommen, weil Challenger es nicht machen kann, da er den Käfer zu sehr liebt.

"Challenger, könntest du mir echt einen neuen Behälter hinstellen, der erste ist nämlich voll!"

Challenger gehorcht ihm und bringt ein neues Gefäss. Die Männer sind so beschäftigt, dass sie gar nicht bemerken, dass die Frauen zurückgekommen sind. Plötzlich hören sie einen Aufschrei, sie sehen die drei auf der Treppe stehen und entsetzt dreinschauen.

"Macht euch keine Sorge, Arthur braucht nur eine Fettabsaugung. Geht doch schon mal nach oben und richtet das Abendessen, ja." Sie befolgen den Ratschlag von Roxton nur zu gerne.

"Challenger, es wäre besser wenn du auch nach oben gehen würdest, du siehst nämlich nicht gerade gut aus." Roxton hat nicht gelogen Challenger, wurde in der Zwischenzeit kreidebleich. Auch er tut wie ihm geheissen und verlässt das Labor. Oben angekommen setzt er sich erschöpft in einen Stuhl und schläft vor Aufregung sofort ein. Darum merkt er auch nicht, wie Veronica ihn mit einer Wolldecke zu deckt.

 

 

Während die anderen Abendessen, ist Roxton immer noch daran beschäftigt dem Käfer das Fett abzusaugen. Endlich hat er es geschafft, Arthur ist jetzt nur noch so gross, dass er gerade in Roxtons Hand passt. Überrascht wie viel Fett er dem Armen entfernt hat(über 4Behälter), verlässt er überglücklich das Labor und marschiert in das Wohnzimmer. Dort sieht er Challenger, der gerade wach wurde und schlaftrunken hinein schaut, Marguerite liest ein Buch, Finn macht den Abwasch und Veronica schleift eines ihrer vielen Messer. Roxton stellt sich mitten in den Raum und präsentiert ihnen den dünnen Arthur.

Challenger ergreift zu erst das Wort: "Roxton ich bin ja so froh, dass er jetzt wieder kleiner ist. Was wäre das nur für ein Desaster worden, wenn er so gross wie ein Nashorn geworden wäre."

"Das kannst du laut sagen George. Ich hoffe, dass du deine Lektion gelernt hast."

"Ja, Marguerite, ich habe meine Lektion gelernt."

Während die anderen sich an den Tisch setzen und weiter sprechen, verzieht sich Marguerite auf den Balkon und schaut den Mond und den Sternenhimmel an. Sie spürt eine Hand auf ihrer Schulter und dreht sich verwundert um. Vor ihr steht Roxton.

"Und was geht jetzt so in deinem süssen Köpfchen vor?"

"Nichts! Ich geniesse nur die Aussicht, John."

"Ich hoffe, dass du nicht mehr sauer auf mich bist!"

"Nein, schon okay, ich verzeihe dir."

"Und was hat dich dazu bewogen dass du mir verzeihst?"

"Nun ja, jemand hat mich eine gewisse Frage gestellt!"

Mit diesen Worten lässt sie ihn allein.

 

4.03 Wo bleibt Finn nur?

Finn und Veronica schlendern im Dschungel herum.

"Brauchst du wirklich diese dämliche Pflanze? Wir sind jetzt schon seit Stunden unterwegs!"

"Ja, denn wenn wir einen Weg zurück nach London finden, dann möchte ich Summerlees letzter Wunsch erfüllen haben..."

"...und das ist zufälligerweise diese Pflanze." beendet Finn den Satz. "Was hat den diese Pflanze so besonderes an sich?" fragt Finn neugierig.

"Nun, es sind kleine rote Beeren, die das Sonnenlicht reflektieren. Nach seinem Wissen zu folge, kann man aus denen ein Gegengift herstellen" antwortet ihr Veronica.

"Und gegen was sollen diese nützlich sein?"

"Das hab ich leider vergessen. Es steht in seinen Notizen."

"Okay schon verstanden, aber könntest du diese Beeren, denn nicht ein anderes Mal suchen gehen?" lächelnd schaut sie Veronica an, in der Hoffnung ihre Freundin würde nachgeben.

"Finn, wenn ich mich recht erinnere, hast du dich freiwillig gemeldet mitzukommen!"

"Ja, aber doch nur, weil ich dachte, dass du mir das coole Baum zu Baum schwingen lernst!" gibt Finn beleidigt zu. Ihr grösster Wunsch war es genau so Veronica zu sein. Das hat sie ihrem Vorbild natürlich nicht verraten.

"Okay, ich werde es dir zeigen und danach gibst du Ruhe, ja!? Ich werde mich auf die Suche nach einem geeigneten Platz machen. Du kannst in der Zwischenzeit die Suche nach den Beeren fortsetzen, aber versprich mir, dass du keine Beere isst!"

"Ich verspreche es dir hoch und heilig!" Finn hält ihre Finger schwörend ihn die Luft. Veronica muss ab dieser Geste lachen. Sie macht sich auf den Weg.

 

"Roxton, Roxton!" Marguerite steht wütend mit einem schwarzen leeren Beutel in der Hand im Wohnzimmer. Ein unschuldig dreinblickender Roxton steigt die Treppen von seinem Zimmer in den Wohnraum hinauf.

"Was ist den los, Marguerite, schlecht geschlafen" neckt er sie.

"Du weisst ganz genau was los ist!" gibt sie ihm unmissverständlich zur Antwort.

"Ich fürchte, dass du mir auf die Sprünge helfen musst."

"Das werde ich auch tun, wenn du mir nicht bald wieder meine kostbarsten Diamanten zurückgibst!"

"Oh, willst du mich den Wölfen zum Frass vorwerfen oder was!" fragt er sie sarkastisch.

Empört über sein Verhalten, verlässt die schöne Brünette den Raum.

 

Challenger ist gerade dabei das Aquarium für sein Haustier, den kleinen schnuckeligen Arthur, neu einzurichten, als Marguerite genervt ins Labor kommt.

"Hallo Challenger! Wie geht es dir?" sagt sie in einem zu höflichen ja fast ironischem Ton.

"Gut, Marguerite, könnte nicht besser laufen. Und was willst du von mir?"

"Was, warum denkst du, dass ich etwas von dir möchte?"

"Nun, du kommst doch nicht etwa extra die vielen Stufen hinunter nur um das neue Zuhause für Arthur anzuschauen" gibt er mit einem Lächeln zu.

"Nun, könntest du Roxton bitte wieder zur Vernunft bringen und ihm sagen, dass er nicht mehr dreizehn ist und sich darum auch nicht wie ein Kind verhalten soll?"

"Marguerite, ich habe wirklich etwas besseres zu tun, als ständig euere Probleme für euch auszubaden." Überrascht von diesen Worten verlässt sie sauer das Labor.

 

"Hallo meine süssen Beerchen, wo seid ihr denn?" Finn ist immer noch auf der Suche nach der Pflanze. denkt sie bitter vor sich hin. Ohne es zu merken steuert sie auf einen Busch zu, der kleine rote Beeren hat. Als sie davor stehen bleibt, knurrt ihr Magen fürchterlich.

"Mann, hab ich einen Hunger!" Sie pflückt sich einige Beeren ab und schiebt diese, eine nach der anderen, genüsslich in den Mund.

"Mm, die sind aber lecker!"

Nach einer Weile hält sie sich ihren Magen, jetzt knurrt er nicht mehr, dafür hat sie komische Schmerzen. Sie lässt sich müde auf den Boden fallen und schläft sofort ein.

 

Roxton sitzt auf seinem Bett und hält die Diamanten von Marguerite in der Hand. fragt er sich ungläubig. Er schreckt aus seinen Gedanken auf, als er ein Klopfen an der Türe hört. Er versteckt die Diamanten in seiner Hosentasche. "Herein!" Marguerite betritt den Raum und kommt sofort zur Sache.

"John, ich weiss doch, dass du sie hast, wieso gibst du sie mir nicht einfach wieder zurück?" fragt sie ihn sehr höflich.

"Nun, ich werde dir die Diamanten zurückgeben, aber nur unter einer Bedingung..."

"Und die wäre?"

"Also, ich möchte, dass du eine Woche lang so tust als würde ich dir etwas bedeuten."

"Was soll das heissen? Etwa dass ich eine Woche lang deine Freundin spielen soll, das ist doch kindisch!" wirft sie ihm empört ein.

"Mag sein, aber ich habe einfach das Gefühl, dass du unserer Beziehung keine Chance gibst. Und ausserdem möchte ich dir beweisen, wieviel mir an dir liegt!"

"John, ich weiss das alles doch schon."

"Das Gefühl habe ich nicht. Was ist gibst du uns eine Chance, sowie in der Höhle?"

"Na gut, von mir aus. Bekomme ich jetzt die Diamanten zurück?"

"Nein, du bekommst sie erst zurück, wenn die Woche zu Ende ist! Nun setzt dich doch bitte zu mir."

"Ich wüsste nicht wieso ich noch länger hierbleiben sollte."

"Aber ich schon. Adieu ihr schönen Diamanten." Widerwillig setzt sie sich neben ihn.

"Nun lass uns ein bisschen flirten!" er schenkt ihr ein süsses siegessicheres Lächeln. Er hat das Spiel jetzt in der Hand.

 

"Finn! Finn, wo bist du? Ich habe keine Lust länger nach dir zu suchen" Veronica ist auf der Suche nach ihrer Freundin. "Ausserdem habe ich einen Platz gefunden, der wie für das Baumschwingen geschafft ist. Finn?" Keine Antwort und keine Finn in Sicht. Achselzucken geht sie weiter denkt Veronica hoffnungsvoll. Sie schlendert davon und übersieht prompt ihre am Boden liegende Freundin.

In Finns Traum

"Mum, Mum schau was ich gefunden habe?" Ein kleines blondes Mädchen rennt freudig zu ihrer Mutter hin, in der Hand hält sie ein Taschentuch, in dem es lauter kleine rote Beeren hat.

"Wo hast du diese Beeren gefunden, Finn?" fragt ihre Mutter sie.

"Im Wald! Darf man die Essen?"

"Nein, Finn. Diese Beeren sind sehr giftig. Gibst du mir das Tuch, bitte" als Finn nicht reagiert, bittet ihre Mutter sie noch einmal darum.

"Nein, warum möchtest du mir diese Beeren unbedingt wegnehmen!?"

"Das kann ich dir nicht sagen mein Schatz!" "Dann bekommst du sie eben nicht!" Die kleine Finn rennt schnurstracks davon und in den Wald hinein.

 

"Roxton! Marguerite! Kommt mal her, ich möchte euch mein neues Zuhause für Arthur zeigen!" Challenger wartet ungeduldig auf die zwei Streithähne. Was er jedoch nicht erwartet hat, ist die offensichtliche Versöhnung zwischen den beiden, denn sie kommen Hand in Hand die Treppe hinunter. denkt er erleichtert. Challenger präsentiert ihnen stolz das neue Zuhause für den Käfer.

"Und was haltet ihr davon?" fragt er sie ungeduldig.

"Nicht schlecht. Was meinst du dazu, Schatz?" Roxton hat sich an Marguerite gewendet und gibt ihr einen Kuss auf die Wange. "Schön" sagt sie kurz und knapp.

"Na dann könnt ihr schon wieder gehen. Ich wollte nur eure Meinung hören."

Bevor die zwei den Raum verlassen, wendet sich Roxton noch einmal zu Challenger herum und sagt: "Wir machen noch einen Spaziergang, aber erwarte uns nicht für das Abendessen."

"Ach ja? Wir wollten spazieren gehen?" fragt Marguerite ihn überrascht.

"Ja! Bis dann Challenger!"

"Bis bald und viel Spass!"

"Danke den werden wir haben, nicht wahr Mäuschen!?" Sie steigen die Treppen hinauf, als sie oben angekommen sind, reisst sich Marguerite von Roxton los und empört sich bei ihm: "Was sollte das gerade eben! Ich habe keine Lust spazieren zu gehen und nenn mich nie wieder Mäuschen, verstanden!"

"Aber, was ist den los mit dir? Komm reg‘ dich wieder ab und lass uns raus gehen!" Er legt seinen Arm um ihre Schulter, führt sie zum Lift und schon sind sie weg.

 

"Wo steckt denn mein Mädchen?" Finns Mutter sucht nach ihrer Tochter. Sie sieht den blonden Schopf des Mädchens und sagt in ihre Richtung: "Es tut mir wirklich schrecklich leid, dass ich dir die Beeren wegnehmen wollte, kannst du mir verzeihen?"

"Klar, Mama!" Finn kommt sichtlich erleichtert aus ihrem Versteck hervor.

"Finn, setzt dich bitte hier auf diesen Stein!" befiehlt die Mutter ihr "Ich möchte dir etwas erklären."

Finn gehorcht ihr und setzt sich auf die befohlene Stelle.

"Also, diese Beeren darf man nicht essen, weil sie giftig sind und können Menschen töten, jedoch können dieselben Beeren auch Menschen das Leben retten, wenn sie zum Beispiel von einer Giftschlange gebissen oder von Giftpfeilen getroffen werden. Sie lösen einfach alles Gift auf, ob man es jetzt geschluckt hat, gebissen wurde oder nur in Berührung mit Gift gekommen ist" erklärt sie ihrer Tochter ausführlich "Du hast vielleicht gehört, dass dein lieber Onkel Jack gestern von einer Giftschlange gebissen wurde und nun braucht er dringend diese Beeren." Die kleine Finn schaut sie mit grossen Augen an, sie hat alles verstanden und schliesslich gibt sie ihrer Mutter die Beeren.

"Danke, Finn. Du hast heute wahrlich eine gute Tat vollbracht. Ich bin ja so stolz auf dich!" sie gibt ihrer Tochter einen Kuss auf die Stirn. "Um halb sieben gibt es Abendessen!" mit diesen Worten macht sie sich auf den Weg nach Hause. Finn verzieht sich wieder in den Wald und beginnt wieder ihr Lieblingsspiel Tarzan&Jane.

 

Roxton und Marguerite sind nun schon seit einer Stunde unterwegs und haben noch kein einziges Wort miteinander gewechselt. Denn beide geniessen die sanfte Brise und die Umarmung des anderen.

"Schön hier, findest du nicht auch?" Roxton hat den Bann des Schweigens gebrochen.

"Ja, das war wirklich eine gute Idee" gibt sie schüchtern zu. Sie bleiben bei einem grossen alten Baum stehen. Roxton wendet Marguerite zu sich, so dass er in ihre tiefblauen geheimnisvollen Augen schauen kann. Er streicht ihr zärtlich eine Locke aus dem Gesicht und beugt sich vor um sie zu küssen. Normalerweise wäre sie ihm ausgewichen oder irgend etwas wäre passiert, doch dieses Mal klappt alles und sie lässt den Kuss zu. "Ich liebe dich!" flüstert er ihr leise ins Ohr.

"Ich liebe dich auch, John. Aber ich...." "Scht, sag jetzt bitte nichts!" unterbricht er sie.

Er umarmt sie jetzt noch fester als zuvor und streicht ihr sanft über den Rücken "Ich möchte, dass diese Umarmung nie mehr aufhört!"

"Geht mir genau so!" Roxton ist völlig baff und erleichtert zu gleich über diese Worte.

Plötzlich sieht er Veronica den Pfad hinunter kommen. "Veronica?"

"Roxton! Marguerite! Was macht ihr denn hier, habt ihr zufälligerweise Finn gesehen?"

"Nein, wieso? Wo ist sie? Ich dachte sie wäre mit dir unterwegs" fragt Marguerite erstaunt.

"Ja, das war sie auch, aber dann haben wir uns getrennt und seit dem kann ich sie nirgendwo mehr finden!" sagt Veronica "Sie müsst eigentlich schon lange wieder hier sein. Wo bleibt Finn nur?"

"Wir werden sie finden." Alle schauen auf Hinweise am Boden. Veronica hat die Fussspuren entdeckt nun folgen sie dieser.

"Da sind ja die Beeren für Summerlee!" schreit Veronica überglücklich.

"Ja genau, du wolltest doch nach denen Ausschau halten" erinnert sich Roxton.

"Genau. Lasst euch nicht in deren Bann locken, die sind giftig!" Veronica nähert sich der Pflanze, als sie plötzlich die Armbrust von Finn am Boden liegen sieht. Sie hebt die Armbrust auf und schon entdeckt sie ihre Freundin mit einem verkrampften Gesichtsausdruck daliegen.

"Finn. Oh mein Gott, was ist los mit dir?" Sofort stehen Roxton und Marguerite neben ihr.

"Sie muss die Beeren gekostet haben, sonst würde sie nicht so ein Gesicht machen!" stellt Marguerite erschrocken fest. "Schnell! Lasst sie uns nach Hause bringen, vielleicht kann Challenger ihr helfen!"

 

"Challenger! Komm schnell, Finn hat die Giftbeeren gegessen!" Challenger rennt so schnell er kann von seinem Labor hinauf ins Wohnzimmer.

"Gib mir die Notizen von Summerlee, wir dürfen keine Zeit verlieren!" Roxton überreicht ihm die Notizen. Challenger überfliegt schnell den Text. Plötzlich fängt er an zu Lachen.

"Was hast du Challenger, was findest du daran so witzig!" fragt Roxton ihn.

"Hier steht, dass man das Gift nur herausschmieren kann und zwar mit Käferfett!" jetzt kann der Professor gar nicht mehr aufhören zu lachen.

"Willst du uns auf den Arm nehmen, oder was?" gibt Marguerite sichtlich genervt über sein Lachen von sich.

"Nein, hier liess doch selbst! Veronica und Roxton geht bitte Arthurs Fett holen, ich habe es im rechten hinteren Ecken des Labors versorgt."

Kurze Zeit später liegt Finn mit Fett beschmiert auf der Couch. "So nun lassen wir sie wohl besser ein bisschen alleine! Marguerite kommst du mit mir in mein Zimmer?" "Aber gerne, mein Schatz!"

 

"Igitt!!!!!" Finn ist erwachen und hat gerade bemerkt, dass ihre Haut ziemlich glitschig ist. Alle erscheinen im Wohnzimmer.

"Finn, ach ich bin ja so froh, dass es dir wieder besser geht!" Veronica geht zu ihrer Freundin hin und umarmt sie ohne auf das Fett zu achten. "Ich glaube jetzt brauchen wir beide ein Bad. Wollen wir schwimmen und anschliessend Baumschwingen gehen?"

"Ja, klasse Idee! Okay bis nachher!" Und mit diesen Worten verschwinden die zwei Frauen im Lift.

"Also, ich werde mich jetzt ein bisschen um Arthur kümmern gehen. Natürlich nur wenn ihr nichts dagegen habt?"

"Keine Sorge, George, wir lassen dich alleine mit deinem Date!" antwortet Marguerite ironisch.

Challenger verlässt das Wohnzimmer, jetzt sind nur noch Roxton und Marguerite da.

"Und was machen wir zwei Hübschen?" fragt er Marguerite herausfordernd.

"Keine Ahnung, vielleicht ein bisschen flirten?"

 

4.04 Das Spiel

Die Sonne lässt ihre Strahlen in Marguerites Zimmer fallen. Marguerite Krux schläft tief und fest. Als Lord Roxton mit einem Tablett ins Zimmer kommt, weckt der Geruch der Brötchen und des Kaffees sie auf.

"Morgen, mein Schatz. Hast du gut geschlafen?" fragt Roxton sie.

"Ja, ich kann mich nicht beklagen" sie setzt sich im Bett auf "Ist das für mich?" fragt sie schüchtern und schaut dabei auf das Tablett mit dem Frühstück darauf. "Ja, das ist für dich und das ebenfalls!" Roxton zaubert eine Rose hinter seinem Rücken hervor und streckt sie Marguerite hin. Diese nimmt die Rose dankbar an.

"Heute ist unser letzter Tag, danach bist du befreit von mir?" sagt Roxton enttäuscht.

"Vielleicht möchte ich gar nicht, das es aufhört!"

"Ist das dein Ernst?" fragt Roxton hoffnungsvoll. Sie nickt und nimmt die Kaffeetasse in die Hand und führt sie an ihren Mund.

"Ich werde dir ein heisses Bad einlassen, okay!?"

"Ja, das wäre wundervoll, John!" Er verlässt das Zimmer, Marguerite schaut ihm sehnsüchtig hinterher sie wendet sich dem Frühstück zu.

 

"Hey Veronica, wach auf!" Finn steht startbereit in Veronicas Zimmer.

"Finn, lass mich doch bitte noch eine Weile schlafen, ja!?" Veronica wendet sich in ihrem Bett um und möchte gerade die Decke an ihr Kinn ziehen, als Finn schneller ist und sie ihr wegreisst.

"Finn, was soll das!" Jetzt ist sie wirklich wütend.

"Ich möchte mit dir ein Spiel machen, sozusagen einen Dschungelparcours. Was hältst du davon?" fragt sie die Freundin.

"Ich bin aber noch so müde!"

"Das wird schon wieder, also komm mit!" Widerwillig steht Veronica auf und eine halbe Stunde später sind die zwei schon auf dem Weg zu dem besagten Parcours.

 

Roxton sitzt am Tisch, als er Challenger sieht mit dem Rucksack und dem Gewehr in der Hand zum Lift gehen. "Wohin gehst du?" fragt er ihn überrascht.

"Ich muss meinen Vorrat wieder mal auffüllen. Ich brauche Kräuter und Kautschukgummi. Bis heute Abend!" "Du wirst doch nicht allein gehen!?"

"Doch genau das habe ich vor" als er Roxtons Gesichtsausdruck sieht, fügt er hinzu: "Ausserdem möchte ich dir und Marguerite nicht zur Last fallen. Ich bin mir sicher, dass ihr etwas besseres zu tun habt, als auf einen alten Mann aufzupassen!" Mit diesen Worten steigt er in den Lift und weg ist er.

"Wo sind denn alle hingegangen?" Marguerite steht im Morgenmantel fragend in der Tür.

"Veronica und Finn machen einen Dschungelparcours und Challenger ist auf Kräutersuche."

Marguerite schlendert langsam zum Tisch an dem Roxton sitzt und setzt sich auf die Tischkante.

"Nun was sollen wir zwei tun?" fragt sie in mit einem Lächeln.

Er legt seine Hände auf ihre Hüften und zieht sie vorsichtig an der Tischkante entlang zu sich. Er öffnet ihren Morgenmantel, darunter hat sie nur ein dünnes Nachthemd an.

Roxton steht von seinem Stuhl auf. Er streicht ihr den Mantel von den Schultern und lässt ihn auf den Boden gleiten. Er hebt sie vorsichtig auf den Tisch und öffnet ihr den Haarknoten, ihre dunklen Locken fallen ihr über die Schultern.

Er schaut ihr tief in die Augen und flüstert ihr zu: "Du bist wirklich wunderschön!"

Marguerite kann sich ein Lächeln nicht verkneifen. Jetzt beugt er sich über sie und küsst sie leidenschaftlich. Sie streicht ihm zärtlich durch die Haare. Marguerite geniesst es förmlich so begehrt zu werden, doch plötzlich weicht Roxton zurück

"Du solltest jetzt das Bad nehmen, sonst wird das Wasser kalt" ohne sich nach ihr umzudrehen verlässt er den Raum. Enttäuscht geht Marguerite ins Badezimmer.

 

"Hier ist es!" Finn zeigt ihr stolz den Ort, den sie für den Parcours ausgesucht hat. "Wie findest du ihn?"

"Nicht schlecht, aber ich verstehe immer noch nicht, warum wir dieses Spiel machen sollen."

"Okay, nochmals von vorne. Wenn du gewinnst, dann werde ich dich eine Woche lang bedienen, aber wenn ich gewinne, dann zeichnest du ein Porträt von mir. Einverstanden?"

"Ja, meinetwegen!" Finn erklärt Veronica kurz die Spielregeln und dann kann es auch schon losgehen.

"Okay. Achtung, fertig, bereit und los!" Beide rennen so schnell wie nur möglich über eine Wiese und dann in den Dschungel hinein.

 

"Nanu, was ist den das?" Challenger ist im Dschungel unterwegs um seine Kräuter und den Kautschuk zu finden.

"Ein Nest! Aber dieses Nest viel zu klein, als das es ein Dinosauriernest sein könnte." Er steht vor einem kleinen Nest und betrachtet sorgfältig die Eier. Diese sind bräunlich und haben feine Flecken und Pünktchen in den Farben weinrot, olivgrün und haselnussbraun.

Vorsichtig nimmt Challenger ein Ei aus dem Nest, wickelt es in ein Tuch ein und geht weiter auf die Suche nach dem Kautschuk und den Kräuter.

 

Marguerite liegt entspannt in dem heissen nach Kamille duftenden Bad. Ihr Haar hat sie nach oben gebunden. denkt sie so vor sich hin wehmütig denkt sie an die letzte halbe Stunde zurück.

"John! John! Kannst du mal kurz herkommen." Der Lord schlendert gemütlich ins Bad

"Wie kann ich ihnen behilflich sein, Madame?"

"Könntest du mir bitte den Rücken schrubben?" fragt sie ihn bittend.

"Aber gerne!" Er nimmt einen Waschlappen und eine Seife, tunkt den Lappen ins Wasser und dann in die Seife. Danach führt er ihn an den Rücken der schönen Brünette und fängt an zu schrubben.

Nach einer Weile nimmt Marguerite plötzlich die Hand von Roxton und küsst sie zärtlich.

Erst ist er ganz baff über diese Geste, dann allmählich geniesst er es.

Marguerite wendet sich langsam zu ihm um, nimmt seinen Kopf in ihre Hände und dann folgt ein langer leidenschaftlicher Kuss zwischen den beiden. Man spürt förmlich die Hitze, die plötzlich in dem Raum gestiegen ist. Und dann, ohne vor Warnung, zieht Marguerite Roxton in die Wanne hinein. Und jetzt fangen beide an zu lachen und sich Wasser anzuspritzen.

 

Bei Veronica und Finn ist es ein Kopf- an Kopfrennen. Nach dem sie im Dschungel angekommen sind, mussten sie über einen Baustamm balancieren, einen Fluss überqueren und jetzt rennen beide mit durchnässter Kleidung einen Abhang hinunter. Jetzt kommt ein tiefer Abgrund in Sicht.

Finn schnappt sich zuerst die herabhängende Baumliane und schwingt sich darüber. Veronica möchte auch gerade die Liane fassen, als ihr sofort wieder in den Sinn kommt vor welchem Abgrund sie steht.

"Veronica, ich habe gewonnen!" Finn freut sich wie ein kleines Kind, doch dann sieht sie den ängstigen Blick von Veronica.

"Hey Veronica, was ist denn los mit dir."

"D.. da.. das ist de.. der Abgrund wo Summerlee und die anderen hinuntergestürzt sind u... und nur er den Sturz nicht überlebt hat!"

Veronica ist in Tränen ausgebrochen. Sie wollte doch nie mehr an diesen schrecklichen Ort zurückkehren.

"Oh Gott Veronica. Es tut mir so leid. Ich wusste doch nicht, dass das hier passiert ist" Jetzt hat Finn ein schlechtes Gewissen.

"Schon gut, du konntest es ja auch nicht wissen! Bitte Finn. Komm wieder auf meine Seite zurück."

"Okay! Kannst du mir die Liane zu schwingen, ja!?" Veronica gibt der Liane einen Stoss, aber es ist zu wenig, Finn will danach greifen und rutscht ab. Sie kann sich gerade noch an einer Wurzel festhalten.

"Veronica! Hilf mir! Veronica!" Finn rutscht immer weiter ab, da sie für die Wurzel zu schwer ist.

 

Marguerite und Roxton sind beide aus der Badewanne raus. Marguerite rubbelt sich gerade ihre Haare trocken und Roxton zieht sich ein trockenes T-Shirt an.

"Das hat echt Spass gemacht, findest du nicht auch?"

"Ja, es war toll!" gibt Marguerite fröhlich zu.

"Lass uns in mein Zimmer gehen!"

"Und was willst du dort machen?" fragt sie ihn neugierig.

"Oh, ich weiss nicht so recht! Lass dich überraschen!" er nimmt ihre Hand und zieht sie hinter sich her in sein Zimmer.

 

"Veronica, bitte hilf mir! Ich rutsche ab!" Veronica steht immer noch ganz perplex vor dem Abgrund.

"Veronica, ich werde sterben!" Finn ist in voller Panik, jetzt lässt die Wurzel wieder ein Stückchen nach. Veronica greift entschlossen nach der Liane, nimmt Anlauf und schafft es sich über den Abgrund zu schwingen. Auf der anderen Seite angekommen, stürzt sie sich zu Boden und greift nach Finns Hand, sie rutscht ab, versucht es nochmals, rutscht wieder ab.

Ihre Hände zittern und sind ganz feucht vor Aufregung. Unter ihr sieht sie das ängstliche Gesicht ihrer Freundin Zum letzten Mal greift sie nach Finns Hand und bekommt sie zu fassen. Sie kann ihre Freundin schliesslich den Hang heraufziehen.

Überglücklich schliessen sich die zwei in die Arme. "Jage mir bloss nie wieder einen solchen Schrecken ein, verstanden!?"

"Keine Angst, Veronica, ich habe meine Lektion gelernt!" Die Frauen stehen auf, nehmen die Liane und schwingen sich ohne weiteren Probleme zurück auf die anderen Seite. Dann schlagen sie den Weg nach Hause ein.

 

In Roxtons Zimmer hat sich Marguerite auf sein Bett gesetzt.

"Und was machen wir jetzt?" fragt sie ihn ungeduldig.

"Hier hast du deine Diamanten zurück! Du hast alles gemacht, was ich von dir verlangt habe und nun halte auch ich mein Versprechen." Er greift in seine Hosentasche und holt die Diamanten heraus. Marguerite hat sie ganz vergessen, nun nimmt sie die Diamanten widerwillig an.

"Danke!" enttäuscht steht sie auf "Ich möchte dir nur eines sagen, Lord Roxton, ich denke Sie sind ein guter Mensch mit einem guten Herz, ich wünsche dass Sie eines Tages die richtige Frau finden." Mit diesen weisen Worten verlässt Marguerite den Raum, schliesst die Tür hinter sich zu und rennt weinend in ihr Zimmer. Dort schmeisst sie sich mit einem tränenüberströmten Gesicht aufs Bett.

Wütend schmeisst sie das Gestein in die andere Ecke ihres Zimmers.

Nie hat sie jemand derart beleidigt, wie er es gerade getan hat. Doch! Wenn sie sich recht erinnert gab es da noch jemanden in Deutschland, den sie über alles liebte, er sie jedoch wie das letzte Stückchen Dreck behandelte, aber das... das ist eine andere Geschichte. Sie schliesst die Augen und kann sich wieder ganz genau an diese schreckliche Zeit erinnern.

 

Challenger will gerade den Hebel für "Nach Oben" ziehen, als er Finn und Veronica entdeckt.

"Hey ihr zwei, wo wart ihr denn?" fragt er sie, nachdem er ihre dreckigen nassen Kleider sieht.

"Lange Geschichte, Challenger. Die werden wir dir ein anderes Mal erzählen!" antwortet Finn ihm.

"Wo warst du denn so ganz alleine?" erkundigt sich Veronica.

"Ich war auf Kräuter- und Kautschuksuche, als ich dieses kleine Vogelei gefunden habe. Ich vermute zumindest, dass es ein Vogelei ist!" Er drückt den Hebel des Lifts und schon sind sie oben angelangt.

"Hallo! Wir sind wieder Zuhause!" ruft Finn in das leere Baumhaus hinein. Jetzt trottet Roxton aus seinem Zimmer mit einem miesen Ausdruck auf dem Gesicht.

"Oje, habt ihr euch wieder einmal gestritten?" fragt Veronica gar nicht überrascht.

"Ich möchte nichts dazu sagen, ja!?" sagt er genervt.

"Also ich werde jetzt in mein Labor gehen!" Challenger verschwindet in sein Labor.

"Und wir zwei werden das Abendessen vorbereiten!" sagt Veronica zu Finn. Roxton entschliesst sich nach Marguerite schauen zu gehen.

 

Er klopft leise an, als ihm niemand eine Antwort gibt, tretet er ein und bleibt sofort stehen, als er Marguerite wie ein Häufchen voll Elend auf dem Bett liegen sieht. Er geht zu ihr.

"Was ist los, Süsse!?" fragt er erstaunt.

"Ich möchte nicht darüber sprechen, vor allem nicht mit dir! Geh jetzt!" sagt sie barsch.

Roxton lässt sich von ihren Worten nicht beeindrucken und nimmt sie in die Arme. Mit einem Schluchzen erwidert sie seine Geste.

Nach einer Weile, fängt sie plötzlich an zu erzählen:

"Ich war damals um die 24Jahre. Ich musste im Auftrag der britische Krone nach Deutschland reisen um die Kriegsplänen der Deutschen herauszufinden. Ich lief unter dem Namen Sophie und arbeitet in einer Bar als Unterhaltungssängerin, dort lernte ich dann auch ihn kennen, Dietrich Biesoldt.

Anfangs lud er mich immer zu einem Drink ein, schenkte mir Blumen und verwöhnte mich wie eine Göttin. Ein Jahr später heiratete ich ihn aus Liebe.

Dann fing das Schlimme an, er ging jeden Abend in die Bar und betrank sich dort. Und wenn er nach Hause kam, roch er immer nach Bier und Zigaretten.

Eines Abends, es war ein Mittwoch, sagte ich ihm meine Meinung und drohte ihn zu verlassen, doch anstatt mich zu bitten nicht zu gehen, warf er mich aufs Bett und vergewaltigte mich.

Am nächsten Morgen lag eine hunderter Note auf meinem Nachtisch und die Scheidungspapiere daneben Das war das Schlimmste, das ich je erlebt habe..... So nun ist es raus, ich hoffe du bist glücklich darüber."

"Oh nein, und du dachtest, als ich dir die Diamanten gab, das nun alles vorbei sei!?" fragt er sie überrascht. Sie nickt, sagt aber nichts.

Roxton umarmt sie noch fester und gibt ihr einen Kuss auf die Stirn. "Ich werde immer bei dir bleiben, das verspreche ich dir!"

 

4.05 Schwanger!

Es ist spät am Abend. Veronica sitzt auf dem Balkon und liest ein Buch, als sie plötzlich bekannte Stimmen hört.

"Assai! Jar! Hallo, was macht den ihr noch so spät in der Nacht?"

"Wir müssen dir etwas erzählen, Veronica. Können wir hinaufkommen?" fragt Assai.

"Klar. Ich werde euch den Lift hinunter schicken!" Veronica geht zum Lift und drückt den "Nach Unten" Hebel.

Kurze Zeit später stehen Assai und Jar Hand in Hand im Wohnzimmer. Alle sind ins Wohnzimmer gerufen worden.

"Also was gibt es nun so dringendes?" erkundigt sich Roxton, der gerade nur mal eine Hose anhat.

"Assai und ich bekommen ein Baby! Ein Knaben!" sagt Jar freudig.

"Hey, das ist ja wunderbar!" Veronica geht zu ihrer alten Freundin hin und umarmt sie überglücklich. Nachdem alle ihre Glückwünsche ausgesprochen haben, machen sich Assai und Jar wieder auf den Weg zurück ins Zanga-Dorf.

 

Am nächsten Morgen sitzen alle am Tisch und essen das Frühstück. Finn und Challenger führen gerade eine heisse Diskussion.

"Challenger, ich sage es dir zum letzten Mal, der elektrische Zaun ist nicht mehr so stabil, wie du anfangs gedachte hast. Warum möchtest du nicht doch noch ein Mienenfeld davor machen?" Finn beharrt immer noch darauf eines zu bauen.

"Weil es viel zu gefährlich ist, stell dir vor jemand ist von uns in Gefahr und vergisst, dass wir ein Mienenfeld haben!" Challenger verliert langsam aber sicher die Nerven bei den Diskussionen mit jungen Mädchen aus der Zukunft

"Also ich bin der gleichen Meinung wie Challenger, wir leben hier friedlich und nicht wie in einem Schlachtfeld!" schaltet sich jetzt auch Veronica in die Diskussion ein. Ihr ist es vor allem wichtig, dass sie ihr Baumhaus so beibehalten kann wie es jetzt ist.

"Ich jedoch würde eher zu Finns Vorschlag tendieren!" gibt Roxton zu.

"Danke Roxton! Ich... Marguerite was ist los mit dir?" Finn hat ihren Kommentar unterbrochen, als Marguerite plötzlich aufgestanden und ins Badezimmer gesprungen ist. "Was hat sie nur?"

"Ich hab keine Ahnung, Finn, aber ich werde nachschauen gehen!" sagt Veronica hilfsbereit.

Veronica bleibt vor der Türe stehen und hört wie sich Marguerite übergeben muss.

"Süsse geht es dir nicht gut?" erkundigt sich Veronica. Marguerite öffnet die Tür "Ach es geht mir schon wieder besser!"

"Das glaube ich dir nicht!" Veronica schiebt ihre dunkelhaarige Freundin ins Badezimmer zurück und schliesst dir Tür hinter sich zu.

"Wie lange geht das nun schon?" möchte sie von Marguerite wissen.

"Ich weiss nicht 3Wochen, vielleicht?" gibt sie schüchtern zu.

"Marguerite, es ist doch offensichtlich!"

"Was ist offensichtlich?"

"Deine Haare sind voller geworden, deine Augen sprechen Bänder und du musst dich ständig nach dem Essen übergeben... Liebste du bist SCHWANGER!"

"Nein, das kann nicht sein!" antwortet Marguerite erschrocken. "Du musst dich irren!"

"Tu ich nicht. Aber wenn du mir nicht glaubst, dann vielleicht dem Medizinmann vom Zanga-Dorf!?"

"Aber..."

"Wir werden heute Nachmittag dorthin gehen, keine Widerrede!" befiehlt Veronica ihr.

Als Veronica und Marguerite aus dem Bad kommen, schauen sie sechs Augenpaare erwartungsvoll an.

"Wir werden heute Nachmittag zu den Zangas gehen!" sagt Veronica bestimmt.

"Wieso?" fragt Finn. Als Marguerite nichts sagt, stosst Veronica sie an "Komm schon, erzähl es ihnen!" sagt sie aufmunternd.

"Was sollst du uns erzählen!?" meldet sich jetzt Roxton zu Wort.

Marguerite lässt einen tiefen Seufzer von sich hören "Es kann sein, dass ich.... nun ja... schwanger bin!" sagt Marguerite ganz leise.

"SCHWANGER!?" Roxton flippt fast aus, niemand weiss so recht ob er glücklich oder wütend ist.

"Es ist nur so eine Vermutung, Roxton, wir müssen sie erst noch bestätigen lassen!" versucht Veronica ihn zu beruhigen.

 

Eine Stunde später sind alle startklar. Sie haben den Termin vorverlegt, weil die Spannung einfach zu gross war.

"Sind alle soweit?" fragt Veronica zur Sicherheit noch einmal nach. Es sind alle soweit parat und sie verlassen das Baumhaus.

Nach einer Weile machen sie eine kleine Pause. Challenger und Finn sind schon wieder in ihre Diskussion vertieft. stellt Veronica verbittert fest. Sie wendet sich wieder ihren Messern zu, die sie eine nach der anderen an einem Stein schleift.

 

Marguerite ist gerade daran sich den Hals und die Armen zu waschen, als sie das Spiegelbild von Roxton im Wasser sieht. Sie dreht sich zu ihm um und lächelt ihn an. Er setzt sich neben sie ins Gras und nimmt ihre Hände in die seine.

"Marguerite, du weisst dass ich für dich da bin, ob du jetzt schwanger bist oder nicht!"

"Das weiss ich doch, John!"

"Ich wollte es dir einfach nochmals sagen und wenn du je Probleme hast, dann kannst du sie mir anvertrauen, genau wie deine Geheimnisse, okay?" Er beugt sich vor und küsst sie, dann umarmt er sie und flüstert ihr ins Ohr: "Ich bin so froh, dass es dich gibt! Ich hoffe, dass du schwanger bist!"

 

Als sie weiter laufen, werden sie von Affenmenschen angegriffen. Es sind sechs.

Einer kämpft mit Finn, sie versucht ständig an ihr Armbrust zu kommen, doch der Angreifer stürzt sich immer wieder auf sie.

Veronica hat es mit Zweien von ihnen zu tun denkt sie verbittert.

Roxton erschiesst gerade einen der Affenmenschen, der sich auf Challenger stürzen wollte.

Challenger winkt Roxton dankbar zu und erledigt den Zweiten. Marguerite kämpft ebenfalls mit einem, doch er ist zu stark für sie, er kann sie auf den Boden werfen und holt gerade mit seiner Akt aus, als ein Schuss ertönt und den Affenmenschen zu Boden sinken lässt. Marguerite kraxelt unter der Leiche hervor. "Danke Roxton!"

Veronica hat soeben die beiden anderen getötet und Finn hat es auch endlich geschafft.

Nach diesem unglücklichen Zusammenstoss können sie sich endlich wieder auf den Weg zum Dorf machen.

 

Schliesslich kommen sie im Zanga-Dorf an. Sie werden sofort herzlich Empfangen.

"Veronica, heute Abend gibt es eine Nachwuchsfeier. Papa hat beschlossen, dass ihr auch kommen dürft."

"Danke Assai, wir werden hier sicher viel Spass haben!"

"So sieht also das Zanga-Dorf aus!" Finn staunt über das hübsche kleine Dörfchen "Nicht schlecht!"

"Stimmt, du warst ja noch nie hier!" erinnert sich Challenger "Soll ich dir es zeigen?" fragt er sie.

Sie nickt dankend und dann machen sie sich auf den Weg das Dorf zu besichtigen.

"Sieht so aus, als ob unsere zwei Streithähne wieder Frieden geschlossen haben" flüstert Roxton Marguerite zu.

"Assai, kannst du uns echt zum Medizinmann führen?"

"Aber klar doch. Warum eigentlich? Ist etwas nicht in Ordnung?"

"Es könnte sein, dass Marguerite schwanger ist."

"Okay, schon verstanden! Folgt mir!"

Roxton, Marguerite und Veronica folgen Assai in ein altes Zelt hinein, das um sich herum einen kleinen Garten mit Kräutern hat.

 

Im Zelt des Medizinmannes riecht es oder besser gesagt stinkt es nach jeglichen Mitteln, Kräutern und Schweiss. Marguerite rümpft die Nase "Gefällt es Ihnen hier nicht?" der Medizinmann, namens Jakarta hat ihre Geste bemerkt und sie darauf angesprochen.

"Wenn ich ehrlich bin, könnte ich hier nicht Leben, aber mir soll es ja recht sein!" setzt sie ihn freundlich in Kenntnis. Der Medizinmann wendet sich an Assai und fragt sie in ihrer Sprache, was das Problem sei.

Marguerite, die alles mitbekommen hat, antwortet in derselben Sprache: "Veronica wa mean ze la prango!(Veronica hat die Vermutung, dass ich schwanger bin!)

"Sie sprechen unsere Sprache?" der Medizinmann ist ziemlich beeindruckt von Marguerites Können.

"Nun ich spreche Anak und ihre Sprache ist fast identisch mit Anak" gesteht sie ihm.

"Oh, na das erklärt natürlich alles!" Assai spricht wieder mit dem Mann: "Ella u Veronica comme Papa las niraw pur qeta lesi cavies diamontes!(Sie war diejenige, die Veronica Papa als Frau anbot, damit er ihr die Höhlen mit den Diamanten zeigt)

"Assai, Marguerite versteht jedes Wort und ich denke ich weiss auch was du ihm gesagt hast. Aber bitte lass die Vergangenheit ruhen, sie hat sich wirklich gebessert und für ihr Verhalten entschuldigt. Wir haben wirklich andere Probleme!"

"Okay, Veronica! Dann lassen wir Jakarta und Marguerite jetzt alleine!"

"Roxton, kommst du mit?" fragt Veronica.

"Wenn ihr und Jakarta nichts dagegen habt, dann werde ich hier bei Marguerite bleiben."

"Nein, kein Problem!" Die zwei Freundinnen verlassen das Zelt.

"John, ich möchte bitte mit Jakarta allein sein, schon aus dem Grund falls ich nicht schwanger bin."

Er schaut sie beleidigt an. "Bitte John!" Sie gibt ihm einen Kuss auf die Wange. Widerwillig verlässt er das Zelt.

 

In der Zwischenzeit haben sich Finn und Challenger wieder versöhnt, indem sie sich auf den Entschluss geeinigt haben, dass ein kleiner Teil mit Mienen überdeckt werden soll. Nun geniessen sie ihren Tee, den man ihnen eingeschenkt hat.

"Challenger, danke für den Rundgang!"

"Hab ich doch gern gemacht, Finn!"

"Hallo schöne Frau!" ein Zangatyp steht neben Finn und baggert sie an "Schönes Wetter heute, aber deine Schönheit kann nichts übertreffen. Ich bin Kalle! Und wie ist dein Name meine zart duftende Blume?"

"Eigentlich kann ich mit Komplimenten nichts anfangen, aber weil du so süss bist, verrat ich ihn dir doch. Ich heisse Finn!"

"Also, Finn, willst du mit mir einen Spaziergang machen?"

"Wieso nicht. Wir sehen uns dann später wieder!" ruft sie Challenger noch zu, bevor sie aus dem Tor marschieren.

 

Marguerite liegt auf einer Matratze mit der Bluse geöffnet und Jakarta bewegt sein Hände über ihrem Leib hin und her.

"Also gut, Marguerite, atme jetzt tief ein und wieder aus! Gut du machst das super!" Langsam spürt der Medizinmann ein Kribbeln in seinen Händen.

"Ich beschwöre die Göttin des Lebens, was teilst du uns schönes mit." Das Kribbeln wandert durch seine Arme zur Brust hinauf. Plötzlich hört er auf damit.

"Marguerite, herzlichen Glückwunsch!"

"Das heisst also: Ich bin schwanger?"

"Ja und du darfst dich gleich nochmals freuen, es wird eine Sie. Roxton und du bekommt ein Mädchen!" freudig umarmt er die völlige verblüffte Marguerite.

"Aber... aber, wieso wissen Sie, dass es ein Mädchen und keine Junge wird?" fragt sie ihn ungläubig.

"Nun wenn es ein Mädchen wird steigt das Kribbeln in meine Brust und wenn es ein Junge wird dann in meine Füsse."

"Und bei mir spürten Sie das Kribbeln in der Brust!"

"Nicht nur in der Brust, sondern auch im Herzen. Eure Tochter wird mal etwas ganz besonderes sein. So nun geh zu Roxton und erzähle ihm alles!"

"Danke Jakarta!".

"Nichts zu danken, nichts zu danken!" Überglücklich verlässt Marguerite das Zelt. Jakarta schaut ihr lächelnd hinter her und denkt bei sich

 

Draussen angekommen trifft sie auf ihre Freunde. Roxton schaut sie ungeduldig an "Und?"

"Wir bekommen ein Baby und zwar ein Mädchen!"

"Marguerite, ich freue mich riesig!" Roxton umarmt sie und gibt ihr einen leidenschaftlichen Kuss.

"Wir sind alle so stolz auf dich und natürlich auch auf Roxton. Ihr habt es getan!" Challenger umarmt sie ebenfalls, genau wie Finn, die mittlerweile wieder zurück vom Spaziergang gekommen ist, und Veronica.

 

Am Abend werden zwei Paare gefeiert, Assai&Jar und Marguerite&Roxton. Alle essen so viel wie sie nur können, tanzen und reden.

Kalle nimmt Finns Hand und zieht sie an einen ruhigeren Ort.

"Finn?"

"Ja."

"Darf ich dich küssen?" Ohne auf eine Antwort zu warten zieht er Finn an sich und küsst sie wild, aber zärtlich.

"Marguerite!"

"Ja, Roxton?"

"Hast du dir schon Gedanken gemacht, wie wir unsere kleine Tochter nennen sollen?"

"Ich habe an folgende Namen gedacht, entweder Jessica oder Mailyn. Was hältst du davon?"

"Wunderschöne Namen!" er gibt ihr einen Kuss auf die Stirn. Dann zieht er sie noch näher an sich heran und streicht ihr sanft über ihren Bauch.

 

4.06 Was für ein komischer Vogel

"Hey Challenger, was machst du denn da?" kommt Finn fragend ins Labor.

"Ich möchte das Ei ausbrüten! Wer weiss was da drin ist!" Challenger hat eine Metallkiste mit Tüchern ausgestopft und das Ei hineingelegt. Unter der Kiste hat er eine Glühbirne angefertigt, die an den elektrischen Zaun angeschlossen ist.

"Wie lange wird das Ausbrüten denn dauern?" erkundigt sich Finn.

"Etwa 2-3Monate, wenn alles nach Plan verläuft! Was wolltest du eigentlich?"

"Veronica und ich werden einen Besuch bei den Zangas machen..."

"Wir waren doch erst gerade da!" unterbricht Challenger sie "Willst du etwa den jungen Zanga wieder treffen? Wie hiess er doch gleich?"

"Kalle! Ja, ich gehe wegen ihm dorthin, aber es war Veronicas Idee. Sie möchte Assai etwas schenke, oder so! Und, kommst du mit?" Finn schaut ihn herausfordern an.

"Von mir aus! Wann geht ihr?"

"In zwei Stunden. Sei bitte pünktlich?"

"Ich werd’s versuchen!" sagt er grinsend.

 

"Na, wie geht’s dir?" Roxton steht im Türrahmen. Marguerite sitzt auf dem Bett, sie hat sich ihm zu gewendet. "Naja, ich bin ein bisschen müde und schlecht ist mir auch" gesteht sie ihm.

Mitfühlend geht er zu ihr hin und nimmt sie in den Arm.

"Die anderen wollen zu den Zangas gehen und haben uns gefragt, ob wir mitkommen!"

"Schon wieder zu den Zangas, lieber nicht. Aber du kannst schon gehen, wenn du möchtest!" sagt sie tapfer.

"Ich werde dich doch in diesem Zustand nicht alleine lassen!"

"Aber..."

"Ich bleibe hier, keine Widerrede!"

"Na gut, wenn es dir Spass macht mich leiden zu sehen, sollst du ruhig hierbleiben!"

"So hab ich es doch gar nicht gemeint!" sagt er beleidigt.

"Das weiss ich doch!" Sie beugt sich zu ihm hinüber und küsst ihn zärtlich auf die Wange.

"Wer sagt es den anderen, dass wir nicht mitkommen?" fragt er sie.

"Du natürlich!" grinst sie ihm frech zu.

 

"Und ihr seid euch sicher, dass ihr nicht mitkommen wollt?" Veronica steht gerüstet beim Aufzug.

"Mir ist wirklich schlecht und ich würde euch nur zur Last fallen, ausserdem wollen Roxton und ich mal wieder alleine sein" gesteht sie ihr.

"Marguerite hat recht und ich möchte nicht, dass ihr etwas auf der Wanderung zum Zanga-Dorf passiert." Roxton wendet sich ihr zu und schenkt ihr ein Lächeln.

"Okay, uns soll es nicht den Spass verderben!" Finn steigt in den Lift, ihr folgen Challenger und Veronica, bevor sie auf den "Nach Unten" Hebel drücken, befielt ihnen Challenger noch, dass sie auf sein Ei aufpassen sollen. Dann verlassen sie das Paar.

 

Die drei Freunde sind auf dem Weg zum Dorf.

"Wann werden wir das Mienenfeld bauen?" fragt Finn ungeduldig.

"Irgendwann, Finn! Vielleicht übermorgen, wenn ich und Roxton Zeit finden dir zu helfen"

"Das klingt gut, Challenger. Und du, Veronica, möchtest uns definitiv nicht beim Umgraben und Einsetzen der Mienen behilflich sein?" wendet sich Finn an ihre Freundin.

"Finn, ich war von Anfang an gegen dieses Mienenfeld und darum werde ich auch nichts dafür tun. Ich begreife immer noch nicht, wie du es geschafft hast, Challenger davon zu überzeugen!"

"Tja, das war ganz einfach. Ich...." Finn wird durch etwas Grosses, das am Himmel fliegt abgelenkt. "Seht euch nur diesen schrägen Vogel an!" macht sie die anderen darauf aufmerksam. Am Himmel schwebt ein Gleitschirm.

"Was ist denn das nur für ein komischer Vogel? Hey, da hängen ja zwei Leute dran!" bemerkt Veronica.

"Das ist ja unglaublich!" Challenger ist wieder einmal in seinen Bann gezogen worden. Erst jetzt erkennt er die Gefahr "Der Vogel fliegt direkt auf den grossen Baum dort zu, er wird abstürzen!" Als ob Challenger in die Zukunft sehen könnte, verheddert sich der Gleitschirm im Baum. Die drei Freunden rennen so schnell sie können zur Unfallstelle.

"Hilfe! Helfen Sie uns bitte!" Eine Frau ruft ihnen verzweifelt zu.

"Keine Sorge, ich werde Sie und ihren Kollegen aus diesem Fadengewirr befreien!" zeigt sich Veronica hilfsbereit. Sie klettert den Baum hoch und schneidet die Fäden durch.

"Achtung, geben Sie mir bitte ihre Hand!" Die Frau gibt Veronica die Hand und steigt auf den nächsten Ast. Sie klettert den Baum entlang runter und lässt sich in die Arme von Challenger fallen.

In der Zwischenzeit hat Veronica auch den Mann befreit. Und jetzt stehen alle wieder auf festem Boden.

"Wie heissen Sie, woher kommen Sie und was ist das für ein schräger Vogel?" fragt Finn neugierig.

"Also das ist Joséphine, meine Nichte und ich bin Richard. Wir kommen aus Frankreich und haben uns mit diesem Gleitschirm..." er deutet auf das Flugobjekt "...so wie es aussieht verirrt!"

"Ich bin Finn, das ist Challenger, unser Visionär und Wissenschaftler. Und die Frau die Ihnen geholfen hat, heisst Veronica." stellt Finn kurz alle vor.

"Welches Jahr schreiben sie?" erkundigt sich Challenger.

"2000! Wir wollten das Millenium Jahr mit dem Gleitschirm einfliegen, aber sind von unserem Kurs abgeraten und plötzlich sind wir hier gelandet. Wieso welches Jahr haben sie denn und wo sind wir hier?"

"Also sie sind hier auf dem Plateau in der "Verlorene Welt"...."

"Wieso denn "Verlorene Welt?" möchte Joséphine wissen.

"Nun ja" berichtet Veronica weiter "hier leben Saurier, Affenmenschen ect. sozusagen eine vorzeitliche Welt!"

"Unfassbar!" ruft der Franzose "Und sie haben auch das Millenium Jahr?"

"Nein, wir haben 1922. Wahrscheinlich wurden sie durch eine Zeitmaschine katapultiert als sie mit dem Gleitschirm unterwegs waren" stellt der Professor fest.

"Kommen Sie, wir werden sie erst einmal mit nach Hause nehmen! Dort können wir dann weiter schauen!"

"Und was sollen wir mit dem Gleitschirm machen, Mademoiselle Veronica?"

"Bitte, nennen Sie mich Veronica. Wir nehmen ihn mit, vielleicht können wir ihn im Baumhaus flicken."

 

Roxton und Marguerite sitzen im Wohnzimmer und diskutieren wie immer:

"Wir könnten doch die Wand zwischen unseren Schlafzimmern rausnehmen, dann hätten wir ein grösseres Zimmer. Das brauchen wir dann sowieso, wenn unsere Tochter da ist!"

"Das weiss ich doch schon alles, John, aber ich bin einfach noch nicht bereit dafür!"

"Bereit wofür?" langsam verliert Roxton die Nerven.

"Ich bin noch nicht so weit ein Zimmer mit dir zu teilen. Erstens sind wir nicht verheiratet und zweitens brauche ich einen Ort, wo ich mich zurückziehen kann."

"Ich gebe dir zu 99,99Prozent deiner Argumente recht. Aber was ist mit mir, Marguerite? Ich liebe dich, zählt das denn nicht?"

"Roxton, bitte, ich habe keine Lust mehr länger darüber zu diskutieren. Die Sitzung ist geschlossen!"

"Das kannst du nicht machen!" protestiert er "Nie beachtest du meine Gefühle, mein Wünsche!"

"Roxton, du bekommst ein Kind von mir, reicht dir denn das nicht!?" wütend schreit sie ihn an.

Verblüfft gibt er ihr zur Antwort: "Du freust dich also nicht auf das Baby?"

"Doch, John, aber ich.... ich bin nicht so weit Mutter zu werden, ich.... ich schaffe das nicht!" jetzt bricht sie in Tränen aus. Roxton geht um den Tisch herum und nimmt sie in die Arme.

"Ich bin doch bei dir. Wenn es nach mir ginge, wären wir schon lange verheiratet! Bitte, Marguerite schliess mich nicht aus deinem Leben raus! Ich wollte schon immer Vater werden und ich bin überglücklich, dass du die Frau bist mit der ich das Kind haben darf. Aber ich bin genau so unerfahren wie du, darum lass uns dieses Problem gemeinsam lösen! Ja?"

"Ja!" antwortet sie ihm bestimmt, aber mit einem schluchzenden Unterton in der Stimme "Bitte, verlasse mich nie!"

"Nein, das werde ich niemals tun!" Er streicht ihr eine Locke aus dem Gesicht "Und wenn du noch nicht dazu bereit bist mit mir ein Zimmer zu teilen, dann würde ich das verstehen!" gibt er grosszügig nach.

"Nein, John! Es ist an der Zeit, wo ich einen Schlussstrich ziehen und die Vergangenheit ein für alle Mal bewältigen muss. Darum möchte ich, dass wir diese verdammte Trennwand raus reissen!"

"Danke, mein Schatz. Ich liebe dich!"

"Ich liebe dich auch!"

 

"Da wären wir. Das ist das Baumhaus, in dem wir alle wohnen!" weisst Veronica die Fremden auf ihr zu Hause hin. Richard und Joséphine bewundern es.

"Wow, hier ist es tatsächlich wunderschön und was ist das hier?" Joséphine beugt sich über den Draht.

"Stopp, nicht berühren! Das ist unser elektrische Zaun, er haltet die Affenmenschen und anderen unerwünscht Gäste oder Kreaturen davon ab, hier einzudringen!"

"Beeindruckend!" Richard staunt nicht schlecht über das Anwesen.

"Lassen Sie uns jetzt nach oben gehen, da können Sie dann noch die anderen zwei Mitglieder der Expedition antreffen!" Alle steigen in den Lift und fahren ins Wohnzimmer hinauf. Oben angekommen werden sie von Marguerite und Roxton erwartet.

"Hallo, wen haben wir denn da?" erkundigt sich Roxton.

"Das sind Joséphine und Richard Brune! Sie kommen aus Frankreich aus dem Jahre 2000! Das ist Lord Roxton und das ist seine Freundin Marguerite Krux, die ein Kind von ihm erwartet!" macht Veronica sie miteinander bekannt.

"Mademoiselle Marguerite Krux sind Sie eine Französin?" wundert sich Richard.

"Nein, wie kommen Sie auf diese Idee?" fragt sie verblüfft.

"Nur, weil der Name so französisch klingt."

"Ach so!?" Marguerite tauscht vielsagende Blicke mit Roxton aus. Da nur er weiss, dass sie keine Ahnung hat wie sie heisst, weil sie ihre Geburtsurkunde nie gesehen hat.

"Lord Roxton, entschuldigen Sie die Frage, aber können Sie tanzen? Ich frage nur, weil Lords das doch können müssen, oder etwa nicht?" sie schaut ihn verliebt an.

"Ja, ich kann tanzen!" antwortet er gelassen. Ein Lächeln huscht über ihr Gesicht.

"Könnten Sie es mir beibringen?"

"Klar, jederzeit!" Marguerite schaut ihn empört an.

"Kommt lasst uns etwas kleines zu Mittagessen! Ihr habt doch sicher Hunger!? Wer hilft mir?" lenkt Veronica das Gespräch auf sich. Sie hat Marguerites Blick gesehen und weiss, dass mit ihre jetzt nicht zu scherzen ist.

"Ich helfe dir!" antwortet Finn.

"Ich auch, wenn ich darf?" sagt Joséphine schüchtern. Die drei Frauen gehen in die Küche.

"Ich würde mich gerne ein bisschen mit Ihnen, Professor Challenger, unterhalten. Natürlich nur wenn es Ihnen nichts ausmacht" meint Richard Brune.

"Aber gerne! Kommen Sie mit in mein Labor, ich muss sowieso noch nach meinem Ei schauen."

Die zwei Herren verschwinden im Labor und Marguerite zieht Roxton mit sich in ihr Zimmer.

 

Im Labor schauen die zwei Männer nach dem Ei. Es scheint noch ganz in Ordnung zu sein, denn keine Veränderung ist bislang zu erkennen.

"Was denken Sie von welchem Tier das Ei sein könnte!" wendet sich Challenger an Richard.

"Ich würde fast behaupten, dass es ein Ei von einer Taube ist, aber ich bin mir nicht sicher!"

"Das habe ich eben auch schon gedacht, aber auf diesem Plateau gibt es so viele Rätsel, dass man nie sicher sein kann, ob man die einfachsten Dinge glauben kann oder nicht!"

"Ja, das ist gut möglich, aber ich lasse mich von der vorzeitlichen Welt nicht blenden und wette alles was ich habe darauf, dass aus diesem Ei einmal eine Taube schlüpfen wird!"

 

Marguerite befiehlt Roxton, dass er auf dem Bett Platz nehmen soll.

"Roxton hast du sieh nicht mehr alle!" schreit sie ausser sich vor Wut.

"Was ist denn los, Marguerite? Ich verstehe überhaupt nicht, warum du so sauer bist!"

"Na siehst du es denn etwa nicht, wie sie dich anschaut! Joséphine ist verliebt in DICH!"

"Bitte komm wieder runter, Marguerite. Oder bist du etwa eifersüchtig?"

"Ich und eifersüchtig, niemals!!!!!!" In ihrer Wut und Eifersucht schlägt sie eine Vase auf den Boden. Roxton zuckt zusammen, er hat sie noch nie so wütend gesehen. Er steht auf und möchte sie in die Arme nehmen, doch sie stösst ihn von sich weg und schmeisst sich schluchzend aufs Bett.

"Ich werde dich jetzt alleine lassen, okay?" er verlässt ihr Zimmer ohne auf eine Antwort zu warten.

Als er die Türe hinter sich geschlossen hat, schaut Marguerite traurig auf und ihm nach.

...

Zum 2.Teil


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